Donnerstag, 27. August 2015

Am Grab der hl. Monika (2)

Grabkapelle der hl. Monika, S. Agostino, Rom


Monika, Mutter. Monika wurde um 332 zu Tagaste in Numidien, das ist das heutige Souk-Ahras in Algerien, geboren. Sie stammte von christlichen Eltern, wurde jedoch mit dem heidnischen Beamten Patricius verheiratet. Monika verfolgte den erfolgreichen Studienverlauf ihres jüngeren Sohnes Augustinus durchaus mit mütterlichem Stolz. Doch seine religiöse Entwicklung, die ihn immer mehr vom wahren Glauben wegführte, erfüllte sie mit großer Sorge. In Gebet und Tränen bestürmte sie immer wieder aufs Neue Gott, er möge ihren Sohn von seinem liederlichen Leben abbringen und seinem Suchen in den religiösen und philosophischen Zeitströmungen ein Ende setzen. Augustinus freilich versuchte sich seiner Mutter zu entziehen, um ungehindert seinen eigenen Weg zu gehen. Durch eine Täuschung ließ er sie 384 in Karthago zurück, als er mit einem Schiff nach Rom fuhr, wohin er seine Lehrtätigkeit verlegen wollte. Monika aber folgte ihrem Sohn und traf ihn in Mailand. Sie erlebte noch die Freude, dass sich Augustinus von Ambrosius taufen ließ.
Als Monika dann nach Afrika zurückkehren wollte, starb sie überraschend im Herbst 387 zu Ostia bei Rom. Vor ihrem Tod hatte sie ein tiefes Gespräch mit ihrem neugetauften Sohn über die Unsterblichkeit der Seele. Über ihren Tod schreibt Augustinus in seinen Confessiones: „Sie starb nicht elend, ja, sie ist überhaupt nicht gestorben, das bezeugen ihr frommes Leben und ihr unverfälschter Glaube.“ (Conf. 9,12). Ihr Gedenktag ist der 27. August, Monikas Leib ruht in der Kirche San Agostino in Rom.
(Martyrologium Sancrucense)



Liebe Brüder und Schwestern!

Wir gedenken heute der heiligen Monika und morgen ihres Sohnes, des heiligen Augustinus: Ihr Zeugnis kann für viele Familien unserer Zeit von großem Trost und von großer Hilfe sein. Monika stammte aus einer christlichen Familie in Thagaste im heutigen Algerien (Souk Ahras). Sie lebte in beispielhafter Weise ihre Sendung als Ehefrau und Mutter und half ihrem Mann Patricius, nach und nach die Schönheit des Glaubens an Christus und die Kraft der Evangelium gemäßen Liebe zu entdecken, die das Böse durch das Gute besiegen kann. Nach dem vorzeitigen Tod ihres Mannes widmete sich Monika mutig der Pflege ihrer drei Kinder, unter ihnen – neben Navigius und Perpetua – Augustinus, der sie am Anfang unter seinem ziemlich rebellischen Temperament leiden ließ. Wie Augustinus später selbst sagen wird, zeugte ihn seine Mutter zweimal. Das zweite Mal erforderte eine lange spirituelle Qual aus Gebet und Tränen, die aber am Ende von der Freude gekrönt wurde, dass sie ihn nicht nur den Glauben annehmen und die Taufe empfangen sah, sondern auch dadurch, dass er sich ganz dem Dienst an Christus weihte. Wie viele Schwierigkeiten gibt es auch heute in den familiären Beziehungen, und wie viele Mütter quälen sich, weil sich die Kinder auf falsche Wege begeben! Monika, eine weise und im Glauben gefestigte Frau, fordert sie dazu auf, den Mut nicht zu verlieren, sondern in der Sendung als Ehefrau und Mutter zu beharren, das Vertrauen auf Gott zu bewahren und mit Ausdauer am Gebet festzuhalten.

Was Augustinus betrifft, war seine ganze Existenz eine leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit. Nicht ohne lange innere Pein entdeckte er schließlich in Christus den letzten und vollen Sinn seines Lebens und der ganzen menschlichen Geschichte. In seiner Jugend hatte ihn die irdische Schönheit angezogen, und er "warf sich" – wie er selbst offenbart (vgl. Bekenntnisse 10,27-38) – egoistisch und Besitz ergreifend auf sie, mit einem Verhalten, das seiner frommen Mutter nicht wenig Schmerz zufügte. Über einen mühseligen Weg und auch dank ihrer Gebete öffnete sich Augustinus aber immer mehr der Fülle der Wahrheit und der Liebe, bis zu seiner Bekehrung, die unter der Leitung des heiligen Bischofs Ambrosius in Mailand geschah. So bleibt er Vorbild des Hingehens zu Gott, der die höchste Wahrheit und das höchste Gut ist. "Spät habe ich dich geliebt", schreibt er im berühmten Werk der Bekenntnisse; "du Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt! Und siehe, du watest im Innern, und ich war draußen und suchte dich dort… Mit mir warst du, und ich war nicht mit dir… Du riefst und schriest und brachst meine Taubheit. Du schillertest, glänztest und schlugst meine Blindheit in die Flucht" (ebd.). Der heilige Augustinus möge auch uns das Geschenk einer aufrichtigen und tiefen Begegnung mit Christus erlangen, uns und insbesondere all jenen jungen Menschen, die nach dem Glück dürsten, dabei falsche Wege durchlaufen und sich in Sackgassen verlieren.

Die heilige Monika und der heilige Augustinus laden uns dazu ein, uns voller Vertrauen der Jungfrau Maria zuzuwenden, dem Sitz der Weisheit. Ihr vertrauen wir die christlichen Eltern an, auf dass sie den Weg ihrer Kinder wie Monika mit persönlichem Vorbild und Gebet begleiten. Der jungfräulichen Mutter Gottes empfehlen wir die Jugend an, damit sie wie Augustinus immer nach der Fülle der Wahrheit und der Liebe strebe, die Christus ist: Er allein kann die tiefste Sehnsucht des menschlichen Herzens stillen.


(Papst Benedikt XVI. am 28. August 2006)

Am Grab der hl. Monika (1)

Hier ruht der Leib der hl. Monika, hl. Monika bitte für uns

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