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Dienstag, 10. November 2020

Andreas Avellino, Theatiner

 

Altar des hl. Andreas Avellino, S. Andrea della Valle, Rom

 

Andrea Lancelotto Avellino CRth, latinisiert auch Andreas Avellinus, im deutschen Sprachraum auch Andreas Avellino (* 1521 in Castronuovo di Sant’Andrea in der Provinz Potenza; † 10. November 1608 in Neapel) war ein italienischer Ordenspriester des Theatinerordens. In der katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt.

Andrea Avellino studierte Rechtswissenschaften und vertrat anschließend Fälle vor dem Kirchengericht. 1556 trat er dem zu jener Zeit neu gegründeten Theatinerorden bei und wirkte fortan in ganz Italien als Missionar und Prediger. Innerhalb des Ordens war er sehr angesehen und bekleidete auch hohe Ämter, zeitweilig hatte er das Amt des Ordensgenerals inne. Andrea Avellino starb, als er gerade die Heilige Messe las, an einem Schlaganfall.

Andrea Avellinos Grab befindet sich in der Kirche San Paolo Maggiore in Neapel. 1624 wurde Avellino von Papst Urban VIII. selig-, 1712 von Papst Clemens XI. heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 10. November.

(wikipedia)

Tod und Verherrlichung des hl. Andreas Avellino

 

Das Altarbild (1625) stammt vom Barockmaler Giovanni Lanfranco. Dargestellt ist der Tod des Priesters. Als er die hl. Messe zu feiern begann, erlitt er einen Schlaganfall und starb bald darauf. Die unteren Figuren soll der Maler für die Seligsprechung innerhalb von 8 Tagen gemalt haben, die Engel wurden später von Antonio Amorosi hinzugefügt.


Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Leo des Großen

Raffaels Stanzen, Attila und Leo, Vatikanische Museen

Das Grabmal Leo des Großen im Petersdom


Kurzbiographie von Leo dem Großen

Leo I., Umkehr und Vergebung (Vatikanische Museen, Leo und Attila)

Donnerstag, 3. Januar 2019

Am Grab des hl. Josef Maria Tomasi

Grab des hl. Josef Maria Tomasi, S. Andrea della Valle, Rom



Kardinal, Namensdeutung: Gott hat hinzugefügt (hebr.)
Namenstage: Josef, Joseph, Giuseppe, José, Jo, Jupp, Sepp, Beppo, weibl.: Josefine, Josefa
Gedenktag: 1. Januar, im Theatinerorden 3. Januar
Lebensdaten: geboren am 12. September 1649 in Licata, Sizilien, gestorben am 1. Januar 1713 in Rom
Lebensgeschichte und Bedeutung: Giuseppe Maria Tomasi, Fürst von Lampedusa und Herzog von Palma, designierter Grande von Spanien, verzichtete zugunsten seines jüngeren Bruders auf alle seine Erstgeborenenrechte und trat mit 15 Jahren in den Theatinerorden ein. Seine vier Schwestern gingen ebenfalls ins Kloster.
Nach Stationen in verschiedenen Ordenshäusern studierte er im römischen S. Andrea della Valle altorientalische Sprachen und forschte in Bibliotheken und Archiven nach Zeugnissen altkirchlicher Liturgien. Er wurde Berater zahlreicher römischer Kongregationen und übernahm große Verantwortungen in seinem Orden.
Nachdem er einige Male den Kardinalshut abgelehnt hatte, musste er sich 1712 dem Befehl des Papstes Clemens XI. beugen und bekam Ss. Silvestro e Martino ai Monti als Titelkirche zugewiesen. Er starb am 1. Januar 1713.
Zu Lebzeiten galt Tomasi seiner Gelehrsamkeit wegen als „Fürst der Liturgiewissenschaftler“. Seine 1753 veröffentlichten Werke umfassen elf dicke Bände, dazu kommen noch etliche Editionen altkirchlicher Theologie. Darüber hinaus war er besonders seiner Bescheidenheit und Frömmigkeit sowie seines Reformeifers wegen hoch angesehen.
Verehrung: 1971 wurde der unverweste Leichnam Tomasis in die Ordenskirche S. Andrea della Valle überführt, wo er bei einem Seitenaltar ruht. Bei seiner Heiligsprechung am 12. Oktober 1986 hob Papst Johannes Paul II. vor allem seine Bedeutung für die Entwicklung der Liturgie hervor. Tatsächlich gingen viele seiner Erkenntnisse in die Liturgiereform ein.
(Bistum Augsburg)


 
Die Reliquien des Heiligen werden in einer Wachsstatue unter seinem Bild aufbewahrt


In den Spuren und nach dem Vorbild der Kirchenlehrer und großen Theologen entsprach der hl. Guiseppe Maria Tomasi in hervorragender Weise jener Gestalt des Priesters, der die Liebe zur Wissenschaft mit der Liebe zur Frömmigkeit vereint. Er erinnert dabei an das Beispiel, das uns der Prophet Maleachi (2,7) vor Augen stellt, wenn er sagt: "Der Mund des Priesters ist voll Erkenntnis, und von seinen Lippen erwartet man Belehrung, denn er ist der Bote des Herrn der Heerscharen."
Natürlich ist die Erkenntnis, auf die sich der Prophet bezieht und in der der hl. Guiseppe Maria glänzte, wesentlich die Erkenntnis, um nicht zu sagen die Erfahrung der göttlichen Dinge. (...)
Er zeigt also uns allen, besonders aber den Seelenhirten, wie sehr es beim Priester auf ein gesundes, gebildetes Empfinden ankommt, das auf einer echten Liebe zur Wahrheit gründet, die er in hochherzigem Engagement den Brüdern mitteilt, einem Engagement, das seinem Dienst eine besondere Würde und eine einzigartige Wirksamkeit verleiht.
(Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung am am 12.10.1986, in: Holböck, die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 2, 244)

Grabstätte des hl. J. M. Tomasi in einer Seitenkapelle von S. Andrea della Valle

Donnerstag, 30. November 2017

Sant´ Andrea della Valle - Leben und Sterben des Apostels Andreas


Sant´Andrea della Valle, Rom




Das Grundstück für die Hauptkirche des 1540 vom hl. Kajetan gegründeten Theatinerordens hat Donna Costanza Piccolomini gestiftet, verbunden mit der Auflage, eine Kirche zu Ehren des heiligen Apostels Andreas zu errichten. Die Fassade wurde 1665 vollendet, die Innenausstattung stammt großteils aus dem 17. Jahrhundert, Ende des 19. Jahrhunderts sind des Deckenfresko im Hauptschiff und einige Seitenkapellen hinzugekommen.

Am Grab des Apostels Andreas in Amalfi




Im Altarraum oben in der Apsis schuf Domenichino (1622-28) sein Hauptwerk in der Wandmalerei, Szenen aus dem Leben des hl. Andreas: Johannes der Täufer weist Andreas und seinen Bruder Simon auf Christus hin, Berufung von Andreas und Petrus zu Aposteln, Geißelung, Kreuzigung und Aufnahme des Andreas in den Himmel.
Darunter im Chorraum von (M. Preti 1650/51) das Martyrium des Apostels, Kreuzaufrichtung, Kreuzigung und Kreuzabnahme.




Kreuzaufrichtung des Apostels Andreas, Sant´Andrea della Valle, Rom

Kreuzigung des Apostels Andreas, Sant`Andrea della Valle, Rom

Kreuzabnahme des hl. Andreas, M. Preti, 1650, Sant`Andrea della Valle, Rom

Wandmalerei im Chor, Szenen aus dem Leben des hl. Apostels Andreas, Domenichino


Seht das Lammes Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt, Johannes der Täufer führt die Brüder Petrus und Andreas
zu Jesus, Sant´Andrea della Valle, Rom

Berufung von Andreas u. Petrus zu Aposteln

Geißelung des Apostels Andreas,

Der Apostel Andreas begrüßt das Kreuz, Sant´Andrea della Valle

Nach der Himmelfahrt Jesu verkündete Andreas das Evangelium in Epirus, Kappadozien, Skythien, Thrazien, Mazedonien und in Achaia. Zur Zeit des Richters Nero sprach er in Achaia freimütig zum Prokonsul Ägeas, dass er, der als Richter über Menschen gelten wolle, Christus als Gott und Richter anerkennen müsse. Als dieser ihn daraufhin zum Götzenopfer aufforderte, sprach Andreas der Legende gemäß: "Ich opfere täglich dem allmächtigen Gott, der einzig und wahr ist, nicht Fleisch von Stieren noch Blut von Böcken, sondern das Unbefleckte Lamm auf dem Altar."

Daraufhin in den Kerker geworfen, wollte das Volk ihn befreien, doch er bat, davon abzusehen, um die heißersehnte Krone des Martyriums zu erlangen. Als er zum Ort des Martyriums geführt wurde un das für ihn bestimmte Kreuz sah, rief Andreas:

"O Kreuz, das Du Zierde und Schönheit von den Gliedern des Herrn erlangt:
nimm mich an von den Menschen und gib mich meinem Meister zurück
damit durch Dich mich empfange,
der durch Dich mich erlöst hat!"

Zwei Tage lang hing er lebendig am Kreuz und bekannte unablässig den Glauben an Christus. Seine Gebeine wurden 357 nach Konstantinopel und 1203 nach Amalphim überführt. Sein Haupt, das im Petersdom aufbewahrt und verehrt wurde, hat man 1967 an den Patriarchen von Konstantinopel zurückgegeben.
( M. Ramm, Heiliges Rom, 249)

Aufnahme des Apostels Andreas in den Himmel, Sant´Andrea della Valle, Rom


Sant´ Andrea della Valle, Rom

Freitag, 7. August 2015

Kajetan von Thiene

Statue des hl. Kajetan vor der Kirche S. Paolo Maggiore, Neapel

Kajetan von Tiene, Priester und Gründer der Theatiner. Kajetan wurde 1480 zu Vicenza geboren, er wurde schon als Kind „der Heilige“ genannt. Kajetan trat nach juristischen Studien zu Padua in den Dienst der römischen Kurie und wurde 1516 Priester. Zuerst Mitglied des Oratoriums der göttlichen Liebe, gründete er 1524 mit Giampetro Caraffa, dem späteren Papst Paul IV., die Kongregation der „Regulierten Kleriker“, die bald Theatiner genannt wurden. Kajetan war unermüdlich für die Reform des Klerus tätig, dabei von großer Demut und von vorbildlichem Gebetsgeist. Die Theatiner breiteten sich schnell in ganz Italien aus und wurden neben den Jesuiten zur wichtigsten Kraft der Reform in der katholischen Kirche.
Ab 1543 lebte Kajetan von Tiene zurückgezogen als Abt eines Klosters in Neapel, freilich voll Kummer über die Missstände in der Stadt. Kajetan von Tiene starb am 7. August 1547 im Bußgewand auf Brettern schlafend, beigesetzt wurde er in Neapel.
(Martyrologium Sancrucense)


Eingang zur Krypta v. S. Paolo Maggiore, Neapel

Links geht es zum Grab des hl. Kajetan, rechts werden die sterbl. Überreste des ehrwürdigen Dieners Gottes Francesco Olimpio aufbewahrt.



Grab des hl. Kajetan, Gründer der Theatiner

Er ist derjenige, der viel für die Menschen betet



Die Reliefs zeigen Szenen aus dem Leben des hl. Kajetan


Einem Menschen, der auf sein Vaterland, welches der Himmel ist, vergißt, ergeht es wie einem Wandersmann, der in einem Wirtshaus sich berauscht, und, trunken vom Wein, den Weg, der in seine Heimat führt, nicht mehr finden kann. (Kajetan von Thiene)



Ich werde nicht aufhören, was ich habe, unter die Armen zu verteilen, bis ich um Christi willen so arm werde, daß ich nach meinem Tode nur aus Gefälligkeit eine Begräbnisstätte erhalten.
(Kajetan von Thiene, aus: aus Gefolge des Lammes, Bd. 3,164f)

Büste mit Wahlspruch "Servate et facite" (Mt 23,3 Tut und befolgt alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun.)


Herr, unser Gott,
du hast den Priester
und Ordensgründer Kajetan berufen,
in frei gewählter Armut die Apostel nachzuahmen.
Höre auf seine Fürsprache
und hilf uns, nach seinem Beispiel
auf dich allein zu vertrauen
und unser Leben
im Geist des Evangeliums zu erneuern.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Tagesgebet)