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Montag, 11. November 2024

Der "Mönchsbischof" Martin

 


Auf der Kuppel von Saint Martin in Tours befindet sich in 51 Metern Höhe eine Statue des Heiligen, der die gesamte Stadt segnet. Sie wurde von dem Bildhauer Jean Hugues aus Bronze gegossen. Sie ist 4,25 Meter hoch und wiegt 1.692 kg.


Als "Mönchsbischof", der darüber hinaus herumzieht und christianisiert, bringt Martin die Berufungen, die kontemplative und die apostolische, in Einklang. In all seinen Funktionen gibt er das Maß vor, er behält den Überblick über die organisierten Strukturen, über den Dienst am Nächsten, den Dienst am Leben.
"Er war so würdig, wie ein Bischof sein soll, hielt aber an seinem Mönchsleben und seiner Mönchstugend fest", so Sulpicius Severus.

In seiner Funktion als Bischof bleibt Martin bleibt bescheiden. Nie habe er sich in der Sakristei auf den Bischofsstuhl, sondern immer auf einen gewöhnlichen Schemel gesetzt, nie habe ihn in der Kirche überhaupt jemand sitzen gesehen, so Martins Schüler Gallus im "Zweiten Dialog" mit Sulpicius Severus. Gallus berichtet auch über eine Art zweite Mantelteilung mit einem frierenden Bettler. Kurz vor Beginn eines Gottesdienstes schenkt Martin diesem sein Untergewand und kann erst beginnen, nachdem ihm der Diakon bei einem Händler eiligst ein neues beschafft hat.

Eine Tafel im Martinsmuseum in Tours fasst des Heiligen komplexe Aufgabenerfüllung zusammen:

"Sein Wirken als Bischof ging über die üblichen bischöflichen Pflichten hinaus, und er wird zum Apostel, der die Heiden bekehrt, ein Missionar der Barmherzigkeit, ein Beschützer der Unterdrückten, ein Zerstörer der Götzenbilder und des Aberglaubens. Dadurch, wie er das Beispiel für die Evangelisierung der Landbevölkerung gab, hat er der endgültigen Bekehrung ganz Galliens und der Nachbarländer den Weg geebnet: durch die Einrichtung seiner Landpfarreien, den Bau von Kirchen und Klöstern hat er die Zeremonie des Gottesdienstes den Bauern verständlich und dadurch ihre Rückkehr zum Heidentum unmöglich gemacht."

(Andreas Drouve, der hl. Martin, 26)


 

Martin - die Geste der Nächstenliebe (Hochaltarfigurengruppe in Lassee)

In seinem Mund war nichts anderes als Christus (St. Martin - Bingen)

Wie Martin Bischof wurde

Im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte (Pachamama und Co)

Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin

In Saint Martin in Tour befindet sich das Grab des hl. Martin

Montag, 11. November 2019

Bischof Martin - im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte

Der hl. Martin als Bischof, Saint Martin, Tours

Diese wunderbare Erzählung kann man in Krisenzeiten, in denen sogar im Vatikan Götzen verehrt werden, nicht oft genug hören:
(hier dargestellt in der Kathedrale Saint Gatien, Tours)


Ein andermal hatte er in einem Dorf einen uralten Tempel zerstört. Er war eben im Begriff, eine Föhre, die ganz nahe beim Heiligtum stand, umzuhauen. Da widersetzen sich die dortigen Oberpriester mit der ganzen Schar der Heiden. Während der Zerstörung des Tempels hatten sie sich auf Gottes Geheiß ruhig verhalten. Den Baum wollten sie jedoch nicht auch noch fällen lassen. Martinus redete ihnen eindringlich zu, der Baum berge nichts Heiliges in sich; sie sollten sich lieber dem Gott anschließen, dem er selbst diene; der Baum müsse gefällt werden, weil er dem bösen Geist geweiht sei.

Da sprach einer aus ihrem Kreise, der verwegener war als die andern:
"Wenn du etwas Vertrauen hast zu dem Gott, den du zu verehren vorgibst, so laß uns den Baum umhauen und du mußt ihn im Sturz aufhalten. Ist dein Gott, wie du sagst, mit dir, so wirst du unverletzt bleiben". Martinus sagte das zu; denn er kannte keine Furcht und vertraute fest auf Gott. Die ganze Heidenschar war jetzt mit dieser Bedingung einverstanden; gern wollten sie ihren Baum fallen sehen, wenn sie nur durch seinen Sturz auch den Feind ihrer Heiligtümer erschlagen sähen. Die Föhre stand nach einer Seite geneigt. Es war klar, nach welcher Seite sie beim Umhauen fallen mußte. Martinus ließ sich fesseln und nach dem Willen der Heiden gerade dorthin stellen, wohin nach jedermanns Überzeugung der Baum stürzen mußte. Alsbald begannen sie in unbändiger Freude damit, die Föhre umzuhauen. Eine neugierige Schar schaute von ferne zu. Schon fing die Föhre an zu wanken und drohte umzustürzen. Die Mönche standen schreckensbleich in einiger Entfernung und waren voll Entsetzen, da die Gefahr näher kam; sie hatten alle Hoffnung und alles Vertrauen aufgegeben und warteten nur mehr auf den Tod des Martinus. Der aber harrte voll Gottvertrauen furchtlos aus.

Schon krachte die Föhre, sie neigte sich, sie sank, sie fiel schon auf ihn, da erhob Martinus seine Hand gegen sie und setzte ihr das Zeichen des Heiles entgegen. Wie von einem Wirbelsturm erfaßt, wurde sie da zurückgeworfen und stürzte nach der entgegengesetzten Richtung. Beinahe hätte sie dabei die Heiden, die sich dort sicher glaubten, zu Boden geschlagen. Durch lautes Schreien gaben die Heiden ihrem Staunen über das Wunder Ausdruck. Die Mönche aber weinten vor Freude. Alle priesen zusammen den Namen Christi.
Es zeigte sich klar, daß dieser Tag jener Gegend Heil gebracht habe. Denn kaum einer war unter dieser großen Heidenschar, der nicht um die Handauflegung gebeten, den Irrwahn des Heidentums aufgegeben und an den Herrn Jesus geglaubt hätte. Bevor Martinus gekommen war, hatten in diesen Gegenden nur wenige, fast niemand, das Christentum angenommen.

Durch die Wundermacht und das Beispiel des Heiligen erstarkte das Christentum so sehr, daß sich jetzt dort kein Gau findet, der nicht mit vielbesuchten Kirchen oder stark bevölkerten Klöstern ganz besät wäre. Martinus hatte nämlich die Gewohnheit, überall dort, wo er Heidentempel zerstörte, sofort Kirchen oder Klöster zu bauen.
(Vita sancti Martini, 13)




Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin

Bischof Martin in der Auseinandersetzung mit dem Heidentum, Saint Martin, Tours

Saint Martin, Tours

Dienstag, 11. November 2014

Am Grab des hl. Martin von Tours

links Reste der zerstörten Basilika Saint Martin, rechts die neue 1925 geweihte Basilika in neo-römisch-byzantinischem Stil


Martin von Tours, Bischof. Martin wurde um 316 als Sohn eines römischen Tribunen zu Sabaria geboren, das ist das heutige Steinamanger in Ungarn. Mit 15 Jahren wurde er als Reitersoldat in die kaiserliche Garde eingezogen und kam nach Gallien. Vor dem Stadttor von Amiens soll es sich begeben haben, dass er seinen Soldatenmantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat. Mit 18 Jahren empfing Martin die Taufe. Nachdem er die Armee verlassen hatte, wurde er Schüler des hl. Hilarius von Poitiers. Nach dessen Verbannung 356 ging Martin nach Pannonien, um seine Eltern zu bekehren. Von den Arianern vertrieben, zog er sich auf eine Insel vor Genua als Einsiedler zurück. Um 360 begab er sich zu dem heimgekehrten Hilarius nach Poitiers und gründete 361 in Ligugé das erste Kloster Galliens. 371 wählten Klerus und Volk von Tours Martin zu ihrem Bischof. In der Nähe von Tours gründete Martin 375 das Kloster Marmoutier, das ein Mittelpunkt asketischen Lebens und eine Schule für hervorragende Bischöfe wurde. Martin verkündete der noch heidnischen Bevölkerung in den ländlichen Gebieten das Evangelium und wurde als Wundertäter und Asket, aber auch wegen seines Gerechtigkeitssinnes und seiner karitativen Gesinnung weithin berühmt. Die Folge war freilich, dass ihm aus dem verweltlichten Episkopat und dem verkommenen Klerus Galliens zahlreiche Neider und Gegner erwuchsen. Martin starb auf einer Seelsorgereise in Candes am 8. November 397 und wurde in Tours beigesetzt. Zu seinem Begräbnis kamen Tausende von Mönchen und gottgeweihten Jungfrauen sowie eine große Volksmenge. Martins Bedeutung liegt darin, dass er das Ideal des asketischen Mönchtums mit dem des Apostolates verband und damit die Grundlage für das abendländische Mönchtum schuf. Über seinem Grab entstand eine große Basilika, später auch die Abtei Saint-Martin. Sie war lange Zeit das wichtigste Pilgerziel des Frankenreiches.
Chlodwig erwählte Martin zum Schutzherrn und Reichsheiligen der Franken. Martins Mantel wurde eine Reichsreliquie, die die fränkischen Könige auf ihren Heerzügen begleitete. In Österreich ist Martin der Landespatron des Burgenlandes.
(Martyrologium Sancrucense)

Mantelteilung auf der alten zerstörten Basilika


Die alte Basilika ist bis auf diesen Turmteil und einige Fundamente völlig zerstört. 1562 wurde sie von den Hugennotten geplündert, während der Französischen Revolution waren in der Basilika die Pferdestallungen untergebracht, um 1800 wurde sie unter Präfekt Francois Rene Jean de Pommereul weitgehend abgerissen.


Was aber geschah mit dem Grab des hl. Martin? Einem Priester soll es zur Zeit der Plünderung der Basilika durch die Hugenotten gelungen sein, einen Teil der Martinsreliquien zu retten. 1860 entdeckte man bei Grabungen Überbleibsel der urspr. Grabstätte. Dies führte zum Bau der neuen Basilika, die 1925 geweiht wurde.



Unterhalb des Altarbereiches führt ein Treppenabgang in die Krypta, "die ausgeschmückt ist mit Mosaiken, Erinnerungs-, Bitt- und Dankestafeln: auf Latein, Französich, Niederländisch, auf auch Deutsch. Es riecht nach Kerzenwachs, das Licht ist gedämpft. In der Tiefe erwartet Gläubige das `Tombeau` , was sich zwar mit Grab übersetzen lassen mag, doch statt eines Sarkophags beschränkt sich die Stätte auf eingefasste Steinreste des Originalgrabmals."






Pilgergebet zum Heiligen Martin an seinem Grab

Seliger Martin, wir kommen zu dir.
Soldat Gottes, Sendbote Christi,
Zeuge seines Evangeliums und Hirte seiner Kirche.
Wir bitten dich:
Mögest du vor Gott
in der großen Stille gegenwärtig sein,
in einsamen Nächten.
Gib uns durch ihn, dass wir treu bleiben
in unserem Glauben und im Gebet.
Du, der du noch nicht die Taufe empfangen hattest,
gabst einem Bettler die Hälfte deines Mantels,
hilf uns, mit unseren Brüdern zu teilen.
Nimm uns unter deinen Schutz
und bewahre uns vor dem Bösen.
Du, der du gegen Abend deines Lebens
der Tage Lasten und Arbeiten nicht verweigertest,
hilf uns, gehorsam dem Willen des Vaters zu folgen.
Wecke in unseren Herzen den Wunsch,
uns mit dir zu vereinen, und so nah wie möglich bei dir
die Freude der glückseligen Ewigkeit zu erkennen.
(Übersetzung Andreas Drouve)



"Ein Reliquiar, das Teile vom linken Arm und vom Schädel des Heiligen beinhaltet, wird am 11. November öffentlich gezeigt."
(zit. Andreas Drouve, der hl. Martin, 110f)







Stiege, die zur Sakristei führt

Holzrelief des betenden und zelebrierenden hl. Martin, Sakristei, Saint Martin

Die Zelebration hätte ich mir auch anders vorstellen können ;-), z. B. so wie beim hl. Martin im Bild vorher

Martin lässt sich taufen, Glasfenster, Saint Martin


Zwei Reliefe des Holzportals zeigen Symbole des hl. Martin, den Helm eines römischen Soldaten und die bischöfliche Mitra.



Mantelteilung und Martin als Bischof vor dem Hauptportal