Sie stammte aus Thüringen und genoss im Kloster Helfta eine
humanistische und theologische Ausbildung. Die Christusvisionen
begründeten ihren Ruf als größte deutsche Mystikerin. Sie betonte
besonders die heilige Eucharistie und das heiligste Herz Jesu; bei ihr
finden sich die meisten Anrufungen der späteren Herz-Jesu-Litanei.
Gestorben am 13. November 1302.
Gott, du Sehnsucht deiner Geschöpfe, es hat dir gefallen,
im Herzen der heiligen Gertrud Wohnung zu nehmen.
Schenke auch uns auf ihre Fürbitte
die Tröstungen deiner Gegenwart,
bringe Licht in das Dunkel unseres Herzens
und lass uns erfahren,
dass du in uns lebst und wirkst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
S. Guistina, Padua
Am Osterdienstag begehrte sie bei der Kommunion vom Herrn, er möge durch dies lebensspendende Sakrament in ihrer Seele jene geistige Verbindung erneuern, in der sie ihm durch den Glauben und die Ordensgelübde und die unversehrte jungfräuliche Keuschheit war vermählt worden.
Der Herr antwortete mit holder Freundlichkeit: "Dies will ich tun".
Und indem er sich herablassend zu ihr neigte, zog er sie in liebevoller Umarmung an sich und drückte ihrer Seele den beseligenden Kuss auf, hierdurch in ihr erneuernd den inneren Geist; und durch die Umarmung drückte er ihrer Brust ein hell glänzendes Geschmeide auf, das mit kostbaren Edelsteinen in wunderbarer Farbenpracht strahlte; dadurch erneuerte er in ihr, was sie in geistlichen Übungen vernachlässigt hatte. (Gertrud die Große von Helfta, Gesandter der göttlichen Liebe, 310)
anwortete Leopold Mandic auf die Frage eines Mitbruders, wie er es nur so lange (10 - 15 Stunden täglich) bei Hitze und Eiseskälte im Beichtstuhl aushielt.
Leopold Mandic Denkmal vor dem Kapuzinerkloster in Padua
“Die besondere heroische und charismatische Tugend des Seligen
Leopold ... war seine Tätigkeit als Beichtvater ... Seine tägliche Lebensweise war
diese: Nachdem er in der Frühe die Heilige Messe zelebriert hatte, begab er
sich in die Beichtzelle, wo er den Beichtwilligen den ganzen Tag zur Verfügung
stand. So verbrachte er fast vierzig Jahre seines Lebens, ohne sich je zu beklagen
... Gerade dadurch, glauben wir, hat dieser demütige Kapuziner die
Seligsprechung, die wir jetzt feiern, verdient. Er hat sich vor allem bei der
Verwaltung des Bußsakramentes geheiligt ...
Uns bleibt die Aufgabe, voll Bewunderung dem Herrn zu
danken, dass Er Seiner Kirche heute einen so einzigartigen Verwalter der
sakramentalen Gnade der Beichte schenkt. Einerseits weist der Selige die
Priester darauf hin, wie wichtig, erzieherisch aktuell und bedeutungsvoll sie
für das geistliche Leben ist, andererseits erinnert er die Gläubigen - seien
sie eifrig, lau oder gleichgültig - daran, dass die persönliche Ohrenbeichte auch
heute noch, ja heute mehr denn je, ein einzigartiges Geschenk der Vorsehung
ist, eine Quelle der Gnade und des Friedens, eine Schule des christlichen
Lebens, ein unvergleichlicher Trost auf dem irdischen Pilgerweg zur ewigen
Seligkeit.
Möge der Selige Leopold die Seelen, die nach geistlichem
Fortschritt verlangen, zur öfteren Beicht aufmuntern, auch wenn heute gewisse
Kritiken, die bestimmt nicht von christlicher und reifer Weisheit eingegeben
sind, sie als überholte Form eines lebendigen, persönlichen und am Evangelium
orientierten innerlichen Lebens abtun möchten. Unserem Seligen Leopold möge es gelingen,
viele, viele Seelen, die das trügerische und verweltlichte moderne Leben
abgestumpft hat, vor dieses Bußgericht zu rufen.”
(Paul VI. anlässlich der Seligsprechung von Leopold Mandic am 2. Mai 1976)
Da der Herr mir die Gabe des Wortes zum
Predigen nicht schenkte,
will ich im heiligen Bußsakrament Seelen zu Gott führen.
Wie schwach ist doch die menschliche Natur.
Die Erbsünde hat sie schrecklich verwundet.
Wie sehr brauchen wir die unendliche Barmherzigkeit Gottes!
Fassen wir diese Vaterhand, die in
unermesslicher Liebe für uns sorgt.
Wir müssen durch die Prüfung hindurch gehen, ohne es äusserlich merken zu
lassen,
denn wir wissen,
dass Gott uns durch die Freude auf die Prüfung
und durch die Prüfung auf größere Gnaden vorbereitet.
Heiliger Leopold, der Herr hat dir zahllose Gnaden
geschenkt für alle, die zu dir Zuflucht nehmen. Darum bitten wir dich: erlange
uns einen Glauben, der weiterführt und eine Liebe, die nicht ausschließt; dann
bleiben wir in der Gnade stets mit Gott verbunden. Ehre sei dem Vater... Heiliger Leopold, der göttliche Erlöser hat dich
im Sakrament der Busse zu einem vollkommenen Werkzeug seiner unendlichen
Barmherzigkeit gemacht. Darum bitten wir dich: erwirke uns die Gnade, oft und
gut zu beichten, damit wir die Seele immer frei halten von Schuld und nach der
Vollendung streben. Ehre sei dem Vater... Heiliger Leopold, der Heilige Geist hat dich zu
seinem Gefäß erwählt, um seine Gaben vielen Seelen einzugießen. Deine Fürbitte
befreie uns von den vielen Mühsalen und Sorgen, die uns bedrücken, und verleihe
uns die Kraft, alles geduldig zu tragen, um himmlischen Lohn zu erwerben. Ehre sei dem Vater... Heiliger Leopold, während deines Erdenlebens
hegtest du eine weiche Liebe zu Jungfrau Maria, unserer gütigen Mutter. Sie
schenkte dir reiche Gnaden und lässt dich nun in ihrer Nähe glücklich sein.
Bitte für uns, sie möge auf unsere Leiden schauen und sich stets als Mutter der
Barmherzigkeit erzeigen. Gegrüßt seist du, Maria... Heiliger Leopold, du hast immer tiefes Mitleid mit
allem menschlichen Elend empfunden und viele Betrübte getröstet. Hilf auch uns!
Verlass uns nicht in deiner Güte, tröste auch uns, und erlange uns die Gnade.
Darum wir bitten. Amen.
In der
Kapelle der Kapuziner in Padua befindet sich die Kapelle, wo seit 1963 die
Überreste des Heiligen verweilen. Das Grab aus rotem Marmor ist Ziel eines
konstanten Pilgerstroms, Menschen, die sich von der spirituellen Kraft eines
Freundes angezogen fühlen, der auch nach seinem Tod noch Schutz und Trost
spendet. Im Inneren der Kapelle neben dem Grabstein, in einer Nische, ist das
Reliquiar mit der rechten Hand des Heiligen ausgestellt: um daran zu erinnern
wie er unzählige Male diese Hand erhob um die Absolution zu erteilen, aber auch
um zu segnen und zu trösten.
Das künstlerische Altarbild der Kapelle wurde
von Lino Dinetto angefertigt und zeigt die Mission des heiligen Leopold: die
Seelen zur Heiligen Dreifaltigkeit führen als Vermittler zu Christus dem
Erlöser. Die priesterliche Stola und der franziskanisch-kapuzinische Habit, den
Leopold auf dem Bild trägt, erinnern an seinen Dienst und das Geschenk, das
seine gesamte Existenz mit sich brachte: Der heilige Beichtvater zeigt sich
kniend als Fürbitter und Bruder, der den Weg zeigt, der zu einer Verbundenheit
mit Christus führt. Auf dem Grab des Heiligen brennt Tag und Nacht das „Licht der
Versöhnung“. Der Ritus der Ölspende, die das Licht nährt, wird jedes Jahr am
12. Mai, dem liturgischen Fest des Hl. Leopold, ausgeführt. (Quelle)
Reliquiar der rechten Hand des hl. Leopold Mandic, Padua