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Kathedrale von Breslau zum hl. Johannes dem Täufer
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+ Aus dem heiligen
Evangelium nach Markus 6
17Herodes
hatte Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran
war Herodias, die Frau seines Bru ht durchsetzen,
20denn
Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter
und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er
unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.
21Eines
Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag
lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern
von Galiläa zu einem Festmahl ein.
22Da kam
die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen
Gästen so sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde
es dir geben.
23Er
schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und
wenn es die Hälfte meines Reiches wäre.
24Sie
ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias
antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes.
25Da
lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf
einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt.
26Da
wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur
geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen.
27Deshalb
befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des
Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.
28Dann
brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab
ihn seiner Mutter.
29Als
die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und
legten ihn in ein Grab. |
Hochaltar der Kathedrale von Breslau
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Ohne es recht zu wollen, ließ Herodes Antipas, der
Tetrarch von Galiläa, Johannes den Täufer ermorden. Die Geschichte wird in Mk
6,17-29 (Mt 14,3-12; Lk 3,19-20) erzählt. Herodias, die mit Herodes in
ungesetzlicher Ehe lebte, hatte dem unbequemen Mahner seinen Protest nicht verziehen. Die Enthauptung, eine
von den Römern übernommene Todesart, galt bei den Juden als die schimpflichste
aller Strafen (von der Kreuzigung abgesehen, die keine jüdische Strafart war).
Johannesjünger, die vielleicht Zeugen der Hinrichtung waren, brachten seinen
Leichnam der Überlieferung zufolge nach Samaria-Sebaste. Ein Fest der
Enthauptung des Johannes ist in der Ostkirche seit dem 4., im Westen seit dem
5. Jahrhundert bezeugt.