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Mittwoch, 10. März 2021

Franziska von Rom

 

Franziska von Rom mit ihrem Schutzengel, S. Maria in Trastevere

Ordensgründerin, Mystikerin
Namensdeutung: die Fränkische (lat.), oder die kleine Französin (it.)
Namenstage: Franziska, Franka, Francesca, Françoise
Gedenktag: 9. März

Lebensdaten: geboren 1384 in Rom, gestorben am 9. März 1440 ebendort

Lebensgeschichte: Die adlige Römerin Francesca Bussa de Buxis de Leoni spielte als Kind mit Vorliebe „Märtyrin“ und wollte gerne Nonne werden. Doch sie wurde bereits mit zwölf Jahren mit Lorenzo de Ponziani vermählt, dem päpstlichen Stadtkommandanten. Das Ehepaar war bis zu seinem Tod 40 Jahre später verheiratet und hatte sechs Kinder, von denen zwei an der Pest starben.

Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Vanozza und mit dem Einverständnis der Ehemänner wandelte sie den Stadtpalast in Trastevere in ein geistliches Einkehrhaus und während der großen Pestepidemie in ein Krankenhaus um, was bei den Römern jedoch lediglich für Achselzucken und Spott sorgte: Immerhin stritten zu der Zeit bis zu drei Päpste um die Macht über eine Kirche, die kaum noch Ansehen genoss. Damals weideten Schafe im Petersdom. Die Frauen kümmerten sich aufopfernd um die Kranken, beteten und opferten, so weit es ihre sonstigen Pflichten zuließen. Es hieß, Franziska könne Frauenleiden auf wunderbare Weise lindern und schliefe oft nur zwei Stunden.

1425 gründete Franziska die „Gemeinschaft der Oblatinnen des Olivetanerklosters bei (der Kirche) S. Maria Nuova“ nach der Regel der Benediktiner und kaufte 1433 für die Gemeinschaft ein Haus, das bis heute existiert. Nach dem Tod ihres Mannes 1436 trat sie selber in ihr Kloster ein und wurde bald zur Oberin gewählt.

Franziska war mystisch begnadet und hatte zahlreiche Visionen, die ihr Beichtvater aufschrieb. In ihren letzten Lebensjahren sah sie immer einen Engel an ihrer Seite. Sie starb am 9. März 1440 in ihrem Ordenshaus.

Verehrung: Franziska wurde in der Kirche S. Maria Nuova in Rom bestattet, die heute S. Francesca Romana heißt. 1608 wurde sie heiliggesprochen.

Darstellung: im schwarzen Kleid und weißem Schleier, der Tracht der Römerinnen, mit Buch und Schutzengel

Patronin: von Rom, der Frauen und – wegen des Schutzengels, der sie ständig begleitete – der Autofahrer

Am 9. März gedenkt die Kirche der hl. Franziska von Rom, an ihrem Grab in Rom, in der Londoner Jesuitenkirche,

und des hl. Dominikus Savio, an seinem Grab in Turin und an seinem Geburtsort, und das Altarbild in der Krypta von Castelnuovo


Mittwoch, 16. September 2020

Cornelius, Papst

 

Papst Cornelius, 3. von rechts, Apsismosaik, S. Maria in Trastevere


Cornelius, Papst und Märtyrer. Cornelius stammte aus dem alten römischen Geschlecht der Cornelier und wurde 251 Papst. Er vertrat gegenüber den Christen, die während der Verfolgung des Decius abgefallen waren, eine milde Bußpraxis und gewährte ihnen Wiederaufnahme in die Kirche. Der römische Priester Novatian griff Cornelius wegen seiner Nachsichtigkeit heftig an und ließ sich zum Gegenpapst wählen, Cornelius wurde jedoch auf einer Synode im Herbst 251 von sechzig Bischöfen bestätigt. Unter Kaiser Valerian wurde der Bischof von Rom im Juni 253 nach Centumcellae, das ist das heutige Civitavecchia, verbannt, wo er kurz darauf starb. Sein Leib wurde in der Kalixtuskatakombe beigesetzt. Reliquien des Bekennerbischofs befinden sich in Kornelimünster und in Köln. Cornelius wird in päpstlicher Gewandung mit Tiara, Kreuzstab, Buch, Schwert und Palme dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Cyprian von Karthago

Statue in Cyprians Clatence Gate, London


Apsismosaik, S. Maria in Trastevere

Montag, 14. Oktober 2019

Papst Kalixtus I.

links neben Maria Papst Kalixtus, S. Maria in Trastevere


Kalixtus I., Papst von 217 bis 222. Kalixtus war ein ehemaliger Sklave, verwaltete als Archidiakon unter Papst Zephyrin die äußeren Angelegenheiten der Kirche. Eine seiner großen Leistungen dieser Zeit war die Anlage des Friedhofes an der Via Appia, der heute noch den Namen „Katakomben des Kalixtus“ trägt. Hier sind viele Märtyrer und alle Päpste des 3. Jahrhunderts begraben. Kalixtus wurde 217 zum Papst erhoben, bekämpfte den Adoptianismus und Modalismus. Der erste Gegenpapst der Kirchengeschichte, Hippolyt, beschuldigte ihn eines unlauteren Vorlebens. Daraufhin exkommunizierte Kalixtus Hippolyt. Vor allem warf man dem römischen Bischof eine zu milde Bußpraxis vor, da Kalixtus reuige Apostaten wieder aufnahm und die Eheschließung zwischen hochgestellten Damen und Sklaven akzeptierte. Heftige Auseinandersetzungen mit Hippolyt und Tertullian gab es auch, weil er reumütigen Unzuchtsündern eine zweite Buße gewährte. Kalixtus ließ als erster Kirchen ausmalen. Er versuchte nachdrücklich, den Einfluss des Bischofs von Rom für die gesamte Kirche zu mehren, was ihm den Spott des Tertullian einbrachte, der ihn als neuen „pontifex maximus“ und „episcopus episcoporum“ verhöhnte. Beides sind heute Ehrentitel des Papstes. Der aktivste Papst des 3. Jahrhunderts starb 222 und wurde im Coemeterium Calepodii beigesetzt. Erst eine Legende des 7. Jahrhunderts berichtet von seinem Martyrium. 854 wurden seine Gebeine nach Tournay übertragen.
(Martyrologium Sancrucense)



Apsismosaik Krönung Marias

Freitag, 12. April 2019

Julius I., Papst

vlnr. Christus mit Maria, die Päpste Petrus, Cornelius und Julius I., Märtyrerpriester Calepodius
Apsismosaik, um 1140, in S. Maria in Trastevere

Julius I., Papst. Julius wurde 337 Papst, er bekämpfte kraftvoll die Irrlehre des Arius und verteidigte Athanasius von Alexandrien. Durch seine Güte, Milde und Charakterfestigkeit hob Julius das Ansehen des Papsttums. In Rom erbaute er die Kirche zu den zwölf Aposteln. Julius I. starb am 12. April 352 und wurde bald als Heiliger verehrt.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Zeno von Verona und des hl. Josef Moscatti.

Maria in Trastevere, Rom

Samstag, 8. September 2018

Mariä Geburt - Andreas v. Kreta


Geburt Mariens, Mosaik aus dem 13. Jh., S. Maria in Trastevere, Rom
  
„Voll Freude feiern wir das Geburtsfest der Jungfrau Maria, aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott.“, heißt es im heutigen Eröffnungsvers zum Fest Maria Geburt. „In tiefer Verehrung lasst uns die Geburt der seligen Jungfrau feiern“, betet die Kirche heute im Stundengebet. Andreas von Kreta († 740) fordert uns dazu auf, den Geburtstag der Jungfrau gebührlich zu feiern als er über das Festgeheimnis sprach: „Denn eine Jungfrau wird geboren, gepflegt und herangezogen und zur Mutter geformt für Gott, den König der Ewigkeiten. So singe und tanze also die ganze Schöpfung und trage etwas bei, was des Tages würdig ist. Der heutige Tag werde ein gemeinsames Fest für Himmel und Erde. Alles, was auf Erden ist und über der Erde, soll zusammen feiern. Heute wurde das Heiligtum für den Schöpfer des Alls errichtet. Die Schöpfung bereitete dem Schöpfer ein neues und würdiges Haus.

Es ist selbstverständlich, dass wir mit Familie und Freunden unseren Geburtstag feiern. Große, durchaus auch fragwürdige Feste und Partys werden oftmals veranstaltet. Aber sind wir uns auch bewusst, dass das liturgische Fest Maria Geburt ein Geburtstagsfest für unsere himmlische Mutter ist? Maria, die Mutter aller Menschen, muss an ihrem Geburtstag Jahr für Jahr feststellen, dass nur wenige ihrer Kinder an ihren Ehrentag gedacht haben. Haben Sie heute schon mit Maria gefeiert und ihr gesagt: „Schön, dass es dich gibt?“

Andreas von Kreta erinnert uns daran, dass Liturgie nichts Langweiliges ist, sondern ein feierliches Zusammentreffen von Himmel und Erde, um mit Jubel und dankbarer Freude in den ewigen Lobpreis Gottes einzustimmen. Die kirchlichen Feste sind ein Vorgeschmack auf den Himmel, der ein einziges großes Fest mit einem himmlischen Hochzeitsmahl sein wird. Danken wir heute dem Herrn, dass er in Maria ein einzigartiges Geschöpf zum Heil der ganzen Schöpfung erschaffen hat und bitten wir ihn: „Erfülle uns mit Freude am Geburtsfest der seligen Jungfrau Maria, denn sie ist die Morgenröte des Heiles und das Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt.“ (Aus dem Schlussgebet)

S. Maria in Trastevere. Rom


Donnerstag, 2. Februar 2017

Den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast

Darstellung des Herrn, S. Maria in Trastevere, Rom



Auf dem Weg dieses »Gehorsams des Glaubens« hört Maria etwas später noch andere Worte, die im Tempel von Jerusalem ausgesprochen werden. Es war der vierzigste Tag nach der Geburt Jesu, als Maria und Josef nach der Vorschrift des mosaischen Gesetzes »das Kind nach Jerusalem hinaufbrachten, um es dem Herrn zu weihen« (Lk 2, 22).
Die Geburt war in größter Armut erfolgt. Wir wissen ja von Lukas, daß Maria, als sie sich anläßlich der von der römischen Obrigkeit angeordneten Volkszählung mit Josef nach Betlehem begab und sich »in der Herberge kein Platz« für sie fand, ihren Sohn in einem Stall geboren hat und »ihn in eine Krippe legte« (vgl. Lk 2, 7).
Ein gerechter und gottesfürchtiger Mann namens Simeon erscheint an jenem Beginn des Glaubensweges Marias. Seine Worte, die vom Heiligen Geist eingegeben wurden (vgl. Lk 2, 25-27), bestätigen einerseits die Wahrheit der Verkündigung. Wir lesen nämlich, daß er das Kind »in seine Arme nahm«, dem - nach dem Auftrag des Engels - »der Name Jesus gegeben worden war« (vgl. Lk 2, 21). Die Rede Simeons entspricht dem Inhalt dieses Namens, der Heiland bedeutet: »Gott ist Heil«. Zum Herrn gewandt, sagt er: »Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel« (Lk 2, 30. 32). Zugleich aber wendet sich Simeon auch an Maria mit den folgenden Worten: »Dieser ist dazu bestimmt, daß viele in Israel durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden«. Und mit direktem Bezug auf Maria fügt er hinzu: »Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen« (vgl. Lk 2, 34. 35).
Die Worte Simeons werfen auf die Verkündigung, die Maria vom Engel gehört hat, ein neues Licht: Jesus ist der Heiland, er ist »Licht«, das die Menschen »erleuchtet«. Ist es nicht das, was sich in gewisser Weise in der Nacht von Weihnachten offenbart hat, als die Hirten zum Stall gekommen sind? (vgl. Lk 2, 8-20). Ist es nicht das, was sich noch deutlicher im Kommen der Weisen aus dem Morgenland kundtun sollte? (vgl. Mt 2, 1-12).
Zugleich aber wird der Sohn Marias schon am Anfang seines Lebens - und mit ihm seine Mutter - auch die Wahrheit der anderen Worte Simeons an sich erfahren: »Zeichen, dem widersprochen wird« (Lk 2, 34). Dieses Wort Simeons erscheint wie eine zweite Verkündigung an Maria; denn es zeigt ihr die konkrete geschichtliche Dimension, in der ihr Sohn seine Sendung ausführen wird, nämlich im Unverständnis und im Leid. Wenn eine solche Ankündigung einerseits ihren Glauben an die Erfüllung der göttlichen Heilsverheißungen bestätigt, so offenbart sie andererseits auch, daß Maria ihren Glaubensgehorsam im Leid leben muß, an der Seite des leidenden Heilandes, und daß ihre Mutterschaft umschattet und schmerzenreich sein wird. Und in der Tat, schon nach dem Besuch der Weisen, nach ihrer Ehrenbezeugung ( »sie fielen nieder und huldigten ihm« ), nach der Übergabe der Geschenke (vgl. Mt 2, 11 ) muß Maria zusammen mit ihrem Kind unter dem sorgenden Schutz Josefs nach Ägypten fliehen; denn »Herodes suchte das Kind, um es zu töten« (vgl. Mt 2, 13). Und bis zum Tode des Herodes werden sie in Ägypten bleiben müssen (vgl. Mt 2, 15).
(Johannes Paul II., Redemptoris Mater, 16)


Darstellung des Herrn, S. Maria in Trastevere, Rom