Donnerstag, 22. Januar 2015

Am (leeren) Grab des hl. Vinzenz von Valencia/Saragossa (1)

Vinzenz von Valencia, Hochaltarfigur, San Vicente, Avila


Vinzenz der Märtyrer. Vinzenz oder Vincentius war nach der Überlieferung Archidiakon des Bischofs Valerus von Saragossa im 3. Jahrhundert und wurde mit diesem nach Valencia verbannt. Dort wurde er wegen seines christlichen Glaubens nach einer glänzenden Verteidigungsrede zu Tod gemartert, und zwar an einem 22. Januar, wahrscheinlich 304. Schon im Frühmittelalter entstand an seinem Grab und bei seinen Reliquien ein blühender Kult, der sich im späteren Mittelalter auch auf Frankreich und die deutschsprachigen Gebiete ausdehnte. Der heilige Märtyrer Vinzenz wird als Diakon mit Palme, Buch und Raben dargestellt. Er ist der Patron der Holzarbeiter (und Winzer).
(Martyrologium Sancrucense)


Außerhalb der Stadtmauern Avilas, aber unmittelbar vor dem gleichnamigen Stadttor gelegen, ist San Vicente die älteste und die bedeutendste Kirche Avilas. Die Kirche wurde um das Jahr 1100 gebaut, ist in der Anlage romanisch, und im Vierungsgewölbe (13. Jh) im gotischen Stil gestaltet.






Der älteste Skulpturenschmuck befindet sich am Südportal. Links eine Verkündigungsgruppe (Maria und der Engel) in ungewöhnlich bewegter Darstellung. Der sitzende König David wird als Alfons VI. identifiziert, die beiden weiteren Figuren als San Vicente und Santa Sabina, wobei auch die individuellen Gesichtszüge der weiblichen Heiligen ein zeitgenössisches Vorbild haben sollen: Urraca, die Tochter Alfons VI.

Südportal von San Vicente, Avila

Verkündigungsdarstellung, San Vicente, Avila

König David, Santa Sabina und San Vicente









Im Innern bildet der 1190 entstandene Schrein der heiligen Geschwister Vicente, Sabina und Cristeta einen weiteren Höhepunkt romanischen Skulpturenschmucks. Er steht unter einem plateresk verzierten Baldachin aus dem 16. Jahrhundert. Die Reliquien des hl. Vinzenz sind allerdings nicht hier, sondern in der Kathedrale von Lissabon anzutreffen.
Der Schrein besteht aus zwei Teilen: Ein unteres offenes Arkadengeschoss trägt einen zweiten Hausschrein, der mit Reliefszenen geschmückt ist. Auf der nördlichen Längsseite wird das Leben des heiligen Vizente geschildert. (Details morgen)



Auf der Südseite wird auf drastische Weise das Martyrium veranschaulicht (morgen mehr).


Das westliche Stufenportal enthält die bedeutendsten Werke romanischer Bildhauerkunst des 12. Jahrhunderts auf spanischem Boden. Die Apostelfiguren, jede auf eine Säule gestellt, sind nicht nur als Individuen charakterisiert, sie kommunizieren auch lebhaft miteinander. Sie stehen Christus zur Seite, der die Mitte einnimmt, umrahmt von zwei Stierköpfen.
(vgl. Dumont Kunst-Reiseführer, Madrid und Zentralspanien, 234-237)

die Säulenstatuen stellen Jesus und die Apostel dar, Westportal, San Vicente, Avila

 


Stadtmauer von Avila, Kirche San Vicente bereits außerhalb


Auf diese strapaziöse Fotoarbeit folgt die Stillung der

GRUNDBEDÜRFNISSE



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