Posts mit dem Label SS. Quattro Coronati werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label SS. Quattro Coronati werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 7. November 2018

Vier Gekrönte (Quattuor Coronati)

Kassettenholzdecke, 16. Jh. mit den Vier Gekrönten, Santi Quattro Coronati, Rom


Die Vier Gekrönten sind die vier Märtyrer Castor, Claudius, Nicostratus und Symphorianus. Sie starben unter Kaiser Diokletian, ihre Reliquien werden seit dem 6. Jh. auf dem Mons Caelius in Rom in einer Kirche aufbewahrt, die den Vier Gekrönten geweiht ist. Dargestellt werden die Märtyrer als Steinmetze - möglicherweise waren Sie zur Zwangsarbeit im Steinbruch verurteilt gewesen - , als Attribute haben sie Meißel, Zirkel, Spitzhammer und Reißschiene bei sich. Ihr Gedenktag ist der. 8. November.
(vgl. Schauber, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, 576)

Die Vier Gekrönten in Santi Quattro Coronati

Die Sylvesterkapelle in Santi Quattro Coronati

SS. Quattro Coronati

Dienstag, 8. November 2016

Die vier Gekrönten in der Basilika SS. Quattro Coronati

Basilika SS. Quattro Coronati, Rom

Die Kirche wurde den "Vier Gekrönten" geweiht, jenen hl. Steinmetzen, denen man spitze Kronen in
den Kopf getrieben hatte, weil sie keine heidnischen Gottheiten meißeln wollten. Eine andere Legende bringt die 4 Gekrönten mit römischen Soldaten in Verbindung, welche sich geweigert hatten eine Äskulap-Statue zu verehren, und deswegen das Martyrium erlitten.
Seit dem 6. Jahrhundert wurden die Reliquien der Märtyrer, die unter Kaiser Diokletian starben, auf dem Mons Caelius in Rom aufbewahrt und verehrt.

Die Sylvesterkapelle in SS. Quattro Coronati



die Vier Gekrönten, SS. Quattro Coronati, Rom,


Die Wölbung der Apsis verschmilzt die Geschichte der Soldaten mit den Steinmetzen, oben schließt das Paradies an,
in das in Märtyrer eingingen.


Barmherziger Gott,
du hast den Märtyrern Secundus, Carpophorus, Victorinus und Severianus
deine Liebe zugewandt,
du hast sie im Leiden gestärkt
und sie in deine Herrlichkeit aufgenommen.
Auf ihre Fürsprache verzeihe uns alle Sünden
und rette uns aus jeder Not.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Kassettenholzdecke mit den Vier Gekrönten aus dem 16. Jh., Attribute: Meißel, Zirkel, Spitzhammer und Reißschiene


im Hintergrund das Kolosseum


karolingische Apsis

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Die Silvesterkapelle in Santi Quattro Coronati



Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung des staufischen Kaisers Friedrich II. mit dem Papsttum unter Innozenz IV. entsteht ein Freskenzyklus im 1247 geweihten Oratorium des hl. Silvester. Dieses liegt am 1. Vorhof von SS. Quattro Coronati in Rom.
Aus Furcht vor dem Kaiser floh Papst Innozenz nach Lyon und setzte den Kaiser in einem Konzilsbeschluss ab. Die Fresken unterstreichen den Anspruch des Papstes, über der weltlichen Herrschaft zu stehen.


Unter einer Darstellung des Jüngsten Gerichts beginnt die legendäre Konstantin-Silvester-Erzählung, die sich stark an die Legenda Aurea hält.




1. Bild: Konstantin ist wegen seiner grausamen Christenverfolgungen mit Lepra geschlagen, links von ihm stehen drei Priester/Ärzte, die ihm raten, im Blut unschuldiger Kinder zu baden, um gesund zu werden. Rechts die klagenden Mütter, angesichts derer Konstantin auf die Tötung der Kinder verzichtet.


2. Bild: Die Apostel Petrus und Paulus erscheinen Konstantin im Traum:
"Darum, daß du dich scheutest, unschuldig Blut zu vergießen, so hat unser Herr Jesus Christus uns zu dir gesandt, daß wir dir einen Rat gäben, wie du gesund würdest. Du sollst nach Silvester senden, dem Bischöfe, der da verborgen liegt auf dem Berg Sirapte; der wird dir einen Brunnen zeigen, in den du dreimal mußt untertauchen; so wirst du deines Siechtums ledig. Und tue dann Christo den Dienst darwider, daß du die Tempel der Abgötter alle zerstörest, und der Christen Kirchen wieder bauest; und sei hinfort sein Knecht".


"Darum, daß du dich scheutest, unschuldig Blut zu vergießen, so hat unser Herr Jesus Christus uns zu dir gesandt, daß wir dir einen Rat gäben, wie du gesund würdest. Du sollst nach Silvester senden, dem Bischöfe, der da verborgen liegt auf dem Berg Sirapte; der wird dir einen Brunnen zeigen, in den du dreimal mußt untertauchen; so wirst du deines Siechtums ledig. Und tue dann Christo den Dienst darwider, daß du die Tempel der Abgötter alle zerstörest, und der Christen Kirchen wieder bauest; und sei hinfort sein Knecht"

3. Bild: Konstantin schickt Boten zu Silvester, der sich auf dem Monte Sorakte versteckt hält.


4. Bild: in der Erwartung des baldigen Martyriums tritt der Papst mit zwei Begleitern den Boten entgegen.


5. Bild: Papst Silvester zeigt dem Kaiser ein Bild der Apostelfürsten
"Silvester grüßte den Kaiser wieder; und der hub an und sagte ihm seinen Traum; und fragte, wer die zwei Götter wären gewesen, die ihm erschienen seien. Antwortete Silvester "Es waren keine Götter, es waren die Apostel Christi" Und ließ auf des Kaisers Bitten ihre Bilder vor ihn tragen. Da der Kaiser die Bilder ersah, rief er "Das waren die Zwei, die mir erschienen sind". Darnach lehrte Silvester den Kaiser den Glauben, und hieß ihn eine Woche fasten, und die Gefängnisse auftun."



6. Bild: im Bad der Taufe wird Konstantin geheilt 
"Und als der Kaiser in das Wasser der heiligen Taufe kam, leuchtete um ihn ein wundersam Licht: also ging er rein und gesund aus der Taufe, und sprach, daß er Christum hätte in dem Licht gesehen. Und des ersten Tages, da er getauft war, so gab er ein Gebot, daß Christus über ganz Rom als wahrer Gott werde geehrt. Des anderen Tages gebot er, wer wider Christum rede und ihn lästere, der solle gestraft werden. An dem dritten Tage: wer einem Christen ein Leid täte, der sollte seines Gutes die Hälfte verlieren. An dem vierten Tage: wie der Kaiser ist das Haupt der Welt, so gebot er, sollte der Papst von Rom das Haupt aller Bischöfe sein."


7. Bild: Konstantin tritt ohne Kaiserkrone, die ein Mann auf der Stadtmauer in Händen hält, vor den Papst. In der linken führt er einen Schimmel und überreicht dem thronenden Papst das Phrygium (Vorläufer der Tiara), den Baldachin  und ein weißes Pferd. Die Konstantinische Schenkung wird hier mit der Übergabe der Insignien dargestellt.


8. Bild: Konstantin, mit kaiserlichem Ornat und Krone geschmückt, führt den Schimmel des reitenden Papstes am Zügel. Der Papst trägt das Phrygium, seine Begleiter Mitren, das purpurne Gewand des Papstes ist ein Investitursymbol, bislang trug es nur der Kaiser.


Die Bilder auf der Südwand der Kapelle zeigen Szenen aus dem Leben Silvesters. Helena, die Mutter Konstantins, wollte Silvester zum Judentum bekehren und hatte eine Disputation mit Rabbinern veranstaltet. Ein Rabbiner tötet zum Beweis der Größe seines Gottes einen Stier, kann ihn aber nicht wieder zum Leben erwecken. Dies gelingt Silvester, worauf Helena und die Rabbiner sich taufen lassen.
"Da die Richter Zambri zwingen wollten, daß er den Stier wieder lebendig mache, da sprach er "Silvester mag ihn lebendig machen im Namen Jesu des Galiläers, so wollen wir alle an Christum glauben. Aber uns dünket möglicher, daß er mit Flügeln fliege, denn daß er dies vollbringe". So sprachen auch die andern Juden, daß sie glauben wollten, wenn er den Stier wieder lebendig mache. Da sprach Silvester sein Gebet, und neigte sich zu den Ohren des Stieres und sprach "0 du Name des Fluches und Todes, ich gebiete dir bei dem Namen Jesu Christi, daß du ausgehest, und in demselben Namen gebiete ich dir, du Stier, daß du aufstehest und ruhig heim zu deiner Herde gehest". Da stund der Stier auf und ging von dannen zahm und fromm. Davon ward die Kaiserin Helena gläubig, und die Juden und die Richter und alles Volk mit ihr."



Papst Silvester ist im letzten Fresko anwesend, als Helena das Kreuz Christi findet. Die Heilswirkung des Kreuzes wird durch die Erweckung eines Toten demonstriert.


Apsis und Chor wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jh. von Raffaellino da Reggio ausgemalt.








Verkündigungsszene

Vom Holz herab herrscht unser Gott


Severus und Severianus sind zwei der insgesamt dreizehn Märtyrer, die in S. Quattro Coronati verehrt werden.




Dienstag, 31. Dezember 2013

Hl. Silvester

Silvester I., Papst. Silvester wurde noch vor Beginn der Christenverfolgung des Diokletian
384 zum Priester geweiht. Er stammte aus Rom und erlebte die grundlegende Wandlung
der Einstellung zum Christentum, die mit Kaiser Konstantin 313 eintrat. 314 wurde Silvester
zum Bischof von Rom erhoben. Kaiser Konstantin förderte fortan das Christentum und
ließ neben mehreren anderen kirchlichen Bauten auch die Peterskirche in Rom errichten.
 

Diese Ereignisse wurden im 5. Jahrhundert legendär überhöht und die Bedeutung Silvesters
überzeichnet. Nach den Silvesterlegenden soll der Papst den aussätzigen Kaiser geheilt haben,
ja ihm sogar die Taufe gespendet haben, was historisch nicht haltbar ist. Diese Legende
führte zur „Konstantinischen Schenkung“: eine gefälschte Urkunde aus den Papstkanzleien
des 9. Jahrhunderts, derzufolge Kaiser Konstantin dem Papst die Stadt Rom und das
ganze Abendland zu Eigen gegeben habe und ihm das Tragen der kaiserlichen Insignien
erlaubte. Diese Legenden zeigen aber, welch hohe Bedeutung man Silvester als Papst einer
Umbruchszeit zugemessen hat. Silvester starb am 31. Dezember 335 und wurde in der von
ihm erbauten Kirche über der Priscilla-Katakombe bestattet.


(aus dem Martyrologium Sancrucense)

Heilung des Kaisers Konstantin durch Silvester, Silvesterkapelle, S. Quattro Coronati, Rom


Die Basilika Santi Quattro Coronati gehört zu einem Gebäudekomplex mit einem Kloster, der bis ins 4. Jahrhundert zurückgeht. (....)

1246 ließ Papst Innozenz IV. die Kapelle des Heiligen Silvester in das Kloster einbauen. In eindrucksvollen Fresken wird die Legende der Konstantinischen Schenkung dargestellt. Silvester soll Kaiser Konstantin vom Aussatz geheilt haben und dafür die Stadt Rom geschenkt bekommen haben. - Eine Legende des ausgehenden 8. Jahrhunderts, deren faktische Grundlage allerdings das gesamte Hochmittelalter hindurch nicht mehr angezweifelt wurde. Innozenz, der sich im Konflikt mit dem 1239 erneut gebannten Kaiser Friedrich II.  befand, wollte mit dem Freskenzyklus die Überordnung des Papsttums über den Kaiser betonen. Deutlich wird dies vor allem in der Darstellung des Stratordienstes (Zügelhalten) des Kaisers für den Papst. (wikipedia)

Übertragung der Herrschaftsrechte an das Papsttum

Konstantin als Pferdeknecht des Papstes

 Ich wünsche allen Besuchern dieses Blogs ein gesegnetes Neues Jahr.