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Montag, 19. Oktober 2020

Jerzy Popieluszko, polnischer Märtyrer

 

Jerzy Popieluszko, Johannes Paul II., Kardinal Stefan Wyszynski
Fenster in der Kathedrale von Tschenstochau

 

Jerzy Popieluszko (* 14. September 1947 im ostpolnischen Okopy nahe bei Suchowola; † 19. Oktober 1984 bei Włocławek) war ein polnischer, römisch-katholischer, anti-kommunistischer Priester und Märtyrer der selig gesprochen wurde. Er wurde vom kommunistischen Geheimdienst "Służba Bezpieczeństwa" (SB) ermordet.

Sein liturgischer Gedenktag ist der 19. Oktober. In Polen ist Jerzy Popieluszko schon vor seiner Seligsprechung als Held im Kampf gegen den Kommunismus verehrt worden.

Biografie

Der selige Jerzy Popieluszko wurde im nordöstlichen Dorf Okopy nahe bei Suchowola in Polen geboren. Seine Eltern, Marianna und Władysław waren einfache Bauern. Bereits als Kind hatte er in seiner Familie Erfahrungen mit dem stalinistischem Terror machen müssen. 1961 besuchte er die Oberschule und von 1966 bis 1968 erfüllte er den Militärdienst. Später studierte er Philosophie und Theologie und empfing durch Kardinal Stefan Wyszynski am 28. Mai 1972 in Warschau die Priesterweihe. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er in verschiedenen Warschauer Pfarren vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Später wurde er als Seelsorger in verschiedenen medizinischen Einrichtungen eingesetzt. Darüberhinaus engagierte er sich mit großer Hingabe bei der Gründung von Arbeitergemeinden.

Am 31. August 1980 hielt er für die polnische Arbeiterbewegung die erste Messe und zwar für streikende Schweißer auf dem Gelände ihrer Fabrik. Er war als Kaplan ein besonders eifriger Unterstützer der 1980 gegründeten unabhängigen Gewerkschaft Solidarność, die aus der Streikbewegung heraus entstanden war. Der selige Jerzy Popieluszko organisierte eine Art Schule für die Arbeiter, wo ihnen neben Religion, polnische Geschichte, Literatur, Fragen des Rechts und Verhandlungstechniken vermittelt wurden. In seinen Predigten kritisierte er häuft die kommunistische Regierung und das am 13. Dezember 1981 über Polen verhängte Kriegsrecht. Das Kriegsrecht wurde deshalb verhängt, um den wachsenden Einfluß der Gewerkschaft Solidarność auf das polnische Volk zu brechen.

Am 28. Februar 1982 zelebrierte er erstmals die "Messe für das Vaterland". In seinen "Messen für das Vaterland" richtete er jeden letzten Sonntag im Monat von der Kanzel aus unmissverständliche Appelle an die Staatsregierung, in denen er das Verbot der Gewerkschaft Solidarność kritisierte. Die Machthaber des polnischen Regimes begannen gegen ihn zu ermitteln. 1983 wurde er aufgrund seiner Predigten und der öffentlichen Kritik am kommunistischen Regime verhaftet, konnte jedoch schon bald darauf wieder aus der Haft entlassen werden. Dennoch wurde er dreizehn Mal in der ersten Jahreshälfte 1984 zum Verhör geladen. Am 19. Oktober 1984 wurde der Priester durch Agenten des polnischen Geheimdienstes "Służba Bezpieczeństwa" nach Jahren der Bespitzelung und Schikanen entführt. Anschließend schlugen sie ihn mit Holzknüppeln zusammen, befestigten einen mit Steinen gefüllten Sack, in dem seine Füße steckten und ertränkten ihn im Weichsel-Stausee bei Włocławek, südöstlich von Bydgoszcz. Die Täter konnten rasch ausfindig gemacht werden, da der Fahrer des Kaplans fliehen konnte und sich das Autokennzeichen der Entführer gemerkt hatte.

Die Ermordung Jerzy Popiełuszkos sorgte in ganz Polen für heftige Kritik am kommunistischen Regime, was dazu führte, daß den drei Agenten des Geheimdienstes der Prozeß gemacht wurde. Zu einem Wunder wurde sein Begräbnis am 3. November 1984, weil trotz Einschüchterungen durch die Polizei über 600 000 Menschen zu seinem Begräbnis kamen. Sein Grab ist vor der Stanislaw-Kostka-Kirche in der er einst überfüllte Messen feierte.

Selig- und Heiligsprechung

Sein Grab im Warschauer Stadtteil Żoliborz wurde zur Pilgerstätte, am 14. Juni 1987 kniete dort Papst Johannes Paul II. nieder und küsste die Grabplatte. Am 8. Februar 1998 wurde der Seligsprechungsprozeß eingeleitet. Papst Benedikt XVI. anerkannte das Martyrium und den heroischen Tugendgrad des Dieners Gottes am 19. Dezember 2009 an. Am 6. Juni 2010 (Tag der Dankbarkeit) wurde er in Warschau durch Angelo Amato seliggesprochen. Rund 150.000 Gläubige nahmen an dem feierlichen Gottesdienst auf dem Pilsudski-Platz im Stadtzentrum teil. Unter ihnen war die 100-jährige Mutter Marianna Popieluszkos, aber auch rund 100 Bischöfe und die höchsten Politiker des Landes. Zum kirchlichen Gedenktag des neuen Seligen bestimmte Benedikt XVI. den 19. Oktober, den Todestag Popieluszkos.

Am 20. September 2014 begann in Paris der Heiligsprechungsprozess für Jerzy Popieluszko.

(kathpedia)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Paul vom Kreuz

Jerzy Popieluszko, Kathedrale von Tschenstochau
 

Die grundlegende Bedingung der Befreiung des Menschen für die Gewinnung der Freiheit und für die Bekämpfung des Bösen, das eine Lüge ist, ist das Gewinnen der Tugend der Tapferkeit.

Sie bedeutet die Überwindung der menschlichen Schwächen, besonders der Angst.

Ängstigen sollte man sich nur vor dem Verrat an Christus.

(Jerzy Popieluszko: An das Volk, Predigten)

Die grundlegende Bedingung der Befreiung des Menschen für die Gewinnung der Freiheit und für die Bekämpfung des Bösen, das eine Lüge ist, ist das Gewinnen der Tugend der Tapferkeit. Sie bedeutet die Überwindung der menschlichen Schwächen, besonders der Angst. Ängstigen sollte man sich nur vor dem Verrat an Christus.

Die grundlegende Bedingung der Befreiung des Menschen für die Gewinnung der Freiheit und für die Bekämpfung des Bösen, das eine Lüge ist, ist das Gewinnen der Tugend der Tapferkeit. Sie bedeutet die Überwindung der menschlichen Schwächen, besonders der Angst. Ängstigen sollte man sich nur vor dem Verrat an Christus.

Montag, 5. Oktober 2020

Faustyna Kowalska

Hl. Schwester Faustyna, bitte für uns!

Ordensfrau, Mystikerin
Namensdeutung: die Glückliche (lat.)
Namenstage: Faustyna, Faustine, männl.: Faustus, Faustinus, Faustan
Gedenktag: 5. Oktober

Lebensdaten: geboren am 25. August 1905 in Głogowiec bei Łódź, gestorben am 5. Oktober 1938 in Krakau

Lebensgeschichte: Helena Kowalska war das dritte von zehn Kindern einer einfachen Familie von Handwerkern und Bauern. Bereits als Siebenjährige fühlte sie sich vom Ordensleben angezogen, doch schlug sie sich diesen Gedanken wieder aus dem Kopf. Sie besuchte nur drei Jahre die Schule und verdingte sich ab dem 16. Lebensjahr bei bessergestellten Familien der Umgebung.
1924 hatte sie bei einer Tanzveranstaltung, der sie gemeinsam mit ihrer Schwester beiwohnte, eine Vision des leidenden Christus, unter deren Eindruck sie sofort ihre Sachen packte und nach Warschau reiste. Dort klopfte sie vergeblich an mehreren Klöstern an, wurde wegen ihrer Mittellosigkeit immer wieder abgewiesen, bis sie im August 1925 probeweise in die Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit aufgenommen wurde. Mit dem Ordensnamen Maria Faustyna vom Allerheiligsten Sakrament war sie als Köchin, Gärtnerin und Pförtnern in mehreren Häusern tätig, obwohl sie bald nach ihrem Klostereintritt an Tuberkulose erkrankte.
Ihre wiederkehrenden Visionen und Gnadenerweise vertraute sie auf Anraten ihres Beichtvaters Michał Sopoćko Tagebüchern an. Darin fanden sich nach ihrem Tod mehrere Aufträge zu lesen, die sie zu Lebzeiten auch zu verwirklichen versuchte: die Einführung des Barmherzigkeitssonntags am ersten Sonntag nach Ostern, die Verehrung des Jesusbilds von der Göttlichen Barmherzigkeit mit der Aufschrift „Jesus, ich vertraue auf dich“, das Beten des Barmherzigkeitsrosenkranzes und damit verbunden die Verehrung der Sterbestunde Jesu sowie die Gründung einer eigenen Barmherzigkeitskongregation.
M. Faustyna Kowalska starb mit 33 Jahren im Krakauer Kloster Josefów.

Verehrung: 1947 rief Pfarrer Sopoćko die Schwestern vom Barmherzigen Jesus ins Leben, die ihren Hauptsitz im „Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes“ in Myślibórz unweit der deutschen Grenze haben. 1968 leitete der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyła ihren Seligsprechungsprozess ein, den er 1993 als Papst Johannes Paul II. selbst feierlich beschließen konnte – mitsamt der Einführung des Barmherzigkeitssonntags. Das Jesusbild in der Version von Adolf Hyła ist weltweit verbreitet, nicht nur bei denen, die täglich den Barmherzigkeitsrosenkranz um 15 Uhr beten. Faustynas Reliquien ruhen im Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes in Krakau-Łagiewniki. 2020 schrieb Papst Franziskus ihren Gedenktag am 5. Oktober in den römischen Generalkalender ein.
(bistumaugsburg)


Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Franz Xaver Seelos (Redemptorist)
Tafelbild in der Wiener Marienkirche

der sel. Anna Schäffer
an ihrem Grab in Mindelstätten
Sühne für die Seelen

des sel. Bartolo Longo in Pompej

und des hl. Raimund von Capua (an seinem Grab in Neapel)

Faustina Kowalska, Kathedrale von Tschenstochau

Mittwoch, 4. März 2020

Ein (zwei) Helfer gegen Religions- u. Vaterlandsfeinde

Anbetungskapelle in der Kathedrale von Tschenstochau
Wir beten das allerheiligste Sakrament in Ewigkeit an


Wohltäter
Namensdeutung: Friedensstifter (altslawisch)
Namenstage: Kasimir, Casimir, Casimiro, Kázmér, Kazys
Gedenktag: 4. März
Lebensdaten: geboren am 5. Oktober 1458 in Krakau, gestorben am 4. März 1484 in Grodno, heute Weißrussland
Lebensgeschichte: Kasimir war der zweite Sohn des polnischen Jagiellonenkönigs Kasimir IV. und seiner Frau Elisabeth von Habsburg. Er genoss eine hervorragende Ausbildung und war bereits als Jugendlicher seiner Gelehrtheit und Frömmigkeit wegen berühmt.
Dem erst 13jährigen bot der ungarische Adel aus Unzufriedenheit mit König Matthias Corvinus den Thron von Ungarn an, wohin sich Kasimir mit einer Armee in Bewegung setzte. Wegen des Widerstands von Papst Sixtus IV., der eine Schwächung des christlichen Militäreinsatzes gegen die Türken befürchtete, kam es jedoch nicht zur Krönung. Es heißt, dass Kasimir darüber nicht unfroh war, denn er hatte stärkere geistliche denn politische Neigungen. Sein Vater sperrte ihn jedoch zur Strafe monatelang in eine Festung.
Als sein Bruder Ladislaus König von Böhmen wurde, stieg Kasimir zum polnischen Thronanwärter auf und vertrat zwei Jahre lang seinen Vater, als dieser in Litauen weilte. In dieser Zeit regierte Kasimir mit großer Weisheit und Gerechtigkeit und wurde als „Bruder und Beschützer der Armen“ gefeiert. Da er ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatte, lehnte er jegliche Heiratsvorstellungen seiner Familie ab. Seine nächtelangen Gebete und ständiges Fasten führten schließlich eine Lungenkrankheit herbei, der er am 4. März 1484 auf einer Reise durch Litauen erlag.
Verehrung: Die unverwesten Gebeine des heiligen Kasimir wurden mehrmals umgebettet, bis sie in der Kasimir-Kapelle der Kathedrale von Vilnius ihren endgültigen Ruheort fanden. Die Heiligsprechungsurkunde von 1521 ging infolge der Plünderung Roms verloren, so dass der Kult 1602 nochmals bestätigt wurde. 1636 wurde Kasimir zum Schutzheiligen der Großmacht Polen-Litauen ausgerufen.
Darstellung: in der Nationaltracht Polens mit Krone und einer Lilie in der Hand
Patron: von Polen und Litauen, der Jugend, Helfer gegen Pest, Religions- und Vaterlandsfeinde

(Bistum Augsburg)

Altar des hl. Kasimir von Polen im Marienheiligtum von Jasna Gora in Tschenstochau

Kasimir von Polen, Kathedrale von Tschenstochau
hl. Kasimir, bitte für uns!

Anbetungskapelle, Kathedrale von Tschenstochau zur hl. Familie

Donnerstag, 11. April 2019

Das Martyrium des hl. Stanislaus

Ermordung des hl. Stanislaus während der Eucharistiefeier,
Kathedrale von Tschenstochau

  
Junger Bischof

Der in Krakau residierende Herzog Bolesław II Szczodry bemerkte die Disziplin, Klugheit und Besonnenheit des Priesters. Daher ernannte er genau diesen 35-jährigen Stanislaus nach dem Tod von Bischof Lambertus zu dessen Nachfolger. Der neue Bischof kümmerte sich um den Bau der Wawel-Kathedrale, aber er vergaß auch die Evangelisierung seiner Diözese und anderer polnische Gebiete nicht. Man schätze ihn aufgrund seiner Empfindlichkeit für die menschliche Armut und das Leid. Er hörte aufmerksam zu und gab geduldig Rat. Er war ein ehrlicher und offener Mensch. Er hatte klare Regeln, liebte die Wahrheit und ärgerte sich über Heuchelei. Er lebte bescheiden und alles, was er hatte, teilte er mit den Bedürftigen. Er gewann die Menschen durch demütige Liebe, Sanftmut und Verständnis für sich. Mutig stellte er der komplizierten politischen Situation die Stirn.

König und Bischof 


Anfangs lief die Zusammenarbeit des Bischofs und des Königs sehr gut. Stanislaus führte das Volk mit einem starken Wort, Bolesław mit einer starken Hand. Angeblich waren sie sogar Freunde. Stanislaus beriet Bolesław in staatlichen Angelegenheiten, war Zeuge seiner Krönung zum König von Polen an Weihnachten im Jahre 1076. Sie verstanden sich gut und hatten ein gemeinsames Ziel: Polens Wohlergehen. Dann aber nahm der Kampf um die Rückgewinnung der durch die Vorgänger verlorenen polnischen Gebiete Bolesław ganz ein. Er genoss die Siege und kehrte nur ungern nach Krakau zurück. Damit vernachlässigte er nicht nur selber seine Familie und seine Untertanen, sondern trennte auch seine Soldaten von den sie zu Hause erwartenden Frauen und Kindern.

Weit von Zuhause

Grund für den scharfen Konflikt zwischen dem König und dem Bischof waren die Folgen jahrelanger Kämpfe der polnischen Armee mit den Ruthenen. Die Soldaten zeigten ihre Freude über die Siege auf verschiedene, Menschen beleidigende Weise. Sie berücksichtigten keine Grenzen des Anstands, keine Eheversprechen, moralischen Prinzipien usw. Einige Soldaten kamen letztendlich zur Vernunft und baten den König um eine Erlaubnis, in das Land zurückzukehren. Dieser sagte ihnen entschieden ab. Sie begannen zu desertieren. Nach so langer Abwesenheit quälte die Einsamkeit auch die tapferen Soldaten-Ehemänner, die Ehefrauen und Mütter. Wütend über das Vorgehen des Königs und besorgt über die schmerzhaften Konsequenzen seiner Unverschämtheit, konnte Bischof Stanislau nicht weiter darauf schauen, was vor sich ging. Unterdessen kehrte der rasende König nach Krakau zurück…

„Sünder zurechtweisen”

Bolesław fing an, erbarmungslos und ohne Gericht Recht zu sprechen. Er tötete die Deserteure und demütigte die untreuen Ehefrauen. Er säte Furcht und Tod und vergaß, dass er selber auch nicht ohne Schuld war und nicht selten selber Verrat beging. Die Untertanen waren erschrocken. Die Geistlichen hatten Angst, sich auf ihre Seite zu stellen. Alle zeigten sich angesichts der Grausamkeiten des Königs macht- und ratlos. Sie wollten den Ärger lieber verhindern, um das eigene Leben zu schützen.

Nur ein Mensch widersetzte sich ihm tapfer. Stanislaus stellte sich mehrere Male dem König. Sie sprachen unter vier Augen. Der König aber blieb standhaft. Der Bischof begann ihn also von der Kanzel aus zu ermahnen. Der König versuchte, ihn anzuschwärzen, seine Autorität und die Achtung zu schwächen, die die Menschen ihm erwiesen. Am Ende befahl der Bischof den Priestern, die Heilige Messe zu unterbrechen, sobald der König zum Gottesdienst in die Kirche eintrat.

Kein Zittern, treu bis zuletzt

Am 11. April 1079 begab sich Bischof Stanislaus, gemeinsam mit weiteren Geistlichen, in die Kirche auf dem Felsen in Krakau, um eine Sühnemesse zur Vergebung der eigenen Sünden und der Sünden des ganzen Volkes sowie für die Bekehrung des Königs zu feiern. Bei der Eucharistiefeier, wahrscheinlich kurz vor Schluss, trat der König mit lautem Krach mit seinen Rittern in das Gotteshaus ein. Er ging auf den Altarraum zu, zückte sein Schwert, ging zum betenden Bischof und stieß ihm das Schwert in den Kopf (damals wurde die Eucharistie nach lateinischem Ritus mit dem Rücken zu den Gläubigen gefeiert). Er befahl den Rittern, den Körper hinauszutragen, zu vierteln und zu verstreuen.

(Un)erwartete Folgen der Gräueltat

Auf diese Weise verlor die Diözese ihren Bischof und Polen – den König. Für den Mord am Bischof verlor Bolesław die Krone und das Volk wandte sich von ihm ab. Unmittelbar nach dem Mord entzog Rom dem polnischen König den Titel des christlichen Herrschers. Er musste nach Ungarn fliehen und verstarb im Exil. Bis zuletzt ist nicht bekannt, wie und wann dies geschah. Einige Quellen sprechen von dem Benediktinerkloster in Osjaków, wo er sich angeblich, gequält durch das schlechte Gewissen, mit Gott versöhnt und schweigend gebüßt haben soll. Die dortigen Einwohner sprechen vom Buß-König.
Die Nachricht über das Martyrium und den Mut von Bischof Stanisław aber verbreitete sich schnell im Königreich und darüber hinaus. Sein Leichnam wurde in Krakau in der Kirche auf dem Felsen begraben und nach 10 Jahren in einer feierlichen Prozession in die Wawel-Kathedrale überbracht.

(Quelle: archivkrakow) 




Kathedrale von Tschenstochau

Sonntag, 25. November 2018

In Deinen Händen ruht der Menschen Schicksal (Christkönig)

Christus vor Pilatus, Kathedrale von Tschenstochau


+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit 33bfragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden?
34Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?
35Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?
36Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.
37Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.
(Johannes 18)


Christus, angebetet von den Engeln, Christ Church Cathedral, Oxford


Lesung aus der Offenbarung des Johannes
5b Jesus Christus ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Er liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut;
6er hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.
7Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, amen.
8Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.

(Offenbarung 1, 2. Lesung von Christkönig)


Christus, du Herrscher
Himmels und der Erde,
Herr über Mächte,
Throne und Gewalten.
Du bist der Erste,
und du bist der Letzte,
Anfang und Ende

In deinen Händen
ruht der Menschen Schicksal.
Nichts kann auf Erden
deiner Macht entgleiten.
Du sprichst das Urteil
über alle Völker,
voll des Erbarmens.

Reiche erstehen,
blühen und zerfallen,
aber das deine
überdauert alle,
denn deine Herrschaft
ist von Gott verliehen,
ewigen Ursprungs.

Keiner der Großen
kann sich mit dir messen;
Herrscher der Herren,
König aller Zeiten,
Abglanz des Vaters,
Spiegel seiner Hoheit,
thronend im Himmel.

Dir sei die Ehre,
dir und deinem Vater,
und auch dem Geiste
sei das Lob gesungen.
Gott, dem Dreieinen,
Lob und Preis und Ehre
immer und ewig. Ame.
(Hymnus von Christkönig)


Christus inmitten der Evangelisten, Kathedrale von Burgos