Philippus aus Betsaida war zuerst Jünger Johannes’ des
Täufers und folgte dann Jesus nach. Jakobus war der Sohn des Alphäus und
ein Verwandter Jesu. Er leitete die Kirche von Jerusalem und bekehrte
viele Juden durch seine strenge Lebensweise. Auf ihn geht auch der
Jakobusbrief zurück. Nach alter Berichterstattung wurde Jakobus im Jahre
62 zum Märtyrer. Das Fest wird mit der Weihe der römischen Basilika zu
den Zwölf Aposteln (1. Mai) zusammenhängen, die unter Papst Julius I.
(337–352) gebaut wurde. Sie war schon im 6. Jh. in besonderer Weise den
beiden Aposteln geweiht. Die Verlegung des Festes auf den 3. Mai ist
durch den Gedenktag des hl. Josef bedingt.
Gütiger Gott, wir feiern heute das Fest
deiner Apostel Philippus und Jakobus,
die für Christus ihr Blut vergossen haben.
Schenke auch uns Gemeinschaft mit deinem Sohn
in seinem Leiden und seiner Auferstehung,
damit wir in ewiger Freude
dein Angesicht schauen dürfen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Lebensdaten: geboren um 380 in Forum Cornelii, heute Imola (Bologna), gestorben am 31. Juli 450 ebendort
Lebensgeschichte: Petrus wurde von
Bischof Cornelius von Imola erzogen, im Sinne der klassischen Antike
ausgebildet und als Diakon in den Klerus aufgenommen. Nach dem eher
legendär gehaltenen Liber Pontificalis Ecclesiæ Ravennatis wurde er 433
von Papst Sixtus III., dem er in einer Vision erschienen war, zum
Bischof von Ravenna geweiht.
Als auf Wunsch Kaiser Valentinians III. und dessen Mutter Galla
Placidia diese Residenzstadt zur Metropolitankirche erhoben wurde,
geriet Petrus zum einflussreichen Bischof mit engen Beziehungen sowohl
zum Kaiserhaus als auch zu Papst Leo I.
dem Großen. Davon zeugen sein von der Kaiserinmutter angebrachtes
Bildnis inmitten der Herrscherporträts in der Kirche San Giovanni
Evangelista, was der Bischof mit Lobeshymnen der „Augusta“ quittierte,
sowie die Appellation Eutyches’ an ihn im Streit um den Monophysitismus –
die irrige Annahme, Jesus Christus hätte statt einer menschlichen und
einer göttlichen Natur nur eine göttliche gehabt. Petrus wies Eutyches
in einem an sich versöhnlichen Brief an, sich in Sachen der
Glaubenslehre vor allem dem Bischof von Rom zu unterwerfen.
Petrus, von dem es heißt, dass ihn die Bevölkerung und der Klerus von
Ravenna zuerst ablehnten, gewann seine Zuhörer durch rhetorisch
geschliffene, dabei volkstümlich gehaltene und vor allem kurze
Predigten, von denen fast 180 erhalten sind. Neben Auslegungen der
Heiligen Schrift enthalten sie Katechesen für Taufbewerber und erlauben
Einblicke in den Aufbau einer christlichen Gemeinde in der Spätantike.
Auf Petrus geht ebenfalls die Transformation der Hafenstadt Classe in
ein Kirchenzentrum mit zahlreichen Bauten zurück, von denen jedoch nur
noch die später errichtete Kirche Sant’Apollinare in Classe mit ihren
berühmten Mosaiken steht.
Er starb in seinem Heimatort, dem heutigen Imola, wohin er zu einem Kirchenbau Reliquien gebracht hatte.
Verehrung: Petrus ruht in der Kathedralbasilika San
Cassiano Martire in Imola. Den Beinamen „Chrysologus – Goldredner“
erhielt er im 9. Jahrhundert durch seinen Biographen Agnellus von
Ravenna, vermutlich, um ein westkirchliches Gegenstück zum
byzantinischen Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus
(„Goldmund“, † 407) zu schaffen. 1729 wurde Petrus von Papst Benedikt
XIII. zum Kirchenlehrer erhoben. 1969 wurde sein Gedenktag vom 2.
Dezember auf den Vorabend seines wahrscheinlichen Todestages am 31. Juli
verlegt.
Darstellung: mit Bischofsstab oder beim Studium der Heiligen Schrift
Tod des Bischofs Petrus Chrysologus, Kathedrale von Ravenna
Er stieg, heißt es, in ein Schiff (Matthäusevangelium 8, 23). Christus besteigt das Schiff seiner
Kirche, um für alle Zeiten die Wogen der Welt zu besänftigen; denn er will die, die an ihn glauben, in ruhiger Fahrt zum
himmlischen Vaterland führen, er will die, die er zu Schicksalsgefährten seiner Menschheit gemacht hat, zu Mitbürgern
seiner Stadt machen. Christus bedarf also nicht des Schiffes, sondern das Schiff bedarf Christi, denn ohne den
himmlischen Steuermann könnte das Schiff der Kirche auf der Fahrt durch das Meer der Welt in so bedrohlicher und großer
Gefahr nicht in den Hafen des Himmels gelangen. Petrus Chrysologus in Heiligenlexikon
1kamen
Jesus und seine Jünger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von
Gerasa.
2Als
er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist
besessen war. Er kam von den Grabhöhlen,
3in
denen er lebte. Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit
Fesseln.
4Schon
oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber er hatte die Ketten
gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn
bezwingen.
5Bei
Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und
schlug sich mit Steinen.
6Als
er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm
nieder
7und
schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich
beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!
8Jesus
hatte nämlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner
Geist!
9Jesus
fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind
viele.
10Und
er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu
verbannen.
11Nun
weidete dort an einem Berghang gerade eine große
Schweineherde.
12Da
baten ihn die Dämonen: Lass uns doch in die Schweine
hineinfahren!
13Jesus
erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren
in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es
waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken.
14Die
Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten
die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war.
15Sie
kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion Dämonen besessen
gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da
fürchteten sie sich.
16Die,
die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den
Schweinen geschehen war.
17Darauf
baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.
18Als
er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, bei
ihm bleiben zu dürfen.
19Aber
Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner
Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt
hat.
20Da
ging der Mann weg und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn
getan hatte, und alle staunten.
(Evangelium vom Montag, 4. Woche im Jk.)
Sant´Apollinare Nuovo, Ravenna, unreine Geister fahren in die Schweine
Christus schickt die Dämonen in die Schweineherde, SantÁpollinare Nuovo, Ravenna, 6. Jh.
+ Aus dem heiligen
Evangelium nach Matthäus 8
28Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet von
Gadara, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so
gefährlich, dass niemand den Weg benutzen konnte, der dort vorbeiführte.
29Sofort begannen sie zu schreien: Was haben wir mit
dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns schon vor der Zeit zu
quälen?
30In einiger Entfernung weidete gerade eine große
Schweineherde.
31Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst,
dann schick uns in die Schweineherde!
32Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden
und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab
in den See und kam in den Fluten um.
33Die Hirten flohen, liefen in die Stadt und erzählten
dort alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war.
34Und die ganze Stadt zog zu Jesus hinaus; als sie ihn
trafen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.
Erscheinung des Auferstandenen und Fischfang, Joh 21, Sant´ Apollinare Nuovo, Ravenna, 5. Jh
+Aus dem
heiligen Evangelium nach Johannes 21,1-14 (Evangelium vom Freitag der
Osteroktav)
In jener Zeit 1offenbarte Jesus sich den
Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in
folgender Weise.
2Simon Petrus, Thomas,
genannt Didymus - Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des
Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
3Simon Petrus sagte zu
ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus
und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
4Als es schon Morgen
wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
5Jesus sagte zu ihnen:
Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.
6Er aber sagte zu ihnen:
Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas
fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller
Fische war es.
7Da sagte der Jünger, den
Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der
Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in
den See.
8Dann kamen die anderen
Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa
zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
9Als sie an Land gingen,
sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot.
10Jesus sagte zu ihnen:
Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.
11Da ging Simon Petrus und
zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,
und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
12Jesus sagte zu ihnen:
Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du?
Denn sie wussten, dass es der Herr war.
13Jesus trat heran, nahm
das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
14Dies
war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von
den Toten auferstanden war.
Lesung aus
dem Buch Génesis 22, 1–2.9a.10–13.15–18
In jenen
Tagen
1 stellte Gott Abraham auf die Probe.
Er sprach zu ihm: Abraham!
Er sagte: Hier bin ich.
2Er sprach: Nimm deinen Sohn,
deinen einzigen, den du liebst, Ísaak,
geh in das Land Moríja
und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar!
9aAls sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte,
baute Abraham dort den Altar,
schichtete das Holz auf.
10Abraham streckte seine Hand aus
und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
11Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sagte:
Abraham, Abraham!
Er antwortete: Hier bin ich.
12Er sprach:
Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus
und tu ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest;
du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.
13Abraham erhob seine Augen,
sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm
mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen.
Abraham ging hin,
nahm den Widder
und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
15Der
Engel des Herrn
rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu
16und sprach:
Ich habe bei mir geschworen – Spruch des Herrn:
Weil du das getan hast
und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast,
17 will ich dir Segen schenken in Fülle
und deine Nachkommen überaus zahlreich machen
wie die Sterne am Himmel
und den Sand am Meeresstrand.
Deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde einnehmen.
18Segnen werden sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde,
weil du auf meine Stimme gehört hast.
(1. Lesung vom 2. Fastensonntag)
Im
Hebräerbrief lesen wir: »Aufgrund des Glaubens brachte Abraham den Isaak dar,
als er auf die Probe gestellt wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, er, der
die Verheißungen empfangen hatte und zu dem gesagt worden war: Durch Isaak
wirst du Nachkommen haben« (Hebr 11,17–18). Das ist der Höhepunkt von
Abrahams Glauben. Abraham wird von dem Gott auf die Probe gestellt, dem er
sein Vertrauen geschenkt hatte, von dem Gott, der ihm für die ferne Zukunft
verheißen hatte: »Durch Isaak wirst du Nachkommen haben« (Hebr 11,18).
Er wird aber aufgefordert, Gott als Opfer eben diesen Isaak darzubringen,
seinen einzigen Sohn, an dem seine ganze Hoffnung hing, die im übrigen ja der
göttlichen Verheißung entsprach. Wie kann sich das Versprechen Gottes einer
zahlreichen Nachkommenschaft erfüllen, wenn Isaak, der einzige Sohn, geopfert
werden soll?
Durch
seinen Glauben geht Abraham aus dieser Prüfung als Sieger hervor; es ist eine
dramatische Prüfung, die seinen Glauben direkt in Frage stellt. »Er verließ
sich darauf – so schreibt der Autor des Hebräerbriefs weiter –, daß Gott sogar
die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken« (Hebr 11,19). Auch in jenem
menschlich tragischen Augenblick, als er schon zum Todesstoß gegen seinen Sohn
bereit war, hörte Abraham nicht auf zu glauben. Im Gegenteil: Genau dann
erreichte sein Glauben an die Verheißung Gottes seinen Gipfel. Er dachte: »Gott
hat die Macht, sogar Tote zum Leben zu erwecken.« So dachte ein Vater, der –
nach menschlicher Sicht – über jedes Maß hinaus auf die Probe gestellt wurde.
Und sein Glauben, seine vollkommene Hingabe an Gott enttäuschte ihn nicht. Es
steht geschrieben: »Darum erhielt er Isaak auch zurück« (Hebr 11,19). Er
erhielt Isaak zurück, weil er an Gott glaubte – bedingungslos und bis zum
Äußersten.
Der
Briefautor möchte hier wohl noch etwas mehr zum Ausdruck bringen: Die gesamte
Erfahrung Abrahams scheint ihm gewissermaßen eine Analogie zum Heilsereignis
des Todes und der Auferstehung Christi zu sein. Dieser Mensch, der an den
Ursprung unseres Glaubens gesetzt wurde, gehört zum ewigen Heilsplan. Laut
Überlieferung ist der Ort, wo Abraham fast seinen Sohn geopfert hätte,
derselbe, an dem ein anderer, nämlich der ewige Vater, das Opfer seines
eingeborenen Sohnes Jesus Christus annehmen sollte. Das Opfer Abrahams
erscheint uns also als prophetische Ankündigung des Opfers Christi. »Denn Gott
– so schreibt der hl. Johannes – hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen
einzigen Sohn hingab« (Joh 3,16). Der Patriarch Abraham, unser Vater im
Glauben, führt, ohne es zu wissen alle Gläubigen in den ewigen Plan Gottes ein,
worin sich die Erlösung der Welt vollzieht.
(Johannes Paul II., Gedächtnisfeier für Abraham "Vater aller Gläubigen", 23.2.2000)