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Freitag, 11. Oktober 2013

Angela von Foligno

Heute hat Papst Franzikus die Mystikerin Angela von Foligno  zur Ehre der Altäre erhoben. Im Oktober 2010 hat Papst Benedikt XVI. über diese große Frauengestalt des 13. Jahrhunderts gesagt:

"Liebe Brüder und Schwestern, das Leben der sel. Angela beginnt mit einem weltlichen Dasein, das recht weit von Gott entfernt ist. Aber dann weckt die Begegnung mit der Gestalt des hl. Franziskus und schließlich die Begegnung mit dem gekreuzigten Christus die Seele für die Gegenwart Gottes, denn nur mit Gott wird das Leben zu wahrem Leben, weil es im Schmerz um die Sünde zu Liebe und Freude wird. Das sagt uns die sel. Angela. Heute sind wir alle in Gefahr, so zu leben, als ob es Gott nicht gäbe: Er scheint dem heutigen Leben so fern zu sein. Aber Gott hat tausenderlei Weisen – für jeden die seine –, um sich in der Seele zu vergegenwärtigen, um zu zeigen, daß es ihn gibt und daß er mich kennt und mich liebt. Und die sel. Angela will uns auf diese Zeichen aufmerksam machen, mit denen der Herr unsere Seele berührt, sie will uns aufmerksam auf die Gegenwart Gottes machen, damit wir so den Weg mit Gott und zu Gott erlernen, in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus. Bitten wir den Herrn, uns aufmerksam zu machen auf die Zeichen seiner Gegenwart, uns zu lehren, wirklich zu leben. Danke." (vollständiger Text der Generalaudienz)

Angela von Foligno, Vision des Jesuskindes, zwei Engel reichen ihr eine Dornenkrone
und eine Rosenkrone, kleine Engel mit den Leidenswerkzeugen, S. Francesco, Foligno

"Das Gebet ist nichts anderes als eine Offenbarung Gottes und seiner selbst, ist also die vollkommene und wahre Verdemütigung. Denn die Seele befindet sich im Zustand der Demut, wenn sie Gott sieht und sich selbst; dann ist sie in tiefer Demut, die ihrerseits die Gnade Gottes in der Seele vergrößert und vertieft. Denn je mehr die göttliche Gnade die Seele in der Verdemütigung erniedrigt, um so mehr kann sie darin wachsen; und je mehr die göttliche Gnade wächst, um so tiefer kann sie in der wahren Demut gründen und ruhen.
Durch ein andauerndes gutes Gebet werden in der Seele das göttliche Licht und die Gnade vermehrt; und diese wiederum verankern die Seele immer tiefer in der wahren Demut, indem sie ohne Unterlaß das Leben des Gottmenschen Jesus Christus liest. Nichts Größeres kann ich erkennen als dies Offenbar-werden Gottes und seiner selbst. Aber das Zusammentreffen von beiden wird nur den rechtmäßigen Kindern Gottes geschenkt, die wahrhaft beten."

(aus: Angela von Foligno, Zwischen den Abgründen, 53)

S. Francesco, Foligno, links der Sarg der hl. Angela von Foligno

Grab der hl. Angela von Foligno, S. Francesco, Foligno

Freitag, 27. September 2013

Vinzenz von Paul

Das innere Gebet ist eine Erhebung des Herzens und des Geistes zu Gott.
Die Seele löst sich gleichsam von sich selbst, um Gott in sich zu suchen.

Es ist ein Gespräch der Seele mit Gott,
ein stummes gegenseitiges Verstehen und Austauschen.
Gott teilt der Seele innerlich mit,
was sie nach seinem Willen wissen und tun soll.
Und die Seele wiederum vertraut ihrem Gott in stiller Zwiesprache ihre Bitten an,
so wie er selbst es sie gelehrt hat.

So kostbar ist das innere Gebet.
Es gibt nichts Wichtigers für uns.

(Vinzenz von Paul)


Die Herzreliquie des hl. Vinzenz von Paul


Vinzenz von Paul, Petersdom, Rom
Buch zu Füßen: evangelizare pauperibus misit me
Er sandte mich den Armen die frohe Botschaft zu bringen

Freitag, 13. September 2013

Johannes Chrysostomus - ein ökumenischer Heiliger


Mit großer Tiefe entfaltet Chrysostomus die Reflexion über die Wirkung der sakramentalen Kommunion in den Gläubigen: »Das Blut Christi erneuert in uns das Bild unseres Königs, es bringt eine unsagbare Schönheit hervor und gestattet nicht, daß der Adel unserer Seelen zerstört werde, sondern tränkt und nährt ihn unaufhörlich.«

Daher ermahnt Johannes die Gläubigen oft und eindrücklich, sich dem Altar des Herrn würdig zu nähern, »nicht gedankenlos … nicht aus Gewohnheit und als Formsache«, sondern »aufrichtig und mit reinem Geist«. Er wiederholt unermüdlich, daß die Vorbereitung auf die heilige Kommunion die Reue über die Sünden und die Dankbarkeit für das Opfer einschließen muß, das Christus zu unserer Rettung dargebracht hat. Daher ermahnt er die Gläubigen zu einer vollen und andächtigen Teilnahme an den Riten der Göttlichen Liturgie und dazu, mit derselben Haltung die heilige Kommunion zu empfangen: »Wir flehen euch an, laßt nicht zu, daß wir durch eure Respektlosigkeit getötet werden, sondern nähert euch Christus mit Andacht und Reinheit, und wenn ihr ihn vor euch seht, dann sagt zu euch selbst: ›Durch diesen Leib bin ich nicht mehr Erde und Asche, bin ich nicht mehr gefangen, sondern frei; durch ihn hoffe ich auf das Paradies, darauf, seine Güter, das Erbe der Engel, zu empfangen und mit Christus zu sprechen‹«.


hier geht es zu den beiden Katechesen von Papst Benedikt XVI. über den Heiligen
 
Chorkapelle, Petersdom, Sarkophag des hl. Johannes Chrysostomus


Im linken Seitenschiff des Petersdoms liegt die Chorkapelle, die (leider) durch ein kunstvoll gearbeitetes Gitter abgeschlossen ist. Unter der Altarplatte befinden/befanden? sich die sterblichen Überreste des hl. Johannes Chrysostomus. Seine Gebeine wurden 1204 bei der Eroberung Konstantinopels durch die Venetianer geraubt und in die Vatikanische Basilika gebracht. Am 27.11.2004 gab Johannes Paul II. die Reliquien (oder einen Teil davon - wer weiß mehr?) Bartholomaios I., dem Patriarchen von Konstantinopel, zurück.

"Wir sind ihm (Johannes Paul II.) aber auch dankbar für eine erst vor kurzem von ihm vollbrachte, großzügige Geste: die Erfüllung unserer Bitte der Rückgabe der heiligen Reliquien der großen heiligen Patriarchen von Konstantinopel und ökumenischen Lehrmeister, Gregor, dem Theologen, und Johannes Chrysostomos." (Bartholomaios I.)


„Das höchste Gut liegt im Gebet und im Dialog mit Gott,
weil es einer intimen Vereinigung mit Gott entspricht:
So wie die Augen aufleuchten, wenn sie das Licht betrachten,
so erleuchtet das unsägliche Licht Gottes auch die auf ihn gerichtete Seele.
Natürlich darf das Gebet nicht aus reiner Routine erfolgen,
sondern mit dem Herzen;
es soll sich nicht auf einen konkreten Zeitpunkt
oder auf bestimmte Uhrzeiten beschränken,
sondern Tag und Nacht fortgesetzt werden,
ohne Unterlass.“
(Johannes Chrysostomus, Quelle)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Verehrt und beliebt, weil er den Herrn so innig geliebt

In seinen Predigten spricht der Hl. Antonius "vom Gebet als von einer Liebesbeziehung, die den Menschen dazu drängt, sanft mit dem Herrn in ein Gespräch zu treten, und so eine ausaussprechliche Freude schafft, welche die betende Seele voller Süße umfasst."

Die ganze Ansprache bei der Generalaudienz ist hier zu lesen:
Was der Hl. Antonius uns über das Gebet zu sagen hat (Papst Benedikt XVI)

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Ich liebe die bunte Vielfalt der Antoniusdarstellungen.

Eine wunderbare Statue, die ich zu kaufen verabsäumt habe: Jesus, der aus der Hl. Schrift zu uns spricht.



ziemlich asketisch, der hl. Antonius in der Mitte







Sonntag, 10. Juni 2012

Stimmt !

Eigentlich ist es ein seltsamer Unfug, daß man normalerweise gerade zum Frühstück kein Tischgebet betet. Gerade das erste Brot des Tages müßte man doch andächtig aus der Hand Gottes entgegennehmen.

Ida Friederike Görres, Zwischen den Zeiten, aus meinen Tagebüchern, 15.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Je mehr wir leiden,

je mehr wir in Versuchung sind,
um so mehr müssen wir beten.

Im Gebet ist unsere einzige Hilfe und Kraft, unser alleiniger Trost.
(Charles de Foucauld)

Montag, 5. Dezember 2011

Bitten wir ihn gewöhnlich

mehr für die anderen als für uns und vergessen wir uns selbst, wie der Herr es ohne Unterlaß tut und uns dadurch ein Beispiel gibt.


Bitten wir im allgemeinen nicht besonders für uns selbst, sondern widmen wir den größten Teil unres Gebetes der ganzen Menschheit, wie uns der Herr im "Vater unser" lehrt. (Charles de Foucauld)

Freitag, 2. Dezember 2011

Gebet ist ...

jedes Gespräch der Seele mit Gott.

Es ist auch jener Zustand der Seele, die Gott wortlos, einzig in seinen Anblick versunken betrachtet, indem sie ihm mit ihren Blicken sagt, daß sie ihn liebt, während die Lippen, ja auch die Gedanken stumm bleiben. (Charles de Foucauld)

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Das beste Gebet

ist jenes, das am meisten Liebe enthält. (Charles de Foucauld)

Dieses Buch

  • war nicht ganz unschuldig daran, dass ich Priester geworden bin.
  • hat sehr mitgeholfen, dass einer meiner Freunde in eine Ordensgemeinschaft eingetreten ist.
  • hat einen jungen Mann aus meiner Kaplanspfarre veranlasst, den Namen Br. Karl Maria anzunehmen - seit zwei Jahren gehört er einem Bettelorden an.
Danke, seliger Bruder Karl!

Lassen wir ihn doch selbst zu Wort kommen, seine Gedanken über das Gebet können unser zuweilen marodes Gebetsleben neu entflammen.