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Sonntag, 7. Dezember 2014

Augustinus über Ambrosius

Augustinus, Maria Lanzendorf,

Ich kam nach Mailand zum Bischof Ambrosius, der der ganzen Welt als einer der Besten bekannt ist, Deinem frommen Verehrer, der damals mit seinem kraftvollen Wort Deinem Volk, das "Mark Deines Weizens" und das Freudenöl und "des Weines nüchterne Trunkenheit" darbot.
Nicht wissend, daß Du mich führst, kam ich zu ihm, um durch ihn, aber nun wissend, zu Dir geführt zu werden. Väterlich nahm er mich auf, dieser "Gottesmann" und begrüßte meine Ankunft mit dem ganzen Wohlwollen eines Bischofs.

Ich fühlte mich zu ihm hingezogen, aber vorerst nicht zum Lehrer der Wahrheit - ich hatte keine Hoffnung mehr, sie in Deiner Kirche zu finden - sondern zu dem Menschen, der mir gütig entgegenkam. Ich hörte ihn, wenn er zum Volke sprach, voll Interesse, freilich nicht in der gehörigen inneren Verfassung, vielmehr um mir ein Urteil zu bilden, ob seine Rednergabe ihrem Ruf entspräche oder  stärker, vielleicht schwächer hervorkäme, als es die öffentliche Meinung war. So hing ich wohl gespannt an seiner Sprache, im übrigen stand ich unter den anderen als ein Hörer, den die Sache selbst nichts anging, ja dem sie verächtlich war. Ich freute mich nur an der einnehmenden Art seines Vortrags; er zeugte von höherer Bildung als der des Fautus, aber was das rednerische Gehaben betrifft, wirkte er weniger strahlend und bestrickend.
Im übrigen, dem Gehalt nach, kein Vergleich: der eine verlor sich in den manichäischen Gaukeleien, der andere dagegen lehrte auf heilsamste Weise das Heil
(aus den Confessiones, in: Gefolge des Lammes IV., 333f)

Ambrosius, Maria Lanzendorf

Montag, 15. September 2014

Die Schmerzensmutter von Maria Lanzendorf

Seit Jahrhunderten kommen Pilger in die südlich von Wien gelegene Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf, "um ihr eigenes Leid mit dem Leiden Christi durch die Hände der Schmerzensmutter zu vereinen, und gehen getröstet und gestärkt wieder von hier fort. Das Geheimnis des Überganges vom Tod zur Auferstehung, vom Leid zur Verklärung, das in der vergoldeten (!) Dornenkrone Jesu und der Krone auf dem Haupt der Schmerzensmutter (Gnadenstatue) angedeutet ist, beginnt sich schon jetzt an ihnen zu erfüllen. Wie oft sie in ihren Anliegen erhört werden, davon geben das Pilgerbuch und die Votivtafelkapelle Zeugnis."
(aus dem Kirchenführer)

Kirche vom Kalvarienberg fotografiert



frei stehende Gnadenkapelle mit Kreuzrippengewölbe, flankiert von den
Aposteln Petrus und Paulus

 

Gnadenstatue des Bildhauers Fiechtl, die er der alten, von den Türken 1683
zerstörten nachbildete

Votivtafelkapelle mit ungekrönter Pieta

Lass mich wahrhaft mit dir weinen,
mich mit Christi Leid vereinen,
so lang mir das Leben währt!
An dem Kreuz mit dir zu stehen,
unverwandt hinaufzusehen,
ist’s, wonach mein Herz begehrt.

O du Jungfrau der Jungfrauen,
woll auf mich in Liebe schauen,
dass ich teile deinen Schmerz,
dass ich Christi Tod und Leiden,
Marter, Angst und bittres Scheiden
fühle wie dein Mutterherz!

Alle Wunden, ihm geschlagen,
Schmach und Kreuz mit ihm zu tragen,
das sei fortan mein Gewinn!
Dass mein Herz, von Lieb entzündet,
Gnade im Gerichte findet,
sei du meine Schützerin!

Mach, dass mich sein Kreuz bewache,
dass sein Tod mich selig mache,
mich erwärm sein Gnadenlicht,
dass die Seel sich mög erheben
frei zu Gott in ewgem Leben,
wann mein sterbend Auge bricht!
(aus dem Stabat Mater)