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Sonntag, 29. September 2024

Sankt Michael, Sankt Gabriel, Sankt Rafael, bittet für uns!

 

1. Sankt Michael, du großer Geist,
„Wer ist wie Gott“ dein Name heißt,
Steh’ uns im Kampf des Lebens bei
Und mach von aller Furcht uns frei.

2. Sankt Gabriel die Botschaft bracht,
Welch Nähe Gott uns zugedacht,
Da er als Mensch erscheinen sollt,
Sein Gnad und Segen schenken wollt.

3. Sankt Raphael, vor aller Not
Bewahr’ vor Krankheit uns und Tod,
Allzeit durch dich Gott Heilung schenkt
Und uns’ren Weg zum Ziel hin lenkt.

Dienstag, 17. August 2021

Gott trat mit Maria mütterlich in sein Leben ein

 

Hyazinth von Polen, Dominikanerkirche, London


Warum der hl. Hyzinth Monstranz und Muttergottesstatue als Attribute hat

Am Grab des hl. Hyazinth von Polen

Statue in der Dominikanerkirche in Znaim

Gott, unserm Vater, danken wir
am Fest des heilgen Hyazinth;
mit ihm erschließt sich uns ein Weg,
uns, die müde, lahm und blind.

Dominikus, mit eigner Hand,
gab ihm das weiße Ordenskleid,
den schwarzen Mantel und die Kraft,
das Wort zu künden weit und breit,

und in des Ordensvaters Spur
ging, erfüllt von seinem Geist;
der Lauf, den er vollendet hat,
auch uns den Weg zum Leben weist.

Er hat den guten Kampf gekämpft;
Gott ließ ihn dabei nicht allein,
trat mit Maria mütterlich
in sein bewegtes Leben ein.

Dem Vater sei dies Lied geweiht,
dem Hyazinth ein Bote war,
dem Sohn und auch dem Heilgen Geist
gilt unser Loblied immerdar. Amen.

(Laudes, Proprium OP)

Freitag, 1. Januar 2021

Hochfest der Gottesmutter Maria

 

Zur Pforte Christi ward die Magd,
begnadet durch des Höchsten Kraft:
Der König schreitet durch das Tor,
es bleibt verschlossen, wie es war.


Und aus der Jungfrau Festgemach
erscheint des Vaters ew´ger Sohn;
frohlockend wie ein Bräutigam,
beginnt der Held den Siegeslauf.


Nun jauchze auf die ganze Welt,
denn Christus, ihr Erlöser kommt.
Der königlich das All regiert,
erscheint, zu retten, die er schuf.


Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,
Gott, den die Jungfrau uns gebar,
Lob auch dem Vater und dem Geist
Durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Donnerstag, 11. Juni 2020

Sei gegrüßt, lebendige Opfergabe - Ave vivens hostia




1. Sei gegrüßt, lebendige Opfergabe,
    Wahrheit und Leben,
    in der alle Opfer
    vollendet sind,
    durch dich wird dem Vater
    unendliche Ehre gegeben,
    durch dich steht die Kirche
    allezeit befestigt.

2. Sei gegrüßt, Gefäß der Güte,
    Schrein der Wonne,
    in dem die Freuden
    des Himmelsgeschmacks enthalten sind,
    ganze Wahrheit
    des Daseins des Erlösers,
    Sakrament der Gnade,
    Nahrung der Liebe.

3. Sei gegrüßt, Himmelsmanna,
    wahrer als das des Gesetzes,
    zur Wegzehrung gegeben
    dem elenden Sterblichen,
    geheimnisvolles Heilmittel
    der geistlichen Krankheit,
    im Tod übergibst du einen katholischen Christen
    dem unsterblichen Leben.

4. Sei gegrüßt, Leib des Herrn
    und Geschenk am Ende,
    Leib, mit der Gottheit vereint,
    edles Juwel,
    das er dem Menschen hinterließ
    zum Gedächtnis,
    als er zur Zeit des Endes
    von der Welt Abschied nahm.

5. Sei gegrüßt, Freude in Fülle,
    Leben der Seligen,
    Trost der Armen.
    Heil der Elenden,
    dies ist ein großes Vorrecht
    der Wanderer,
    deren Opfer
    die Himmel erkauft.

6. Sei gegrüßt, Kraft der Starken,
    du wirkst dem Verfall entgegen,
    Turm und Schutz
    des pilgernden Volkes:
    ihn zu brechen erlaube
    den Verhöhnungen der Feinde nicht,
    damit es nicht am Ende
    durch die Macht der Übeltäter untergeht.

7. Hier ist wahrhaft Jesu
    zweifache Natur,
    nicht nur teilweise,
    nicht nur als Bild,
    sondern wesenhaft
    ist das reine Fleisch Christi
    in Gänze verborgen
    in der engen Klause.

8. Das Fleisch Christi,
    das sich im Himmel sichtbar befindet,
    ist hier anders, verborgen, anwesend,
    bekleidet mit der Gestalt des Brotes;
    auf welche Weise, weiß nur der,
    der diese Gestalt so setzt:
    leicht vermag das
    die unbegrenzte Macht.

9. Verzehrt, wird der Leib des Erlösers
    nicht aufgezehrt,
    als derselbe wird er ganz aufgenommen
    zu allen Stunden,
    die Gestalt des Brotes wird zerbrochen
    vom Zahn des Essenden,
    die Kraft des Fleisches wird aufgesogen
    durch das Kauen der Liebe.

10. Christus erleidet nichts
      von dieser Verletzung,
      die Gestalt des Brotes löst sich auf
      durch die Wirkung der Verdauung,
      danach, wenn Christus gesucht wird:
      er ist auf den Thronen des Himmels,
      wie er will, wird er von hier hinweggenommen,
      nachdem er die Gaben des Lebens geschenkt hat.

11. Durch dieses Teilchen der Glut
      komm, uns zu entflammen,
      durch diesen Sporn der Liebe
      brich die Regungen des Zorns,
      und durch dasselbe Mahl,
      der du uns nähren willst,
      wollest du uns durch ein Herzensband
      kraftvoll vereinen.

12. Es ist die Art der Liebenden,
      nach einander zu dürsten,
      danach, in die Geheimnisse der Herzen
      eindringen zu können.
      So will der König der Könige,
      von wundersamer Liebe,
      durch das Bewirten ins Innerste
      der Gläubigen eintreten.

13. O süßester Jesus,
      heilvolle Speise,
      der du uns so ins Innerste
      ausgeteilt zu werden bereit bist,
      unsere Bosheiten dränge zurück
      durch bitteres Weinen
      und flöße uns Regungen ein,
      die dich erfreuen.

14. Jesus, lebendige Opfergabe,
      besänftige die göttliche Majestät,
      durch die Sakramentsgnade
      gewähre Gesundheit,
      du Dasein der Armen,
      gib Ewigkeit,
      du Gedächtnis des Herrn,
      fache die Liebe an.

15. Lass uns die Eitelkeit
      verachten, Tröster,
      schenke Sieg über die Feinde,
      Christus, Verteidiger.
      Und was du zu glauben lehrst,
      Jesus, Wiederhersteller,
      lass uns endlich durch dich schauen,
      Belohner. 

Montag, 19. November 2018

Elisabeth von Thüringen


Elisabeth von Thüringen, Pfarrkirche Hl. Familie, Budapest

Wir grüßen dich, du starke Frau
von makellosem Wandel.
Ein freudig Lied steigt nun empor
zu deiner Festesfeier.

Als Herrscherin hast du gedient,
des Reichtums Macht verachtet;
daß man dich von der Burg vertrieb,
nahmst du als Zeichen Gottes.

Warst heimatlos im eignen Land
und gingst mit deinen Kindern
den Weg des Herrn, der dich geführt,
des Bettlers Spur zu folgen.

Und willig nahmst du an das Kreuz,
das Christus dir gereicht hat.
Du starbst - und durch den Tod hindurch
kamst du zur Himmelsfreude.

Dem Vater sei das Lob geweiht
und auch dem Sohn des Höchsten,
zusammen mit dem Tröster Geist
schon jetzt und einst auf ewig. Amen. 
(Franziskanisches Proprium, 384)



Die blaue Kirche der hl. Elisabeth in Pressburg

Wir sollen die Menschen froh machen (Hermannstadt)

Elisabeth im Martinsdom in Pressburg

Das Haupt der hl. Elisabeth bei den Elisabethinen in Wien

Kindheit in der Burg Bratislava

Kirche zur Heiligen Familie, Budapest

Dienstag, 13. Juni 2017

Am Grab des hl. Antonius von Padua

auf dem Weg zur Kirche des hl. Antonius

die Basilika des heiligen Antonius in Padua

Der Bau der Basilika zur Ehren des hl. Antonius wurde 1232 begonnen und war gegen Ende des 13. Jh. nahezu vollendet


Antonius von Padua, Franziskanerpriester und Prediger. Antonius war Portugiese, er hieß Fernandez Martin de Bulhorn und wurde als Adeliger 1195 in Lissabon geboren. Er war zuerst Augustiner-Chorherr. Fernandez trat aber 1220 bei den Minderbrüdern zu Coimbra ein und nahm den Namen des Klosterpatrons Antonius an. Von 1227 an war Antonius als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial in der Emilia Romagna mit Sitz in Padua. Franziskus ernannte ihn zum Lektor der Theologie für die Minderbrüder an der Universität in Bologna.
1230 legte er, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder und lebte eine Zeit lang auf einem Nussbaum bei Padua. Seine Fastenpredigten in Padua im Jahre 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, die Predigt musste ins Freie verlegt werden. Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.
Die Gnaden hatten ihren Preis: Antonius starb im selben Jahr 1231 am 13. Juni erschöpft im Alter von nur 36 Jahren zu Arcella bei Padua. Die Heiligsprechung erfolgte schon 11 Monate später, Antonius ist damit der am raschesten kanonisierte Heilige. An seinem Grab ereigneten sich zahllose Wunder. In Padua wurde die Basilika San Antonio als Grabkirche errichtet, seine Gebeine wurden 1236 dorthin überführt. Schon Bonaventura meinte: „Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!“
Er ist der meistverehrte Heilige in Italien, in Portugal und in den von Portugiesen missionierten Gebieten. Antonius von Padua wird als jugendlicher Franziskaner mit Jesuskind und Lilie dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Die Grabkapelle des hl. Antonius befindet sich im Querhaus links.  Sie stammt aus der Renaissance (begonnen um 1500, Fertigstellung um 1600). An den Wänden finden sich neun Marmorreliefs mit Szenen aus dem Leben des hl. Antonius. In der Mitte steht der Grabaltar, ein Werk von Tiziano Aspetti (1594).





Das erste Relief zeigt die Einkleidung des hl. Antonius, (1512)

Gäubige verehren das Grab des hl. Antonius





Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid

Zwei massive Silberleuchter flankieren das Grab des hl. Antonius












Antonius predigt vom Nußbaum herab, Fresko von Pietro Annigoni (1985),
Fresko auf der Fassadeninnenwand über den Haupteingang

Glasmalerei mit dem hl. Antonius  in der Mitte

Zu Christus hin schlägt unser Herz;
dem König sei heut froher Dank,
der zu des Himmels Herrlichkeit
Antonius so hoch erhob.

Er wollte wie Franziskus sein,
dem Vater gleichen immer mehr,
ward wie ein Bach, der Wasser führt
aus einem frischen, klaren Quell.

Solch einem Vorbild folgt er gern,
sich selbst besiegend, nie besiegt,
im Streit für Gott mit festem Halt,
so daß kein Feind ihn je bezwang.

Er hatte für die Not ein Herz.
Wen Schuld bedrängte, niederzwang,
den tröstete der Predigt Wort,
lebend´ges Wasser - Heil des Herrn.

Noch kämpfen wir in gleicher Not,
in der die Väter einst gesiegt:
den Geist des Minderseins bewahr´n
im Gegensatz zum Geist der Zeit.

Dies schenke uns, du Vater-Gott
und auch du Sohn voll Herrlichkeit,
in gleicher Weise auch der Geist
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Hymnus zur Laudes, Franziskanisches Proprium)

 
Relief vom Hl. Antonius, 1932 von argentinischen Katholiken gestiftet anlässlich
des 700. Todestages des Heiligen, Padua

Sonntag, 11. Juni 2017

Dreifaltiger verborgner Gott





Dreifaltiger verborgner Gott
ein Licht aus dreier Sonnen Glanz,
drei Flammen einer Liebesglut,
Gott Vater, Sohn und Heil´ger Geist.

Allherrscher du von Ewigkeit,
Gott Vater, der die Welt erschuf,
in dir wird Gott uns Menschen gleich,
in dir der Mensch zu Gott erhöht.

Du Atem Gottes, Heil´ger Geist,
durchdringst die Welt mit Lebenskraft,
du senkst in uns die Liebe ein,
die alle eint und göttlich macht. 

Du großer Gott, der in uns wohnt,
hochheilige Dreifaltigkeit,
dich loben und bekennen wir
jetzt und in alle Ewigkeit.


Gnadenstuhl, St. Bavokathedrale, Gent

Donnerstag, 8. September 2016

Mutter Maria, alles Gute zum Geburtstag

Mariä Geburt, in der Kathedrale von Zagreb

Deine Geburt,
Jungfrau und Gottesgebärerin,
hat der ganzen Welt Freude gebracht.
Denn aus dir ging hervor
die Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, unser Gott.
Er hat den alten Fluch gelöst
und Segen gespendet,
er hat den Tod vernichtet
und ewiges Leben geschenkt.

(Benediktusantiphon vom Mariä Geburt)

 
neugotisches Altarretabel Maria Königin, 1881, Jakob Peschek, auf dem dem Thron sitzende Maria mit Kind von Karl Morak, Altarflügel mit Darstellungen aus dem Leben Marias, links unten: Mariä Geburt, rechts unten: Tempelgang Mariens,
links oben: Verkündigung des Herrn, rechts oben: Aufnahme Mariens, gemalt von Epamindas Bucevski,
Kathedrale zur Aufnahme Mariens, Katedrala Marijina Uznesenja, Zagreb


Sei gegrüßt, du lichter Meeresstern,
Gottes hohe Mutter,
Jungfrau, die der Höchste sich erwählt,
sel´ges Tor des Himmels. 

„Sei gegrüßt“, so sprach des Engels Mund,
„du bist voll der Gnade.“
Dieses Ave wendet Evas Los,
schenkt uns Gottes Frieden. 

In das Dunkel unsrer Sündenschuld
bringe Licht den Blinden,
laß uns Sünder nicht verloren sein,
bitt für uns um Gnade. 

Steh uns immerdar als Mutter bei,
dass durch dich uns höre,
der in deinem Schoße Wohnung nahm,
Mensch für uns zu werden. 

Du bliebst rein vom Makel jeder Schuld,
Jungfrau ohnegleichen.
Halte fern des bösen Feindes Macht,
dass er uns nicht schade. 

Führe sicher unsern Weg ans Ziel,
lenke unsre Schritte,
dass wir einst mit dir in Freude schaun,
Christus, unsern König. 

Gott dem Vater Lob und Herrlichkeit,
ew´ger Ruhm dem Sohne,
Dank und Lobpreis Gott dem Heil´gen Geist:
Ehre dem Dreieinen. Amen. 
(Hymnus der Vesper)

Dienstag, 23. August 2016

Rosa von Lima

Rosa von Lima, St. Dominic´s Priory Church, London

Rosa von Lima, Ordensfrau und Mystikerin. Rosa hieß mit bürgerlichem Namen Isabella Flores und war die Tochter spanischer Immigranten. Sie wurde am 20. April 1586 in Lima in Peru geboren. Gegen den Willen der Eltern, die die Hochzeit bereits geplant hatten, wurde die 20-jährige 1606 Terziarin im Dominikanerorden und lebte fortan in einer Baracke im elterlichen Garten. Sie quälte sich durch Bußübungen, trug eine eiserne Dornenkrone und verbrannte ihre Haut mit ungelöschtem Kalk. Sie betete: „Herr, vermehre mit meinen Leiden meine Liebe“.
Rosa gründete schließlich das erste kontemplative Kloster Südamerikas, das Katharinenkloster in Lima. Dort widmete sie sich auch der Krankenpflege und ermahnte die Priester zu einem gottgefälligen Leben.
Sie starb am 24. August 1617 im Alter von 31 Jahren und wurde in der Dominikanerkirche zu Lima bestattet. Im Volk begann sofort eine begeisterte Verehrung. Rosa von Lima hat für Südamerika ähnliche Bedeutung wie Katharina von Siena oder Teresa von Avila für Europa. Klemens X. sprach sie 1671 heilig, damit ist sie die erste Heilige Amerikas.
(Martyrologium Sancrucense)

Seht, wie das Morgenrot am Himmel
in rosenfarbner Pracht erglüht!
So laßt der Jungfrau Fest uns feiern,
die schöner noch als Rosen blüht.

Es jubeln ihr die Engelchöre,
der ganze Himmel stimmt mit ein,
und auch auf Erden soll erklingen
das Lob, das wir Sankt Rosa weihn.

Nichts wollt´ sie sein, nur Opfergabe,
von Liebesgluten ganz verzehrt.
So ward sie ihrem Volk zum Segen
und allen, die von Leid beschwert.

Der Bräutigam rief sie zur Hochzeit,
die sie ersehnt ein Leben lang.
Was sie gebüßt, gesühnt, gelitten,
es wandelt sich in Lobgesang.

Auf ewig sei Lob, Preis und Ehre
dir, heiligste Dreifaltigkeit.
Laß uns der heilgen Rosa folgen
durch Nacht und Tod zur Herrlichkeit. Amen.

(Proprium des Predigerordens, 533f)

Samstag, 13. August 2016

Zwischen Dominikus und dem 15.8.


O Mutter, die du uns geboren
aus Gottes Geist den Menschensohn,
wir waren Sklaven und verloren,
er ist Befreiung aus der Fron.

Kein Adel kann dich je erheben,
sei noch so vornehm Haus und Stamm,
wie dieses Kind, das unser Leben,
dein Sohn, Maria, Gottes Lamm.

Aus dir, Maria, ist entsprungen
die schönste Blume, Gott zum Ruhm,
wir werden, was die Schrift besungen:
ein königliches Priestertum.

Mit deiner Hilfe kann bestehen
der Mensch vor Gottes Angesicht,
an deiner Hand können wir gehen
durch Tode, Gräber und Gericht.

Mit dir den einen Gott zu loben,
den Vater, Sohn und Heilgen Geist,
der dich wie keine sonst erhoben:
ist sein Geschenk, das Leben heißt. Amen.

(Proprium des Predigerordens, 844)

Maria mit Kind, Dominikanerkirche, Split

Mittwoch, 29. Juni 2016

Die Väter Roms


Petrusstatue vor dem Petersdom

Das schöne Licht der Ewigkeit
hat den goldenen Tag mit seligen Feuern getränkt,
der die Fürsten der Apostel krönt
und den Schuldigen einen freien Weg
zu den Gestirnen eröffnet.


Paulusstatue vor dem Petersdom

 Der Lehrer der Welt und der Türhüter des Himmels,
Väter Roms und Richter der Völker,
dieser durch des Schwertes,
jener durch des Kreuzes Tod Sieger,
besitzen, mit Lorbeer geschmückt,
den Sitz im Senat des Lebens.

Petrus und Paulus umarmen sich vor dem Martyrium, St. Paul vor den Mauern

Martyrium des  Petrus, Petersdom

Martyrium des hl. Paulus, St. Paul vor den Mauern


O glückliches Rom,
das du durch das glorreiche Blut
der beiden Fürsten geheiligt bist;
von diesem Blut gerötet,
überragst du allein
die übrigen Schönheiten des Erdkreises.


Es sei der Dreifaltigkeit ewiger Ruhm,
Ehre Macht und Jubel,
in der Einheit, die alles lenkt,
durch alle Zeiten der Ewigkeit.

(decora lux aeternitas, in: Diurnale Romanum)


Der Hymnus auf Youtube.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Das Heilige Land 12 - die Himmelfahrtskapelle auf dem Ölberg

Blick vom Eingang zur Eleona Basilika Richtung Himmelfahrtskapelle (nicht sichtbar)



In der Zeit vor Konstantin verehrten die Jerusalemer Christen die Himmelfahrt in einer Höhle auf dem Ölberg (Grotte der Unterweisung - Eleona-Kirche). Wahrscheinlich, weil es sicherer war, sich in einem Versteck zu versammeln.

Himmelfahrtskapelle

"Es war die vornehme Römerin Poimenia, die um das Jahr 378 n. Chr. auf dem südlichen Ölberggipfel (808 m ü.d.M.) die erste Kirche erbaute. Nach dem Apsismosaik der Kirche Santa Pudenziana in Rom, das bald nach dem Jerusalemer Bau um 390 entstanden ist, war dieses wahrscheinlich ein quadratischer Bau, der in der Mitte der Bedachung zum Himmel hin offen war. Man wollte damit den Worten des Engels ganz buchstäblich gerecht werden: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?


Apsismosaik S. Pudenziana, Rom, im Hintergrund, die von Kaiser Konstantin erbauten Kirchen Jerusalems


rechts neben Christus die Himmelfahrtskirche mit offenem Dach am Ölberg

Als die Kreuzfahrer die zerstörte Kirche wieder aufbauten (um 1152), hielten sie sich grundsätzlich an dieses Vorbild. In die Mitte eines Achtecks stellten sie die kleine Mittelkapelle, die heute am Ort zu sehen ist; doch auch bei ihnen war das Dach in der Mitte offen.
Nach dem Sieg Saladins 1187 nahmen die Moslems das Heiligtum für sich in Beschlag und schlossen das Kreuzfahrerkapellchen in ihrer Weise mit einer Kuppel ab.



In einem abgegrenzten Viereck am Boden wird ein Fußabdruck Jesu verehrt. Bereits in einem Brief des Paulinus von Nola vom Jahr 403 findet sich der Eindruck der Füße Jesu erwähnt, allerdings nicht in Marmor, sondern in Rasen und Sand, nach Paulinus ist das der einzige grüne Fleck in der ganzen Basilika, was ihn einen Psalmvers zitieren läßt, der in der abweichenden lateinischen Übersetzung lautet: Adoravimus ubi steterunt pedes eius - Wir beten an, wo seine Füße gestanden haben!
(Ps 131,7 lat).
Es muß wohl so gewesen sein, daß bereits beim Bau der Kirche der Poimenia ein klar bestimmter Ort gezeigt und nicht überbaut wurde, sodaß dem offenen Himmel ein Stückchen Erde entsprach. Höchstwahrscheinlich hatte man bereits ein Prophetenwort auf Jesus und seine Himmelfahrt angewendet. Denn bei Sacharja heißt es von Jahwe am Tag des endzeitlichen Kampfes: Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der im Osten gegenüber von Jerusalem liegt (Sach 14,4, vgl. auch Ez 11,23)."

(H. Fürst, Im Land des Herrn, 367)



der rechte Fußabdruck Christi, der linke wurde im Mittelalter in die Al-Aksa Moschee übertragen




Du höchster Herr der Ewigkeit,
Du Retter der verlornen Welt,
durch den der Tod vernichtet ist,
das Leben sieghaft triumphiert.

Zum Thron des Vaters steigst Du auf
und nimmst zu Seiner Rechten Platz;
der Dich erhöht in Herrlichkeit,
Er setzt Dich ein in Seine Macht.

In Ehrfurcht beugen sich vor Dir
der Himmel und das Erdenrund,
und selbst das Reich des Todes weiß:
Du bist der Herr der ganzen Welt.

Die Engel nehmen staunend wahr,
wie sich des Menschen Los gewandt:
der unsre Schuld im Fleisch gesühnt,
Er herrscht im Fleische nun als Gott.

Dir, Herr, sei Ruhm und Herrlichkeit,
dem Sieger, der zur Höhe fährt,
dem Vater und dem Geist zugleich
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

(Hymnus zu Christi Himmelfahrt)







romanische Kapitelle








Nur für das Fest Christi Himmelfahrt konnten sich die christlichen Kirchen das Recht sichern, hier auf dem Ölberg ihre Gottesdienste zu feiern. An den Haken in der Mauer befestigen die Christen Zeltplanen als Dach für die Feier des Himmelfahrtsfestes.



An der Mauer befinden sich Altäre für die Feier der Gottesdienste, nur die lateinische Kirche feiert in der Kapelle.





Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft. Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen. Dann kehrten sie vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. (Apg 1,4-12)



Noch heute steht der Ölberg,
welcher noch jetzt gewissermaßen die Augen der Gläubigen auf den hinweist,
der auf einer Wolke auffuhr - ein Wegweiser zur Himmelspforte,
durch welche Jesus einzog.
(Cyrill von Jerusalem, Katechesen 14,23)

Blick auf den Ölberg von St. Peter in Gallicantu (Osthang des Zionsbergs)