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Sonntag, 7. Juni 2026

Jesus sah einen Mann namens Matthäus

San Gimignano

Fresko der Evangelisten aus dem 5. Jhdt, Dom von San Gimignano
Kapelle der hl. Fina, Serafina, Schutzpatronin von Gimignano, von Sebastiano Mainardi

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit
9 sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen
und sagte zu ihm: Folge mir nach!
Und Matthäus stand auf
und folgte ihm nach.10Und als Jesus in seinem Haus bei Tisch war,
siehe, viele Zöllner und Sünder kamen
und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
11 Als die Pharisäer das sahen,
sagten sie zu seinen Jüngern:
Wie kann euer Meister
zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
12 Er hörte es
und sagte: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes,
sondern die Kranken.
13 Geht und lernt,
was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!
Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen,
sondern Sünder.
(Evangelium vom 10. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Evangelist Matthäus, Dom von San Gimignano

Samstag, 25. April 2026

Christus, den Herrn, der im Evangelium spricht - kommt, wir beten ihn an! Halleluja.

Markus 1

Anfang des Evangeliums Jesu Christi

Es gibt keine andere frohe Botschaft als die Jesu Christi. Sie ist Inbegriff der Botschaft und Inbegriff der Freude. In Jesus Christus fallen der Bote und die Botschaft zusammen. Er es der Meldende, der den Botenauftrag vom Vater erhält. Er ist auch der Inhalt der Meldung, das, was der Vater der Welt zu künden hat.
Sein ganzes Dasein, jede Faser, jede Sekunde ist Botschaft von Gott, Offenbarung des Vaters. Auch unser Leben soll täglich mehr zu einer Botschaft von Gott werden.
Weil Christus der Inbegriff der Botschaft Gottes ist, ist er unser Alles, der Inbegriff unseres Lebens. Ist er es? Was muß ich tun, damit er es werde. 
(Adrienne von Speyr, Markus, 12)

Evangelist Markus, Lindenholz, polychrom, um 1790


der auferstandene Herr, Kirchenmuseum Pilsen

Museum für Kirchenkunst, Pilsen

Freitag, 25. April 2025

Zwerge auf den Schultern von Riesen

 

der Evangelist Markus auf der Schulter des Propheten Daniel
Notre Dame de Chartres

Im Jahr 1997 wurde auf dem Rand der £2-Münzen eine neue Inschrift eingeführt: „AUF DEN SCHULTERN VON RIESEN“. Dabei handelt es sich um ein Zitat von Sir Isaac Newton aus einem Brief an seinen Forscherkollegen Robert Hooke aus dem Jahr 1676, in dem er bescheiden erklärt, dass sein eigener Erfolg nur durch die Errungenschaften anderer möglich war. „Wenn ich weiter blicken konnte“, so schreibt er, „dann nur, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.“ Er erkannte, dass sein Werk auf den Gebieten der Physik und Astronomie nicht ohne Galileis und Keplers Arbeiten möglich gewesen wäre.

Newton war allerdings nicht der Erste, der diesen Ausdruck - „auf den Schultern von Riesen“ – verwendet hatte. Im Jahr 1159 schrieb bereits Johannes von Salisbury in seinem Werk Metalogican: „­Bernard von Chartres sagte immer: ‚Wir sind wie Zwerge auf den Schultern von Riesen, sodass wir mehr sehen können als sie und auch Dinge in größerer Entfernung - nicht etwa, weil wir schärfer sähen als sie, oder durch sonstige physikalische Unterschiede, sondern weil wir von ihrer Größe emporgehoben wurden.‘“

Diese Worte waren sicher die Inspiration für die Glasfenster an der Südseite der Kathedrale von Chartres, die im folgenden Jahr­hundert entstanden sind. Unter dem Rosettenfenster befinden sich fünf langgezogene Fenster mit überlebensgroßen Darstellungen der alttestamentlichen Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel und Daniel, auf deren Schultern, viel kleiner abgebildet, die vier Evangelisten des neuen Testaments sitzen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

 Die Evangelisten sahen, obwohl sie viel kleiner waren, doch viel mehr als die Propheten des Alten Testaments. Sie sahen den Messias. Die Propheten sprachen zwar von ihm, doch sie haben ihn nie selbst ­gesehen. Und doch haben sie die Welt auf seine Ankunft vorbereitet. Ohne sie hätten die Evangelisten nie sehen können, was sie sahen.

Quelle

die vier Evangelisten auf den Schultern der Propheten, in der Mitte Maria mit Jesus
Notre Dame de Chartres

Dienstag, 18. Oktober 2022

Lukas

 

Deckenfresko mit den 4 Evangelisten in der Bibliothek in Admont

 

Herr, unser Gott, du hast den Evangelisten Lukas auserwählt,

in Wort und Schrift das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden.

Gib, dass alle, die sich Christen nennen, ein Herz und eine Seele sind,

und lass alle Völker der Erde das Heil schauen,

das du ihnen bereitet hast.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

Bibliothek im Stift Admont

Freitag, 11. Dezember 2020

Tassilo III. von Bayern

Tassilokelch, der segnende Christus Stift Kremsmünster


Tassilo III., Herzog von Bayern und Klosterstifter. Tassilo folgte 748 seinem Vater Odilo als Herzog von Bayern nach. 765 heiratete er Luitburg, die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius. Pippin zwang ihn 757 zum Vasalleneid, dennoch regierte Tassilo seit 763 selbständig. Er übte großen Einfluss für die bayrische Kirche aus, setzte Bischöfe ein und zog die Gerichtsbarkeit über den Klerus an sich. Herzog Tassilo gelang es, durch Mission und Kolonisation das Norital und den Vintschgau zu gewinnen, er eroberte Kärnten für die christlichen Slowenen von den Avaren zurück.
777 war Tassilo maßgebend bei der Gründung von Kremsmünster beteiligt, auch Wessobrunn und andere Klöster wurden von ihm gestiftet oder erneuert. Kaiser Karl der Große zwang den Bayernherzog 787 zum Lehenseid, verurteilte ihn aber im nachfolgenden Jahr wegen Verlassens des fränkischen Heeres zum Tode. Zu lebenslänglicher Klosterhaft begnadigt, lebte Tassilo in Lorsch im heutigen Hessen, wo er an einem 11. Dezember unbekannten Jahres starb. In Kremsmünster sind ein Kelch und ein Leuchter aus der Stiftung von Tassilo erhalten.

Heute gedenkt die Kirche auch des Papstes Damasus I. 

 

 

Auf dem Kelch zu sehen sind neben vielen kleinen Details neun Medallions, vier am Fuß und fünf oben auf der sog. Cuppa. Dort findet sich der segnende Christus in der Mitte, umgeben von Propheten und den Symbolen der vier Evangelisten.

Unten am Fuß sind vier Heilige mit ihren abgekürzten Namen dargestellt. Wie diese Namen zu lesen sind, ist umstritten; nach aktuellem Stand sind es Johannes der Täufer, die Muttergottes und die Apostel Thomas und Petrus.

Hinter dem Schmuck steht ein theologisches Programm: Der thronende Christus als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks (vgl. Psalm 110) in der Einheit seiner beiden Naturen, ganz Gott und ganz Mensch, und die Einheit von Altem und Neuem Testament.

 

Evangelist Matthäus mit Engel


Evangelist Lukas mit Stier


Evangelist Johannes mit Adler

Markus und der Löwe

Sonntag, 18. Oktober 2020

Lukas - Arzt, Maler und Evangelist

hl. Lukas, geliebter Arzt, bitte für uns!
 

Lukas, der als Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte gilt, war nach der Überlieferung in Antiochien in Syrien als Heide geboren; nach Kol 4,14 war er Arzt und hat als solcher gewiss auch den Apostel Paulus behandelt. Für sein Evangelium hat er als Quellen das Markusevangelium und andere Überlieferungen benützt, dem Ganzen aber sein persönliches Gepräge gegeben.
Er betont vor allem die Barmherzigkeit Gottes und die Liebe Jesu zu den Armen und
den Sündern; über das Gebet und über den Heiligen Geist sagt Lukas mehr als Matthäus und Markus. In der Apostelgeschichte berichtet er mit historischem Blick und literarischer Kunst über die Anfänge des Christentums. Auch hier hat er verschiedene Quellen benützt; zum guten Teil konnte er als Augenzeuge berichten, da er Paulus auf der zweiten und der dritten Missionsreise begleitete und auch während der römischen Gefangenschaft in seiner Nähe war (vgl. Kol 4,10-14; Phlm 24; 2 Tim 4,11).
Die liturgische Verehrung des hl. Lukas ist seit dem 8. Jahrhundert bezeugt.

(ErzabteiBeuron)

 

Herr, unser Gott,

du hast den Evangelisten Lukas auserwählt,

in Wort und Schrift

das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden.

Gib, dass alle, die sich Christen nennen,

ein Herz und eine Seele sind,

und lass alle Völker der Erde das Heil schauen,

das du ihnen bereitet hast.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

Kanzelbild in St. Nikolaus, Pamhagen, Burgenland

Mosaik hl. Lukas in S. Vitale, Ravenna (Evangelium für jeden, der Gott lieben möchte)

Lukas und das Gebet, Mosaik in der Helenakapelle in S. Croce in Gerusalemme in Rom

Lukas mit dem Stiersymbol (Deckenfresko in S. Maria sopra Minerva, Rom)

Die Reliquien des Evangelisten Lukas in Padua (Vita und Botschaft von JPII. über Lukas)

 

Lukas malt Maria (in seinem Evangelium auch mit Worten)
Marylebone Parish Church, London

Montag, 21. September 2020

In erbarmender Liebe hat Christus Matthäus berufen

Apostel und Evangelist Matthäus, Kanzel in St. Brigitta, Wien

  

Matthäus, nach der Überlieferung der Verfasser des ersten Evangeliums, war Zöllner in Kafarnaum, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2,14: vgl. Lk 5,27); bei Mt 9,9 und in den Apostellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „... Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ - Später soll Matthäus in Äthiopien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.
(erzabteibeuron)

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, zu suchen und zu retten, was verloren war;
in erbarmender Liebe hat er den Zöllner Matthäus zum Apostel berufen.
Hilf uns auf die Fürsprache dieses heiligen Evangelisten,
mit ganzer Treue Christus nachzufolgen, wie er es getan hat.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.


Samstag, 25. April 2020

Markus

Evangelist Markus, Kapitell im Chorquadrat, Pfarrkirche Schöngrabern



Johannes mit dem Beinamen Markus (Apg 12,12) war der Sohn der Maria, in deren Haus sich die Urgemeinde von Jerusalem versammelte. Er begleitete seinen Verwandten Barnabas und den Apostel Paulus auf der ersten Missionsreise, kehrte aber, als sie in Perge in Pamphylien ankamen, allein nach Jerusalem zurück (Apg 13,13). Es scheint, dass er den Mut verloren hatte. Auf die zweite Missionsreise wollte Paulus ihn nicht mehr mitnehmen. 
Später finden wir ihn wieder bei Paulus (Phlm 24; Kol 4,10; 2 Tim 4,11). Dann war er Begleiter des Petrus in Rom. Petrus-Erinnerungen sind auch in dem nach Markus benannten Evangelium zu erkennen, das sicher vor der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) geschrieben wurde. - Nach der Überlieferung soll Markus die Kirche von Alexandrien gegründet und geleitet haben und dort als Märtyrer gestorben sein. Seine Reliquien kamen im 9. Jahrhundert auf abenteuerliche Weise nach Venedig, wo ihm die Hauptkirche (Markus-Dom) geweiht ist.



Markus
Glasfenster in S. Martino, Lucca (Glaube u. Nachfolge bei Markus, Söding)
Mosaik in S. Vitale Ravenna
San Marco in Rom
Aslan, bist du es?




Samstag, 21. September 2019

Matthäus in der Grabeskirche

Evangelist Matthäus in der Grabeskirche



Matthäus, nach der Überlieferung der Verfasser des ersten Evangeliums, war Zöllner in Kafarnaum, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2,14: vgl. Lk 5,27); bei Mt 9,9 und in den Apostellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „... Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ - Später soll Matthäus in Äthiopien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.

In jener Zeit
9sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
10Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
11Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
12Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
13Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.
(Matthäus 9,9-13)


Caravaggio-Bilder von Matthäus, Jona wird heute ebenfalls bedacht

Katholikon der Grabeskirche