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Mittwoch, 6. Mai 2026

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe...

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1 Ich bin der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer.
2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt,
schneidet er ab
und jede Rebe, die Frucht bringt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
3 Ihr seid schon rein kraft des Wortes,
das ich zu euch gesagt habe.
4 Bleibt in mir
und ich bleibe in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
so auch ihr,
wenn ihr nicht in mir bleibt.
5 Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6 Wer nicht in mir bleibt,
wird wie die Rebe weggeworfen
und er verdorrt.
Man sammelt die Reben,
wirft sie ins Feuer
und sie verbrennen.
7 Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt:
Ihr werdet es erhalten.
8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

(Evangelium vom Mittwoch der 5. Osterwoche) 

 

Blick vom Bisamberg auf Wien

Maria, Maienkönigin, bitte für uns



Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht

Stift Klosterneuburg

Sonntag, 2. Mai 2021

Ich bin der wahre Weinstock

 

St. Michael, Mondsee


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Ich bin der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer.
2Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt,
schneidet er ab
und jede Rebe, die Frucht bringt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
3Ihr seid schon rein kraft des Wortes,
das ich zu euch gesagt habe.
4Bleibt in mir
und ich bleibe in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
so auch ihr,
wenn ihr nicht in mir bleibt.
5Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6Wer nicht in mir bleibt,
wird wie die Rebe weggeworfen
und er verdorrt.
Man sammelt die Reben,
wirft sie ins Feuer
und sie verbrennen.
7Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt:
Ihr werdet es erhalten.
8Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
(6. Sonntag der Osterzeit, B)

Mosaik in der Westminster Cathedral


Mittwoch, 17. Mai 2017

Christus der wahre Weinstock




Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.
Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.

(Evangelium vom Mittwoch der 5. Osterwoche, Johannes 15,1-8))
 

Im Weinstockgleichnis liegt gewiß zunächst eine wundersame Zusicherung: daß wir irgendwo eingewurzelt sind, bleibend und stärkend, daß wir nicht nach unserer Geburt Ausgesetzte sind, Vereinzelte, die keinen andern Halt haben als ihr fragwürdiges Selbst, daß wir auch nicht bloß Geschöpfe eines unfaßlichen Schöpfers sind, der uns wohl immer das Dasein geben und - solange es ihm gefällt - auch erhalten mag, daß wir vielmehr mit einem kraftgebenden und fruchtwirkenden Ursprung verbunden sind, aus dem heraus wir ein sinnvolles und nützliches Dasein leben können.

Aber die durch das ganze Evangelium hindurchgehende Aussage ist mehr als diese Zusicherung:
Sie ist aufgrund dieser letztern, die dringliche Forderung, in diesem Ursprung zu verharren:
"Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch."

Die Forderung ist so drängend, daß hinter ihr geradezu eine Drohung steht: wer nicht bleibt, verdorrt, wird abgeschnitten, verbrennt. Das erfolgt gleichsam naturhaft - wie das Gleichnis von Rebe und Stock zeigt -, aber es erfolgt auch personal, da Gott der Vater selbst für die Einheit des Sohnes mit seinen Zweigen oder Glieder besorgt ist.
Diese Einheit ist das zentrale Ereignis der Welt und ihrer Geschichte, und sie ist so eng, daß sie keine Halbwahrheiten duldet: entweder ist die Rebe am Weinstock oder sie ist davon getrennt. Das müssen wir beherzigen: "Ohne mich könnt ihr nichts tun" - soviel ihr auch aus euch heraus zu leisten meint.
(H. U. von Balthasar, Licht des Wortes, 170)

Apsismosaik der Lady Chapel, Westminster Cathedral, London