Freitag, 6. Januar 2017

Gold, Weihrauch und Myrrhe

Anbetung der Weisen, Saint James Spanish Place, London

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter;
da fielen sie nieder und huldigten ihm.
Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm
Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. (Mt 2,11)

Das Gold gehört zum König, Weihrauch wird Gott zum Opfer gebracht, mit Myrrhe wird der Leib der Verstorbenen gesalbt.

Doch kann man darin noch etwas anderes sehen. Mit Gold wird die Weisheit bezeichnet, wie Salomo bezeugt: "Ein Schatz des Verlangens wert, ruht im Mund des Weisen" (Spr 21,20 VG).
Weihrauch, den man für Gott entzündet, ist Ausdruck für die Kraft des Gebetes: "Wie Weihrauch steige mein Gebet empor vor Deinem Angesicht" (Ps 141,2).
Die Myrrhe versinnbildet die Abtötung des Fleisches.
Wir bringen dem neugeborenen König Gold, wenn wir vor seinem Angesicht im Licht der Weisheit leuchten; wir bringen Weihrauch, wenn wir in unseren Gebeten Wohlgeruch vor Gott sein dürfen; wir bringen Myrrhe, wenn wir die Laster unseres Fleisches durch Enthaltsamkeit abtöten.

(Gregor der Grosse, in: Hrsg. Schlosser, Kolbinger: Thomas von Aquin, Catena Aurea, 73)



„Da fielen sie nieder und beteten ihn an” (Mt 2,11). Wenn die Heiligen Drei Könige im Kind, das Maria in ihre Arme schließt, den von den Völkern Ersehnten und den von den Propheten Verheißenen anbeten, so können wir ihn heute in der Eucharistie anbeten und als unseren Schöpfer und alleinigen Herrn und Heiland erkennen.
„Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar” (Mt 2,11). Die Gaben, die die Heiligen Drei Könige dem Messias darbringen, symbolisieren die wahre Anbetung. Durch das Gold unterstreichen sie die königliche Gottheit; mit dem Weihrauch erkennen sie ihn als den Priester des Neuen Bundes an; indem sie ihm die Myrrhe anbieten, preisen sie den Propheten, der das eigene Blut vergießen wird, um die Menschheit mit dem Vater zu versöhnen.

Liebe Jugendliche, 
bringt auch ihr dem Herrn das Gold eures Lebens dar,
das heißt die Freiheit, ihm aus Liebe zu folgen,
indem ihr seinem Anruf treu folgt;
lasst den Weihrauch eures innigen Gebetes
zu seinem Lob und Ruhm zu ihm emporsteigen;
bringt ihm die Myrrhe dar,
das heißt die herzliche Dankbarkeit ihm gegenüber,
dem wahren Menschen, der uns so geliebt hat,
dass er wie ein Verbrecher auf Golgota gestorben ist.

Seid Anbeter des einzigen und wahren Gottes, indem ihr ihm den ersten Platz in eurem Leben zuerkennt.

(aus der Botschaft von Weltjugendtag 2005, Johannes Paul II.)

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