Freitag, 6. Juni 2014

Am Grab des hl. Norbert von Xanten


vlnr: Wenzeslaus, Norbert von Xanten, Sigismund von Burgund, Karlsbrücke in Prag

Norbert von Xanten, Ordensgründer und Erzbischof. Norbert wurde um 1082 geboren, er stammte aus dem Geschlecht der Edelherren von Gennep. Als Stiftsherr in Xanten führte er ein durch und durch verweltlichtes Leben. 1115 ging er in die Abtei Siegburg, wo ihn Abt Kuno zu einem innerlichen Wandel bewegte. Nach Empfang der Priesterweihe wirkte er als Wanderprediger in Deutschland, Belgien und Frankreich. 1120 gründete er in der Diözese Laon das Kloster Prémontré, das Ausgangspunkt des neuen Ordens der Prämonstratenser werden sollte. 1126 wurde er Erzbischof von Magdeburg. Mit Hilfe seines Ordens bemühte er sich um kirchliche Reformen. Als Kanzler für Italien erstrebte er die Erhaltung des Friedens zwischen Papst und Kaiser. Nach seinem Tod am 6. Juni 1134 zu Magdeburg wurde er in der Marienkirche beigesetzt.
1627 erfolgte die Überführung der Gebeine in die Prämonstratenserabtei Strahov bei Prag. Norbert wird in Prämonstratenser-Chorherrentracht oder in Pontifikalgewandung dargestellt, mit Kelch oder Monstranz in der Hand.
(Martyrologium Sancrucense)


Karlsbrücke. links Veitsdom

Prämonstratenserabtei Strahov, Prag


Wer schon einmal das Grab eines Heiligen besuchen wollte und dann vor einer versperrten Kirchentür stand, die nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet wird, weiß, wie sich das anfühlt. Was mich dann doch positiv überraschte und ich vermutlich  meiner Hartnäckigkeit und dem Umstand, priesterlich gewandet gewesen zu sein, verdanke: Beharrliches Nachfragen im Sekretariat und geduldiges Warten zeitigte Erfolg. Ein herbeigerufener Chorherr führte mich zum Grab des hl. Norbert. Ein ausgiebigerer Aufenthalt in der Kirche wäre freilich nötig gewesen, um auch die schönen Fresken, die u. a. das Leben des hl. Norbert zeigen, einfangen zu können. Beim nächsten Pragbesuch werde ich eine einstündige Führung in der Strahover Kirche buchen ;-)

Klosterkirche, Mariä Himmelfahrt, Prag

Norbert auf einer Säule vor der Klosterkirche, zu seinen Füßen der Teufel (rechts),
als Zeichen seiner exorzistischen Tätigkeit;
links der reumütige Tankelin (Tanchelm von Antwerpen), der Amtskirche,
Priestertum und die Sakramente verwarf. Norbert bestand darauf,
dass die Feier der Eucharistie dem geweihten Priester vorbehalten ist,
die Monstranz als Attribut weist auf seinen Sieg über diese Häresie hin.



Bekehrung des hl. Norbert, Abtei Strahov, Prag

Als Norbert eines Tages einen Spazierritt nach Wreden unternahm, zog plötzlich ein heftiges Unwetter herauf. Von Schrecken und Angst befallen, ließ er seinem Pferd die Zügel schießen, um dem Gewitter zu entkommen. Da schlug ein Blitz hart vor ihm ein, sein Pferd scheute, warf ihn ab, und NOrbert blieb lange Zeit bewußtlos liegen. Als er wieder zu sich kam, war sein Inneres tief aufgewühlt. Er erkannte, wie nahe er dem Tode gewesen, wie unvorbereitet er dem ewigen Richter hätte gegenüberstehen müssen und nahm sich fest vor, sein Leben hinfort grundlegend zu ändern.
(Melchers, Das Jahr der Heiligen, 346)




Um die Gebeine des hl. Norbert während des dreißigjährigen Krieges zu schützen, wurden sie 1627 aus Magdeburg in die Prämonstratenserabtei Strahov nach Prag überführt. Dort ruhen sie in einer Kapelle, die an das nördliche Seitenschiff der Klosterkirche angrenzt.


 
Reliquienschrein des hl. Norbert von Xanten, Kloster Strahov, Prag

Detail des Reliquienschreins, Norbert betet den Eucharistischen Herrn an, Kloster Strahov, Prag
 


Gott, du Herr deiner Kirche,
der heilige Norbert ist durch sein Beten und Sorgen
ein Hirte nach deinem Herzen geworden.
Höre auf seine Fürsprache
und gib deinem Volk auch heute Bischöfe und Priester,
die ihm die Botschaft des Heiles verkünden
und es nach deinem Willen leiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)



Ich war am Hofe, ich lebte im Kloster, ich stand in hohen Ehrenämtern der Kirche,
und ich habe überall gelernt, daß es nichts Besseres gibt als sich ganz an Gott hinzugeben.
(Norbert v. Xanten)

Kapelle mit dem Reliquienschrein des hl. Norbert

Blick von der Abtei auf die Stadt Prag



EXKURS: Gieriges Federvieh hat auch in Prag die Kontrolle über die Lebensmittel übernommen:



 

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