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Dienstag, 12. August 2025

Heiland unseres Herzens

 

Franz von Sales spendet die Eucharistie (Frau von Chantal?), Annecy

Ach, sagte ich, Heiland unseres Herzens,
da wir nun alle Tage an Deinen Tisch treten werden,
um nicht nur Dein Brot zu essen, sondern Dich selbst,
der Du unser lebendiges (Jo 6,51) uns übernatürliches (Joh 6,11) Brot bist,
bewirke,
daß wir jeden Tag diese ganz vollkommene Speise
in der richtigen und vollkommenen Weise in uns aufnehmen
und so ewiglich leben,
erfüllt von Deiner heiligen Gnade, Güte und Liebe.

(aus dem Brief an Frau Chantal vom 5. Dezember 1610)

 

 Die Fenster der Heimsuchungsbasilika in Annecy zeigen die Lebensstationen der Heiligen:


Montag, 12. August 2019

Johanna Franziska von Chantal

Frau v. Chantal, Neufünfhaus, Wien



Geboren am 28. Januar 1572 als Tochter des burgundischen Parlamentspräsidenten Frémyot, heiratete 1592 den Baron Christophe de Chantal, dem sie vier Kinder schenkte. Nach dem Tod ihres Gatten durch ein Jagdunglück 1601 widmete sie sich ganz der Erziehung ihrer Kinder sowie Werken der Nächstenliebe. 1604 fand sie in Franz von Sales einen Seelenführer, der die auf den Weg der Demut und der Ergebung in Gottes Willen führte. Mit ihm gründete sie 1610 zu Annecy den Orden von der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen). Mit Franz von Sales verband sie eine tiefe geistliche Freundschaft. In großen innerlichen Leiden wurde sie durch außerordentliche mystische Gnaden gestärkt. Sie starb an 13. Dezember 1641 zu Moulins und wurde in Annecy bestattet.
Patronin für glückliche Entbindung. Dargestellt in Salesianerinnentracht mit Herz.
(Quelle: heiligede) 

 Die Fenster der Heimsuchungsbasilika in Annecy zeigen die Lebensstationen der Heiligen:



Pfarrkirche Neufünfhaus, Christkönig

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Heute!

Johanna Franziska von Chantal, Kathedrale von Metz


Heute gedenkt die Kirche der hl. Johanna Franziska von Chantal und Unserer Lieben Frau von Guadalupe.

Hl. Johanna Franziska, bitte für uns!

Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns!

Kathedrale von Metz

Samstag, 12. August 2017

Tod und Verherrlichung der hl. Johanna Franziska von Chantal (6/6)


Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

4. Fenster: Frau von Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

5. Fenster: Die Mutter der Heimsuchung

Das sechste und letzte Fenster zeigt Johanna Franziska von Chantal als Heilige. Oben sind die Wappen von Moulins (Todesort) und der Herzogin von Montmorency, die beim Sterben der Heiligen am 13. September 1641 zugegen war, zu sehen.

Darunter ist das letzte Gespräch der Heiligen mit Franz von Sales in Lyon dargestellt. Am 12. Dezember 1622 spricht Mutter Chantal mit ihrem Seelenführer Franz von Sales auschließlich über die Belange ihres Ordens. Im Hintergrund sieht man die Kathedrale Lyons, St. Jean.

Vinzenz von Paul feiert eine hl. Messe für das Seelenheil von Johanna Franziska von Chantal. In einer Vision sieht er die Seelen von Johanna und Franz wie zwei Feuerbälle in einen dritten eingehen, der die Herrlichkeit Gottes versinnbildet. Diese Vision gab ihm die Gewißheit, dass diese beiden Seelen im Himmel und keiner weiteren Gebete bedürftig sind.
Rechts von den Feuerbällen die Kirche Sacre Coeur in Moulins.

Gespräch zw. Franz v. Sales und Johanna Franziska von Chantal, unten
die Vision des hl. Vinzenz v. Paul, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Das große Bild zeigt die Verherrlichung der Heiligen, Engeln umgeben sie. Johanna Franziska von Chantal wurde am 12. November 1751 seliggesprochen, die Heiligsprechung erfolgte am 16. Juli 1767.

Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Am Morgen des 12. Dezember brachte man ihr die heilige Wegzehrung. Trotz der Beklemmung in der Brust und trotz der Schwäche durch ein anhaltendes, hoches Fieber, erhob sie ihre Stimme und sagte vor dem Heiligsten Sakrament mit einer lebhaftigen und kräftigen Stimme:

Ich glaube fest, dass mein Herr Jesus Christus
im hochheiligen Sakrament des Altares gegenwärtig ist.
Ich bete Ihn darin an und anerkenne Ihn
als meinen Gott, meinen Schöpfer, meinen Retter und Erlöser,
der mich durch Sein kostbares Blut erkauft hat.
Ich gäbe von Herzen gern mein Leben für diesen Glauben,
aber ich bin dessen nicht würdig.
Ich bekenne,
dass ich mein Heil einzig von Seiner Barmherzigkeit erwarte.



Ma Mere, ne voulez-vous pas aller au devant de l`Epoux qui vient?

Qui, mon pere, je m´y en vais.

(Meine Mutter, wollen Sie dem Bräutigam nicht entgegengehen, wenn er kommt?
Ja, mein Vater, ich komme.)


Kurz vor sechs Uhr (abends, am 13. Dezember) ließ man die Gemeinschaft in das Zimmer eintreten, um die Sterbegebete noch einmal zu wiederholen. Dann segnete Mutter Chantal auf Weisung des Paters de Lingendes ihn und mit ihm die Gemeinschaft und alle Töchter des Ordens: "Meine Töchter, das ist das letzte Mal, dass ich zu euch zu sprechen habe, weil es so der Wille Gottes ist. Ich empfehle euch von ganzem Herzen, große Achtung vor euren Oberinnen zu haben und in ihnen Unseren Herrn zu sehen. Seid vollkommen einig untereinander, aber in einer wahrhaftigen Einheit der Herzen."
Sie wiederholte mehrmals die Worte "aber in der Einheit der Herzen".
"Lebt in einer großen Einfachheit und bewahrt die vollkommene Unversehrtheit der Ordensregeln; auf diese Weise werdet ihr die Segnungen der göttlichen Barmherzigkeit auf euch herabziehen, die ich anflehe, sie über alle Töchter der Heimsuchung zu verbreiten."

"Alle Schwester traten an sie heran, um ihr die Hand zu küssen. Sie sah sie mit einem wahrhaft mütterlichen Blick an und sagten allen ein Wort zu ihrer Vervollkommnung ins Ohr."
Sie gab zu erkennen, dass sie ein wenig allein sein und in Ruhe gelassen zu werden wünschte. Die Schwestern zogen sich zurück. Aber bald darauf holte man sie erneut; das Ende nahte.
Mutter Chantal nahm das Kruzifix in ihre rechte Hand, in die linke die geweihte Kerze, um so ausgestattet vor ihren Vielgeliebten zu treten.
Pater de Lingendes sagte ihr, "die großen Schmerzen, die sie litt, seien Rufe, die das Kommen des Bräutigams ankündigten; er kommte, er nahe, ob sie ihm nicht entgegengehen wolle.
"Ja, mein Vater", sagte sie deutlich, "ich komme. Jesus, Jesus, Jesus!

Mit diesen drei Worten des Lebens, mit drei liebevollen Seufzern, starb sie, um das wahre Leben mit Jesus in der Glorie zu beginnen. Sie verschied in dem Augenblick, als Pater de Lingendes die Worte sprach: "Subvenite, sancti...", am 13. Dezember 1641 zwischen sechs und sieben Uhr abends im Alter von fast siebzig Jahren."

(A. Ravier, Johanna Franziska von Chantal, ihr Sterben nach dem Bericht der Mutter Chaugy, 178 ff)

Heimsuchungsbasilika, Annecy


O glaubensstarke Frau und Vorbild der Sanftmut,
du bist den Weg der Demut gegangen.
Heilige Johanna Franziska,
bitte für uns bei Gottes Sohn.



Gott,
du hast die heilige Johanna Franziska
auf den verschiedenen Wegen ihres Lebens
zu großen Taten befähigt.
Höre auf ihre Fürsprache.
Hilf jedem von uns, seine Berufung zu erkennen
und deinen Auftrag zu erfüllen,
damit wir Zeugen deines Lichtes werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Schrein der hl. Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Montag, 12. Dezember 2016

Johanna Franziska von Chantal als Mutter der Heimsuchung

 Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

4. Fenster: Frau von Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

Das fünfte Fenster zeigt ganz oben (abgeschnitten) links das Wappen Frankreichs und rechts das der Heimsuchung Mariens.

Im oberen Bildteil ist zu sehen, wie Johanna Franziska von Chantal unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Annecy verläßt, um die Herzogin von Montmorency, die Witwe des Herzogs Henry II. von Montmorency, in Moulins einzukleiden. Die zukünftige Schwester der Heimsuchung ist die Nichte von Papst Sixtus V., die Großnichte und das Patenkind von Maria von Medici.

Die Königin von Frankreich, Anna von Österreich, bittet Johanna Franziska von Chantal nach St. Germain-en-Laye zu kommen. Sie heißt Franziska in ihrer Kutsche willkommen und sagte zu ihr: Ich wünsche, meine Mutter, Sie lange hier zu behalten, zu meinem Trost, und um Ihren Rat zu erhalten.



In der großen Szene stellt die Königin Johanna von Chantal den Thronfolger vor, den späteren Ludwig XIV., und bittet sie, ihn zu segnen. Im Hintergrund Msgr. Octave de Bellegarde, Erzbischof von Sens, und Msgr. Jean-Jacques de Neufchezes, Bischof von Chalon-sur-Saone.


Meine lieben Töchter, ich muß gehen und bin an meinem Ende angelangt.
Nicht mehr werde ich den Trost erleben, den mir eure Tugend bereitet.
Die Tugend und die Gottesliebe ausgenommen,
besteht die Vollkommenheit darin,
nichts zu verlangen und nichts abzuschlagen,
sondern sich bereitzuhalten für den Gehorsam.

(Letzte Worte Franz von Sales an die Töchter der Heimsuchung,
in: Lajeunie OP, Franz von Sales, 603)


Adieu, mes cheres Filles, jusquà l´Eternite.

Auf Wiedersehen, meine lieben Töchter, bis zur Ewigkeit.

Die letzten Worte der Mutter von Chantal zu ihrer Schwestern am 11. November 1641, als sie spürte, dass ihr irdisches Leben dem Ende entgegenging.

Freitag, 12. August 2016

Johanna Franziska Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

a) Im vierten Fenster sieht man oben links die Wappen von Frau Chantal und rechts vom Orden der Heimsuchung.

b) Der obere Teil des Fensters zeigt Frau von Chantal, die am 29. März 1610 Dijon verlässt, um in Annecy den Orden von der Heimsuchung zu gründen. Ihren Sohn Celse-Benigne hatte sie vorher ihrem Vater, President Fremyot, anvertraut. Mit zerbrochenem Herzen aber tapferer Seele antwortete sie M. Robert, dem Erzieher der Kinder, der über ihre Tränen erstaunt war: "Vergessen Sie nicht, ich bin Mutter." Sie verließ Dijon in Begleitung von Mademoiselle de Brechard und ihrer Tochter Francoise, die ihre Ausbildung im Orden abschloß. Ihre Tochter Charlotte starb im Alter von 9 Jahren, Marie-Aimee lebte nach ihrer Hochzeit mit Baron Thorens in der Nähe von Annecy.
 

"Anfang 1610 überschlugen sich dann die Ereignisse. Ende Januar erkrankte plötzlich und unerwartet das jüngste Kind Johannas, die kaum 9-jährige Charlotte, schwer. Wenige Tage später war sie tot. Wieder einmal musste Johanna Franziska damit fertig werden, dass der Tod ihr einen lieben Menschen genommen hat.
Gut ein Monat später wurde sie noch einmal mit dem Tod konfrontiert. Anfang März erreichte sie ein Brief von Franz von Sales, in der er ihr die Nachricht vom Tod seiner Mutter überbrachte. Dieser Tod am 1. März 1610 war für ihn „ein großer Schmerz“. „Ich muss Ihnen sagen,“ schrieb er, „dass ich noch die Kraft hatte, ihr den letzten Segen zu erteilen, ihr Augen und Mund zu schließen und ihr den letzten Friedenskuss im Augenblick ihres Hinscheidens zu geben. Nachher aber krampfte sich mein Herz zusammen und ich weinte um diese gute Mutter mehr, als ich je geweint habe, seit ich Priester bin.“
Trotz dieser beiden Todesbegegnungen sollte die Gründung der Heimsuchung wie geplant erfolgen. Am ersten Fastensonntag verließ die Baronin von Chantal ihr Schloss Monthelon. Es war ein Abschied nicht nur von der Familie, sondern vor allem von den Menschen der Umgebung, die ihre „edle Frau“ ins Herz geschlossen hatten. Besonders die Armen der Umgebung, die bei Johanna Franziska immer gute Aufnahme gefunden hatten, versammelten sich in großer Zahl, um sich zu verabschieden. Selbst der Schwiegervater Johannas, der ihr das Leben wahrlich nicht leicht gemacht hatte, konnte seine Tränen nicht zurückhalten.

Johanna Franziska von Chantal verließ Monthelon und begab sich nach Dijon, ihrer Heimatstadt, wo sie sich von ihrem Vater, ihrem Bruder André und vor allem von ihrem Sohn Celsus-Benignus verabschieden musste. Kein anderer Abschied viel ihr schwerer, als die Trennung von ihrem Sohn. Er sollte in der Obhut des Großvaters und Onkels eine solide adelige Ausbildung am französischen Königshof erhalten. Seine Zukunft war also bestens gesichert, die Trennung von der Mutter blieb dem 14-jährigen jedoch nicht erspart. Als er begriff, dass diese Trennung endgültig ist, warf er sich der Mutter vor die Füße, um sie am Weggehen zu hindern. Johanna Franziska von Chantal musste über ihren Sohn hinwegsteigen, um in die Kutsche zu gelangen, die sie nach Annecy bringen sollte.
Am 4. April 1610, dem Palmsonntag, kam Johanna Franziska von Chantal begleitet von ihrem Schwiegersohn Bernhard von Sales in Annecy an. Franz von Sales selbst war ihnen entgegengeritten, um sie zu empfangen.
Bis Pfingsten soll Johanna Franziska im Schloss Sales bei ihrer Tochter Marie-Aimee und dem Schwiegersohn Bernhard bleiben, um der jungen Ehefrau zur Seite zu stehen und die letzen Angelegenheiten der Ordensgründung zu regeln.
Vor allem mit dem Haus, in dem die Schwestern wohnen sollten, gab es noch einige Probleme zu lösen.
(P. Herbert Winklehner, Quelle)

c) Von 1612 bis 1618 besuchten die Schwestern immer zu zweit, zwei Stunden täglich, die Kranken und Armen in Annecy. Im Oktober 1618 errichtet Franz von Sales die kleine Kongregation als Ordensgemeinschaft mit Klausur und feierlichen Gelübden. "Die besondere Aufgabe der ersten Schwester war es nicht, die Armen zu besuchen, wie der Name es anzudeuten scheint. Sie heißen Visitandinnen, Schwestern von der Heimsuchung vor allem deshalb, weil sie im Geist eines biblischen Geheimnisses leben, dem der Heimsuchung - vereint in vertrauter Frömmigkeit, in Demut und brüderlicher Liebe."

oben: Frau von Chantal verläßt Dijon, ohne dass ihr Sohn Celse Benigne sie
daran hindern kann. Unten links: Zwei Schwestern der Heimsuchung in Annecy.
Unten rechts: Zwei Schwestern bei den Kranken

d)  In der Rue de la Providence, Gallery genannt, empfängt Jacqueline Coste (keine Klausurschwester) einen Diener von Senator Antoine Favre, der Brot, Wein und Fleisch für die kleine Gemeinschaft bringen lässt. (im folgenden Bild rechts)


e) Am 6. Juni 1610, dem Dreifaltigkeitssonntag, übergibt Bischof Franz von Sales Johanna Franziska von Chantal und ihren beiden Gefährtinnen, Marie Jaqueline Favre und Jeanne-Charlotte de Brechard einen Rohentwurf der Ordensregel.

Franz von Sales übergibt die Ordenskonstitutionen den Schwestern der Heimsuchung

Suivez ce chemin, ma tres chere fille,
et faites-le suivre a toutes celles que le ciel a destinees pour suivre vos traces
(Franz von Sales zu Johanna Franziska am Gründungstag)

Am 6. Juni 1610 waren alle inneren und äußeren Hürden überwunden. Gegen 7.00 Uhr abends begaben sich die vier ersten Heimsuchungsschwestern, Johanna Franziska von Chantal, Charlotte de Bréchard, Jacqueline Favre und Jacqueline Coste zum Bischof, um seinen Segen für das Leben als Ordensschwestern zu erbitten. Franz von Sales übergab Johanna Franziska einen ersten Entwurf der Ordensregeln für die Gemeinschaft mit den Worten: „Folgen Sie diesem Weg, meine teuerste Tochter, und führen Sie auf ihn alle jene, die er erwählt hat, um in Ihre Fußstapfen zu treten.“
(P. Herbert Winklehner, ebd.)

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die Witwe Johanna Franziska von Chantal in geistlicher Begleitung von Franz von Sales

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

Das dritte Fenster (mittlerer Teil des Fensters) erzählt, wie es zur Begegnung von Franz von Sales mit Frau von Chantal kommt. Anfang des Jahres 1604 bereitet Franz von Sales im Schloss Thorens seine Fastenpredigten vor. Eines Morgens sieht er nach der hl. Messe in einer Vision die drei Frauen, mit denen er später den Heimsuchungsorden gründen wird, Frau von Chantal, Marie-Jaqueline Favre und Jeanne-Charlotte de Brechard.



Der obere Teil des Fensters zeigt Franz von Sales am 5. März 1604 in Dijon bei einer Fastenpredigt, der Johanna Franziska aufmerksam zuhört.

"Halten Sie sich ganz fest in Gottes Gegenwart. Tun Sie es mit allen Mitteln, die Sie kennen. Hüten Sie sich vor Hast und Unruhe, denn nichts hindert den inneren Fortschritt mehr als dies. Versenken Sie ohne Gewalt und ganz ruhig ihr Herz in die Wunden des Herrn. Haben Sie unbegrenztes Vertrauen, daß seine Barmherzigkeit und Güte sie nie verlassen wird. Hören Sie darob nicht auf, sein heiliges Kreuz zu umfassen.
Nach der Liebe zu unserem Herrn empfehle ich Ihnen die Liebe zu seiner Braut, der Kirche. Sie ist die edle und sanfte Taube, die als einzige ihrem göttlichen Bräutigam Kinder zu schenken vermag. Danken Sie Gott oft und oft für die Gnade, eine `Tochter der Kirche´ sein zu dürfen. So tat es Mutter Theresia, die dieses Wort auf dem Sterbebett mit großer Freude aussprach. Richten Sie Ihre Blicke auf den Bräutigam und die Braut; sagen Sie zum Herrn: `Wie schön ist doch Deine Braut!´ und zu ihr: `O Braut, welches Glück, einem göttlichen Herrn vermählt zu sein!´

(aus dem 2. Brief des hl. Franz von Sales an Frau von Chantal, 3. Mai 1604)



Am 24. August übernimmt der Bischof von Genf die geistliche Leitung von Johanna Franziska und gibt ihr Lebensregeln: tägliche Meditation und Besuch der hl. Messe, Gebet beim Stundenschlag und die Gehorsamsregel: Alles soll man aus Liebe tun und nichts gezwungen, man soll den Gehorsam mehr lieben als den Ungehorsam fürchten.
 


Andre Fremyot, der Bruder von Frau von Chantal, war Erzbischof von Bourges und stellt Franziska Franz von Sales vor (Hauptszene im unteren Teil).

Franz von Sales mit Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy, Frankreich

Il est fort vrai
que c´est la volonte de Dieu
qui me charge de votre conduite spirituelle.

Es ist sehr wahr, dass es Gottes Wille ist, der mir aufträgt, sie geistlich zu führen.

Mit diesen Worten übernahm Franz von Sales am 22. August 1604 anlässlich einer Pilgerreise nach Saint-Claude (Jura) die geistliche Vaterschaft von Frau von Chantal.