1394 geboren, studierte er zunächst in Perugia Rechtswissenschaft. Nach seinem Eintritt bei den Minderbrüdern (1416) wurde er Priester und widmete sich besonders der Predigttätigkeit in ganz Europa, vor allem in Italien. Mit Eifer verbreitete er die Verehrung des heiligsten Namens Jesus. Er starb 1476 in Neapel.
In einer seiner Predigten heißt es: Du gnadenreichstes und heiligstes Wort Gottes! Du erleuchtest die Herzen der Gläubigen, du sättigst die Hungrigen, tröstest die Betrübten. du machst fruchtbar an allen guten Werken, läßt alle Tugenden aufsprießen. Du reißt die Seelen fort vom Schlund der Hölle, rechtfertigst die Sünder und verwandelst Irdisches in Himmlisches.
Die zum Dienst am Tisch des Herrn berufen sind, sollen beispielhaft leuchten durch ein würdiges und sittliches Leben, weit ab von aller Niedrigkeit und Unreinheit der Laster. Als Salz der Erde für sich und die anderen sollen sie in Ehrbarkeit zusammenleben und in edlem Feingefühl anderen voranleuchten. In der Schule Christi sollen sie lernen, daß nicht nur den Aposteln und Jüngern, sondern auch allen Nachfolgern, also auch den Priestern und den Klerikern gesagt wird: "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten." Ein unwürdiger, mit Lastern beschmutzter Klerus, der in den Fesseln der Sünde verstrickt ist und von dem man weder für ihn selbst noch für andere Hilfe erwartet, wird von den Menschen mit Recht wie wertloser Unrat zertreten. Gregor sagt: "Wer ein verächtliches Leben führt, dem bleibt nichts anderes, als daß auch seine Predigt verachtet wird." "Älteste, die das Amt des Vorstehers gut versehen, verdienen doppelte Anerkennung; das gilt besonders solchen, die sich mit ganzer Kraft dem Wort und der Lehre widmen."
Die Priester aber, die ihr Amt gut verwalten, verdienen doppelte Anerkennung: sowohl materiell wie persönlich, zeitlich wie geistlich, vergänglich wie ewig. Mit allen Geschöpfen gemeinsam sind sie den Bedürfnissen der Natur unterworfen, aber sie sind doch sorgfältig darauf bedacht, im Himmel unter den Engeln zu weilen, damit sie als aufmerksame Diener des Königs Wohlwollen erlangen. Wie für die Welt di e Sonne aufgeht in göttlichen Höhen, so leuchte das Licht des Klerus vor den Menschen, "damit diese ihre guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen".
"Ihr seid das Licht der Welt." Licht leuchet aber nicht nur für sich, sondern sendet seine Strahlen aus, um alles ringsum zu erhellen; so auch das hervorragende Leben guter und rechtschaffener Kleriker, und jeder, der sie sieht, wird durch den Glanz ihrer Herrlichkeit erleuchtet und erfreut. Wer mit der Sorge für andere betraut ist, muss an sich selber zeigen, wie andere im Hause des Herrn wandeln sollen.
Aus dem Traktat des heiligen Johannes von Capestrano "Spiegel der Kleriker", in: Franziskanisches Proprium zum Stundenbuch
Hl. Klara mit dem Allerheiligsten Sakrament, St. Maria Schnee, Prag
Klara war eine Frau des Gebetes, viele Berichte erzählen von der Kraft
ihrer Fürbitte. Bekannt ist vor allem die Erzählung von der Bedrohung
der Stadt Assisi durch die feindlichen Sarazenen: Klara trat den wilden
Sarazenen mit dem Allerheiligsten, das sie in einem Kästchen bei sich
trug, entgegen. Tatsächlich zogen die Sarazenen wieder ab.
In Begleitung des Bruders Illuminatus, eines wahrhaft erleuchteten und tugendhaften Menschen, machte er sich auf den Weg. Da begegneten ihm auf dem weg zwei Schäflein. Ihr Anblick erfüllte den Heiligen mit Freude, und er sagte zu seinem Gefährten: Vertrau auf den Herrn, Bruder, denn an uns wird sich das Wort des Evangeliums erfüllen: Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe. Als sie schon weitergegangen waren, stießen sie auf sarazenische Soldaten. Wie Wölfe auf die Schafe stürzen, so ergriffen sie die Diener Gottes. Sie behandelten sie mit Grausamkeit und Verachtung, stießen Schmähungen gegen sie aus, versetzten ihnen Schläge und fesselten sie. Übel zugerichtet wurden sie schließlich zum Sultan gebracht - Gottes Vorsehung lenkte es so, wie Franziskus es gewünscht hatte.
Der Fürst fragte sie, wer sie gesandt habe, was der Zweck ihres Kommens sei und wie sie hierher gelangt seine. Da gab der Diener Christi Franziskus freimütig zur Antwort, nicht Menschen, sondern Gott, der Allerhöchste, habe sie gesandt, damit er ihm und seinem Volke den Weg des Heiles zeige und das wahre Evangelium verkünde. Er predigte dem Sultan mit solcher Unerschrockenheit, Geisteskraft und Glut den einen, dreifaltigen Gott und den Erlöser aller Menschen Jesus Christus, dass in Wahrheit an ihm das Wort des Evangeliums erfüllt schien. Ich werde euch Beredsamkeit und Weisheit verleihen, der alle eure Gegner nicht zu widerstehen und zu widersprechen vermögen. Denn auch der Sultan sah die wunderbare Glut und Kraft des Geistes bei dem Gottesmann, er hörte ihn gern und drängte ihn, länger bei ihm zu bleiben. Durch eine Weisung Gottes erleuchtet, gab jedoch der Diener Christi zur Antwort: "Wenn du dich mit deinem Volke zu Christus bekehren willst, will ich aus Liebe zu ihm gern bei euch bleiben. Solltest du aber Bedenken tragen, für den Glauben an Christus das Gesetz des Mohammed zu verlassen, dann lass ein großes Feuer anzünden, dann werde ich mit deinen Geistlichen ins Feuer hingehen, damit du wenigstens dadurch erkennen mögest, welchen Glauben man mit mehr Recht als sicherer und heiliger festhalten muss." Da erwiderte der Sultan:"Ich glaube nicht, dass sich einer meiner Priester bereit findet, sich zur Verteidigung seines Glaubens ins Feuer zu gebeben oder irgendeine Marter auf sich zu nehmen." Denn er hatte bemerkt, wie sich einer von seinen Priestern, ein Mann von hohem Ansehen und Alter, bei diesen Worten des Heiligen aus dem Blickfeld entfernte.
Da sagte der Heilige: "Versprichst du mir für dich und dein Volk, du werdest den Glauben an Christus annehmen, wenn ich unversehrt durchs Feuer gehe, dann will ich allein hineingehen. Werde ich verbrannt, dann rechte dies meinen Sünden an; beschützt mich aber Gottes Macht, dann erkennt, dass Christus, Gottes Kraft und Weisheit wahrhaft Gott und Herr, der Erlöser aller Menschen ist!"
Der Sultan erwiderte, er wage nicht, eine solche Probe vorzunehmen, denn er fürchtete einen Aufruhr seines Volkes. Doch bot er Franziskus viele kostbare Gegenstände an, die der gottesmann aber alle wie Lehm verachtete; denn ihn verlangte nicht nach irdischem Reichtum, sondern nach dem Heil der Seelen. Da wunderte sich der Sultan sehr und brachte ihm noch größere Verehrung entgegen, sah er doch, wie dieser Heilige alle irdischen Güter gänzlich verachtete. Er wollte zwar nicht den christlichen Glauben annehmen oder wagte es vielleicht nicht; doch bat er den Diener Christi inständig, er möge zum Heil seiner Seele diese Gaben nehmen und für die christlichen Armen oder die Kirchen verwenden. Weil aber Franziskus die Last des Geldes floh und weil er erkannte, dass die wahre Frömmigkeit im Herzen des Sultan noch nicht Wurzel geschlagen hatte, lehnte er dieses Angebot ab. (Bonaventura von Bagnoregio, Legenda Major, IX,8; in FranziskusQuellen, 744)
Lebensdaten: geboren um 1350 in Pomuk bei Pilsen, gestorben am 20. März 1393 in Prag
Lebensgeschichte und Legende:
Johannes Welflin oder Wolfflin wurde um 1350 in (tschechisch „ne“)
Pomuk als Sohn eines Richters geboren und war 1369 kaiserlicher Notar in
der Gerichtskanzlei des Erzbistums Prag. Nach seiner Priesterweihe 1380
erwarb er in Padua ein Doktorat in kanonischem Recht und wurde bald
nach seiner Rückkehr nach Prag einer der Generalvikare des Erzbischofs
Johannes von Jenštejn. Als es während des Großen Abendländischen
Schismas zu Konflikten zwischen der weltlichen und kirchlichen Macht kam
und König Wenzel IV. versuchte, das Gebiet des Erzbistums durch eine
neue Bistumsgründung zu beschneiden, nutzte Johannes Nepomuk eine
Abwesenheit des Monarchen, um eine dazu erforderliche Personalie zu
verhindern. Bald darauf wurde er auf Weisung des Königs verhaftet, in
dessen Beisein gefoltert und in die Moldau geworfen. Der verbreiteten
Legende nach sei Johannes Nepomuk aber der Beichtvater der Königin
Johanna gewesen und habe sich geweigert, ihre Geheimnisse dem
eifersüchtigen Wenzel preiszugeben, weswegen dieser ihn ermorden ließ. Johannes
Nepomuks Leichnam kennzeichneten fünf Flammen, als man ihn aus der
Moldau barg, weswegen er immer mit einem Strahlenkranz aus fünf Sternen
abgebildet sieht. Er wurde im Veitsdom bestattet und ruht unter einem
prachtvollen Grab aus Silber.
Verehrung/Brauchtum:
Johannes Nepomuks Verehrung wurde ab dem Ende des 17. Jahrhunderts
gefördert, um zum einen den böhmischen „Nationalheiligen“ Jan Hus zu
verdrängen, zum anderen den Empfang des Beichtsakraments zu fördern.
1729 heiliggesprochen, entstand ein Kult besonders in den Ländern der
Habsburgermonarchie, für die er als eine Art „Staatsheiliger“ gelten
kann. Statuen des „Brückenheiligen“ zieren vor allem in Bayern,
Österreich und Südtirol unzählige Brücken.
Darstellung: als Priester mit Kreuz und Palme, den Zeigefinger an den Lippen, ein Kranz aus 5 Sternen um den Kopf
Patron:
von Böhmen, Bayern, Salzburg, Seckau, Correggio, Prag, des Banat und
Santanders, der Priester, der Beichtväter und des Beichtgeheimnisses,
der Schiffer, Müller, Flößer, der Brücken, gegen Verleumdung, für
Verschwiegenheit, gegen Wassergefahren
plastische Darstellung des tot in der Moldau liegenden Johannes Nepomuk, die 5 Sterne stehen für "tacui" - ich habe geschwiegen
Gerade im apostolischen Schreiben Pastores
dabo vobis werden daher die Geistlichen aufgefordert, die Praxis der
sakramentalen Versöhnung zur Wahrung ihres geistlichen Lebens selbst zu pflegen:
» Ein eigenes Wort möchte ich dem
Bußsakrament vorbehalten, dessen Verwalter und Spender die Priester sind; doch
sollen sie auch Empfänger dieses Sakramentes sein und so zu Zeugen von Gottes Mitleid
mit den Sündern werden. Das geistliche Leben und das pastorale Wirken des
Priesters wie auch der Laien und Ordensleute, die seine Geschwister sind,
hängen vom häufigen und bewussten Empfang des Bußsakramentes ab. Ich
wiederhole, was ich in dem Apostolischen
Schreiben Reconciliatio et
paenitentia geschrieben habe: „Die Feier der Eucharistie und der Dienst der
anderen Sakramente, der pastorale Eifer, die Beziehung zu den Gläubigen, die
Verbundenheit mit den Mitbrüdern, die Zusammenarbeit mit dem Bischof, das
Gebetsleben, ja die ganze priesterliche Existenz würden unweigerlich schweren Schaden
nehmen, wenn man es aus Nachlässigkeit oder anderen Gründen unterließe,
regelmäßig und mit echtem Glauben und tiefer Frömmigkeit das Bußsakrament zu
empfangen. Wenn ein Priester nicht mehr zur Beichte geht oder nicht gut beichtet,
so schlägt sich das sehr schnell in seinem priesterlichen Leben und Wirken nieder,
und auch die Gemeinde, deren Hirte er ist, wird dessen bald gewahr ” «.
Wenn ich aber, wie Benedikt XVI.
schreibt, dafür dankbar bin, dass Gott mir stets vergibt, » lerne ich auch,
indem ich mir vergeben lasse, den anderen zu vergeben «
(Kongregation für den Klerus, Der Priester, Diener der götllichen Barmherzigkeit, Nr. 17)
Laurentiusaltar neben der ersten Säule links im Bild, S. Lorenzo, Vicenza
Laurentius, Namenspatron von Lorenz,
Laura oder Lars lebte im 3. Jahrhundert n. Chr. Er ist u. a.
der Patron der Köche, Bibliothekare, Archivare, Wirte, Bierbrauer
etc. Seine Herkunft soll nach alten Überlieferungen die spanische Stadt Huesca
in Aragonien sein. Seine Eltern waren Adelige und ließen ihren
intelligenten Sohn im nahen Zaragossa studieren, um ihn
Priester werden zu lassen. Eines Tages kam der Archidiakon Sixtus
und nahm den jungen Mann mit nach Rom. Dort wurde er einer der
sieben Archidiakone unter dem römischen Bischof, Papst
Sixtus II. In der unter dem ursprünglich toleranten Kaiser
Valerian (253-259) ausgebrochenen Christenverfolgung vertraute Papst
Sixtus seinem Diakon Laurentius für den Fall seines Todes die Schätze der
Kirche an. Während eines Überfalls eines kaiserlichen Mordkommandos auf einen
Gottesdienst, dem der Papst vorstand, wurde dieser am 6. August 258 enthauptet.
Mit ihm starben noch vier Diakone. Unter Tränen soll Laurentius gerufen haben „Wo
gehst du hin, Vater, ohne deinen Sohn". Kurz darauf wurde auch
Laurentius gefangen genommen und in den Kerker geworfen. Dort heilte er den blinden
Luxilus und taufte den Aufseher Hippolyt. Kaiser
Valerian forderte von Laurentius die Aushändigung des Kirchenschatzes.
Laurentius verweigerte die Herausgabe und erbat sich drei Tage Bedenkzeit. Die
Zeit nutzte er gemeinsam mit Hippolyt, den Besitz der Kirche unter die
Bedürftigen Roms zu verteilen. Nach Ablauf der drei Tage führte Laurentius die
Armen als den „wahren Kirchenschatz" zu Valerian. Wutentbrannt
über diese Bloßstellung ließ der Kaiser den Diakon ergreifen und am 10.
August des Jahres 258 grausam hinrichten. Östliche
Märtyrerberichte beschreiben im 4. Jahrhundert die Todesart. Danach
wurde Laurentius auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert. Kurz vor seinem
Tod soll er einer Legende nach zu seinen Peinigern gesagt haben: „Ich bin
auf einer Seite gar, ihr könnt mich umdrehen." Deshalb wird der
Heilige immer mit einem Rost dargestellt.