In jener Zeit 30 zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa.
Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; 31 denn er belehrte seine Jünger
und sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten;
doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. 32 Aber sie verstanden das Wort nicht,
fürchteten sich jedoch, ihn zu fragen. 33 Sie kamen nach Kafárnaum.
Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen? 34 Sie schwiegen,
denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei. 35 Da setzte er sich,
rief die Zwölf
und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. 36 Und er stellte ein Kind in ihre Mitte,
nahm es in seine Arme
und sagte zu ihnen: 37 Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf;
und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
St Paul´s Cathedral, Dundee, Verklärung des Herrn unteres Schriftband: Lord it is good for uns to be here oberes Band: this is my beloved son in whom I am well pleased: Hear ye him
Wenn man die Gnade
geschenkt bekommt, eine intensive Erfahrung Gottes zu machen, ist es, als
erlebe man etwas Ähnliches wie das, was den Jüngern während der Verklärung
widerfahren ist: Für einen Augenblick erhält man einen Vorgeschmack dessen, was
die Seligkeit des Paradieses ausmachen wird. Es handelt sich dabei im
Allgemeinen um kurze Erfahrungen, die Gott uns besonders im Hinblick auf harte
Prüfungen gewähren will. Jedoch ist es niemandem gegeben, während des irdischen
Lebens "auf dem Berg Tabor" zu leben. Die menschliche Existenz ist in
der Tat ein Weg des Glaubens, auf dem der Mensch mehr im Halbdunkel als im
vollen Licht vorangeht und Augenblicke der Dunkelheit, ja sogar der tiefsten
Finsternis erfährt. Solange wir hier unten sind, besteht unsere Verbindung mit
Gott mehr im Hören als im Sehen. Und die Kontemplation selbst verwirklicht sich
sozusagen mit geschlossenem Auge – dank des inneren Lichts, das das Wort Gottes
in uns angezündet hat.
Wir sollen ihn in seinem
Wort hören, das die Heilige Schrift bewahrt hat, und ihn in den Ereignissen
unseres eigenen Lebens hören – indem wir versuchen, in ihnen die Botschaften
der Vorsehung zu lesen. Und schließlich sollen wir ihn in den Brüdern hören,
vor allem in den geringsten und armen, in denen Jesus selbst um unsere konkrete
Liebe bittet. Christus hören und seiner Stimme folgen – das ist der Königsweg,
der einzige Weg, der zur Fülle der Freude und der Liebe führt.