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Freitag, 16. März 2018

Johannes Sarkander - Patron des Beichtgeheimnisses

Statue des hl. Johannes Sarkander über seinem Grab im Wenzelsdom, Olmütz

Johannes Paul anläßlich der Heiligsprechung von Jan Sarkander 1995


Johannes Sarkander stammt aus dem schlesischen Skotschau, das heute in Polen liegt. Dort wurde er 1576 geboren. Bei der Familie seines älteren Bruders Paul lebte Johannes Sarkander nach dem Tode seines Vaters in Freiberg bei Neutitschein (tschechisch Přibor). Als er sich 1597 an der Universität Olmütz einschrieb, vermelden die Annalen: Johannes Sarkander, ein Mährer aus Freiburg (Priborensis Moravus). Er studierte Theologie in Olmütz und Graz, ließ sich aber erst 1609 zum Priester weihen. Seine Seelsorgestellen waren Jaktar bei Troppau, Charwath bei Olmütz, Boskowitz und Holleschau.

1619 machte er eine Wallfahrt nach Tschenstochau. Damals hatten die Protestanten in Brünn den katholischen Landeshauptmann Lobkowitz gestürzt und die Jesuiten vertrieben. Auch in Holleschau wurde ein protestantischer Pfarrer eingesetzt. Kaiser Ferdinand II. hatte indessen nach dem böhmischen Aufstand von 1618 mit seinem Schwager König Sigismund III. Wasa von Polen Verhandlungen geführt und polnische Hilfstruppen angeworben. Solch ein Kosakentrupp von 4.000 Reitern zog Anfang Februar 1620 über Schlesien und Mähren nach Wien, wobei die Soldaten überall auf dem Weg plünderten. Am 6. Februar näherten sich diese Kosaken auch Holleschau, von wo aus ihnen Sarkander mit dem Schlosskaplan und seinen Gläubigen in einer feierlichen Prozession in Richtung Hullein entgegenzog. Johannes Sarkander trug an der Spitze der Prozession eine Monstranz mit dem Allerheiligsten. Als die Soldaten die Prozession und den Priester mit der Monstranz sahen, stiegen sie von den Pferden und knieten nieder. Sie umritten dann Holleschau und sprengten bis Wien durch.
Dieses Ereignis wurde Sarkander von den Protestanten zum Vorwurf gemacht. Sie behaupteten, er habe mit den Kosaken im Einverständnis gestanden, ja er habe sie bei seiner Reise nach Tschenstochau sogar angeworben. Deshalb sei nur Holleschau von ihnen verschont geblieben, er aber sei schuld an den Plünderungen, die anderenorts durch die polnischen Truppen in Mähren stattgefunden haben. Sarkander sah die drohende Gefahr hinter diesen Beschuldigungen und floh.

Er wurde jedoch nach verschiedenen Verstecken in Scheunen und einer Totenkammer auf dem Friedhof sowie nach einem Aufenthalt auf Schloss Tobitschau festgenommen und nach Olmütz gebracht. Hier wurde er beim Verhör mehrfach gefoltert, damit er aussage, er habe die Kosaken geholt. Während der Haft und der Folter war auch der evangelische „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz in Olmütz. Unter anderem wurde von ihm beim Verhör am 18. Februar 1620 verlangt, das Beichtgeheimnis zu verletzen und die Inhalte der Beichten seines Herren von Lobkowicz bekannt zu geben. Sarkander weigerte sich und starb einen Monat später an den Folgen der Folterung im Alter von nur 43 Jahren.

Wegen dieser Glaubensstärke gilt Johannes Sarkander auch als Patron des Beichtgeheimnisses. Sehr bald setzte die Verehrung ein, denn die Olmützer Katholiken sahen in ihm einen Martyrer. 1860 erfolgte die Seligsprechung. Am Ort seines Martyriums steht heute in Olmütz die Sarkanderkapelle. Drei Kapellen erinnern in seiner Geburtsstadt Skotschau an den Heiligen.

Die Heiligungssprechung erfolgte 1995 durch Papst Johannes Paul II. in Olmütz)

R. Grulich, Der hl. Johannes Sarkander, Quelle: Kirche in Not

Kathedrale von Olmütz, Wenzelsdom, Olmütz

Donnerstag, 17. März 2016

Ein Patron des Beichtgeheimnisses - Johannes Sarkander

Jan / Johannes Sarkander, Veitsdom, Prag

Jan Sarkander, Pfarrer und Märtyrer. Jan Sarkander wurde 1576 zu Skotschau in Schlesien geboren, er studierte bei den Jesuiten in Olmütz und Prag, wo er 1603 in Philosophie promovierte. 1606 brach er aber das theologische Studium in Graz ab und heiratete.
Nach dem baldigen Tod seiner Frau studierte er wieder Theologie, 1609 wurde er zum Priester geweiht. Nun wirkte Jan Sarkander in Mähren für den katholischen Glauben und wurde 1616 Pfarrer von Holeszów. Der große Eifer, mit dem er zur Erneuerung des katholischen Glaubens und an die Regulierung der materiellen Güter der Pfarrei heranging, erweckte beim protestantischen und hussitischen Adel großen Hass. Die Situation spitzte sich im 30-jährigen Krieg zu. Im Februar 1620 bewahrte Pfarrer Sarkander seine Stadt Holeszów vor Plünderung, indem er eine eucharistische Prozession gegen das heranziehende Militär hielt. Kurz darauf wurde er von Revolutionären gefangengenommen und in Olmütz so schwer gefoltert, dass er am 17. März 1620 seinen Verletzungen erlag. (Beim Verhör weigerte sich Jan, das Beichtgeheimnis zu verletzen)
Jan Sarkander wurde 1995 von Johannes Paul II. auf einer Pastoralreise nach Tschechien heilig gesprochen, die Seligsprechung war bereit 1860 erfolgt. Das Grab des heiligen Jan Sarkander befindet sich in der Kathedrale von Olmütz.
(Martyrologium Sancrucense)

Prag, Veitsdom

Papst Johannes II. hat Johannes Sarkander trotz heftigen Einspruchs von protestantischer Seite am 21. Mai 1995 in Olmütz heilig gesprochen.
"Johannes Sarkander war Pfarrer in einer Zeit, in der das Christentum das Drama der Reformation erlebte. Weil er der katholischen Kirche treu blieb, wurde er verhaftet und von den Landesherren von Olmütz, die Protestanten waren, grausam gefoltert. Das Prinzip `Cuius regio, ejus religio´ gestattete damals denjenigen, die an der Macht waren, den jeweiligen Untergebenen ihre Religionszugehörigkeit aufzuzwingen. Nach diesem Leitprinzip wurde damals in Böhmen und Mähren sowohl von katholischer als auch von protestantischer Seite sehr viel Gewalt ausgeübt.
Johannes Sarkander war nur eines der vielen Opfer dieser Situation. Die Zeichen der Göttlichen Vorsehung beweisen, dass er eine heroische Heiligkeit erlangt hat; deshalb ist es richtig, dass er zur Ehre des Altäre erhoben wurde. Es war außerdem der Wunsch der Kirche in Böhmen und Mähren, dass diese Heiligsprechung gerade in Olmütz stattfinden sollte. Ich habe der Bitte entsprochen, weil ich die von der Vorsehung gebotene Gelegenheit erfasst, an diesem besonderen historischen Ort einhe kritische Bewertung der Religionskriege zum Ausdruck zu bringen, die sowohl unter den Katholiken als auch unter den Protestanten so viele Opfer gefordert hat. Ich hoffe, dass das Ergebnis dieser Heiligsprechung für alle ein starker Ansporn ist, sich dafür einzusetzen, dass nie wieder solche Sünden gegen das christliche Gebot der Liebe geschehen."
(Johannes Paul II. anlässlich der Heiligsprechung, in: F. Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 4, 248)

Prag, Veitsdom, Blick vom Prämonstratenserkloster Strahov

Johannes Sarkander (Fleischmann) gehört zu den seligen Märtyrern des Grazer Jesuitenkollegs, deren Gedenktag in Graz am 7. September gefeiert wird.

"Das Grazer Jesuitenkolleg wurde 1572 von den Erzherzögen von Österreich gestiftet. Viele Priester und Glaubensboten, die in ferne Länder gesandt wurden, haben hier ihre Ausbildung erhalten. Elf von ihnen starben als Märtyrer für ihren Glauben.
Unter ihnen ragen besonders hervor: Johannes Ogilvie aus Schottland, der fünf Jahre in Graz verbrachte und hier in den Jesuitenorden aufgenommen wurde; er wurde am 10. März 1615 in Glasgow hingerichtet; Paul VI sprach ihn am 17. Oktober 1976 heilig. Der Kroate Markus Krisin und die Jesuiten Stephan Pongracz und Melchior Grodecz wurden am 7. bzw. 8. September 1619 nach grausamen Folterungen in Kaschau mit dem Schwert getötet; Heiligsprechung am 2. Juli 1995 durch Johannes Paul II. 
Johannes Sarkander, ein vornehmer Schlesier, studierte ebenfalls in Graz; wegen seiner standhaften Weigerung, das Beichtgeheimnis zu verletzen, wurde er grausam gemartert und starb im Kerker von Holleschau in Mähren am 17. März 1620. Er wurde von Johannes Paul II am 21. Mai 1995 heiliggesprochen."
(aus dem Direktorium der Diözese Graz Seckau)

Mittwoch, 2. März 2016

Agnes von Böhmen

vlnr: Agnes von Böhmen, Veit/Vitus, Johannes Sarkander

Agnes von Böhmen, Kaisersgattin und Nonne. Agnes war die Tochter des böhmischen Königs Ottokar I., der seine Tochter als Mittel zum politischen Zweck gebrauchte. Noch als Kind verlobte er Agnes mit Boleslaw von Schlesien; ihre Erziehung erhielt sie bei den Zisterzienserinnen von Treblitz. Als ihr Bräutigam starb, verlobte der Vater sie dem deutschen Kaiser Friedrich II. Doch die Fürbitte des Papstes konnte Friedrich II. überreden, sie wieder freizugeben.
Da Agnes Elisabeth von Thüringen und Klara von Assisi nacheiferte, mit denen sie in Briefkontakt stand, legte sie 1234 die Krone ab und trat bei den Klarissinnen ein. Schließlich wurde sie Äbtissin des neugegründeten Franziskanerinnenklosters in Prag, ferner stiftete sie das Prager Hospital und daneben die Salvatorkirche. Sie starb am 2. März 1282.
Papst Johannes Paul II. sprach Agnes am 12. November 1989 heilig. Viele haben die Befreiung Böhmens von der 40-jährigen kommunistischen Diktatur der Fürbitte der heiligen Agnes zugeschrieben, da die „sanfte Revolution“ wenige Tage nach der Heiligsprechungsfeier erfolgte und das Regime ohne Blutvergießen zusammenbrach.
(Martyrologium Sancrucense)

Agnes von Böhmen, Veitsdom, Prag

Die selige Agnes von Böhmen bleibt, obschon sie in einer uns so fernen Zeit gelebt hat, auch für heute ein leuchtendes Beispiel christlichen Glaubens und heroischer Liebe, das zum Nachdenken und Nachahmen einlädt.
Auf ihr Leben und ihre Spiritualität treffen die Worte aus dem ersten Petrusbrief zu: "Seid .... besonnen und nüchtern, und betet." So schreibt der Erste der Apostel an die Christen seiner Zeit und fügt hinzu: "Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander.... seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren" (1 Petr 4,7-9) Genau das ist das Lebensprogramm der hl. Agnes gewesen: vom zartesten Alter an richtete sie ihre Existenz auf die Suche der himmlischen Güter aus. Nachdem sie einige Heiratsanträge zurückgewiesen hatte, beschloß sie, sich ganz Gott zu weihen, auf daß er in ihrem Leben durch Jesus Christus verherrlicht werde (vgl. 1 Petr 4,11).

(....) Seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren" ( 1 Petr 4,9). Nach dieser Norm richtete die hl. Agnes ständig ihr Handeln aus, mit vollem Vertrauen nahm sie stets die von der Vorsehung zugelassenen Ereignisse in der Gewißheit, daß alles vergeht, die Wahrheit jedoch in Ewigkeit bleibt!
Und das ist die Lehre, die die neue Heilige auch euch, ihren lieben Landsleuten, gibt, und die sie allen gibt. Die menschliche Geschichte ist in ständiger Bewegung, die Zeiten ändern sich mit den wechselnden Generationen und mit den wissenschaftlichen Entdeckungen; am Horizont der Menschheit, die stets unterwegs ist, werden neue Techniken, aber auch neue Sorgen sichtbar, doch die erleuchtende und rettende Wahrheit Christi dauert im Wandel der Ereignisse fort.

Alles, was auf der Erde geschieht, ist vom Allerhöchsten gewollt oder zugelassen, damit die  Menschen den Durst oder die Sehnsucht nach der Wahrheit verspüren, nach ihr streben, sie suchen und zu ihr gelangen!

(aus der Ansprache von Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung von Agnes von Böhmen, in: F. Holböck, die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 3, 334f)

oben: Apostel Andreas, Veitsdom, Prag