Sonntag, 4. Mai 2014

Die Porta St. Floriani in der St. Laurenz Basilika in Lorch-Enns


Florian und Gefährten, Märtyrer. Florian stammte aus Cetium, dem heutigen Zeiselmauer bei Krems in Niederösterreich. Er war um 300 Offizier der zweiten italischen Legion, als Veteran stieg er zum höchsten Beamten des römischen Statthalters von Ufernorikum, dem heutigen Oberösterreich auf. 

Als die diokletianische Christenverfolgung ausbrach, eilte Florian von Cetium nach Lauriacum, dem heutigen Lorch in Oberösterreich, um 40 christlichen Glaubensgefährten beizustehen, von deren Verhaftung er erfahren hatte. Ungeachtet seines Ranges und seiner militärischen Verdienste wurde Florian jedoch selbst verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in der Enns ertränkt. Dies geschah am 4. Mai 304 an der Ennsbrücke von Lorch. Sein Leichnam wurde an Land geschwemmt, über dem Grab Florians erhebt sich heute das Augustinerchorherrenstift Sankt Florian.

Damals starben noch weitere Christen den Märtyrertod, ihre Reliquien wurden bei Ausgrabungen Mitte des 20. Jahrhunderts in der Basilika von Lorch wiedergefunden und ruhen heute im Hochaltar. Florian wurde als Schützer vor Feuersgefahren ein volkstümlicher Heiliger, insbesondere ist er der Patron der Feuerwehr. Er wird dargestellt als Soldat mit Fahne, der mit einem Wasserkübel ein brennendes Haus löscht.
(Martyrologium Sancrucense)


Das Floriantor der St. Laurenz-Basilika in Lorch-Enns ist ein Werk des Linzer Bildhauers Peter Dimmel und schildert in acht Bronzetafeln das Leiden und Sterben sowie die Verklärung des Lorcher Märtyrers Florian und seiner Gefährten. Die acht Bronzetafeln zeigen folgende Szenen aus der Passio Floriani:

1. Bild: Der Statthalter der römischen Provinz Ufernorikum Aquilinus teilt dem Chef seiner Kanzlei Florianus einen Erlass Kaiser Diokletians mit, demzufolge Christen aus Staatsämtern zu entfernen sind.

2. Bild: Florian bleibt seiner Überzeugung treu und opfert dem Glauben an Christus seine Karriere. Er bleibt Christ und wird daher zwangspensioniert und "gauverwiesen". So ergreift er den Stab und verläßt seinen Wirkungsort.



3. Florian hat von der Christenverfolgung in Lauriacum erfahren. Er begibt sich deshalb dorthin, um den Glaubensbrüdern zu helfen. Er wird aber vor den Toren Lauriacums erkannt und verhaftet.

4. Der Statthalter versucht nochmals, seinen ehemaligen Amtsdirektor zum Götter‑ und Kaiseropfer, dem äußeren Zeichen des Abfalls vom Christentum, zu bewegen. Da alle lockenden Versprechungen nichts ausrichten, läßt er die Folter anwenden. Florian wird gegeißelt und schließlich zum Tod durch Ertränken verurteilt.



5. Am 4. Mal 304 ‑ dieses Datum ist historisch kritisch verbürgt ‑ wird das Urteil vollstreckt. Gerichtsbüttel führen Florian vom Gefängnis auf die Ennsbrücke und stoßen ihn in die Fluten. Der schwere Stein reißt ihn in die Tiefe.


6. Auch mit den 40 inhaftierten Christen wird kurzer Prozess gemacht. Sie werden als Verweigerer des Kaiseropfers und somit als Staatsfeinde in den Kerkern von Lauriacum hingerichtet. Sie gaben Zeugnis für ihren Glauben an den einen wahren Gott und seinen Christus. In einem schlichten, antiken Steinsarg im Hauptaltar der Lorcher Basilika sind sterbliche Überreste dieser Märtyrer beigesetzt.

sterbliche Überreste der 40 Märtyrer






7. Der Adler, der seine gewaltigen Flügel über Florians Leichnam spannt, ist Symbol göttlichen Schutzes und der Auferstehung zu neuem Leben.

8. Dem Märtyrer im Wasser des Ennsflusses hat die Volksfrömmigkeit im Lauf der Jahrhunderte eine besondere Macht über das Element des Wassers zuerkannt.



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