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Sonntag, 27. September 2026

Gehorsam bis zum Tod, darum hat Gott ihn über alle erhöht

 

St Lawrence Jewry, London


Darum hat Gott ihn über alle erhöht.... 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philíppi 2

Schwestern und Brüder!
1 Wenn es eine Ermahnung in Christus gibt,
einen Zuspruch aus Liebe,
eine Gemeinschaft des Geistes,
ein Erbarmen und Mitgefühl,
2 dann macht meine Freude vollkommen,
dass ihr eines Sinnes seid,
einander in Liebe verbunden,
einmütig, einträchtig,
3 dass ihr nichts aus Streitsucht und nichts aus Prahlerei tut.
Sondern in Demut
schätze einer den andern höher ein als sich selbst.4Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl,
sondern auch auf das der anderen.
5 Seid untereinander so gesinnt,
wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
6 Er war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
7 sondern er entäußerte sich
und wurde wie ein Sklave
und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
8 er erniedrigte sich
und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
der größer ist als alle Namen,
10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu
11und jeder Mund bekennt:
Jesus Christus ist der Herr
zur Ehre Gottes, des Vaters.
(2. Lesung vom 26. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)


Er war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz

Montag, 21. September 2026

Matthäus

 Alle Matthäusposts

 


St Marylebone, London

Apostel, Evangelist, Märtyrer
Namensdeutung: Gottesgeschenk (hebr.-griech.)
Namenstage: Matthäus, Matthew, Matteo, Matthieu, Mateus, Matta
Gedenktag: 21. September

Lebensdaten: gestorben nach 42 in Äthiopien, Mesopotamien oder Persien

Lebensgeschichte: Matthäus war Steuereintreiber in Kafarnaum, galt also als Kollaborateur der römischen Besatzer, und beherrschte sowohl Hebräisch als auch Griechisch sowie eine Schnellschrift. Jesus berief ihn vom Zolltisch weg in seine Nachfolge (Mt 9,9). Er taucht als Matthäus oder Levi in allen Apostellisten auf und verfasste laut Bischof Papias von Hierapolis (gestorben 135) sein Evangelium in hebräischer Sprache.

Nach 42 verließ er Jerusalem und zog über das Land der Parther bis nach Persien. Clemens von Alexandrien (gestorben 215) überliefert seinen natürlichen Tod, während spätere Legenden sein Martyrium durch Erdolchen, Steinigen, Verbrennen oder Enthaupten berichten.

Im 10. Jahrhundert tauchten seine Gebeine in Paestum auf und wurden in die 1085 eingeweihte Kathedrale S. Matteo von Salerno gebracht, die in der Folge zu einem wichtigen Wallfahrtsort wurde.

Die Redewendung „Matthäi am Letzten“ bezeichnet ein letztmögliches Datum und bezieht sich ursprünglich auf den Schluss des Matthäusevangeliums „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“, hat sich wegen Matthäus’ Beruf als Steuereintreiber auch auf eine Geldnot hin verschoben.

Darstellung: bei seiner Berufung am Zolltisch, mit dem Menschen als seinem Evangelistensymbol bzw. inspirierendem Engel bei der Abfassung seines Evangeliums, bei seinem Martyrium

Patron: der Stadt und des Bistums Salerno, der Zöllner, Buchhalter, Finanz- und Bankleute, der Stillenden, Helfer bei Trunksucht
(bistumaugsburg)

Weitere Heilige des Tages:
 

Apostel und Evangelist Matthäus, St Marylebone, London

Samstag, 20. Juni 2026

Ich verehre den lebendigen und wahren Gott, der das All erschaffen hat (Alban)

Heute, am 20. Juni, ist der Gedenktag des hl. Alban.

Glasfenster in St Peter in St Albans

Glasfenster in St Alban´s Cathedral (Martyriumserzählung)

Am Grab des hl. Alban in St Alban´s Cathedral

hl. Alban, bitte für uns!
St Alban´s church / Holborn

Während einer Christenverfolgung suchte ein christlicher Priester Zuflucht im Haus Albans. Alban war damals vermutlich noch kein Christ. Beeindruckt vom Glauben, Gebet und Lebenswandel des Priesters nahm er dessen Glauben an und ließ sich unterweisen.

Als die Behörden den Priester festnehmen wollten, tauschte Alban mit ihm die Kleidung. Die Soldaten verhafteten daher Alban anstelle des Geistlichen.

Vor dem Richter wurde er aufgefordert, den römischen Göttern zu opfern. Alban verweigerte dies und bekannte offen seinen Glauben an Christus. In der Überlieferung antwortet er:

„Christianus sum.“

„Ich bin Christ.“

Auf die Frage nach seiner Herkunft und Familie soll er gesagt haben:

„Quid ad te genus meum? Si tamen vis scire religionem meam, Christianus sum et christianis officiis operam do.“

„Was geht dich meine Herkunft an? Wenn du aber meine Religion wissen willst: Ich bin Christ und erfülle die Pflichten eines Christen.“

Als der Richter ihn zum Opfer für die Götter zwingen wollte, bekannte Alban:

„Deum vivum et verum colo, qui universa creavit.“

„Ich verehre den lebendigen und wahren Gott, der das All erschaffen hat.“

Daraufhin wurde er zum Tod verurteilt.

St Alban´s Church, Holborn

Sonntag, 23. November 2025

Du König auf dem Kreuzesthron

 

Kreuzigungsgruppe von Christopher Webb, St Lawrence Jewry, London

Du König auf dem Kreuzesthron,
Herr Jesus Christus, Gottes Sohn:
Dein Herz, verwundet und betrübt,
hat uns bis in den Tod geliebt.

Die dich verworfen und verhöhnt,
hast du geheiligt und versöhnt;
im Tod hast du, o Schmerzensmann,
dein göttlich Herz uns aufgetan.

O Quell, der unser Leben nährt,
o Herz, das sich für uns verzehrt,
schließ uns in deine Liebe ein
und lass uns immer bei dir sein.

(gespielt hier) 

 

Glasfenster in St Lawrence Jewry, London, B16 Kardinalsernennungen Christkönig 2007

Gnadenstuhl in der Wiener Schatzkammer

Kreuzkapelle in der Wiener Kalvarienbergkirche

 Glasfenster in Moshi, Tansania, Priesterweihe

Glasfenster in Mary le Bow, London 

Christus als Richter, Notre Dame de Chartres, Tympanon 

Kreuzigungsglasfenster im Liebfrauenmünster, Straßburg 

Tympanon in Burgos, Glasfenster in der Christ Church Cathedral, Oxford und Christus vor Pilatus in Tschenstochau

 Holzdecke in der Kathedrale in Ely

Christkönig in Sibiu, Hermannstadt

Altar in Frauenkirchen, Christkönigslitanei 

 Apsisgemälde in St. Hildegard in Rüdesheim/Eibingen, Hymnus: Dem hehren Fürst der Ewigkeit

Christkönig in der Seitenkapelle der Stiftskirche Klosterneuburg, Ehre sei Dir, Christe 

 Christusportale in der Kathedrale von Burgos

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 23

In jener Zeit
35b verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus
und sagten: Andere hat er gerettet,
nun soll er sich selbst retten,
wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.
36 Auch die Soldaten verspotteten ihn;
sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig
37 und sagten:
Wenn du der König der Juden bist,
dann rette dich selbst!
38 Über ihm war eine Aufschrift angebracht:
Das ist der König der Juden.
39 Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
Bist du denn nicht der Christus?
Dann rette dich selbst und auch uns!
40 Der andere aber wies ihn zurecht
und sagte:
Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
41 Uns geschieht recht,
wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42 Dann sagte er: Jesus,
denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
43 Jesus antwortete ihm:
Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst (Christkönig)

 

Es lebe Christus, der König, Fenster von Christopher Webb

Das Christkönigsfest bietet unserer Feier einen äußerst bedeutsamen Hintergrund, der sich von den Schriftlesungen herleitet und von ihnen erleuchtet wird. Es ist, als stünden wir vor einem imposanten Fresko mit drei großen Szenen: in der Mitte die Kreuzigung nach dem Bericht des Evangelisten Lukas; auf der einen Seite die Salbung Davids zum König durch die Ältesten Israels, auf der anderen der Christushymnus, mit dem der hl. Paulus den Brief an die Kolosser eröffnet. Das Ganze wird beherrscht von der Gestalt Christi, dem einzigen Herrn, vor dem wir alle Brüder und Schwestern sind. Die ganze Hierarchie der Kirche, jedes Charisma und Amt, alles und jeder einzelne stehen im Dienst seiner Herrschaft.

Wir müssen vom zentralen Ereignis ausgehen: dem Kreuz. Hier offenbart Christus sein einzigartiges Königtum. Auf Golgota stoßen zwei entgegengesetzte Haltungen aufeinander. Einige Menschen zu Füßen des Kreuzes und auch einer der beiden Verbrecher wenden sich voll Verachtung an den Gekreuzigten: Wenn du der Christus bist, der König und Messias – sagen sie –, so rette dich selbst und steige von der Hinrichtungsstätte herab. Jesus hingegen offenbart seine Herrlichkeit, indem er dort am Kreuz als Opferlamm bleibt. Auf seine Seite stellt sich unerwartet der andere Verbrecher, der implizit das Königtum des unschuldigen Gerechten bekennt und fleht: »Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst« (Lk 23,42).

Der hl. Cyrill von Alexandrien kommentiert: »Du siehst ihn als Gekreuzigten und rufst ihn als König an. Du glaubst, daß der, der Schmach und Leid erträgt, zur göttlichen Herrlichkeit gelangen wird« (Commentarii in Lucam, Predigt 153). Nach dem Evangelisten Johannes ist die göttliche Herrlichkeit schon gegenwärtig, wenn auch verborgen durch die Entstellung des Kreuzes. Aber auch in der Sprache des Lukas wird die Zukunft in der Gegenwart vorweggenommen, als Jesus dem guten Schächer verheißt: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (Lk 23,43).

Der hl. Ambrosius merkt an: »Dieser bat, daß der Herr seiner gedenke, wenn er in sein Reich kommt, der Herr aber antwortete ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Leben heißt bei Christus sein, denn wo Christus ist, da ist das Reich« (Expositio in Lucam, 10,121). Die Anklage: »Das ist der König der Juden«, die auf einer über dem Haupt Jesu festgenagelten Tafel geschrieben stand, wird so zur Verkündigung der Wahrheit.

Der hl. Ambrosius merkt weiter an: »Richtigerweise befindet sich die Inschrift über dem Kreuz, denn: Obwohl Jesus, der Herr, am Kreuz hing, erstrahlte er doch von der Höhe des Kreuzes in königlicher Majestät« (ebd., 10,113).

Die Szene der Kreuzigung bildet in den vier Evangelien den Augenblick der Wahrheit, in dem der »Vorhang im Tempel« mitten entzwei reißt und der Heilige der Heiligen in Erscheinung tritt. In Jesus, dem Gekreuzigten, vollzieht sich die höchste Offenbarung Gottes, die in dieser Welt möglich ist, da Gott die Liebe ist, und Jesu Tod am Kreuz der größte Akt der Liebe der ganzen Geschichte ist. Daher ist auf dem Kardinalsring, den ich in Kürze den Mitgliedern des Kardinalskollegiums überreichen werde, die Kreuzigung dargestellt. Dies wird für euch, liebe neue Kardinäle und Brüder, immer eine Einladung sein, euch daran zu erinnern, welchem König ihr dient, auf welchen Thron er erhoben worden ist und wie er bis zum Ende treu war, um die Sünde und den Tod mit der Kraft der göttlichen Barmherzigkeit zu besiegen. Die Mutter Kirche, Braut Christi, schenkt euch dieses Zeichen zum Gedenken an ihren Bräutigam, der sie geliebt und sich für sie hingegeben hat (vgl. Eph 5,25). Wenn ihr also den Kardinalsring tragt, seid ihr ständig dazu aufgerufen, das Leben für die Kirche hinzugeben.

Wenn wir nun den Blick auf die Szene der Salbung Davids zum König richten, die uns in der ersten Lesung vorgestellt wird, beeindruckt uns ein wichtiger Aspekt des Königtums, das heißt seine »korporative« Dimension. Die Ältesten Israels gehen nach Hebron, sie schließen einen Vertrag mit David und erklären, daß sie sich mit ihm vereint fühlen und zusammen mit ihm eins sein wollen. Wenn wir dieses Bild auf Christus beziehen, so scheint es mir, daß sich dieses Bundesversprechen sehr gut dazu eignet, daß ihr, liebe Brüder Kardinäle, es euch zu eigen macht. Auch ihr, die ihr den »Senat« der Kirche bildet, könnt zu Jesus sagen: »Wir sind doch dein Fleisch und Bein« (2 Sam 5,1). Dir gehören wir, und mit dir wollen wir eins sein. Du bist der Hirt des Volkes Gottes, du bist das Haupt der Kirche (vgl. 2 Sam 5,2). In dieser festlichen Eucharistiefeier wollen wir unseren Bund, unsere Freundschaft mit dir erneuern, denn nur in dieser innigen und tiefen Beziehung mit dir, Jesus, unserem König und Herrn, erhalten die Würde, die uns verliehen worden ist, und die Verantwortung, die diese mit sich bringt, Sinn und Wert.

Nun bleibt der dritte Teil des »Triptychons« zu bewundern, vor das uns das Wort Gottes stellt: der Christushymnus aus dem Brief an die Kolosser. Vor allem wollen wir uns das Gefühl der Freude und der Dankbarkeit zu eigen machen, dem er aufgrund der Tatsache entspringt, daß das Reich Christi, das »Los der Heiligen, die im Licht sind«, nicht etwas ist, das nur aus der Ferne gesehen wird, sondern daß es eine Wirklichkeit ist: wir sind berufen, an ihr Anteil zu haben, und durch das Erlösungswerk des Sohnes Gottes sind wir in sie »hineinversetzt« (vgl. Kol 1,12–14). Dieses Gnadenwirken öffnet die Seele des hl. Paulus für die Betrachtung Christi und seines Geheimnisses in seinen beiden hauptsächlichen Dimensionen: die Schöpfung aller Dinge und ihre Versöhnung. In bezug auf den ersten Punkt besteht die Herrschaft Christi darin, daß »alles […] durch ihn und auf ihn hin geschaffen [ist]… und in ihm […] alles Bestand [hat] (Kol, 1,16–17). Die zweite Dimension hat als ihren Mittelpunkt das Ostergeheimnis: durch den Tod des Sohnes am Kreuz hat Gott jedes Geschöpf mit sich versöhnt, er hat Frieden geschaffen zwischen Himmel und Erde; indem er ihn von den Toten auferweckt hat, hat er ihn zum Erstgeborenen der neuen Schöpfung gemacht, »Fülle« aller Wirklichkeit und »Haupt« des mystischen »Leibes«, der die Kirche ist (vgl. Kol 1,18–20). Erneut stehen wir vor dem Kreuz, dem zentralen Ereignis des Geheimnisses Christi. In der Sicht des Paulus ist das Kreuz in die gesamte Heilsökonomie eingefügt, wo sich das Königtum Jesu in seiner ganzen kosmischen Weite entfaltet.

Dieser Text des Apostels drückt eine so mächtige Synthese der Wahrheit und des Glaubens aus, daß wir von ihr nicht unbeeindruckt bleiben können. Die Kirche ist Bewahrerin des Geheimnisses Christi: sie ist es in aller Demut und ohne jeglichen Stolz oder Arroganz, denn es handelt sich um das höchste Geschenk, das sie ohne jedes Verdienst empfangen hat; und sie ist berufen, es umsonst der Menschheit aller Zeiten als Horizont des Sinnes und des Heils anzubieten. Es ist keine Philosophie, keine Gnosis, obwohl es auch die Weisheit und die Erkenntnis einschließt. Es ist das Mysterium Christi, es ist Christus selbst, der Fleisch gewordene, gestorbene und auferstandene »Logos«, eingesetzt als König des Universums. Wie sollte man da nicht ein Gefühl dankerfüllter Begeisterung dafür verspüren, daß man zur Betrachtung der Herrlichkeit dieser Offenbarung zugelassen worden ist? Wie sollte man nicht gleichzeitig die Freude und die Verantwortung spüren, diesem König zu dienen, seine Herrschaft durch Leben und Wort zu bezeugen? Das ist in besonderer Weise unsere Aufgabe, liebe Brüder Kardinäle: der Welt die Wahrheit Christi, Hoffnung für jeden Menschen und für die ganze Menschheitsfamilie, zu verkünden. In der Linie des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils waren meine verehrten Vorgänger, die Diener Gottes Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II., wahre Boten des Königtums Christi in der heutigen Welt. Und es ist für mich ein Grund des Trostes, immer auf euch zählen zu können, sei es in kollegialer Form, sei es als einzelne, damit auch ich diese grundlegende Aufgabe des Petrusamtes erfülle.

In engem Zusammenhang mit dieser Sendung steht ein Aspekt, den ich zum Schluß ansprechen und eurem Gebet anempfehlen will: der Friede zwischen allen Jüngern Christi als Zeichen des Friedens, zu dessen Errichtung Jesus in die Welt gekommen ist. Wir haben im Christushymnus die großartige Nachricht gehört: Gott hat es gefallen, durch das Kreuz Christi das All zu »versöhnen« (vgl. Kol 1,20)! Die Kirche ist also jener Teil der Menschheit, in dem das Königtum Christi schon offenbar ist, das als sein privilegiertes sichtbares Zeichen den Frieden hat. Sie ist das neue Jerusalem, noch unvollkommen, denn sie pilgert in der Geschichte, sie ist jedoch in der Lage, in gewisser Weise das himmlische Jerusalem vorwegzunehmen. Hier können wir uns schließlich auf den Antwortpsalm, den Psalm 122, beziehen: er gehört zu den sogenannten »Aufstiegspsalmen« und ist ein Freudenhymnus der Pilger, die sich, angekommen vor den Toren der heiligen Stadt, mit dem Friedensgruß an sie wenden: Shalom! Nach einer verbreiteten Etymologie wurde Jerusalem interpretiert als »Stadt des Friedens«, jenes Friedens, den der Messias, der Sohn Davids, in der Fülle der Zeiten errichten sollte. In Jerusalem erkennen wir das Bild der Kirche, das Sakrament Christi und seines Reiches.
(aus der Predigt zur Ernennung der Kardinäle, Benedikt XVI., 25.11.2007)


St Lawrence Jewry, London

Dienstag, 16. September 2025

Cyprian - über das Vaterunser

 

Cyprian von Karthago, St Cyprian´s Clarence Gate, London

Die Gebote des Evangeliums sind nichts anderes als
göttliche Lehren,
Grundlagen zur Erbauung der Hoffnung,
Stützen zur Festigung des Glaubens,
Speisen zur Erquickung des Herzens,
ein Steuerruder auf dem richtigen Weg
und ein Hilfsmittel zur Behauptung des Heils,
und indem sie den gelehrigen Sinn der gläubigen auf Erden unterweisen, führen sie zum himmlichen Reich.

Vieles wollte Gott auch schon durch den Mund seiner Diener, der Propheten, verkündigen und uns vernehmen lassen; doch wieviel erhabener ist, was der Sohn spricht, was das Wort Gottes, das in den Propheten wohnte, mit eigener Stimme bezeugt. Denn es befiehlt nicht mehr, dem Kommenden den Weg zu bereiten, sondern es kommt selbst und eröffnet und zeigt uns den Weg, damit wir, die wir in der Finsternis des Todes umherirrten und zuvor unachtsam und blind waren, erleuchtet durch das Licht der Gnade, unter der Führung und Leitung des Herrn, den Weg des Lebens wandeln.

(Cyprian, über das Gebet des Herrn, Texte der Kirchenväter 3, Kösel) 

 

St Cyprian´s Clarence Gate, London

Dienstag, 15. April 2025

Was du tun willst, das tu bald

das letzte Abendmahl, St Etheldreda´s Church, Verrat durch Judas

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 13

In jener Zeit,
21 als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war,
wurde er im Geiste erschüttert
und bezeugte: Amen, amen, ich sage euch:
Einer von euch wird mich ausliefern.
22 Die Jünger blickten sich ratlos an,
weil sie nicht wussten, wen er meinte.
23 Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu;
es war der, den Jesus liebte.
24 Simon Petrus nickte ihm zu,
er solle fragen, von wem Jesus spreche.
25 Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu
und fragte ihn: Herr, wer ist es?
26 Jesus antwortete:
Der ist es,
dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde.
Dann tauchte er das Brot ein,
nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskáriot.
27 Als Judas den Bissen Brot genommen hatte,
fuhr der Satan in ihn.
Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!
28 Aber keiner der Anwesenden verstand,
warum er ihm das sagte.
29 Weil Judas die Kasse hatte,
meinten einige, Jesus wolle ihm sagen:
Kaufe, was wir zum Fest brauchen!
oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.
30 Als Judas den Bissen Brot genommen hatte,
ging er sofort hinaus.
Es war aber Nacht.
31 Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus:
Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht
und Gott ist in ihm verherrlicht.
32 Wenn Gott in ihm verherrlicht ist,
wird auch Gott ihn in sich verherrlichen
und er wird ihn bald verherrlichen.
33 Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.
Ihr werdet mich suchen,
und was ich den Juden gesagt habe,
sage ich jetzt auch euch:
Wohin ich gehe,
dorthin könnt ihr nicht gelangen.
36 Simon Petrus fragte ihn:
Herr, wohin gehst du?
Jesus antwortete ihm:
Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen.
Du wirst mir aber später folgen.
37 Petrus sagte zu ihm:
Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen?
Mein Leben will ich für dich hingeben.
38 Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben?
Amen, amen, ich sage dir:
Noch ehe der Hahn kräht,
wirst du mich dreimal verleugnen.

Samstag, 29. März 2025

Gott, sei mir Sünder gnädig!

 

Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden
St Mary Abbots, London

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 18

In jener Zeit
9 erzählte Jesus einigen,
die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren
und die anderen verachteten,
dieses Gleichnis:
10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten;
der eine war ein Pharisäer,
der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet:
Gott, ich danke dir,
dass ich nicht wie die anderen Menschen bin,
die Räuber, Betrüger, Ehebrecher
oder auch wie dieser Zöllner dort.
12 Ich faste zweimal in der Woche
und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen
und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben,
sondern schlug sich an die Brust
und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch:
Dieser ging gerechtfertigt nach Hause zurück,
der andere nicht.
Denn wer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt,
wer sich aber selbst erniedrigt,
wird erhöht werden.

Sonntag, 2. Februar 2025

Der Sohn wird dem Vater übergeben

 

Darstellung des Herrn, Corpus Christi Brixton

Der hl. Lukas unterstreicht in seiner Erzählung von der Kindheit Jesu, daß Maria und Josef dem Gesetz des Herrn treu waren. Mit großer Frömmigkeit erfüllen sie all das, was nach der Geburt eines männlichen Erstgeborenen vorgeschrieben ist. Es handelt sich um zwei sehr alte Vorschriften: eine davon betrifft die Mutter, die andere das neugeborene Kind. Für die Frau ist vorgeschrieben, daß sie sich 40 Tage der rituellen Praktiken enthalten und danach ein zweifaches Opfer darbringen soll: ein Lamm als Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube als Sündopfer; wenn die Frau aber arm ist, dann braucht sie nur zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben zu opfern (vgl. Lev 12,1–8). Der hl. Lukas erläutert, daß Maria und Josef das Opfer der Armen darbrachten (vgl. 2,24), um zu unterstreichen, daß Jesus in einer Familie einfacher, armer, aber sehr gläubiger Menschen geboren wurde: eine Familie, die zu jenen Armen Israels zählt, die das wahre Volk Gottes bilden. Für die männliche Erstgeburt, die nach dem Gesetz des Mose Eigentum Gottes ist, war dagegen eine Auslösung vorgeschrieben, deren Preis auf fünf Schekel festgelegt war, die einem Priester an jedem beliebigen Ort gezahlt werden konnten. Dies geschah zu ewigem Gedenken der Tatsache, daß Gott in der Zeit des Exodus die Erstgeborenen der Juden verschont hatte (vgl. Ex 13,11–16).

Es ist wichtig festzustellen, daß es für diese beiden Akte – die Reinigung der Mutter und die Auslösung des Sohnes – nicht notwendig war, sich in den Tempel zu begeben. Maria und Josef dagegen wollen alles in Jerusalem erfüllen, und der hl. Lukas zeigt, wie die ganze Szene auf den Tempel zuläuft und sich damit auf Jesus ausrichtet, der den Tempel betritt. Und damit wird gerade durch die Gesetzesvorschriften das Hauptereignis ein anderes, nämlich die »Darstellung« Jesu im Tempel Gottes, die bedeutet, daß der Sohn des Höchsten dem Vater, der ihn gesandt hat (vgl. Lk 1,32.35), übergeben wird.
(B16, 2.2.2013)



 

Glasfenster in St James, Spanish Place, London

Fresko in der Domininikanerkirche in Malta/Vittoriosa

Relief in Notre Dame de Paris (Präfation)

Rosenkranzgeheimnisse um das Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche

Rosenkranzstation auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje

Rosenkranzbasilika in Lourdes (Johannes Paul II., 2. Februar 2000)

Fra Bartolomeo, Kunsthistorisches Museum, Wien

Relief in St. Agatha, Hausleiten, Niederösterreich (Papst Benedikt XVI. zur Darstellung d. Herrn 2003)

Mariä Lichtmess im Musee des Beaux Arts - Brüssel

Alte Gebete zur Kerzenweihe

Mariä Lichtmess in S. Maria in Trastevere - Rom (Johannes Paul II. in Redemptoris Mater) 
 
Mariä Lichtmess in Alba de Tormes (Hymnus)

Mariä Lichtmess in der Basilika Frauenkirchen (Papst Benedikt XVI. über das gottgeweihte Leben am 2.2.2006)