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Dienstag, 10. Januar 2023

Schweig und verlaß ihn!

 

Jesus treibt einen unreinen Geist aus, Gloucester Cathedral


+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 1,21-28

21In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte.

22Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.

23In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:

24Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

25Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

26Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.

27Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

28Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

 (Evangelium vom Dienstag der 1. Woche im Jahreskreis)




Sonntag, 10. März 2019

Versuchung Jesu

 


+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (4,1-13)
In jener Zeit 1verließ Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher,
2und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger.
3Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden.
4Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.
5Da führte ihn der Teufel auf einen Berg hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde.
6Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will.
7Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.
8Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.
9Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab;
10denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten;
11und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
12Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
13Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.

(Evangelium vom 1. Fastensonntag)


Papst Benedikt am 1. Fastensonntag, 21. Februar 2010:
 
(...) Was aber heißt es, den Weg der Fastenzeit zu gehen? Eine Erläuterung hierzu gibt uns das Evangelium vom heutigen ersten Fastensonntag mit dem Bericht über die Versuchungen Jesu in der Wüste.
Der heilige Evangelist Lukas erzählt, daß Jesus, nachdem er von Johannes getauft worden war, »erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend [verließ]. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt« (Lk 4,1–2). Es wird deutlich hervorgehoben, daß es sich bei den Versuchungen nicht um einen gewöhnlichen Zwischenfall handelte, sondern um die Folge der Entscheidung Jesu, der ihm vom Vater übertragenen Sendung zu folgen, bis zum äußersten seine Wirklichkeit als geliebter Sohn zu leben, der sich ganz ihm anvertraut. Christus ist in die Welt gekommen, um uns von der Sünde und von der zweifelhaften Faszination zu befreien, unser Leben ohne Gott zu entwerfen. Er hat dies nicht mit hochtrabenden Erklärungen getan, sondern indem er selbst gegen den Versucher gekämpft hat, bis hin ans Kreuz. Dieses Beispiel gilt für alle: Man verbessert die Welt, indem man bei sich selbst anfängt und mit der Gnade Gottes das ändert, was im eigenen Leben nicht in Ordnung ist


Von den drei Versuchungen, mit denen der Teufel Jesus konfrontiert, hat die erste ihren Ursprung im Hunger, das heißt im materiellen Bedürfnis: »Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden«. Jesus aber antwortet mit der Heiligen Schrift: »Der Mensch lebt nicht nur von Brot« (Lk 4,3–4; vgl. Dt 8,3). Dann zeigt der Teufel Jesus alle Reiche der Erde und sagt: Alles wird dir gehören, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Es ist die Täuschung der Macht, die Jesus entlarvt und zurückweist: »Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen« (vgl. Lk 4,5–8; Dtn 6,13). Keine Anbetung der Macht, sondern allein Anbetung Gottes, der Wahrheit und der Liebe.
Schließlich schlägt der Versucher Jesus vor, ein aufsehenerregendes Wunder zu wirken: Er soll sich von den hohen Mauern des Tempels stürzen und sich von den Engeln retten lassen, so daß alle an ihn glauben. Doch Jesus antwortet, daß Gott nie auf die Probe gestellt werden darf (vgl. Dtn 6,16). Wir dürfen »kein Experiment unternehmen«, in dem Gott eine Antwort geben und sich als Gott erweisen soll: Wir müssen an ihn glauben! Wir dürfen Gott nicht zum »Gegenstand« unseres »Experimentierens« machen!
Mit ständigem Bezug auf die Schrift stellt Jesus den menschlichen Kriterien das einzig wahre Kriterium voran: den Gehorsam, die Übereinstimmung mit dem Willen Gottes, der das Fundament unseres Seins ist. Auch dies ist eine grundlegende Lehre für uns: Wenn wir das Wort Gottes im Geist und im Herzen tragen, wenn dieses Wort in unser Leben eintritt, wenn wir Vertrauen in Gott haben, so können wir jegliche Täuschung durch den Versucher abweisen. Aus der ganzen Erzählung tritt darüber hinaus deutlich das Bild Christi als neuer Adam hervor, des demütigen und dem Vater gehorsamen Sohnes Gottes, im Unterschied zu Adam und Eva, die im Garten Eden den Verführungen des Geistes des Bösen, ohne Gott unsterblich zu sein, nachgegeben hatten.

Die Fastenzeit ist wie eine lange Zeit der »Einkehr«, bei der es darum geht, in sich zu gehen und die Stimme Gottes zu vernehmen, um die Versuchungen Satans zu besiegen und die Wahrheit unseres Seins zu finden. Eine Zeit, so könnten wir sagen, des geistlichen »Kämpfens«, die es zusammen mit Jesus zu leben gilt, ohne Stolz und Anmaßung, sondern mit den Waffen des Glaubens, das heißt mit dem Gebet, dem Hören des Wortes Gottes und der Buße. Auf diese Weise wird es uns gelingen, Ostern wahrhaftig zu feiern, in der Bereitschaft, unsere Taufversprechen zu erneuern. Die Jungfrau Maria helfe uns, daß wir, geleitet vom Heiligen Geist, freudig und fruchtbringend diese Zeit der Gnade leben. (...)




Samstag, 29. September 2018

Der Engelsturz (Stift Altenburg)

Kuppelfresko von Paul Troger, Menschwerdung Christi und die Verfolgung durch den Drachen, Stiftskirche Altenburg

Hauptkuppelfresko: Die Menschwerdung Christi durch die Jungfrau und die Verfolgung durch den Drachen (Apok. XII/1-17). Signatur: "Paul Troger in. et Pinxit".
In einem Zeitraum von nur 7 Monaten schufen Troger und zwei Gehilfen 1733 dieses grandiose Kuppelfresko. Mit einer differenzierten Farbskala, Pastellrosa, Zartgrün, Hellgelb, Orange bis zu kräftigem Goldbraun und von blassem bis satten Blau, paßt sich das reiche Geschehen den Farben des ganzen Kirchenraumes harmonisch an. Mit einer unerhörten Dramatik, weit entfernt von der klassiszistischen Kühle späterer Werke, folgt die Darstellung genau dem apokalyptischen Texte.

Die sternenumstrahlte Jungfrau, die das Kind gebären soll, wird von einem ungeheuren Drachen verfolgt, den der Erzengel Michael samt der ihn umgebenden Teufelsbrut in die Tiefe stürzt.
Das gerettete Kind wird von einer anmutig schwebenden Engelgruppe auf weißem Linnen zu Gottvater emporgetragen. Auf der gegenüberliegenden Seite flehen die vierundzwanzig Ältesten Gott an, die Jungfrau zu retten: "Als der Drache sich auf die Ernde hinabgestürzt sah, verfolgte er das Weib, das den Knaben geboren hatte. Dem Weibe wurden aber zwei Adlerflügel gegeben."
Das Weib mit den schwarzen Adlerflügeln in flatterndem Gewande, im übertragenem Sinne auch als verfolgte Kirche aufzufassen, flieht vor dem schrecklichen auf die Erde herabsausenden Ungeheuer in den irdischen Bereich. Der die Jungfrau bedrohende, vom Drachen ausgespieene Wasserstrom wird auf Gottes Befehl von der Erde verschlungen.
Das Vorbild für den wasserspeichen großen Drachen war unzweideutig das Denkmal des Klagenfurter Lindwurmes.
(Kirchenführer)

Die Frau von der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen, auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Strahlen


Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. Sie war gesegneten Leibes und schrie in Wehen und Schmerzen des Gebärens. Und ein anderes Zeichen erschien am Himmel: Siehe, ein Drache, feurig und gewaltig groß, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Der Drache stellte sich vor die Frau, die daran war zu gebären, damit er ihr Kind verschlinge, wenn sie gebären würde. Und sie gebar ein Kind, einen Knaben, der alle Völker lenken wird mit ehernem Zepter. Doch es wurde ihr Kind entrückt zu Gott und zu seinem Thron. Die Frau aber floh in die Wüste, wo sie einen Platz erhielt, der von Gott da bereitet war, damit man ihr dort Unterhalt gebe zwölfhundertsechzig Tage lang.

 
Das Kind wird von Engeln zu Gott getragen


Der Drache will das Kind verschlingen


ganz oben der Erzengel Michael im Kampfe

Heiliger Erzengel Michael, du Fürst der himmlischen Heerscharen, verteidige uns um Kampf,
gegen die Bosheiten und die Nachstellungen des Teufels sei du unser Schutz,
Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich.
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen
durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle.

Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus, und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel. Gestürzt wurde der große Drache, die alte Schlange, die den Namen Teufel und Satan trägt, der den ganzen Erdkreis verführt; er wurde hinabgestürzt auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm gestürzt.
Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel rufen: »Jetzt ist gekommen das Heil und die Kraft und das Königtum unseres Gottes und die Macht seines Gesalbten; denn gestürzt ist der Ankläger unserer Brüder, der sie verklagte vor unserem Gott Tag und Nacht. Sie besiegten ihn kraft des Blutes des Lammes und kraft des Wortes ihres Zeugnisses, und sie hingen nicht an ihrem Leben - bis in den Tod. Darum jubelt, ihr Himmel, und alle, die darin wohnen! Wehe aber der Erde und dem Meer; denn hinabgestiegen ist zu euch der Teufel voll grimmigen Zornes; er weiß, dass er eine kurze Frist hat.«  




R. Ein Schweigen entstand im Himmel, als der Drache mit dem Erzengel Michael kämpfte. * Eine laute Stimme hörte man rufen: Heil, Ehre und Kraft dem allherrschenden Gott!
V. Jetzt ist gekommen die Rettung und die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten. * Eine laute Stimme hörte man rufen: Heil, Ehre und Kraft dem allherrschenden Gott!


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Exkurs: Die Teufelsbrut en detail:









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Als der Drache sah, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Der Frau aber wurden die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, so dass sie in die Wüste fliegen konnte, an ihren Ort, wo sie Unterhalt bekommt eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, weit weg von der Schlange. Und die Schlange schleuderte aus ihrem Rachen hinter der Frau Wasser her, gleich einem Strom, um sie vom Strom wegschwemmen zu lassen; doch die Erde kam der Frau zu Hilfe: die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen geschleudert hatte. Da wurde der Drache zornig über die Frau und machte sich auf, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Kinder, mit denen, die Gottes Gebote erfüllen und festhalten am Zeugnis Jesu.




Der Drache will die Frau mit einem Strom Wasser verschlingen, die Ältesten darüber flehen um Hilfe




DIE SIEGERIN



Unter deinem Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
O du glorwürdige und gebendeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin,
versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns deinem Sohne vor. Amen.