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Samstag, 10. Oktober 2015

Leseempfehlung für die Synodalen: Bibel, Konzilstexte, Papst Benedikt XVI.





Kardinal Marx: 21:38 „Wir werden weiterarbeiten dafür, dass das, was der Papst in seinen Predigten sagt, dass die Menschen spüren, und zwar nicht nur spüren, sondern erleben und erfahren, dass auch dann, wenn ihr Leben nicht so verläuft, wie sie sie es eigentlich  wollten, und sie nicht zurück können, ohne neue Schuld in das alte Leben, dass dann die Kirche ganz zu Ihnen steht. Das ist die Perspektive, die wir weiter unterstützen, Was das im einzelnen heißt, pastoral, darüber wird man immer reden. Aber es ist sehr schwierig, pastoral Menschen zu vermitteln, ihr gehört ganz zu uns, wenn man sie generell und ohne Unterschied an jedem Tag für schwere Sünder hält. Mir kann man das nicht gut erklären. Was es dann heißen soll zu sagen: Ihr gehört ganz zu uns, aber bitte nicht vergessen, ihr seid eigentlich nicht in einem Zustand, wo wir euch akzeptieren können. Darum geht es, ob man da einen Ausweg findet, in dem einen Punkt.

Bischof Bode: 32:18 (nachdem Marx über Homosexualität gesprochen hatte): Diese grundsätzliche Wende zu tun, oder Entwicklung oder zu lernen, dass wir in allen Zusämmenhängen nie etwas Vollkommenes haben, nie das Ideal haben und dass wir das Gute, was gelebt wird, an Treue, an Zuverlässigkeit, an Hingabe, dass wir das in verläßlichen Beziehungen wertschätzen und wahrnehmen. Wie ich das dann im einzelnen, wie ich damit umgehe, moraltheologisch, liturgisch oder sonstwas, ist erstmal die zweite Frage, wenn ich erstmal zu einer Sicht komme, dass in all diesen schwierigen Situationen, die ja aus verschiedensten Gründen sich ergeben haben, die einer nicht wissentlich und willentlich nur als das Böse sozusagen tun will, dass wir das, was darin steckt wertschätzen und ihn bei seinen Stärken und Ressourcen packen und nicht bei den Schwächen und Fehlern, nicht zuerst sagen, du lebst in schwerer Sünde, sondern was verwirklichst du eigentlich alles an einer hohen Humanität, an einer hohen Christlichkeit, wenn also nichts Menschliches es gibt, was nicht im Herzen der Jünger Christi seinen Widerhall finden soll, so heißt es in Gaudium et Spes, dann wird doch alles Menschliche, was uns begegnet einen Widerhall bei uns finden müssen und wir müssen lernen, damit umzugehen, was wir vielleicht in vielen Bereichen noch nicht genügend gelernt haben.

Interviewauszug aus: http://www.bonifatius.tv/home/statements-zu-synodenbeginn_5240.aspx



Mittwoch, 1. Oktober 2014

Seelen durch Gebet und Opfer retten

Die Kathedrale St. Pierre in Lisieux wurde im 12. Jahrhundert im normannisch-gotischen Baustil errichtet und war bis zur französischen Revolution Bischofssitz der Diözese Lisieux. Heute ist der Bischofssitz in Bayeux. Die Kathedrale St. Peter war die Pfarrkirche der hl. Theresia. Hierher kam sie täglich zur hl. Messe, hier empfing sie erstmals das Sakrament der Beichte.
In einer Seitenkapelle im rechten Seitenschiff hatte die Familie Martin ihren Platz bei den Sonn- und Feiertagsmessen. Im Juli 1887 erkannte Theresia gegen Ende der hl. Messe ihre Berufung, "Seelen durch Gebet und Opfer zu retten".
 
Kathedrale St. Pierre, Lisieux
Seitenkapelle, in der die Familie Martin die Hl. Messe mitfeierte




"Als ich eines Sonntags die Photographie unseres Herrn am Kreuz betrachtete, ward ich betroffen vom Blute, das aus einer seiner Göttlichen Hände floss. Ich empfand tiefen Schmerz beim Gedanken, dass dies Blut zur Erde fiel, ohne dass jemand herzueilte, es aufzufangen. Ich beschloss, im Geiste meinen Standort am Fuße des Kreuzes zu nehmen, um den ihm entfließenden Göttlichen Tau aufzufangen, und begriff, dass ich ihn nachher über die Seelen ausgießen müsse... Der Schrei Jesu am Kreuz widerhallte ununterbrochen in meiner Seele: «Mich dürstet!» (Joh 19,28). Diese Worte entfachten in mir ein unbekanntes, heftiges Feuer... Ich wollte meinem Viel-Geliebten zu trinken geben und ich fühlte mich selbst vom Durst nach Seelen verzehrt...“
Noch waren es nicht Priesterseelen, zu denen es mich hinzog, sondern die der großen Sünder, ich brannte vor Verlangen, sie den ewigen Flammen zu entreißen."
(Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannesverlag, 97)

 



"Es ist wirklich ein erstaunlicher Text, machtvoll. Thérèse ist ganz wach geworden, ihr Herz kann mitleiden, sie sieht den Herrn am Kreuz. Sie sieht das Blut aus seinen Wunden. Aber es ist nicht nur Mitleid mit seinem physischen, körperlichen Leid, es ist die Erschütterung darüber, dass das für uns vergossene Blut so unbeachtet bleibt, dass, wie Franziskus sagt, die Liebe nicht geliebt wird. Dieser Schmerz trifft sie. Das ist das tiefste Mitleid mit dem Heilswillen Jesu. Warum wird Jesu Liebe nicht mehr angenommen?
Da beschließt Thérèse, wieder unglaublich gewagt, sich beim Kreuz aufzuhalten, „de me tenir en esprit au pied de la Croix,– „im Geist mich am Fuß des Kreuzes aufzuhalten“, dort meinen Platz zu finden, dort, wo Maria, Johannes und Maria von Magdala standen, aber nicht passiv, sondern aktiv, um das göttliche Blut aufzufangen. Mich fasziniert immer wieder an Thérèse dieses Gewagte, dieses unglaublich eigentlich alle ängstlichen Maße Sprengende: „Ich begriff, dass ich es nachher über die Seelen ausgießen müsse.“ Sie hat eine Heilsaufgabe. –
Ich erwähne nur in Klammer, man müsste es sich näher anschauen, die erstaunliche Parallele zum so genannten dritten Geheimnis von Fatima, wo es eine ganz ähnliche Passage gibt. – Es ist eine direkte, mit Christus verbundene Mission, die schon damals im Grunde grenzenlos ist. Wenn Christus sein Blut für alle vergossen hat, so will Thérèse immer entschiedener das Heil aller, weil es Jesu Wille ist. Sie will deshalb Jesu Durst stillen, ihr Mitleid mit ihm wird zum Durst, an seinem Werk teilzunehmen. Ihr Durst wird sein Durst nach Seelen. Sie zeichnet dann ein kleines Bild, ein Kreuzesbild, auf das sie diese beiden Worte zusammen schreibt: „Mich dürstet“, Jesu Wort am Kreuz (Joh 19,28), und daneben das andere Wort, das Jesus zur Samariterin sagt: „Gib mir zu trinken“ (Joh 4,7). Sie deutet es in diesem Sinn."
(Aus der Katechese von Kardinal Schönborn vom 6.4.2003 über Therese von Lisieux und die Stadtmission)



Und passend zum Oktober: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in der Kathedrale St. Pierre.

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, St. Pierre, Lisieux

Freitag, 6. April 2012

Durch Leiden gerettet

Ewiger Vater, durch sein schmerzhaftes Leiden,
hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.