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Montag, 21. September 2026

Matthäus

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St Marylebone, London

Apostel, Evangelist, Märtyrer
Namensdeutung: Gottesgeschenk (hebr.-griech.)
Namenstage: Matthäus, Matthew, Matteo, Matthieu, Mateus, Matta
Gedenktag: 21. September

Lebensdaten: gestorben nach 42 in Äthiopien, Mesopotamien oder Persien

Lebensgeschichte: Matthäus war Steuereintreiber in Kafarnaum, galt also als Kollaborateur der römischen Besatzer, und beherrschte sowohl Hebräisch als auch Griechisch sowie eine Schnellschrift. Jesus berief ihn vom Zolltisch weg in seine Nachfolge (Mt 9,9). Er taucht als Matthäus oder Levi in allen Apostellisten auf und verfasste laut Bischof Papias von Hierapolis (gestorben 135) sein Evangelium in hebräischer Sprache.

Nach 42 verließ er Jerusalem und zog über das Land der Parther bis nach Persien. Clemens von Alexandrien (gestorben 215) überliefert seinen natürlichen Tod, während spätere Legenden sein Martyrium durch Erdolchen, Steinigen, Verbrennen oder Enthaupten berichten.

Im 10. Jahrhundert tauchten seine Gebeine in Paestum auf und wurden in die 1085 eingeweihte Kathedrale S. Matteo von Salerno gebracht, die in der Folge zu einem wichtigen Wallfahrtsort wurde.

Die Redewendung „Matthäi am Letzten“ bezeichnet ein letztmögliches Datum und bezieht sich ursprünglich auf den Schluss des Matthäusevangeliums „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“, hat sich wegen Matthäus’ Beruf als Steuereintreiber auch auf eine Geldnot hin verschoben.

Darstellung: bei seiner Berufung am Zolltisch, mit dem Menschen als seinem Evangelistensymbol bzw. inspirierendem Engel bei der Abfassung seines Evangeliums, bei seinem Martyrium

Patron: der Stadt und des Bistums Salerno, der Zöllner, Buchhalter, Finanz- und Bankleute, der Stillenden, Helfer bei Trunksucht
(bistumaugsburg)

Weitere Heilige des Tages:
 

Apostel und Evangelist Matthäus, St Marylebone, London

Sonntag, 7. Juni 2026

Jesus sah einen Mann namens Matthäus

San Gimignano

Fresko der Evangelisten aus dem 5. Jhdt, Dom von San Gimignano
Kapelle der hl. Fina, Serafina, Schutzpatronin von Gimignano, von Sebastiano Mainardi

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit
9 sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen
und sagte zu ihm: Folge mir nach!
Und Matthäus stand auf
und folgte ihm nach.10Und als Jesus in seinem Haus bei Tisch war,
siehe, viele Zöllner und Sünder kamen
und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
11 Als die Pharisäer das sahen,
sagten sie zu seinen Jüngern:
Wie kann euer Meister
zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
12 Er hörte es
und sagte: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes,
sondern die Kranken.
13 Geht und lernt,
was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!
Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen,
sondern Sünder.
(Evangelium vom 10. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Evangelist Matthäus, Dom von San Gimignano

Samstag, 21. September 2024

Verkünder der Barmherzigkeit Gottes

 

St. Andrä am Zicksee, Evangelist Matthäus,

Liebe Brüder und Schwestern!

In der heutigen Katechese wollen wir unser Augenmerk auf den Apostel Matthäus richten. Das Neue Testament gibt uns keine Biographien, sondern nur einzelne Elemente, die für uns geistlich bedeutsam sind, über die einzelnen Jünger, so auch über Matthäus. Sein Name bedeutet "Geschenk Gottes" und erscheint in allen Apostellisten. Das erste Evangelium trägt seinen Namen und stellt ihn uns als Zöllner vor (Mt 9,9; 10,3), das heißt als Steuereintreiber, und setzt ihn mit dem Levi des Markus- und des Lukasevangeliums gleich.

Der Herr scheut sich also nicht, in den Kreis seiner engsten Jünger einen Menschen aufzunehmen, den die Leute als Sünder und als Kollaborateur der verhassten Fremdherrschaft ablehnen und mieden. Christus, das will uns damit gesagt sein, schließt keinen von seiner Freundschaft aus. Gerade den sündig gewordenen Menschen will er die Gnade Gottes anbieten.

Die Begegnung mit dem Herrn ändert das Leben dieses Zöllners Matthäus. Das Evangelium sagt uns: Er stand auf und folgte Jesus. Er löst sich auf den Ruf des Herrn hin von seinen sündigen Gewohnheiten – auch von dem Vermögen, das er wohl hatte – und beginnt ein neues Leben mit dem Herrn.

Mit Blick auf Matthäus können wir daher sagen: Wer zunächst dem Anschein nach weit von der Heiligkeit entfernt ist, kann zu einem wirklichen Jünger Jesu Christi, ja zu einem Vorbild werden für einen Menschen, der bereit ist, die Barmherzigkeit Gottes zu empfangen und sich von ihr auf einen neuen Weg führen zu lassen.

(...) Der Zöllner Matthäus, der zum Apostel auserwählt wurde, verkündet uns mit seinem Wort und seinem Leben die Barmherzigkeit Gottes. Vertrauen wir uns der Liebe des Herrn an. Christus ruft uns zum wirklichen Leben. Euch allen wünsche ich einen segensreichen Aufenthalt in Rom.

(Kurzfassung der Katechese von Benedikt XVI. am 30. August 2006)

Dienstag, 21. September 2021

Folge mir nach!

Matthäus, Deckenmalerei in S. Maria sopra Minerva, Rom


Matthäus saß nachlässig am Zoll, belästigte die Reisenden und erhob übermäßige Gebühren, wie es damals zu geschehen pflegte. Die Überforderung war die Rache für die allgemeine Verachtung, die man den Zöllnern entgegenbrachte. Da kam Jesus des Weges, stand still, schaute Matthäus an, hielt dem Manne keine lange Moralpredigt über das Unrechtmäßige seines Tuns, sprach aber die drei schicksalsschweren Worte zu ihm: "Folge mir nach!"

Es bleibt zunächst unbegreiflich, daß Matthäus alles verließ und ihm nachfolgte, er, der dumpf in seinem Zollhaus saß und an den Einnahmen interessiert war. Matthäus hatte die Schwelle seines Daseins überschritten; eine neue Linie zeichnete sich in seinem Leben ab. Noch eine Stunde zuvor hatte er nicht entfernt daran gedacht, etwas anderes zu tun als das, was er immer getan hatte. 

Aber nun war es geschehen, man hatte ihn gerufen. Wir wissen nicht, in welcher Tonlage Jesus seine Worte gesprochen hatte - war es ein Zuruf oder eine Forderung? -, jedenfalls hörte Matthäus auf ihn und gehorchte. (....) Die Aufforderung zur Nachfolge klang Matthäus zeitlebens in den Ohren nach. Er besaß innerlich gar keine Möglichkeit, sie zu unterdrücken, er mußte die Begebenheit aufschreiben und in seinem Evangelium weitergeben.
Das matthäische Evangeliumsverständnis ist Nachfolge-Christentum; man begreift es bald, wenn man auf seine Worte achtet.
(W. Nigg, Botschafter des Glaubens, 88f)

 

die Matthäus-Bilder von Caravaggio

Matthäus in der Grabeskirche

Holzrelief an der Kanzel von St. Brigitta, Wien 

Heute gedenkt die Kirche auch des Propheten Jona.

Montag, 21. September 2020

In erbarmender Liebe hat Christus Matthäus berufen

Apostel und Evangelist Matthäus, Kanzel in St. Brigitta, Wien

  

Matthäus, nach der Überlieferung der Verfasser des ersten Evangeliums, war Zöllner in Kafarnaum, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2,14: vgl. Lk 5,27); bei Mt 9,9 und in den Apostellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „... Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ - Später soll Matthäus in Äthiopien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.
(erzabteibeuron)

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, zu suchen und zu retten, was verloren war;
in erbarmender Liebe hat er den Zöllner Matthäus zum Apostel berufen.
Hilf uns auf die Fürsprache dieses heiligen Evangelisten,
mit ganzer Treue Christus nachzufolgen, wie er es getan hat.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.


Für die Sünder ist er gekommen!

 


Samstag, 21. September 2019

Matthäus in der Grabeskirche

Evangelist Matthäus in der Grabeskirche



Matthäus, nach der Überlieferung der Verfasser des ersten Evangeliums, war Zöllner in Kafarnaum, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2,14: vgl. Lk 5,27); bei Mt 9,9 und in den Apostellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „... Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ - Später soll Matthäus in Äthiopien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.

In jener Zeit
9sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
10Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
11Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
12Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
13Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.
(Matthäus 9,9-13)


Caravaggio-Bilder von Matthäus, Jona wird heute ebenfalls bedacht

Katholikon der Grabeskirche

Donnerstag, 21. September 2017

Die Matthäusbilder von Caravaggio

S. Luigi dei Francesi, Rom


Die 1518 begonnene französische Nationalkirche S. Luigi dei Francesi ist berühmt wegen der Contarelli-Kapelle mit drei von Caravaggio geschaffenen Gemälden mit Szenen aus dem Leben des hl. Evangelisten Matthäus.
Diese zeigen von links die Berufung, die Inspiration durch den Engel und das Martyrium.
Sie waren der erste öffentliche Auftrag an den Künstler, der durch seinen Realismus, die Betonung von Licht und Schatten und die Einführung einer neuen Farbskala mit der herkömmlichen Historienmalerei brach und so der Malerei des 17. Jh. neue Wege wies, zu seinen Lebzeiten aber viel Kritik und Diskussionen auslöste.
(Gatz, Roma Christiana, 277)

3schiffige Pfeilerbasilika mit Kapellenreihen ohne Querhaus, S. Luigi dei Francesi, Rom

Hochaltarbild Aufnahme Maria, F. Bassano

Die Capella Contarelli, die 5. am linken Seitenschiff, ist die Grabstätte eines
Mäzens des Kirchenbaus, des Kardinals Mathieu Cointrel (+1585). Caravaggio
hat den Raum 1599 bis 1602 mit Bildern aus dem Leben des Namenspatrons
Contarellis, des Apostels Matthäus, ausgestattet.

Inspiration durch den Engel und Martyrium des Mätthäus

Nach dem Tode des Herrn wirkte er (Matthäus) zunächst in der Umgebung Judäas und verfasste sein Evangelium in der damaligen Volkssprache der Juden, dem Aramäischen. Als sich dann die Apostel für die Verkündigung den Erdkreis aufteilten, fiel dem M. Äthiopien zu, welches er in 33 Jahren Mission bekehrte.
Auch König Egippus ließ sich samt Familie und Gefolge taufen. Iphigenie, die Tochter des Königs sollte zusammen mit 200 anderen Jungfrauen ein Kloster gründen. Plötzlich jedoch starb Egippus und den Thron bestieg Hirtacus. Der begehrte Iphigenie in rasender Leidenschaft und versprach M. die Hälfte des Reichs, wenn er sie zur Ehe zu bewegen vermöge. M. lud ihn zur nächsten Sonntagsmesse ein, bei der Iphigenie und ihre Jungfrauen bereit wären, einen Ehebund zu schließen. Der König dachte, M. wolle sie zu seinen Gunsten überreden, und fand sich erwartungsvoll in der Kirche ein. Da sprach der Apostel: "Weil die Ehe so rein ist, hätte jeder den Tod verdient, der die Braut des Köngs rauben würde. Doch auch für dich gilt dies, König. Wie kannst du wagen, dem die Braut zu rauben, der mächtiger ist als du?"
Der Herrscher verließ wutschnaubend die Kirche und befahl einem Schergen, Matthäus zu töten. Dieser stürmte zum Altar und erschlug den Apostel von hinten mit dem Beil.
An das Gebäude, in dem Iphigenie und die 200 Jungfrauen wohnten, ließ Hirtacus Feuer legen. Doch die Flammen verschonten das Haus und sprangen auf den Königspalast über. Nur der Herrscher selbst und sein Sohn entrannen dem Brand. In den Sohn aber fuhr der Teufel und zwang ihn, am Grab des Apostels die Missetat zu gestehen. Der Vater, von unheilbarem Aussatz befallen, stürzte sich ins eigene Schwert. Daraufhin wählte das Volk Iphigenies Bruder zum Herrscher, der Jahre regierte und die Kirche Äthiopiens stark machte.
(Sellner, Rebellen Gottes, 424f)


Berufung des Matthäus und Inspiration durch den Engel



Caravaggio teilte die Beteiligten im Geschehen in zwei Gruppen auf: die beiden Personen rechts, der Matthäus mit einer Geste berufende Jesus und Simon Petrus, und die Gruppe links, der Matthäus selbst angehört, der mit dem Finger fragend vor Erstaunen auf sich zeigt, und seine Begleitfiguren.
In einer neueren Interpretation sieht die Kunsthistorikerin Sara Magister jedoch in dem jungen Mann ganz links Matthäus. Die seltsam kraftlose Geste, mit der Jesus auf Matthäus hinweist, ist der Geste des Adams von Michelangelo nachgebildet. Obwohl Jesus eigentlich die zentral handelnde Figur ist, stellte ihn Caravaggio dennoch nicht in das Zentrum des Bildes, sondern, um die Dramatik zu steigern, an den rechten Rand und ließ ihn dazu noch von Simon Petrus halb verdecken.
Die Petrusfigur fügte Caravaggio erst nachträglich ein, wie nach einer Untersuchung festgestellt wurde. (wikipedia)


Berufung des Matthäus, S. Luiggi dei Francesi




Katechese von Papst Benedikt XVI. über den Apostel und Evangelisten Matthäus