Freitag, 24. Februar 2017

Matthias der Apostel

Apostel Matthias, All Souls College - Oxford


Matthias nahm die Stelle des Judas ein, der Jesus verraten hatte (Apg 1,15-26). Er soll in Judäa und später in Äthiopien gewirkt haben. Dort wurde er gesteinigt und schließlich enthauptet. Seine Gebeine wurden durch Kaiserin Helena zuerst nach Rom und später nach Trier gebracht. Dargestellt wird der Apostel mit Beil, Steinen oder Schwert.

 Die Matthias-Reliquien in Padua


All Souls College, Oxford


Aus den Heiligenlegenden von Georg Ott:


Die heilige Zwölfzahl der Apostel war durch den schrecklichen Hingang des Verräters Judas zerrissen; seine Stelle sollte wieder besetzt, die heilige Zahl wieder vollgemacht werden. Nach der Himmelfahrt des Heilandes waren die Apostel und Jünger in einem Hause zu Jerusalem zum Gebete versammelt. Da trat Petrus, das Haupt der Apostel und der christlichen Gemeinde, mitten in die Versammlung und sprach, daß an die Stelle des Judas ein anderer tauglicher Mann gewählt werden müsse und zwar ein solcher, welcher mit Jesus selbst umgegangen, ihn gehört habe und Zeuge seiner Taten gewesen sei. Da brachten die Apostel zwei von den Jüngern Jesu in Vorschlag, den Barnabas, mit dem Beinamen der Gerechte, und Matthias. — Beide waren würdig des Apostelamtes; daher wollten sie die Entscheidung Gott überlassen. Alle beteten, warfen dann das Los und siehe, das Los traf den Matthias.


Er war in Bethlehem im Lande Juda geboren, von seinen vermöglichen Eltern sehr gut erzogen und frühzeitig schon von Jesus wegen seines Glaubens und seiner Frömmigkeit in die Zahl seiner Jünger aufgenommen. Als er Apostel geworden und den heiligen Geist am Pfingstfeste empfangen hatte, predigte er das Evangelium zuerst in Galiläa und später kam er auf seinen Reisen bis nach Afrika in das Mohrenland Äthiopien. Nachdem er hier längere Zeit Jesum, den Gekreuzigten, gepredigt, kam er wieder nach Galiläa zurück, wo durch seinen Eifer und die Kraft seiner Worte die Zahl der Christen immer größer wurde. Darüber wurden aber die noch hartnäckigen Juden erbittert und suchten ihn aus dem Wege zu räumen. Sie verklagten ihn beim Hohenpriester Ananias, der ein hochmütiger Mann war, der Sekte der Saduzäer angehörte und die Auferstehung läugnete. Dieser versammelte sogleich den hohen Rat, ließ den Apostel vorführen und lästerte vor ihm Christum, den Herrn, wie den schändlichsten Verbrecher. Der heilige Matthias aber, voll des heiligen Geistes, bekannte mit Freuden Jesum als den Sohn Gottes und verteidigte sein Bekenntnis so unwidersprechlich, daß alle Feinde kein Wort mehr sagen konnten. Aber nun kannte auch die Wut des Hohenpriesters und seiner Gesellen keine Grenzen mehr; sie verurteilten den heiligen Apostel einstimmig zum Tode der Steinigung. Sogleich schleppte man ihn auf den Richtplatz und dort sank er laut betend unter Steinwürfen zu Boden. Halbtot schlug ihm dann ein römischer Soldat mit einem Beile das Haupt ab im Jahre 63.

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