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Sonntag, 11. Januar 2026

Die Himmel öffnen sich - Taufe des Herrn

 



Taufe des Herrn, Kathedrale von Reims

Romano Guardini (+ 1968)

Aus dem Buch "Der Herr".

Die Fülle des Geistes kommt über Jesus

Wie Jesus zum Jordan kommt, liegt hinter ihm das tiefe Erfahren der Kindheit und der langen Jahre des „Zunehmens an Alter, Weisheit und Gnade" (1). Das Bewußtsein der ungeheuren Aufgabe und aus unergründlichen Tiefen aufsteigende Kräfte leben in ihm - die erste Gebärde aber, die wir von ihm sehen, und das erste Wort, das er spricht, sind Demut. Nirgendwo der Anspruch der Ungewöhnlichkeit, der sagt: ,Das gilt für andere, nicht für mich!" Er kommt zu Johannes und verlangt die Taufe. Sie verlangen heißt das Wort des Täufers annehmen und sich als Sünder bekennen; Buße tun und sich dem öffnen, was von Gott her kommen will. So verstehen wir, wie Johannes erschrocken abwehrt. Jesus aber tritt in die Reihe. Er beansprucht keine Ausnahme, sondern stellt sich unter die „Gerechtigkeit", die für alle gilt. Auf dieses Hinabsteigen in die Menschentiefe antwortet der Ausbruch aus der Höhe. Die Himmel öffnen sich. Die Schranke, die den allgegenwärtigen Gott in seinem Himmel, seinem seligen Bei-sich-Sein, von uns absperrt — nämlich der Mensch selbst in seiner gefallenen Geschöpflichkeit, und daß er die Welt mit sich gerissen hat, und sie nun „der Vergänglichkeit unterworfen ist" (2) -, diese Schranke tut sich auf. Ein unendliches Begegnen geschieht. Dem Menschenherzen Jesu strömt die offene Fülle des Vaters entgegen. „Während er betet", geschieht es, sagt Lukas, und scheint damit anzudeuten, daß es ein innerer Vorgang ist (3). Wohl wirklich; wirklicher als alle greifbaren Dinge ringsumher; aber innerlich, „im Geiste". Der Heilige Geist hebt den Menschen über sich selbst hinaus, daß er Gott, den Heiligen, erfährt und seiner Liebe inne wird. Die Fülle dieses Geistes kommt über Jesus. Der Vater ist „allezeit bei ihm"; ja „in ihm, so wie er im Vater ist" (4). Was er tut, ist ein Handeln aus dem Walten des Vaters heraus; dieses Walten liegt offen vor ihm, er „sieht" es. Zugleich wird aber auch gesagt, daß er vom Vater her in die Zeit „kommt" und wieder zu ihm „zurückkehrt" — bis zu dem undurchdringlichen Wort am Kreuz vom Verlassenwerden durch Gott (5). So ist auch der Geist immer in ihm, denn der Geist ist ja die Liebe, kraft deren er und der Vater einander inne sind, und die Macht, durch welche er Mensch geworden ist. Trotzdem „kommt" hier der Geist über ihn, so wie er ihn einst vom Vater her über die Seinen „senden" wird. Hier versagt unser Denken - obwohl es die Wirklichkeit über aller Wirklichkeit und die Wahrheit über aller Wahrheit ahnt. Dadurch darf es sich aber nicht in ein Scheinbegreifen, in Gefühle und Worte führen lassen, hinter denen kein Kern steht. Das alles ist Geheimnis, das Geheimnis des dreieinigen Gottes in seiner Beziehung zum Mensch gewordenen Gottessohn. Wir können es nicht durchdringen, und das Bekenntnis dieser Ohnmacht muß über allem stehen, was vom Dasein Jesu gesagt werden mag.
Die Macht des Geistes kommt über Jesus, und in das überschwengliche Begegnen, in die Gottesfülle des Augenblicks tönt das Wort der väterlichen Liebe, das bei Lukas in der Form der Anrede steht: "Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich mein Wohlgefallen." (6)

1.Vgl.Lk.2,52. 2.Vgl.Röm.8,20. 3.Vgl.Lk.3,21. 4.Vgl.Joh.14,10-12. 5.Vgl.Mt.27,46. 6.Vgl.Lk.3,22.

Kathedrale von Reims

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Papst Kallistus

 

Papst Kallistus, Kathedrale von Reims



Papst, Märtyrer
Namensdeutung: der Schönste (lat.-griech.)
Namenstage: Kallist, Callisto, Calixt, weibl.: Callista
Gedenktag: 14. Oktober

Lebensdaten: geboren um 160, gestorben 222 in Rom

Lebensgeschichte: Kallistus war der Bedienstete oder sogar Sklave eines hohen Beamten namens Carpophorus und wurde in dessen Hause Christ. Er verwaltete neben den Gütern seines Herrn auch die Gelder der römischen Gemeindemitglieder und verlor sie bei Finanzspekulationen. Bei diesen Überlieferungen ist Vorsicht geboten, weil sie von Kallistus’ erbittertsten kirchenpolitischen und theologischen Feinden stammen: Hippolyt und Tertullian. Immerhin wurde aber Kallistus zur Zwangsarbeit in Sardinien verurteilt. 190, nach drei Jahren in den Schwefelminen, erreichte Marcia, die christliche Geliebte des Kaisers Commodus, seine Freilassung, und Papst Victor I. entsandte ihn nach Antium südöstlich von Rom, wo sich Kallistus umfassend bildete. Victors Nachfolger Zephyrin berief ihn 199 als Sekretär nach Rom zurück und machte ihn zum Erzdiakon der Stadt. 217 stach er bei der Nachfolge als Bischof von Rom seinen Konkurrenten Hippolyt aus, der sich als Gegenbischof aufstellen ließ. Hippolyt beschuldigte Kallistus der Untätigkeit gegenüber der Häresie des Modalismus, der Irrlehre, nach der es statt drei göttlicher Personen nur drei Erscheinungsweisen einer einzigen göttlichen Person gäbe, und des zu weichen Auftretens Sündern gegenüber.

Tatsächlich erweiterte Kallistus die kirchliche Vergebungsgewalt auf Mörder und Ehebrecher und, was für viele vielleicht schlimmer war, er akzeptierte die Eheschließung von Sklaven und Freien sowie die Wiederverheiratung und gegebenenfalls die Priesterweihe von Witwern. Kallistus errichtete den ersten christlichen Friedhof an der Via Appia, die Kallistuskatakomben, führte die Kirchenmalerei ein sowie die Quatember als Bußtage vor den Jahreszeiten. Als Bischof von Rom hatte er mit seinen Finanztransaktionen mehr Erfolg und führte seine Gemeinde zu wirtschaftlicher Blüte.

Anfang Oktober 222 brach wegen der Ermordung des Kaisers Heliogabal ein Aufstand gegen die Christen aus. Kallistus wurde in der heutigen Kirche San Callisto in Trastevere überfallen und aus dem Fenster in einen Brunnen geworfen – manchen Überlieferungen nach mit einem Mühlstein um den Hals. Am 14. Oktober wurde seine Leiche geborgen und unterhalb der Calepodiuskatakombe an der Via Aurelia bestattet.

Verehrung: Kallistus wurde im 4. Jahrhundert zum Märtyrer erklärt. Reliquien fanden ihren Weg nach Reims, Fulda und Neapel.

Darstellung: als Papst mit Mühlstein oder Brunnen

(bistumaugsburg) 

Mosaik in S. Maria in Trastevere, Rom


Das mittlere Portal der Kathedrale von Reims ist den Heiligen der Reimser Kirche gewidmet. Am Mittelpfeiler der hl. Callixtus, dessen Reliquien in der Kathedrale aufbewahrt wurden.



Samstag, 16. November 2019

Samstag

ist der Tag der Mutter Gottes:

Meerstern, ich dich grüße!
O Maria hilf!
Gottes Mutter, süße!
O Maria, hilf!
Maria, hilf uns allen
aus unsrer tiefen Not!


Kathedrale von Reims

Dienstag, 1. Januar 2019

Mit Anbetung das neue Jahr beginnen

Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind, Kathedrale von Reims, Frankreich

Wir preisen die Mutterschaft der seligen Jungfrau Maria
und beten an ihren Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn.
(Antiphon zum Invitatorium)

Sonntag, 1. Juli 2018

Theoderich (Thierry) von Reims

links: Theoderich, Mitte: Remigius, Kathedrale von Reims

Theoderich (Dietrich, Thierry) von Reims, geboren 5. Jh. war ein Lieblingsschüler des hl. Remigius, gründete nordwestlich von Reims ein Kloster, dessen erster Abt er wurde. Er starb am 1. Juli 533 in Mont d´Or, wo er in der Pfarrkirche begraben ist. Er ist Patron von Reims und wird gegen Fieber und Rheuma angerufen.

Kathedrale von Reims