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Samstag, 27. Juni 2026

Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius

Cyrill von Alexandrien, Verurteilung des Nestorius
Nikolauskirche in Prag

 

Cyrill von Alexandrien spielte eine entscheidende Rolle im theologischen Streit mit Nestorius. Sein wichtigster Beitrag bestand darin, die Lehre von der Einheit der Person Christi zu verteidigen und damit die spätere christologische Lehre der Kirche maßgeblich zu prägen.

Zusammengefasst hat Cyrill gegenüber Nestorius Folgendes geleistet:

  • Verteidigung der Einheit Christi: Cyrill betonte, dass Jesus Christus eine einzige Person ist, in der göttliche und menschliche Natur untrennbar vereint sind. Nestorius sprach dagegen so stark von der Unterscheidung der beiden Naturen, dass es den Eindruck erweckte, Christus bestehe aus zwei getrennten Personen.
  • Verteidigung des Titels „Gottesgebärerin“ (Theotokos): Nestorius wollte Theotokos für Maria ablehnen und bevorzugte den Titel „Christusgebärerin“. Cyrill argumentierte, dass Maria den menschgewordenen Sohn Gottes geboren habe und deshalb zu Recht „Gottesgebärerin“ genannt werde. Dabei ging es weniger um Maria als um die Frage, wer Christus ist.
  • Formulierung der „Zwölf Anathematismen“: Cyrill verfasste zwölf Lehrsätze, in denen er zentrale Aussagen gegen die Lehre des Nestorius formulierte. Diese wurden zu einem wichtigen Maßstab in der christologischen Auseinandersetzung.
  • Führende Rolle auf dem Konzil von Ephesus (431): Auf dem Konzil von Ephesus leitete Cyrill den theologischen Kampf gegen Nestorius. Das Konzil verurteilte die Lehre des Nestorius und bestätigte den Titel „Theotokos“ für Maria.
  • Nachhaltiger Einfluss auf die Christologie: Cyrills Verständnis der Einheit Christi wurde später auf dem Konzil von Chalkedon aufgegriffen. Dort wurde formuliert, dass Christus eine Person in zwei Naturen ist – wahrer Gott und wahrer Mensch.

Kurzfazit:
Cyrill von Alexandrien setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Kirche Christus als eine Person mit göttlicher und menschlicher Natur verstand. Durch seine Argumentation, seine Schriften und seinen Einfluss auf das Konzil von Ephesus wurde die Lehre des Nestorius verworfen und die Grundlage der klassischen christlichen Christologie gelegt.

(chatgpt) 

Cyrill von Jerusalem in der Cappella Paolina, S. Maria Maggiore, Cyrill von Alexandrien im rechten Bogen, Katechese von Papst Benedikt XVI.

 

Nikolauskirche in Prag, mala strana

Dienstag, 28. Januar 2025

Der Triumpf bzw die Weisheit des heiligen Thomas

 

Triumpf des hl. Thomas, in der Spanischen Kapelle, Andrea di Bonaiuto 1365, S. Maria Novella, Florenz,

 

Thomas von Aquin, Dominikaner und Kirchenlehrer. Der Aquinate wurde um 1225 auf dem Schloss Roccasecca bei Neapel geboren und war von vornehmer Herkunft. Seit 1239 Student zu Neapel, lernte er dort den Dominikanerorden kennen, dem er gegen den Willen seiner Eltern um 1243 beitrat. Daraufhin überfielen ihn seine Angehörigen und hielten ihn zwei Jahre gefangen. Wieder in Freiheit sandte der Orden ihn zum Studium nach Paris oder Köln. In Köln war Thomas jedenfalls von 1248 bis 1252 Schüler des Albertus Magnus. Nun wechselten längere Aufenthalte in Paris und und Italien einander ab. Seine wissen-schaftlichen Erkenntnisse legte er in zahlreichen Werken nieder. Auf den Schriften seines Lehrers Albert aufbauend, vollzog er als größte geistesgeschichtliche Tat des Mittelalters die Synthese zwischen den Lehren von Augustinus und von Aristoteles in Philosophie und Theologie in seinem Hauptwerk, der Summa theologica. Mit der arabischen Philosophie setzte er sich in der Summa contra gentiles auseinander. Thomas schrieb die liturgischen Texte für das Fronleichnamsfest, – das „Adoro te devote“ und das „Lauda Sion Salvato-rem“. Er erweist sich hierin auch als mystisch-spekulativer Dichter. Auf dem Weg zum 2. Konzil von Lyon starb Thomas an einer plötzlich aufgetretenen Krankheit in der Zisterzien-serabtei Fossanuova am 7. März 1274. Thomas ist ohne Zweifel der größte Theologe der Kirchengeschichte. Er wird dargestellt im Dominikanerhabit mit Buch und Schreibfeder, mit Sonne, Stern oder Edelstein auf der Brust. (Martyrologium Sancrucense)


Thomas inmitten der Evangelisten, rechts Mose, links Paulus
die Irrlehrer Nestorius, Arius und Averroes zu seinen Füßen