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Dienstag, 14. September 2021

Es leuchtet das heilige Kreuz

 

San Clemente, Rom

Preise, Zunge, und verkünde
den erhabnen Waffengang;
auf das Kreuz, das Siegeszeichen,
singe den Triumphgesang.
Singe, wie der Welt Erlöser
starb und dennoch Sieg errang.

Denn verblendet aß sich Adam
einst vom Baume das Gericht;
doch der Schöpfer voll Erbarmen
wollte sein Verderben nicht
und hat selbst den Baum erkoren,
der den Fluch des Baumes bricht.


Gottes Plan, uns zu erlösen,
hat verlangt die Opfertat,
und des Vaters ew´ge Weisheit
macht´zuschanden den Verrat
und verlieh barmherzig Heilung,
wo der Feind verwundet hat.

So ward in der Zeiten Fülle
uns gesandt des Vaters Sohn,
er, der Schöpfer aller Welten,
stieg herab vom Himmelsthron
und ward Fleisch und ward geboren
und ward einer Jungfrau Sohn.

Als nach dreißig Erdenjahren
für den Herrn die Stunde kam,
daß er unsres Heiles wegen
Tod und Leiden auf sich nahm,
wurde er erhöht am Kreuze,
dargebracht als Gotteslamm.

Seht den Essig, seht die Galle.
Dornen, Nägel, Speer voll Wut
seinen zarten Leib durchbohren,
Wasser strömt hervor und Blut;
Erde, Meere, Sterne, Welten
werden rein durch solche Flut.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit. Amen.

(Hymnus Lesehore Kreuzerhöhung)

 

Es leuchtet das heilige Kreuz, an dem der Herr im Fleische hing
und unsere Sünden wusch in Seinem Blut.

Sonntag, 18. Oktober 2020

Gebt Gott, was Gott gehört

 


Münze mit dem Bild des Kaisers, Heiliges Land


In jener Zeit
15 kamen die Pharisäer zusammen
und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.
16 Sie veranlassten ihre Jünger,
zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen
und zu sagen: Meister,
wir wissen, dass du die Wahrheit sagst
und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst
und auf niemanden Rücksicht nimmst,
denn du siehst nicht auf die Person.
17 Sag uns also:
Was meinst du?
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen,
oder nicht?
18 Jesus aber erkannte ihre böse Absicht
und sagte: Ihr Heuchler,
warum versucht ihr mich?
19 Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!
Da hielten sie ihm einen Denár hin.
20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
21 Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Darauf sagte er zu ihnen:
So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,
und Gott, was Gott gehört!

(Evangelium vom 29. Sonntag, Lesejahr A)

Anbetung der Könige, Maria Maggiore

Mittwoch, 16. September 2020

Cornelius, Papst

 

Papst Cornelius, 3. von rechts, Apsismosaik, S. Maria in Trastevere


Cornelius, Papst und Märtyrer. Cornelius stammte aus dem alten römischen Geschlecht der Cornelier und wurde 251 Papst. Er vertrat gegenüber den Christen, die während der Verfolgung des Decius abgefallen waren, eine milde Bußpraxis und gewährte ihnen Wiederaufnahme in die Kirche. Der römische Priester Novatian griff Cornelius wegen seiner Nachsichtigkeit heftig an und ließ sich zum Gegenpapst wählen, Cornelius wurde jedoch auf einer Synode im Herbst 251 von sechzig Bischöfen bestätigt. Unter Kaiser Valerian wurde der Bischof von Rom im Juni 253 nach Centumcellae, das ist das heutige Civitavecchia, verbannt, wo er kurz darauf starb. Sein Leib wurde in der Kalixtuskatakombe beigesetzt. Reliquien des Bekennerbischofs befinden sich in Kornelimünster und in Köln. Cornelius wird in päpstlicher Gewandung mit Tiara, Kreuzstab, Buch, Schwert und Palme dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Cyprian von Karthago

Statue in Cyprians Clatence Gate, London


Apsismosaik, S. Maria in Trastevere

Montag, 14. Oktober 2019

Papst Kalixtus I.

links neben Maria Papst Kalixtus, S. Maria in Trastevere


Kalixtus I., Papst von 217 bis 222. Kalixtus war ein ehemaliger Sklave, verwaltete als Archidiakon unter Papst Zephyrin die äußeren Angelegenheiten der Kirche. Eine seiner großen Leistungen dieser Zeit war die Anlage des Friedhofes an der Via Appia, der heute noch den Namen „Katakomben des Kalixtus“ trägt. Hier sind viele Märtyrer und alle Päpste des 3. Jahrhunderts begraben. Kalixtus wurde 217 zum Papst erhoben, bekämpfte den Adoptianismus und Modalismus. Der erste Gegenpapst der Kirchengeschichte, Hippolyt, beschuldigte ihn eines unlauteren Vorlebens. Daraufhin exkommunizierte Kalixtus Hippolyt. Vor allem warf man dem römischen Bischof eine zu milde Bußpraxis vor, da Kalixtus reuige Apostaten wieder aufnahm und die Eheschließung zwischen hochgestellten Damen und Sklaven akzeptierte. Heftige Auseinandersetzungen mit Hippolyt und Tertullian gab es auch, weil er reumütigen Unzuchtsündern eine zweite Buße gewährte. Kalixtus ließ als erster Kirchen ausmalen. Er versuchte nachdrücklich, den Einfluss des Bischofs von Rom für die gesamte Kirche zu mehren, was ihm den Spott des Tertullian einbrachte, der ihn als neuen „pontifex maximus“ und „episcopus episcoporum“ verhöhnte. Beides sind heute Ehrentitel des Papstes. Der aktivste Papst des 3. Jahrhunderts starb 222 und wurde im Coemeterium Calepodii beigesetzt. Erst eine Legende des 7. Jahrhunderts berichtet von seinem Martyrium. 854 wurden seine Gebeine nach Tournay übertragen.
(Martyrologium Sancrucense)



Apsismosaik Krönung Marias

Donnerstag, 1. November 2018

Der Thron Gottes




Offenbarung 4: Nach diesem sah ich: Und siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte wie die einer Posaune, die mit mir redete, sprach: Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.
2 Sogleich war ich im Geist: Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.
3 Und der da saß, war von Ansehen gleich einem Jaspisstein und einem Sarder, und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich einem Smaragd.
4 Und rings um den Thron sah ich vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Siegeskränze.
5 Und aus dem Thron gehen hervor Blitze und Stimmen und Donner; und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.
6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall; und inmitten des Thrones und rings um den Thron vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten.
7 Und das erste lebendige Wesen war gleich einem Löwen und das zweite lebendige Wesen gleich einem jungen Stier, und das dritte lebendige Wesen hatte das Angesicht wie das eines Menschen, und das vierte lebendige Wesen war gleich einem fliegenden Adler.
8 Und die vier lebendigen Wesen hatten, eines wie das andere, je sechs Flügel und sind ringsum und inwendig voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!
9 Und wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Danksagung geben werden dem, der auf dem Thron sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit,
10 so werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und den anbeten, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, und werden ihre Siegeskränze niederwerfen vor dem Thron und sagen:
11 Du bist würdig, unser Herr und Gott,
die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen,
denn du hast alle Dinge erschaffen,
und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.


Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott, (rechts, unsichtbar:) Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!
(über den Engeln: Du bist würdig Herr unser Gott,.....)

Marylebone, London, Apsisfresko





Kreuzigungsgruppe, darüber Verherrlichung Gottes durch die Ältesten und die Engel,
St Marylebone, London

Dienstag, 26. September 2017

Kosmas und Damian in SS. Cosma e Damiano - Rom

SS. Cosma e Damiano, Rom

Die Kirche Santi Cosma e Damiano in Rom wurde von Papst Felix IV. (526-530) in zwei antike Gebäude eingefügt, die beide zum Vespasiansforum gehörten:
"Eingetreten, leuchtet einem das Gold aus der Apsis entgegen, deren Mosaik die Muschel des Gewölbes wie eine funkensprühende lebendige Haut überzieht: in der Mitte Christus auf den roten und blauen Wolkenbänken des Jüngsten Tages, von den Seiten führen die Apostelfürsten Petrus und Paulus die beiden Heiligen Kosmas und Damian, denen die Kirche geweiht ist, herbei, der hl. Theodor und Papst Felix mit dem Modell der Kirche in der Hand geben ihnen das Geleite."

Den Sockel bildet ein Lämmerfries auf Goldgrund. Darunter eine goldene Inschrift, die in deutscher Übersetzung lautet: "Das Heiligtum des Herrn erstrahlt von schönen Mosaiken, doch köstlicher leuchtet iin ihm das Licht des Glaubens. Das Zeugnis der Märtyrer ist für das Volk gewisse Hoffnung des Heils..."
(...) Am 24. Mai 1924 wurden unter dem Altar der Krypta von SS. Cosma Damiano zwei Särge aus orientalischem Holz gefunden, die die Reliquien der beiden Heiligen enthielten.
(Melchers, Das Jahr der Heiligen, 617f)




Das Mosaik des Triumpfbogens aus der Zeit des Papstes Sergius I. (687-701) zeigt das Lamm Gottes auf einem mit Edelsteinen geschmückten Altar, umgeben von den Evangelistensymbolen und den (verlorenen) 24 Ältesten.

Lamm Gottes, Triumpfbogen der Apsis
der Adler als Symbol des Evangelisten Johannes


 Die Zwillingsbrüder Kosmas und Damian stammten aus einer in Kilikien eingewanderten arabischen Familie, die sowohl durch Reichtum als auch durch Eifer für den christlichen Glauben auszeichnete. Als Ärzte gehörten sie bald zu den begehrtesten Koryphäen des ganzen Landes. Weil sie ihre Kunst jedoch bei Armen und Reichen unentgeltlich ausübten, fanden sie Zutritt auch in den Wohnungen der überzeugtesten Heiden.
Wenn ein Kranker sie rief, bekreuzigten sie ihn zunächst, wiesen ihn auf die Allmacht Gottes hin, die Leben verlängern, aber auch verkürzen könne, und erkundigten sich dann nach seinem Befinden, um endlich das eine oder andere Heilmittel zu verordnen. Gewöhnlich wurden die Kranken in kurzer Zeit gesund, oft konnten sie sogar unverzüglich vom Bett aufstehen. Es gab fast kein Übel, das nicht der Behandlung und dem Gebet der begnadeten Brüder wich. Das Zutrauen in sie wuchs täglich um so mehr, als sie nicht nur für ihre Bemühungen auf jedes Entgelt verzichteten, sondern überdies arme und hilflose Kranke mit Wohltaten unterstützten. So konnten sie viele Herzen gewinnen und zu Christen bekehren.
Viele Jahre lebten Kosmas und Damian in der Stadt Äga, bis sich neidische Kollegen und Götzenpriester verbündeten und sie wegen ihrer christlichen Religion anklagten. Sie wurden vor Gericht zitiert, zum Götzenopfer aufgefordert und nach einer Feuerfolter, die ihnen jedoch nichts anhaben konnte, durch das Schwert hingerichtet.
(Sellner, Rebellen Gottes, 436)

Die Fresken im Schiff der Kirche zeigen Leben und Wundertaten der Heiligen. Die Holzdecke von 1632 trägt ein Marienbild von Marco Tullio Montagna, der auch die Fresken im Schiff geschaffen hat.

Maria und Jesus mit den hll. Kosmas und Damian, SS. Kosmas e Damiano


Kosmas und Damian in Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit

heilen die Ärzte hier ein Kamel?? Wer weiß es besser?

Aufforderung zum Götzenopfer bzw. Verurteilung


Feuerfolter

Hinrichtung durch das Schwert

Begräbnis der beiden Märtyrer, SS. Cosma e Damiano



SS. Cosma e Damiano, Rom

Mittwoch, 17. Mai 2017

Christus der wahre Weinstock




Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.
Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.

(Evangelium vom Mittwoch der 5. Osterwoche, Johannes 15,1-8))
 

Im Weinstockgleichnis liegt gewiß zunächst eine wundersame Zusicherung: daß wir irgendwo eingewurzelt sind, bleibend und stärkend, daß wir nicht nach unserer Geburt Ausgesetzte sind, Vereinzelte, die keinen andern Halt haben als ihr fragwürdiges Selbst, daß wir auch nicht bloß Geschöpfe eines unfaßlichen Schöpfers sind, der uns wohl immer das Dasein geben und - solange es ihm gefällt - auch erhalten mag, daß wir vielmehr mit einem kraftgebenden und fruchtwirkenden Ursprung verbunden sind, aus dem heraus wir ein sinnvolles und nützliches Dasein leben können.

Aber die durch das ganze Evangelium hindurchgehende Aussage ist mehr als diese Zusicherung:
Sie ist aufgrund dieser letztern, die dringliche Forderung, in diesem Ursprung zu verharren:
"Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch."

Die Forderung ist so drängend, daß hinter ihr geradezu eine Drohung steht: wer nicht bleibt, verdorrt, wird abgeschnitten, verbrennt. Das erfolgt gleichsam naturhaft - wie das Gleichnis von Rebe und Stock zeigt -, aber es erfolgt auch personal, da Gott der Vater selbst für die Einheit des Sohnes mit seinen Zweigen oder Glieder besorgt ist.
Diese Einheit ist das zentrale Ereignis der Welt und ihrer Geschichte, und sie ist so eng, daß sie keine Halbwahrheiten duldet: entweder ist die Rebe am Weinstock oder sie ist davon getrennt. Das müssen wir beherzigen: "Ohne mich könnt ihr nichts tun" - soviel ihr auch aus euch heraus zu leisten meint.
(H. U. von Balthasar, Licht des Wortes, 170)

Apsismosaik der Lady Chapel, Westminster Cathedral, London