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Donnerstag, 27. November 2025

Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.

Daniel in der Löwengrube, Ely Cathedral


Lesung aus dem Buch Daniel 6

In jenen Tagen
12 stürmten die obersten Beamten in Daniels Haus
und fanden ihn, wie er zu seinem Gott betete und flehte.
13 Darauf gingen sie zum König Daríus
und erinnerten ihn an sein Verbot;
sie sagten: O König,
hast du nicht ein Verbot unterzeichnet,
nach dem jeder,
der innerhalb von dreißig Tagen
an irgendeinen Gott oder Menschen außer an dich, König,
eine Bitte richtet,
in die Löwengrube geworfen werden soll?
Der König gab zur Antwort:
Die Anordnung steht fest
nach dem unwandelbaren Gesetz der Meder und Perser.
14 Da berichteten sie dem König:
Daniel, einer von den verschleppten Juden,
achtet weder dich, König,
noch das Verbot, das du unterschrieben hast,
sondern verrichtet dreimal am Tag sein Gebet.
15 Als der König das hörte,
missfiel es ihm sehr
und er dachte nach,
wie er Daniel retten könne.
Bis Sonnenuntergang bemühte er sich, ihn freizubekommen.
16 Da stürmten jene Männer zum König hinein
und sagten zu ihm: Bedenke, König,
es ist bei den Medern und Persern Gesetz,
dass jedes Verbot und Dekret, das der König erlässt,
unabänderlich ist.
17 Darauf befahl der König, Daniel herzubringen,
und man warf ihn zu den Löwen in die Grube.
Der König sagte noch zu Daniel:
Möge dein Gott, dem du so unablässig dienst,
dich erretten.
18 Und man nahm einen großen Stein
und wälzte ihn auf die Öffnung der Grube.
Der König versiegelte ihn mit seinem Siegel
und den Siegeln seiner Großen,
um zu verhindern,
dass an der Lage Daniels etwas verändert würde.
19 Dann ging der König in seinen Palast;
fastend verbrachte er die Nacht;
er ließ sich keine Speisen bringen
und konnte keinen Schlaf finden.20Früh am Morgen, als es gerade hell wurde,
stand der König auf und ging in Eile zur Löwengrube.
21Als er sich der Grube näherte,
rief er mit schmerzlicher Stimme nach Daniel
und fragte: Daniel, du Diener des lebendigen Gottes!
Hat dein Gott, dem du so unablässig dienst,
dich vor den Löwen erretten können?
22 Daniel antwortete ihm:
O König, mögest du ewig leben.
23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt
und den Rachen der Löwen verschlossen.
Sie taten mir nichts zuleide,
weil ich vor ihm als unschuldig befunden wurde,
und auch vor dir, König, habe ich keine Verbrechen begangen.
24 Darüber war der König hoch erfreut
und befahl, Daniel aus der Grube herauszuholen.
So wurde Daniel aus der Grube herausgeholt;
man fand an ihm nicht die geringste Verletzung,
denn er hatte seinem Gott vertraut.
25 Nun aber ließ der König die Männer herbeiholen,
die Daniel verklagt hatten,
und ließ sie mit ihren Kindern und Frauen
in die Löwengrube werfen.
Sie waren noch nicht am Boden der Grube angelangt,
da stürzten sich die Löwen auf sie
und zermalmten ihnen alle Knochen.
26 Daraufhin schrieb König Daríus
an alle Völker, Nationen und Sprachen auf der ganzen Erde:
Friede sei mit euch in Fülle!
27 Hiermit ordne ich an:
Im ganzen Gebiet meines Reiches
soll man vor dem Gott Daniels zittern
und sich vor ihm fürchten.Denn er ist der lebendige Gott;
er bleibt in Ewigkeit.
Sein Reich geht niemals unter;
seine Herrschaft hat kein Ende.
28 Er rettet und befreit;
er wirkt Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde;
er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.
(Lesung vom Donnerstag der 34. Woche im Jahreskreis, Lesejahr I)



Ely Cathedral

Am Grab des hl. Modestus von Salzburg, den die österreichische Kirche heute feiert.

Freitag, 25. April 2025

Zwerge auf den Schultern von Riesen

 

der Evangelist Markus auf der Schulter des Propheten Daniel
Notre Dame de Chartres

Im Jahr 1997 wurde auf dem Rand der £2-Münzen eine neue Inschrift eingeführt: „AUF DEN SCHULTERN VON RIESEN“. Dabei handelt es sich um ein Zitat von Sir Isaac Newton aus einem Brief an seinen Forscherkollegen Robert Hooke aus dem Jahr 1676, in dem er bescheiden erklärt, dass sein eigener Erfolg nur durch die Errungenschaften anderer möglich war. „Wenn ich weiter blicken konnte“, so schreibt er, „dann nur, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.“ Er erkannte, dass sein Werk auf den Gebieten der Physik und Astronomie nicht ohne Galileis und Keplers Arbeiten möglich gewesen wäre.

Newton war allerdings nicht der Erste, der diesen Ausdruck - „auf den Schultern von Riesen“ – verwendet hatte. Im Jahr 1159 schrieb bereits Johannes von Salisbury in seinem Werk Metalogican: „­Bernard von Chartres sagte immer: ‚Wir sind wie Zwerge auf den Schultern von Riesen, sodass wir mehr sehen können als sie und auch Dinge in größerer Entfernung - nicht etwa, weil wir schärfer sähen als sie, oder durch sonstige physikalische Unterschiede, sondern weil wir von ihrer Größe emporgehoben wurden.‘“

Diese Worte waren sicher die Inspiration für die Glasfenster an der Südseite der Kathedrale von Chartres, die im folgenden Jahr­hundert entstanden sind. Unter dem Rosettenfenster befinden sich fünf langgezogene Fenster mit überlebensgroßen Darstellungen der alttestamentlichen Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel und Daniel, auf deren Schultern, viel kleiner abgebildet, die vier Evangelisten des neuen Testaments sitzen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

 Die Evangelisten sahen, obwohl sie viel kleiner waren, doch viel mehr als die Propheten des Alten Testaments. Sie sahen den Messias. Die Propheten sprachen zwar von ihm, doch sie haben ihn nie selbst ­gesehen. Und doch haben sie die Welt auf seine Ankunft vorbereitet. Ohne sie hätten die Evangelisten nie sehen können, was sie sahen.

Quelle

die vier Evangelisten auf den Schultern der Propheten, in der Mitte Maria mit Jesus
Notre Dame de Chartres

Montag, 27. März 2023

Ewiger Gott, du kennst auch das Verborgene (Susanna)



91. Bereits im Alten Bund begegnen wir eindrucksvollen Zeugnissen einer Treue zum heiligen Gesetz Gottes, die mit der freiwilligen Annahme des Todes bezahlt wurde.
Beispielhaft ist die Geschichte der Susanna: Den beiden ungerechten Richtern, die sie für den Fall, daß sie sich geweigert hätte, ihrem unreinen Begehren zu Willen zu sein, mit dem Tode bedrohten, antwortete sie: »Ich bin bedrängt von allen Seiten: Wenn ich es tue, so droht mir der Tod; tue ich es aber nicht, so werde ich euch nicht entrinnen. Es ist besser für mich, es nicht zu tun und euch in die Hände zu fallen, als gegen den Herrn zu sündigen!« (Dan 13, 22-23).
Susanna, die es vorzieht, »unschuldig« in die Hände der Richter zu fallen, bezeugt nicht nur ihren Glauben und ihr Gottvertrauen, sondern auch ihren Gehorsam gegenüber der Wahrheit und der Absolutheit der sittlichen Ordnung: durch ihre Bereitschaft, das Martyrium auf sich zu nehmen, bekundet sie, daß es nicht recht ist, das zu tun, was das göttliche Gesetz als Übel bewertet, um dadurch irgendein Gut zu erlangen. Sie wählt für sich den »besseren Teil«: ein ganz klares und kompromißloses Zeugnis für die Wahrheit des Guten und für den Gott Israels; so tut sie in ihren Handlungen die Heiligkeit Gottes kund.

(Johannes Paul II., Veritatis splendor)

Aus Daniel 13, Lesung vom Montag der 5. Fastenwoche

36Die Ältesten sagten: Während wir allein im Garten spazieren gingen, kam diese Frau mit zwei Mägden herein. Sie ließ das Gartentor verriegeln und schickte die Mägde fort.

37Dann kam ein junger Mann zu ihr, der sich versteckt hatte, und legte sich zu ihr.

38Wir waren gerade in einer abgelegenen Ecke des Gartens; als wir aber die Sünde sahen, eilten wir zu ihnen hin

39und sahen, wie sie zusammen waren. Den Mann konnten wir nicht festhalten; denn er war stärker als wir; er öffnete das Tor und entkam.

40Aber diese da hielten wir fest und fragten sie, wer der junge Mann war.

41Sie wollte es uns aber nicht verraten. Das alles können wir bezeugen. Die versammelte Gemeinde glaubte ihnen, weil sie Älteste des Volkes und Richter waren, und verurteilte Susanna zum Tod.

42Da rief sie laut: Ewiger Gott, du kennst auch das Verborgene; du weißt alles, noch bevor es geschieht.

43Du weißt auch, dass sie eine falsche Aussage gegen mich gemacht haben. Darum muss ich jetzt sterben, obwohl ich nichts von dem getan habe, was diese Menschen mir vorwerfen.

44Der Herr erhörte ihr Rufen.

45Als man sie zur Hinrichtung führte, erweckte Gott den heiligen Geist in einem jungen Mann namens Daniel.

 

Susanna im Bade, Georg Schweigger, Kunsthistorisches Museum, Wien

 

Jacobo Tintoretto, Susanna im Bade,

Mittwoch, 1. April 2020

Ihr verehrt meine Götter nicht?


die drei Jünglinge im Feuerofen, Kathedrale von Cordoba




Lesung aus dem Buch Daniel Dan 3, 14-21.49.91-92.95
In jenen Tagen
14sprach König Nebukadnezzar: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Ihr verehrt meine Götter nicht und betet das goldene Standbild nicht an, das ich errichtet habe?
15Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen und das Standbild anzubeten, das ich habe machen lassen, ist es gut; betet ihr es aber nicht an, dann werdet ihr noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Welcher Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten?
16Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten:
17Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten.
18Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast.
19Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich heizte.
20Dann befahl er, einige der stärksten Männer aus seinem Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln und in den glühenden Feuerofen werfen.
21Da wurden die Männer, wie sie waren - in ihren Mänteln, Röcken und Mützen und den übrigen Kleidungsstücken - gefesselt und in den glühenden Feuerofen geworfen.
49Aber der Engel des Herrn war zusammen mit Asarja und seinen Gefährten in den Ofen hinabgestiegen. Er trieb die Flammen des Feuers aus dem Ofen hinaus.
91Da erschrak der König Nebukadnezzar; er sprang auf und fragte seine Räte: Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König!
92Er erwiderte: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.
95Da rief Nebukadnezzar aus: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.

Mittwoch, 21. März 2018

Wir beten das goldene Standbild nicht an



Nebukadnezzar betet das goldene Standbild an, 1233, Chartres, Nordwand


Lesung aus dem Buch Daniel
In jenen Tagen 14sprach König Nebukadnezzar: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Ihr verehrt meine Götter nicht und betet das goldene Standbild nicht an, das ich errichtet habe?
15Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen und das Standbild anzubeten, das ich habe machen lassen, ist es gut; betet ihr es aber nicht an, dann werdet ihr noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Welcher Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten?
16Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten:
17Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten.
18Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast.
19Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich heizte.
20Dann befahl er, einige der stärksten Männer aus seinem Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln und in den glühenden Feuerofen werfen.
21Da wurden die Männer, wie sie waren - in ihren Mänteln, Röcken und Mützen und den übrigen Kleidungsstücken - gefesselt und in den glühenden Feuerofen geworfen.
49Aber der Engel des Herrn war zusammen mit Asarja und seinen Gefährten in den Ofen hinabgestiegen. Er trieb die Flammen des Feuers aus dem Ofen hinaus
91Da erschrak der König Nebukadnezzar; er sprang auf und fragte seine Räte: Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König!
92Er erwiderte: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.
95Da rief Nebukadnezzar aus: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.

(Daniel 3, Tageslesung) 

Rosette der Nordwand, links unten Nebukadnezzar, Chartres