Posts mit dem Label S. Cecilia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label S. Cecilia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. Februar 2021

Agatha empfängt die Krone des Martyriums

 

Mosaik der hl. Agatha in der Krypta der hl. Cäcilia in Trastevere

 Märtyrin

Namensdeutung: die Gute (griech.)
Namenstage: Agatha, Agathe, Aga, Agda, Agota, Agafia, Aggie, Gaschka, männl.: Agathos
Gedenktag: 5. Februar

Lebensdaten: geboren um 225 in Catania auf Sizilien, gestorben um 250 ebendort

Lebensgeschichte und Legende: Der Überlieferung nach stammte die schöne Jungfrau Agatha aus einer vornehmen Familie und wurde vom Statthalter von Catania begehrt. Als sie ihn zurückwies, nahm er Rache und verschleppte sie in ein Bordell; vielleicht verbirgt sich in diesem Detail die historische Tatsache, dass Jungfrauen im Römischen Reich nicht hingerichtet werden durften – auch nicht wegen ihres christlichen Glaubens.

Nachdem alle Versuche misslungen waren, Agatha zur Unzucht zu verleiten, wurde sie zu Tode gemartert – unter anderem wurden ihr die Brüste abgeschnitten. Danach wurde sie auf Scherben und glühende Kohlen gewälzt.
Der Legende nach wurde sie vom heiligen Petrus im Kerker besucht, Agatha jedoch lehnte eine Linderung ihrer Qualen durch diese Erscheinung ab. Ein Jahr nach ihrem Martyrium drohten bei einem Vulkanausbruch des Ätna die Lavaströme Catania zu begraben. Das gläubige Volk trug dem Lavastrom den Schleier Agathas entgegen, worauf der Strom augenblicklich stillstand.

Verehrung/Brauchtum: Die Reliquien und der Schleier der heiligen Agatha werden in Catania verehrt, ihre Schädeldecke im Kloster Kamp (Nordrhein-Westfalen). Bereits 470 gab es eine arianische, der heiligen Agatha geweihte Kirche in Rom, Sant’Agata dei Goti, die Papst Gregor der Große 592 dem katholischen Kult umwidmete. Der Schutzheiligen Catanias ist jedes Jahr ein dreitägiges Fest der Stadt gewidmet. Auch Malta, das der Fürsprache der Heiligen die Rettung der Insel vor einer türkischen Invasion zuschreibt, begeht ihr Fest mit großem Aufwand. Im süddeutschen Raum gibt es am Gedenktag der Heiligen brustförmiges „Agathenbrot“ gegen Fieber und Entzündung, ebenso auf Sizilien.

Darstellung: bei ihrem Martyrium, mit abgeschnittenen Brüsten, mit Märtyrerpalme

Patronin: von Catania und Malta, der Ammen, Weber, Hirtinnen, Glockengießer, Goldschmiede, Bergarbeiter und Hungerleidenden, Helferin bei Brustkrebs und Entzündungen, gegen Unwetter, Erdbeben, Feuer, Unglück und gegen einen Vulkanausbruch

(Bistumaugsburg)

  ausgeschmückt von 1899-1901 von Giovanni Battista Giovenale
Heilige Agatha, bitte für uns!


St. Agatha

Bild im Stift Vorau (Martyrium der hl. Agatha) 2013

Bilderzyklus in Sant`Agata dei Goti 2016

Hauptaltarbild des Martyriums (Kremser Schmid) in Hausleiten/NÖ 2019

 


 

Samstag, 25. Mai 2019

Papst Urban I.

Papst Urban I., Fresko, 16. Jh. in S. Cecilia in Trastevere, Rom


Urban I. (* in Rom † 19. (oder 25.) Mai 230 in Rom) war der siebzehnte Papst.
Der Geschichtsschreiber Eusebius (ca. 260-340) und der Liberianische Katalog (4.Jh.) berichten, sein Pontifikat habe acht bzw. neun Jahre gedauert. Es fiel ganz in die Regierungszeit des Kaisers Alexander Severus (222-235) in der keine Christenverfolgungen stattfanden. Das Schisma des Hipployt dauerte fort.
Alle Berichte über Urbans Leben sind legendär. Ihm wird u.a. die Verordnung zugeschrieben, dass alle heiligen Gefässe nur aus Silber angefertigt werden sollen. Er soll auf dem Platz vor dem Dianatempel in der Via Nomentana als Märtyrer gestorben sein. Gemäss dem Martyrologium des hl. Hieronymus wurde er in der Calixtus-Katakombe bestattet, wo eine Grabplatte mit seinem Namen gefunden wurde. Das "Liber Pontificalis" nennt allerdings die Praetextatus-Katakombe als Begräbnisort, wofür es auch gute Argumente gibt.
Urban I. wird mit der Weintraube in der Hand, manchmal auch auf einem Buch liegend, dargestellt. Er ist Patron der Städte Maastricht, Toledo, Troyes, Valencia und der Weinberge. Das Patronat für die Weinberge beruht auf einer Vermischung mit dem eigentlichen Winzerpatron, dem hl. Urban, Bischof von Langres - ausserdem fällt der Urbanstag in Deutschland in die Zeit der beginnenden Rebenblüte.
(Kathpedia)

S. Cecilia in Trastevere, Rom

Donnerstag, 22. November 2018

Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik

Grab der hl. Cäcilia in der Krypta von S. Cecilia in Trastevere, Rom

Gott, der Du uns durch das jährliche Fest
 Deiner heiligen Jungfrau und Martyrin Cäcilia erfreust,
gib, so bitten wir, dass wir dem Vorbild des frommen Wandels jener nachfolgen,
die wir im Gottesdienst verehren. 
Durch Christus unseren Herrn.
(Ramm, Volksmissale)



S. Cecilia, Rom

Mittwoch, 22. November 2017

S. Cecilia in Trastevere


Im 5. Jahrhundert entstand der Überlieferung nach über dem Haus der römischen Patriziertochter Cäcilia und ihres Verlobten Valerianus eine erste Basilika. Unter Marc Aurel hatte die beiden den Märtyrertod erlitten. Die Entdeckung des Leichnams der Heiligen in der Calixtus-Katakombe führte unter Papst Paschalis I. (817-824) zu einem Neubau der Kirche, in die der Leichnam überführt wurde.

Das barocke Portal von Ferdinando Fuga (1741) führt in einen gartenartigen Hof

Die Jungfrau Cäcilia stammte aus einer der vornehmsten Familien Roms. Sie wurde wahrscheinlich durch ihre Amme zum christlichen Glauben geführt. Schon in früher Jugend weihte sie sich Gott durch das Gelübde der Jungfräulichkeit, doch ihre Eltern gaben sie dem heidnischen Jüngling Valerianus zur Braut. Als dann während der Hochzeit sich allgemeine Festfreude erhob, sang Cäcilia in ihrem Herzen dem Herrn allein ihr Lied und sprach: "Halte Du mein Herz und meinen Leib unbefleckt und lass mich nicht zuschanden werden."
Nachdem sie ihrem Gatten eröffnet hatte, er dürfe sie nicht anrühren, weil ein starker Engel sie beschütze, begehrte dieser, den Engel zu sehen. Dies stellte sie ihm in Aussicht, falls er sich taufen lasse. Nach seiner Taufe fand er Cäcilia im Gebet und neben ihr einen strahlenden Engel mit zwei Kronen von roten Rosen und weißen Lilien, die er beiden überreichte mit der Mahnung, sie zu tragen in reiner Liebe.
Als dann Valerianus bat, auch sein Bruder Tiburtius möge desselben Glückes teilhaft werden, sprach der Engel: "Wie Christus deine Seele durch Cäcilia gerettet hat, wird er durch dich deinen Bruder retten, und du wirst mit ihm die Martyrerpalme erlangen."
Bald wurden die Bürder vor den Stadtpräfekten geführt und hingerichtet. Noch bevor man ihre Güter einziehen konnte, hatte Cäcilia diese bereits unter die Armen verteilt. Darüber erbost und weil Cäcilia sich weigerte, den Göttern zu opfern, befahl er, sie durch heiße Dämpfe zu ersticken. Da sie dies unbeschadet überstand, ließ er den Scharfrichter kommen. Der Henker durfte drei Streiche tun, traf sie aber erst beim letzten. Mit halb abgeschlagenem Kopf lebte die Heilige noch drei Tage. Sie starb um das Jahr 229 und wurde in der Calixtus-Katakombe bestattet.
821 hat man ihren Leib in die über ihrem Wohnhaus erbaute Kirche übertragen. Bei der Öffnung des Schreins im Jahr 1599 fand man ihren Leib unverwest. Die Jungfrau lag auf der rechten Seite und strekcte an der rechten Hand drei und an der linken Hand einen Finger aus, um so ihren Glauben an den einen Gott in drei Personen zu bezeugen. Genau so stellte sie der Bildhauer Maderno dar. Als ihr Schrein im Jahr 1901 noch einmal geöffnet wurde, waren nur noch eine zu Staub zerfallene Reste übrig. Die hl. Cäcilia ist Patronin der geistlichen Musik (Musica sacra).
(Volksmissale)

 
5geschossiger Campanile aus Ziegelstein aus der 1. Hälfte des 12. Jh.

Auffindung und Überführung des Leichnams der hl. Cäcilia

dreischiffige Kirche mit ungewöhnlich breitem Mittelschiff, kein Querhaus

Apsis: himmlisches Jerusalem, Christus auf der Himmelswolke, umgebem von den hll. Paulus und Agatha, sowie dem
Stifter Papst Paschalis I. mit Kirchenmodell, durch quadratischen Nimbus als Lebender gekennzeichnet. Zur linken Christi
die hll. Petrus, Valerian und Cäcilia. Darunter daws Lamm der Apokalypse

Altarziborium von 1293, Werk des Arnolfo di Cambio

in der Confesssio liegt Stefano Madernos Meisterwerk, das Marmorbildd er hl. Cäcilia, 1599/1600. Die noch im Tod ihren
Glauben bezeugende Märtyrerin (drei Finger der rechten Hand) ist in der Haltung dargestellt, in der der Leichnam bei der
Öffnung des Sarges 1599 gefunden worden sein soll.





Osterleuchter


Deckenfresko Krönung der hl. Cäcilia, um 1725, Sebastian Conca


Krypta mit dem Grab der hl. Cäcilia




Vom rechten Seitenschiff führt ein Gewölbegang in das antike Caldarium. Der Überlieferung nach versuchte man hier drei Tage lang, die hl. Cäcilia durch warme Dämpfe zu ersticken.

Caldarium, S. Cecilia in Tastevere


Martyrium der hl. Cäcilia, 1600-02, Guido Reni

Gott, der Du uns durch das jährliche Fest
Deiner heiligen Jungfrau und Martyrin Cäcilia erfreust,
gib, so bitten wir, dass wir dem Vorbild des frommen Wandels jener nachfolgen,
die wir im Gottesdienst verehren.
(Oration, Volksmissale)

Freitag, 22. November 2013

Am Grab der hl. Cäcilia in Rom



versteckt hinter einer Mauer liegen Kirche und Kloster, sichtbar ist der mittelalterliche Campanile




Ein großer, säulenumstandener Eingang aus dem 18. Jahrhundert führt in den Vorhof des Klosters und der Kirche Sta. Cecilia. Zu beiden Seiten des schönen Innenhofes erheben sich Klostergebäude für zwei Frauenorden:Benediktinerinnen und Franziskanerinnen. Der Innenhof wird in der Mitte durch einen schönen Brunnen mit einer antiken Vase geschmückt.










Statue der hl. Cäcilia

Betritt man nun die Kirche, dann ist ihre heutige Erscheinungsform wesentlich geprägt von der Restaurierung des 19. Jahrhunderts. Man ummantelte damals die Säulen mit Ziegel, um die Kirche statisch zu stabilisieren. Das Raumschema des 9. Jahrhunderts blieb abergrundsätzlich erhalten. Das Mittelschiff ist ungewöhnlich breit, so dass man eher den Eindruck eines großen Festsaales hat.


Das Deckenfresko zeigt die Krönung Cäcilias



Aus der ursprünglichen Basilika hat sich das Apsismosaik erhalten. Im Bogen erscheint – fast möchte man sagen, wie üblich – das Monogramm von Papst Paschalis I. (siehe auch Sta. Prassede).
Die zentrale Figur der Apsis ist Christus, der sich der Gemeinde mit erhobener Hand zuwendet. Aus dem Himmel reicht Gottvater die Krone, den Siegeskranz.


Rechts und links neben Christus je drei Heilige:
Von Christus aus gesehen rechts: Paulus, Cäcilia, dann Papst Paschalis, der einen viereckigen
Heiligenschein trägt. Dies besagt, das Mosaik wurde noch zu seinen Lebzeiten geschaffen.
Auf der anderen Seite: Petrus, Valerianus, der Ehemann von Cäcilia und eine weibliche Heilige, die sich nicht genau identifizieren lässt. (Agathe?). Rechts und links Palmen als Zeichen des Paradieses.
Darunter der bekannte Lämmerfries. In der Mitte das apokalyptische Lamm, das Christus symbolisiert, rechts und links kommen je zwölf Lämmer aus den Städten Jerusalem (Symbolfür die Judenchristen) und Bethlehem (Symbol für die Heidenchristen).

Der Papst als Auftraggeber des Kirchenbaus trägt ein Modell der Kirche


Unter dem Altar liegt die Skulptur der hl. Cäcilia. Sie ist vom Künstler Stefano Maderno (nicht zu verwechseln mit Carlo Maderno, der die Fassade des Petersdomes schuf). Maderno soll Cäcilia so dargestellt haben, wie man ihren Leichnam unverwest gefunden hat. Am Hals sind die Spuren der Schwertschläge zu sehen. Da sie nicht mehr sprechen konnte, bezeugte sie im Sterben ihren Glauben an den dreifaltigen Gott durch ihre Finger. Ausgestreckt sind ein Finger der linken Hand und drei Finger der rechten Hand: Ich glaube an den einen Gott in drei Personen.

Quelle,  der Text stammt von Pastor Ralf Freyaldenhoven. Vielen Dank!





Das Ziborium ist ein Werk von Arnolfo di Cambio aus dem Jahr 1293


Krypta unterhalb des Altars der hl. Cäcilia, leider verschlossen