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Sonntag, 3. Mai 2026

Gemeinschaft mit Jesus in seinem Leiden und Sterben

Am Grab der hl. Jakobus und Philippus in Rom

Philippus und Jakobus im Ulmer Münster

Glasfenster des Apostels Philippus in der Pfarrkirche Ternitz

in der Kathedrale von Salisbury

Hochaltarbild in Hainburg 

 

Christus mit den Aposteln, S. Vitale, Ravenna


Philippus aus Betsaida war zuerst Jünger Johannes’ des Täufers und folgte dann Jesus nach. Jakobus war der Sohn des Alphäus und ein Verwandter Jesu. Er leitete die Kirche von Jerusalem und bekehrte viele Juden durch seine strenge Lebensweise. Auf ihn geht auch der Jakobusbrief zurück. Nach alter Berichterstattung wurde Jakobus im Jahre 62 zum Märtyrer. Das Fest wird mit der Weihe der römischen Basilika zu den Zwölf Aposteln (1. Mai) zusammenhängen, die unter Papst Julius I. (337–352) gebaut wurde. Sie war schon im 6. Jh. in besonderer Weise den beiden Aposteln geweiht. Die Verlegung des Festes auf den 3. Mai ist durch den Gedenktag des hl. Josef bedingt.

Gütiger Gott,
wir feiern heute das Fest

deiner Apostel Philippus und Jakobus,
die für Christus ihr Blut vergossen haben.
Schenke auch uns Gemeinschaft mit deinem Sohn
in seinem Leiden und seiner Auferstehung,
damit wir in ewiger Freude
dein Angesicht schauen dürfen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Apostel Philippus, St. Vitale, Ravenna

Apostel Jakobus, S. Vitale, Ravenna

 

Dienstag, 30. Juli 2024

Der Goldredner

 



Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 30. Juli

Lebensdaten: geboren um 380 in Forum Cornelii, heute Imola (Bologna), gestorben am 31. Juli 450 ebendort

Lebensgeschichte: Petrus wurde von Bischof Cornelius von Imola erzogen, im Sinne der klassischen Antike ausgebildet und als Diakon in den Klerus aufgenommen. Nach dem eher legendär gehaltenen Liber Pontificalis Ecclesiæ Ravennatis wurde er 433 von Papst Sixtus III., dem er in einer Vision erschienen war, zum Bischof von Ravenna geweiht.

Als auf Wunsch Kaiser Valentinians III. und dessen Mutter Galla Placidia diese Residenzstadt zur Metropolitankirche erhoben wurde, geriet Petrus zum einflussreichen Bischof mit engen Beziehungen sowohl zum Kaiserhaus als auch zu Papst Leo I. dem Großen. Davon zeugen sein von der Kaiserinmutter angebrachtes Bildnis inmitten der Herrscherporträts in der Kirche San Giovanni Evangelista, was der Bischof mit Lobeshymnen der „Augusta“ quittierte, sowie die Appellation Eutyches’ an ihn im Streit um den Monophysitismus – die irrige Annahme, Jesus Christus hätte statt einer menschlichen und einer göttlichen Natur nur eine göttliche gehabt. Petrus wies Eutyches in einem an sich versöhnlichen Brief an, sich in Sachen der Glaubenslehre vor allem dem Bischof von Rom zu unterwerfen.

Petrus, von dem es heißt, dass ihn die Bevölkerung und der Klerus von Ravenna zuerst ablehnten, gewann seine Zuhörer durch rhetorisch geschliffene, dabei volkstümlich gehaltene und vor allem kurze Predigten, von denen fast 180 erhalten sind. Neben Auslegungen der Heiligen Schrift enthalten sie Katechesen für Taufbewerber und erlauben Einblicke in den Aufbau einer christlichen Gemeinde in der Spätantike.

Auf Petrus geht ebenfalls die Transformation der Hafenstadt Classe in ein Kirchenzentrum mit zahlreichen Bauten zurück, von denen jedoch nur noch die später errichtete Kirche Sant’Apollinare in Classe mit ihren berühmten Mosaiken steht.

Er starb in seinem Heimatort, dem heutigen Imola, wohin er zu einem Kirchenbau Reliquien gebracht hatte.

Verehrung: Petrus ruht in der Kathedralbasilika San Cassiano Martire in Imola. Den Beinamen „Chrysologus – Goldredner“ erhielt er im 9. Jahrhundert durch seinen Biographen Agnellus von Ravenna, vermutlich, um ein westkirchliches Gegenstück zum byzantinischen Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus („Goldmund“, † 407) zu schaffen. 1729 wurde Petrus von Papst Benedikt XIII. zum Kirchenlehrer erhoben. 1969 wurde sein Gedenktag vom 2. Dezember auf den Vorabend seines wahrscheinlichen Todestages am 31. Juli verlegt.

Darstellung: mit Bischofsstab oder beim Studium der Heiligen Schrift

Patron: gegen Fieber und Tollwut

(Bistumaugsburg)

Tod des Bischofs Petrus Chrysologus, Kathedrale von Ravenna


Er stieg, heißt es, in ein Schiff (Matthäusevangelium 8, 23). Christus besteigt das Schiff seiner Kirche, um für alle Zeiten die Wogen der Welt zu besänftigen; denn er will die, die an ihn glauben, in ruhiger Fahrt zum himmlischen Vaterland führen, er will die, die er zu Schicksalsgefährten seiner Menschheit gemacht hat, zu Mitbürgern seiner Stadt machen. Christus bedarf also nicht des Schiffes, sondern das Schiff bedarf Christi, denn ohne den himmlischen Steuermann könnte das Schiff der Kirche auf der Fahrt durch das Meer der Welt in so bedrohlicher und großer Gefahr nicht in den Hafen des Himmels gelangen.
Petrus Chrysologus in Heiligenlexikon

Am Grab des hl. Petrus Chrysologus in Imola


Montag, 29. Januar 2024

Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes?

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 5

In jener Zeit

1kamen Jesus und seine Jünger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa.

2Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen,

3in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln.

4Schon oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen.

5Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen.

6Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder

7und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!

8Jesus hatte nämlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!

9Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele.

10Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen.

11Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde.

12Da baten ihn die Dämonen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren!

13Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken.

14Die Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war.

15Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion Dämonen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fürchteten sie sich.

16Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war.

17Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.

18Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, bei ihm bleiben zu dürfen.

19Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat.

20Da ging der Mann weg und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte, und alle staunten.

(Evangelium vom Montag, 4. Woche im Jk.)

Sant´Apollinare Nuovo, Ravenna, unreine Geister fahren in die Schweine

Mittwoch, 30. Juni 2021

Geht!

 

Christus schickt die Dämonen in die Schweineherde, SantÁpollinare Nuovo, Ravenna, 6. Jh.

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 8

28Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet von Gadara, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand den Weg benutzen konnte, der dort vorbeiführte.

29Sofort begannen sie zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns schon vor der Zeit zu quälen?

30In einiger Entfernung weidete gerade eine große Schweineherde.

31Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde!

32Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.

33Die Hirten flohen, liefen in die Stadt und erzählten dort alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war.

34Und die ganze Stadt zog zu Jesus hinaus; als sie ihn trafen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

(Evangelium von heute)

Freitag, 9. April 2021

Es ist der Herr!

 

Erscheinung des Auferstandenen und Fischfang, Joh 21, Sant´ Apollinare Nuovo, Ravenna, 5. Jh

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 21,1-14 (Evangelium vom Freitag der Osteroktav)                                                                                                                                 

In jener Zeit 1offenbarte Jesus sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.

2Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.

3Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.

4Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

5Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.

6Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.

7Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

8Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

9Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot.

10Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.

11Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

12Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.

13Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

14Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Samstag, 27. Februar 2021

Du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten

Opferung Isaaks, Sant´ Apollinare Nuovo, Ravenna

Lesung aus dem Buch Génesis 22, 1–2.9a.10–13.15–18

In jenen Tagen
1 stellte Gott Abraham auf die Probe.
Er sprach zu ihm: Abraham!
Er sagte: Hier bin ich.
2Er sprach: Nimm deinen Sohn,
deinen einzigen, den du liebst, Ísaak,
geh in das Land Moríja
und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar!
9aAls sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte,
baute Abraham dort den Altar,
schichtete das Holz auf.
10Abraham streckte seine Hand aus
und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
11Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sagte:
Abraham, Abraham!
Er antwortete: Hier bin ich.
12Er sprach:
Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus
und tu ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest;
du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.
13Abraham erhob seine Augen,
sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm
mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen.
Abraham ging hin,
nahm den Widder
und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.

15Der Engel des Herrn
rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu
16und sprach:
Ich habe bei mir geschworen – Spruch des Herrn:
Weil du das getan hast
und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast,
17 will ich dir Segen schenken in Fülle
und deine Nachkommen überaus zahlreich machen
wie die Sterne am Himmel
und den Sand am Meeresstrand.
Deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde einnehmen.
18Segnen werden sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde,
weil du auf meine Stimme gehört hast.

(1. Lesung vom 2. Fastensonntag) 


Im Hebräerbrief lesen wir: »Aufgrund des Glaubens brachte Abraham den Isaak dar, als er auf die Probe gestellt wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, er, der die Verheißungen empfangen hatte und zu dem gesagt worden war: Durch Isaak wirst du Nachkommen haben« (Hebr 11,17–18). Das ist der Höhepunkt von Abrahams Glauben. Abraham wird von dem Gott auf die Probe gestellt, dem er sein Vertrauen geschenkt hatte, von dem Gott, der ihm für die ferne Zukunft verheißen hatte: »Durch Isaak wirst du Nachkommen haben« (Hebr 11,18). Er wird aber aufgefordert, Gott als Opfer eben diesen Isaak darzubringen, seinen einzigen Sohn, an dem seine ganze Hoffnung hing, die im übrigen ja der göttlichen Verheißung entsprach. Wie kann sich das Versprechen Gottes einer zahlreichen Nachkommenschaft erfüllen, wenn Isaak, der einzige Sohn, geopfert werden soll?

Durch seinen Glauben geht Abraham aus dieser Prüfung als Sieger hervor; es ist eine dramatische Prüfung, die seinen Glauben direkt in Frage stellt. »Er verließ sich darauf – so schreibt der Autor des Hebräerbriefs weiter –, daß Gott sogar die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken« (Hebr 11,19). Auch in jenem menschlich tragischen Augenblick, als er schon zum Todesstoß gegen seinen Sohn bereit war, hörte Abraham nicht auf zu glauben. Im Gegenteil: Genau dann erreichte sein Glauben an die Verheißung Gottes seinen Gipfel. Er dachte: »Gott hat die Macht, sogar Tote zum Leben zu erwecken.« So dachte ein Vater, der – nach menschlicher Sicht – über jedes Maß hinaus auf die Probe gestellt wurde. Und sein Glauben, seine vollkommene Hingabe an Gott enttäuschte ihn nicht. Es steht geschrieben: »Darum erhielt er Isaak auch zurück« (Hebr 11,19). Er erhielt Isaak zurück, weil er an Gott glaubte – bedingungslos und bis zum Äußersten.

Der Briefautor möchte hier wohl noch etwas mehr zum Ausdruck bringen: Die gesamte Erfahrung Abrahams scheint ihm gewissermaßen eine Analogie zum Heilsereignis des Todes und der Auferstehung Christi zu sein. Dieser Mensch, der an den Ursprung unseres Glaubens gesetzt wurde, gehört zum ewigen Heilsplan. Laut Überlieferung ist der Ort, wo Abraham fast seinen Sohn geopfert hätte, derselbe, an dem ein anderer, nämlich der ewige Vater, das Opfer seines eingeborenen Sohnes Jesus Christus annehmen sollte. Das Opfer Abrahams erscheint uns also als prophetische Ankündigung des Opfers Christi. »Denn Gott – so schreibt der hl. Johannes – hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab« (Joh 3,16). Der Patriarch Abraham, unser Vater im Glauben, führt, ohne es zu wissen alle Gläubigen in den ewigen Plan Gottes ein, worin sich die Erlösung der Welt vollzieht. 

(Johannes Paul II., Gedächtnisfeier für Abraham "Vater aller Gläubigen", 23.2.2000)


Sant´Apollinare Nuovo, Ravenna