Samstag, 8. August 2015

Der hl. Dominikus in Bologna

Grabeskapelle des hl. Dominikus Guzman

Dominicus oder Domingo de Guzman, Ordensgründer. Dominicus wurde 1170 in Caleruega in Kastilien aus der Adelsfamilie der Guzmán geboren. Seine Mutter soll vor seiner Geburt ein schwarz-weißes Hündchen gesehen haben, das mit einer brennenden Fackel im Maul die ganze Welt erleuchtete; mit dieser Vision wurde die Redekunst des Knaben angedeutet, den sie gebar.


Dominicus wurde nach dem Philosophie- und Theologiestudium in Valencia 1195 Kanonikus des regulierten Domstifts zu Osma und 1201 Subprior. 1203 begleitete er seinen Bischof nach Rom und lernte auf dem Rückweg in Südfrankreich die Ausmaße des kirchlichen Amtsmissbrauchs kennen sowie die wohlorganisierte Bewegung der Albigenser. Dominicus erkannte, dass sowohl das hohe Bildungsniveau als auch die einfache Lebensform den Häretikern große Sympathien beim Volk einbrachten. Er zog nun im Auftrag von Innozenz III. als Prediger nach Südfrankreich und gründete 1215 in der Nähe von Toulouse eine Gemeinschaft von Predigern für die Unterweisung des Volkes. Die Befähigung zur Predigt sollte durch gründliche Studien gewährleistet werden, auch den armen Lebensstil verstand Dominicus als Mittel des Apostolates einzusetzen.

Honorius III. bestätigte 1216 den neuen Orden und verlieh ihm mit dem Recht der Predigt und des Beichthörens den Namen „Ordo Praedicatorum“, „Orden der Predigerbrüder“. Dominikus bewies vor allem Organisationstalent, er ließ seine Brüder in Bologna und Paris studieren, gründete eine Reihe von Prioraten und starb schließlich auf einer Predigtreise im Alter von 51 Jahren am 6. August 1221 in Bologna. Er wurde in der dortigen Kirche der Dominikaner begraben. Er wird dargestellt mit Hund und Fackel, sehr häufig auch mit Rosenkranz. Mittlerweise ist historisch nachgewiesen, dass Dominicus den Rosenkranz nicht erfunden hat. Es handelt sich hier um eine vom Dominikaner-prediger Alanus de Rupe im 15. Jahrhundert aufgebrachte Verwechslung mit dem Kartäuser Dominicus von Preußen.
(Martyrologium Sancrucense)

Grabeskapelle



Andachtsbild mit Gebet

Verherrlichung des hl. Dominikus in der Apsiswölbung v. Guido Reni (1613-1615)
 
Grabeskapelle und Kirchenturm vom Kreuzgang aus gesehen


Statue v. Dominikus im Innenhof des Kreuzganges

Das Andachtsbild zeigt ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert im Kapitelsaal des Konvents,
zu dem ich leider keinen Zugang hatte. Es handelt sich um das älteste Bild des hl. Dominikus


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