Mittwoch, 7. März 2018

Bischof Michael Wittmann

unter dem Kreuz die Grabtumba des Dieners Gottes Bischof Georg Michael Wittmann, Regensburger Dom

Michael Wittmann, Bischof. Michael Wittmann wurde 1760 in der Oberpfalz geboren. Er wurde 1782 Priester, 1788 Subregens und Professor am Lyzeum in Regensburg, 1802 Regens, 1804 zugleich Dompfarrer. 1829 wurde Michael Wittmann Weihbischof und übte das Amt des Generalvikars für die Diözese Regensburg aus. Als Lehrer von Priestergenerationen weckte Wittmann bei seinen Schülern eine treukirchliche Gesinnung, die er auch durch Schriften und Briefe in seinem ausgedehnten Freundeskreis verbreitete. Hierdurch trug er mit dazu bei, die kirchenfeindliche Aufklärung zu überwinden. Michael Wittmann war ein großzügiger Helfer der Armen und Notleidenden. Er ermutigte die selige Maria Theresia Gerhardinger zur Gründung der Armen Schulschwestern. 1832 wurde Wittmann zum Bischof von Regensburg ernannt, doch ereilte ihn der Tod bereits am 8. März 1833, ehe die päpstliche Bestätigung eingetroffen war. Sein Grab befindet sich im Dom von Regensburg.
(Martyrologium Sancrucense)



Tafel links vom Kreuz: Michael Wittmann war ein Bekennerbischof. In einer glaubenskalten Zeit hat er seinen Glauben mutig und freudig bekannt durch Wort und Tat. Hat ganz aus dem Glauben gelebt, gearbeitet, geopfert, gelitten.
Er war der geistliche Vater der Diözese und das leuchtende Vorbild der Seelsorger, war Lehrer und Erzieher von mehr als 1500 Priestern.
Er war ein Vater der Armen und ein Engel der Liebe, einer Liebe, die sich im Dienste Gottes und des Nächsten völlig verzehrt hat.
Er war ein großer Kinderfreund und Apostel der Jugend, der Begründer des Mädchenschulwesens in Bayern.
Er war ein Mann des Gebetes. Cardinal Diepenbrock nannte ihn einen Jakobus den Gerechten mit den Kamelschwielen an den Knien dem unaufhörlichen Beten. Für die Stadt Regensburg war er im Leben und auch vom Himmel her ein treuer Schutzgeist besonders in den schweren Zeiten der Napoleonischen Kriege und des 2. Weltkrieges.



Tafel rechts vom Kreuz: In diesem ehrwürdigen Grab ruht ein heiligmäßiger Bischof. Von diesem Grab sagt Cardinal Diepenbrock: Wenn ihr die Stätte sucht, ihr erkennt sie leicht an den Betern, die an den harten, kalten Steinen knieen und sie mit ihren Tränen erweichen, mit ihren Seufzern erwärmen möchten. Nie ist dieses Grab verlassen, die stets erneuerten Blumen, die brennenden Kerzen und Votivtafeln erzählen, daß das Andenken dieses ehrwürdigen Bischofs nie erloschen ist, daß ihn das Volk als seinen Schutzgeist und Nothelfer verehrt, daß viele in ihrer Not bei ihm Zuflucht und Hilfe suchen und finden und sich nach dem Tage sehnen, an dem er den Seligen des Himmels beigezählt wird.




Interview über eine Sammlung der Werke von Bischof Wittmann (Schwager, Waldmann: Faszinierendes Priestertum)

Herr Domvikar Msgr. Schwager, was kann uns Bischof Wittmann heute noch sagen?
Seine Botschaft lautet ganz eindeutig: Der Glaube muss mit dem Leben gedeckt sein. Das gilt in erster Linie für die Priester. Es muss aber überhaupt für alle in der Seelsorge Tätigen, ja für alle Gläubigen gelten.
Was hat das mit „geistlichen Übungen“ zu tun; also mit den Exerzitien von Bischof Wittmann, die Sie herausgegeben haben?
Gerade in diesen geistlichen Übungen, die nun erstmals gut lesbar vorliegen, kann man diese Deckung von Glaube und Leben nicht nur lesen, sondern in einem tieferen Sinne lernen.
(....)
Herr Domvikar Schwager, könnten Sie bitte zusammenfassen, wieso jemand dieses Buch lesen sollte? Zu lesen gibt es ja genug...
Weil es wahre geistliche Schätze bietet, die man sich durchaus nicht entgehen lassen sollte. Deshalb haben wir sie für unsere Zeit wieder zugänglich gemacht, das war unsere Absicht.
Und das für heute?
Ja, natürlich ist nicht alles leicht. Aber das Eigentliche will auch heute und gerade heute erst entdeckt werden. Darum müssen wir uns vor allem bemühen. Das wussten Menschen früher sehr genau, auch wenn es heute nicht mehr gerne so gesagt wird und deshalb heute auch nicht mehr so oft zu hören ist. Aber ich gebe Ihnen nur ein Zitat aus den Exerzitien, das sehr vieles verdeutlichen kann: „Christus hat besonders den geistlichen Stand seiner Zeit übel notiert des Ehrgeizes wegen, der alles verdirbt. Diesen Ehrgeiz nennt er einen Sauerteig.“ Und: „Wir werden vor Gottes Gericht auch einen harten Stand haben wegen unserer priesterlichen Würde.“ Natürlich wird man das nicht gerne hören. Aber ist es deshalb weniger wahr? Und viele Menschen erahnen sehr schnell, dass es doch gar nicht anders ist bzw. sein wird. Dennoch – oder gerade deshalb ist das Priestertum faszinierend! Die Schätze, die uns dieser Bischof vorstellt, müssen erst gesucht werden. Aber dann lassen sie sich finden


Blick auf den Baldachinaltar im linken Nebenchor des Regensburger Doms
Aus einem Exerzitienvortrag: von der Wichtigkeit des geistlichen Standes in Rücksicht des Leidens und Sterbens Jesu Christi.

Durch uns will er sein Leiden den Seelen, die er erlöst hat, zuwenden. Er will das Werk der Erlösung durch Predigtamt und Administration der Sakramente fortsetzen. Sein Blut ist in unseren Händen. Sein Leiden und Sterben soll durch uns fruchtbar werden an so vielen Völkern.
In der Heiligen Schrift heißt es, dass ein hartes Gericht ergehen wird über jene, die von dem Schweiße der Ausewählten sich nähren (vgl. Ezech. XXXIV, 1-10). Wenn erst die Fruchtbringung des Blutes Jesu Christi durch uns nicht befördert, vielmehr verhindert wird, dann wird es ein hartes Gericht geben (...) "Er ist ein Dieb und Räuber, er kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben" Joh 10,10. Solche Geistliche tun nicht nur allein nichts, sondern stiften Unheil und Schaden. Wunderbar wirkt er fort und fort für seine Kirche. Sie verbreitet sich mehr und mehr in alle Erdteile; er hat sie durch die Stürme aller Zeiten erhalten. Die Philosophen aller Jahrhunderte, die Mächte der Erde haben sich wider sie erklärt. Das Christentum geht aber fort und wächst. Wir sollen operarii (Arbeiter) sein. Wollte er Diener aller sein, warum sollen wir Herren sein? "Der Menschensohn ist nicht gekommen sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen (Mt 20,28).

Vergleichen wir aber unsere Leiden mit seinen, unsere Liebe für das Seelenheil anderer mit seiner Liebe, da bleiben wir weit zurück. Er hat sich freiwillig bis zum Übermaß in Liebe für uns hingegeben. "Obwohl er wie Gott war, hat er sich selber entäußert, indem er die Form eines Sklaven annahm. (Phil 2,6.7) Er hat wirklich Hausknechtsdienste bei der Fußfaschung verrichtet (Joh 13), Diener war er vom Stalle an, in dem geboren wurde, bis zu Kreuz.
Wie er, der keinen Ort hat, wo er sein Haupt hinlegen konnte, sollen auch wir alle Gemächlichkeit hintansetzen. In seiner Jugend hat er ein unbekanntes, geringgeschätztes Leben geführt und da, wo er aufgetreten, waren seine Tage alle voll von Leiden. (...)

Solche Leiden, wie er ausgestanden hat, schickt er nicht; aber schon bei kleinen Leiden sind wir so kleinmütig, klagen, wollen Trost suchen, werden unruhig, wollen ihnen ausweichen. Wir müssen uns ganz und gar dem geistlichen Stande opfern. Wir wissen doch, wofür. Der Soldat weiß es nicht.
(Schwager, Waldmann, Hrsg., Faszinierendes Priestertum, 49f)

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