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Montag, 14. September 2026

Durch Dein Kreuz hast Du das Tor zum Himmel geöffnet - Tintoretto

 

Kreuzigung, Tintoretto, um 1550, Alte Pinakothek München
 
 

Laßt uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der durch sein heiliges Kreuz die Welt erlöst hat:

R: Kyrie, eleison.


Du hast dich entäußert, du wurdest wie ein Sklave und uns Menschen gleich;
- gib, dass die Welt deine Liebe erkennt.


Du wurdest gehorsam bis zum Tod am Kreuz;
- hilf den Leidenden, ihr Geschick anzunehmen.


Gott hat dir den Namen verliehen, der alle Namen übertrifft;
- steh allen bei, die sich zu diesem Namen bekennen.


Vor dir beugen die Knie alle Mächte im Himmel, auf der Erde und unter der Erde;
- gib, dass alle Menschen dich anbeten.


Durch dein Kreuz hast du das Tor des Himmels geöffnet;
- nimm unsere verstorbenen Brüder und Schwestern auf.

Vater unser

Allmächtiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat dein geliebter Sohn den Tod am Kreuz auf sich genommen, um alle Menschen zu erlösen. Gib, dass wir in der Torheit des Kreuzes deine Macht und Weisheit erkennen und in Ewigkeit teilhaben an der Frucht der Erlösung. Darum bitten wir durch Jesus Christus.





Freitag, 18. April 2025

Heilig Kreuz, du Baum der Treue

 

Kreuzigung, St Mary´s Haddington, Schottland

Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleich,
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch.

Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz muß tragen
eine königliche Last,
gib den Gliedern deines Schöpfers
an dem Stamme linde Rast.

Du allein warst wert, zu tragen
aller Sünden Lösegeld,
du, die Planke, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.

Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.
Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.

Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit.
Amen.

Mittwoch, 19. März 2025

Josef in der Fastenzeit

 

Heiliger Josef, blick vom Himmel
auf Dein armes Pflegekind,
dass im schnöden Weltgetümmel
nicht die wahre Brücke find.

Möchte so gerne heilig werden,
doch Du kennst mein böses Herz,
siehst wie Kämpfe und Beschwerden
mir bereiten manchen Schmerz.

Heut erwähl ich Dich zum Vater
Und zum Lehrer, Führer, Freund,
denn Du Heiliger bist ein Rater,
der es redlich mit mir meint.

O Sankt Josef, meine Seele
ist gar arm und elend dran,
sieh doch, wie ich täglich fehle,
wie ich gar nicht voran kann.

Viele, viele fromme Seelen
Sagen, dass wir Dich verehrt.
Sicher darauf könnte zählen,
dass ihm alles wird gewährt.

Darum lass mich heute eilen,
an Dein väterliches Herz,
um Dir treulich mitzuteilen,
bester Vater meinen Schmerz.

Du, ein Vorbild frommer Einfalt,
Zimmermann von Nazareth,
tu’ in mir den Stolz doch Einhalt,
sieh, wie meine Seele fehlt.

Möchte die Demut von Dir lernen,
Demut, Einfalt, Kindes Sinn,
möchte mich selbst von Dir entfernen,
doch die Selbstsucht reißt mich hin.

Möchte gerne beten lernen,
beten nach des Heilands Sinn.
Möchte vom Tod schon mich entfernen,
streben nur nach oben hin.

Doch mein Herz ist gar so flüchtig,
weilt bald hier und ruht bald dort
und weiß doch, dass alles richtig,
dass der Herr allein sein Hort.

Komme heiliger Pflegevater,
höre mitleidvoll mich an,
sei mir doch ein treuer Rater,
auf des Himmels steiler Bahn.
Lass mich von Dir beten lernen,
beten ohne Unterlass,
mich vom Heiland nie entfernen
und ihn lieben ohne Maß.

Ja, die heilige Gottesliebe,
die so ganz Dein Herz durchglüht,
heilige auch meine Triebe,
meine Seele, mein Gemüt.

Gott allein sei meine Freunde,
Gotte allein sei all mein Glück,
Gott allein in Schmerz und Leiden,
Gott in jedem Augenblick.

Und die Liebe zu dem Nächsten,
heiligen Vater übt ich gern.
O, sie war in Dir am regsten,
denn Du lerntest sie vom Herrn.

Sahst die in Maria glühen,
Deiner reinen heiligen Braut.
O, wie mächtig müsst es ziehen,
wenn man solches Beispiel schaut.

Drum St. Josef bittend, kniend,
jetzt Dein Pflegekind, vor Dir,
von der Lieb in Dir glüht,
sende heut ein Fünklein mir,

dass ich alle Menschen liebe,
weil der Herr sie innig liebt.
Das ich keinen je betrüge,
weil mein Gott sonst wird betrübt.

O, lass mich doch nie es wagen,
irgendeinem weh zu tun,
was mir dann mein Heiland sagen,
kann den Zorn er lassen ruhn?

Nein, kein Wörtchen, kein Gedanke
soll dringen in die Seele mein.
Dieser Vorsatz niemals wanke,
lass uns gute Kinder sein.

Und der Tugend schönste Zierde,
heilige Reinheit schmückte Dich.
O mit heißester Begierde,
sehnt meine Seele sich.

Diese Tugend zu empfangen,
durch dich, bester Vater mein,
Du kannst von dem Herrn erlangen,
dass ich lebe keusch und rein.

Heiliger Josef schau vom Himmel,
auf Dein Kind, dass Dir vertraut,
reiß mich los vom Weltgetümmel,
wo man nichts als Sünde schaut.

Heilig, heilig möchte ich werden,
sprich für mich ein wirksam Wort.
O St. Josef, sei auf Erden,
stets mein Vater und mein Hort.

Endlich dann, in jener Stunde,
wo mein Leben neiget sich,
Vater, lass aus Deinem Munde,
Trostesworte hören mich.

Komm mit Jesus und Maria,
in der letzten größten Not.
Sei mit Jesus und Maria,
Hilfe mir und Trost im Tod.
Amen.
Q: unbekannt


Heiliger Josef, bitte für uns!

Sonntag, 10. März 2024

Wie Mose in der Wüste

 

Mose und die Schlange, Bibelhaus, Görlitz


Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodémus:
14 Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat,
so muss der Menschensohn erhöht werden,
15 damit jeder, der glaubt,
in ihm ewiges Leben hat.
16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat.

(aus dem Evangelium des 4. Fastensonntags, B) 


der Menschensohn muss erhöht werden, damit jeder,
der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat.

Jesus und Nikodemus

Samstag, 22. Oktober 2022

Johannes Paul II. über Wissenschafter, die heute selten zu finden sind

 

Johannes Paul II., Mariabesnyö, Gödöllö, Ungarn

APOSTOLISCHE REISE NACH POLEN UND UNGARN

aus der ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE VERTRETER AUS DER WELT DER KULTUR
UND DER WISSENSCHAFT

Ungarische Akademie der Wissenschaften (Budapest) Samstag, 17. August 1991

2. Darüber hinaus sei es mir gestattet, den Schriftstellern, Wissenschaftlern, Künstlern und Ärzten besonders herzlich meine Achtung zu bekunden, die auch unter den schwierigen Verhältnissen der jüngsten Vergangenheit nie aufgehört haben,
sich zu ihrem christlichen Glauben zu bekennen,
und immer dem Gebot der Wahrheit und der Stimme ihres Gewissens treu geblieben sind,
auch wenn sie dafür schwere Diskriminierungen ertragen mußten.
Könnte man es in der Tat unterlassen, auf die Trauer und den Schmerz hinzuweisen, mit dem wir erleben mußten, wie in den Ländern Mittel- und Osteuropas hervorragende Persönlichkeiten ins Abseits gedrängt wurden, weil sie sich infolge ihres entschlossenen Festhaltens an den Werten des Glaubens aus dem sozialen und kulturellen Leben ausgeschlossen sahen?  (.....)

Die Geschichte der ungarischen Kultur hat nicht nur wertvolle Profanwerke, sondern auch Meisterwerke christlichen Glaubens und christlicher Kultur aufzuweisen. Das allererste große Werk der ungarischen Literatur bezieht sich auf die Jungfrau Maria, die Schmerzensmutter Jesu. Und viele berühmte ungarische Dichter und Schriftsteller haben das innige Verhältnis herausgestellt, in das Gottes gerechte und barmherzige Liebe mit dem erlittenen Geschick jedes einzelnen Menschen eintritt, der immer als Kind Gottes angesehen wird, auch dann, wenn er vom rechten Weg abkommt.

Ein wesentlicher Teil der ungarischen Musik gibt der Lobpreisung Gottes Ausdruck. Die schönsten historischen Baudenkmäler sind Kirchen und Klöster. Kultur und Glaube sind in eurer Geschichte stets untrennbar miteinander verwoben gewesen.

Der Herr helfe Ihnen, diese Ihre Sendung zu erkennen, und die mütterliche Fürsprache Mariens, an die sich das ungarische Volk im Laufe seiner tausendjährigen Geschichte wiederholt vertrauensvoll gewandt hat, stehe Ihnen bei. In ihrem Namen segne auch ich Sie von Herzen.

Maria unter dem Kreuz, Krypta Mariabesnyö
Heiliger Johannes Paul II., erbitte uns Frieden und Freiheit

Sonntag, 2. Mai 2021

Ich bin der wahre Weinstock

 

St. Michael, Mondsee


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Ich bin der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer.
2Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt,
schneidet er ab
und jede Rebe, die Frucht bringt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
3Ihr seid schon rein kraft des Wortes,
das ich zu euch gesagt habe.
4Bleibt in mir
und ich bleibe in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
so auch ihr,
wenn ihr nicht in mir bleibt.
5Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6Wer nicht in mir bleibt,
wird wie die Rebe weggeworfen
und er verdorrt.
Man sammelt die Reben,
wirft sie ins Feuer
und sie verbrennen.
7Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt:
Ihr werdet es erhalten.
8Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
(6. Sonntag der Osterzeit, B)

Mosaik in der Westminster Cathedral


Donnerstag, 7. Januar 2021

Krippe und Kreuz (Das Anbetungsfenster aus dem Bayernfensterzyklus im Kölner Dom)

 

Hirten und Könige beten Christus den Herrn an, Anbetungsfenster, Kölner Dom


 

Das Licht, das in der Weihnachtsnacht erstrahlt ist und die Grotte von Betlehem erleuchtet, wo Maria, Josef und die Hirten in stiller Anbetung verharren, erstrahlt und offenbart sich heute allen. Epiphanie – Erscheinung des Herrn – ist ein Lichtmysterium, symbolisch angezeigt von dem Stern, der den Weg der Sterndeuter lenkte. Die wahre Lichtquelle, »das aufstrahlende Licht aus der Höhe« (Lk 1,78), ist jedoch Christus. Im Geheimnis von Weihnachten erstrahlt das Licht Christi über die ganze Erde, indem es sich gleichsam in konzentrischen Kreisen ausbreitet. Zunächst über der Heiligen Familie aus Nazaret: Die Jungfrau Maria und Josef werden von der göttlichen Anwesenheit des Jesuskindes erleuchtet. Das Licht des Erlösers offenbart sich dann den Hirten aus Betlehem, die nach dem Hinweis des Engels sogleich zur Grotte eilen und dort das ihnen angekündigte »Zeichen« finden: ein Kind, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt (vgl. Lk 2,12). Die Hirten verkörpern, zusammen mit Maria und Josef, jenen »Rest Israels«: die Armen, die »anawim«, denen die Frohe Botschaft verkündet wird. Schließlich erreicht der Glanz Christi die Sterndeuter, welche die Erstlinge der heidnischen Völker darstellen. Im Schatten bleiben die Paläste der Mächtigen von Jerusalem, wohin die Nachricht von der Geburt des Messias paradoxerweise gerade von diesen Sterndeutern gebracht wird und dort keine Freude weckt, sondern Furcht und feindselige Reaktionen auslöst. Geheimnisvoller göttlicher Plan: »Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse« (Joh 3,19).

Aber was ist dieses Licht? Ist es lediglich eine eindrucksvolle Metapher oder entspricht dem Bild eine reale Gegebenheit? Der Apostel Johannes schreibt in seinem ersten Brief: »Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm« (1 Joh 1,5); und später fügt er hinzu: »Gott ist Liebe«. Zusammengenommen verhelfen uns diese beiden Aussagen zu einem besseren Verstehen des Geschehens: Das zu Weihnachten erschienene Licht, das sich heute den Völkern zeigt, ist die Liebe Gottes, die in der Person des fleischgewordenen Wortes offenbar geworden ist. Angezogen von diesem Licht treffen die Sterndeuter aus dem Osten ein. Im Geheimnis der Epiphanie zeigt sich also neben einer Bewegung der Ausstrahlung nach außen eine Bewegung der Anziehung hin zum Zentrum, welche die schon in den Alten Bund eingeschriebene Bewegung vollendet. Die Quelle dieses Dynamismus ist Gott – ein einziger in seinem Wesen, dreifaltig in seinen Personen –, der alles und alle an sich zieht. Die Person des menschgewordenen Wortes erscheint somit als Prinzip der Versöhnung und universalen Einigung (vgl. Eph 1,9–10).
Christus ist das Endziel der Geschichte, der Ankunftspunkt eines »Exodus«, eines von der Vorsehung bestimmten Erlösungsweges, der in seinem Tod und in seiner Auferstehung endet. Darum sieht die Liturgie am Hochfest der Erscheinung des Herrn die sogenannte »Ankündigung des Osterfestes« vor: Das Kirchenjahr faßt in der Tat die gesamte Erzählung der Heilsgeschichte zusammen, in deren Zentrum »das Triduum des gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Herrn« steht.
(Papst Benedikt XVI, aus der Predigt vom 6.1.2006)

 


Wir beten Dich an, Herr, Jesus Christus und preisen Dich,

denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.