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Mittwoch, 30. September 2026

Die Pilgramkanzel im Wiener Stephansdom (Hieronymus)

 

links Augustinus mit Mitra, Buch und Tintenfass, rechts Gregor der Große

links Gregor der Große mit Tiara, buch und Lupe/Monokel, rechts Hieronymus

Paula, Eustochium und ihre Monialen setzten in Bethlehem emsig das Studium der Bibel fort, und zwar richtete sich ihr Eifer jetzt vor allem auf das Neue Testament. Hieronymus übernahm es, ihnen auf seine übliche Weise den heiligen Paulus auszulegen. Vielleicht empfand er eine Scheu, sich sofort in die Erklärung der Evangelien hineinzustürzen. Indem er mit den Briefen begann, folgte er im übrigen der zeitlichen Ordnung, in der die bücher des Neuen Testaments geschrieben sind.
Zunächst nahm er die kürzeste von allen Schriften des heiligen Paulus, den kleinen Brief an Philemon. Seine Auslegung dieses entzückenden Briefes, der uns einen Blick in das Alltagsleben des großen Apostels tun lässt, ist rein historischer Art. Wir finden eine allgemeine Darlegung der Botschaft des Paulus und eine Aufzählung seiner sämtlichen Begleiter. Hieronymus verteidigt energisch den kanonischen Charakter des Briefes. Er geht den Text Vers für Vers durch und gibt eine natürliche, einfache Erklärung dazu; die Geschichte der Urkirche - der Brief an Philemon stammt ja aus der römischen Gefangenschaft des Apostels - wird als bekannt vorausgesetzt.

Mit einem so kleinen Werk konnten sich Paula und Eustochium  nicht zufriedengeben. Sie baten Hieronymus, ihnen einen der großen Paulusbriefe auszulegen. Er wählte den Galaterbrief und hatte sehr bald ein erstes Buch fertig. In der Vorrede berichtet er, er habe soeben die Nachricht erhalten, daß Marcellas Mutter Albina gestorben sei.

Von Marcella schreibt er: "Ich möchte ihre brennende Wunde durch das Heilmittel der Schriften heilen. Ich kenne ihren Eifer und ihren Glauben. Ich weiß, von welchem Feuer ihr Herz immer entflammt ist. Ich weiß, daß sie stärker ist als ihr Geschlecht, daß sie alles Menschlichen nicht achtet: vom hellen Klang der göttlichen Bücher geleitet, zieht sie furchtlos durch das Rote Meer dieser Welt. Als ich in rom war, hat sie mir ständig, kaum daß sie mich sah, Fragen, die Bibel betreffend vorgelegt. Und keineswegs nahm sie, nach der Weise der Pythagoräer, meine Antworten unbesehen als richtig an; ohne gründliche Prüfung galt bei ihr keine Autorität."

(Jean Steinmann, Hieronymus, Ausleger der Bibel, 1961, 172) 

Statue in St. Michael, Olmütz, Brief an Rustikus 

Hieronymus im Kunsthistorischem Museum, Brief an Paula

S Maria sopra Minerva, Rom, B16 über Hieronymus

Hieronymus in der Wiener Peterskirche, Vita

Kunsthistorisches Museum, Wien, Hieronymus übersetzt die Bibel, das Wort des Priesters soll Würze der Schrift offenbaren

Lust an Gottes Wort, Brief an den Priester Paulinus 

Hieronymusstatue in der Blasiuskirche in Dubrovnik

Die Zelle des hl. Hieronymus in Bethlehem

Eine bronzierte Holzfigur des hl. Hieronymus in der Wiener Dominikanerkirche

Ein Hieronymusfresko in Sant`Apollinare in Ravenna

Die letzte Kommunion des hl. Hieronymus im Petersdom in Rom

links Hieronymus mit Kardinalshut und Buch, rechts Ambrosius mit Mitra und Buch

Pilgramkanzel, Stephansdom

Dienstag, 29. September 2026

Raphael und Tobias im Wiener Stephansdom

Stephansdom



Im Eingangsbereich des Doms stehen Holzfiguren der Erzengel Raphael und Tobias.  Dompfarrer Karl Raphael Dorr (1905–1964), der während der NS-Zeit
ins Exil musste, stiftete nach seiner Rückkehr nach Wien aus Dankbarkeit die beiden Figuren für
den Dom. Sie wurden von Prof. Hans Mauracher aus einem eichenen Pressbaum einer dreihundert Jahre
alten steirischen Weinpresse 1951/52 geschaffen.

Erzengel Raphael links und Tobias mit Fisch rechts im Eingangsbereich des Wiener Stephansdoms



LITANEI ZUM HEILIGEN ERZENGEL RAPHAEL

Herr erbarme dich unser! Christus erbarme dich unser! Herr erbarme dich unser!
Christus höre uns! Christus erhöre uns!
Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser!
Heiliger Dreifaltiger Gott, erbarme dich unser!

Heiliger Raphael, Arzt Gottes BITTE FÜR UNS!
Heiliger Raphael, Engel der Schmerzen und der Heilung,
Heiliger Raphael, Patron der Ärzte,
Heiliger Raphael, „Heiler der Welt“,
Heiliger Raphael, unüberwindlicher Verteidiger in leiblichen und seelischen Gefahren,
Heiliger Raphael, du hast den großen Kampf wieder aufgenommen,
Heiliger Raphael, Sieger über Aschmodai,
Heiliger Raphael, du bildest uns aus im geistlichen Kampf,
Heiliger Raphael, Ermutigung der Seelen in der Prüfung,
Heiliger Raphael, Diener der geschädigten Seelen,
Heiliger Raphael, Verteidiger der versuchten Seelen,
Heiliger Raphael, Lehrer der Unterscheidung und wahrer geistlicher Führer,
Heiliger Raphael, Begleiter der Büßenden,
Heiliger Raphael, Patron der Bekenner,
Heiliger Raphael, Beschützer geistlicher Berufungen,
Heiliger Raphael, Hüter der Eremiten,
Heiliger Raphael, Wohltäter der mildtätigen Seelen,
Heiliger Raphael, Mitarbeiter bei guten Werken,
Heiliger Raphael, Vorbild der Schutzengel,
Heiliger Raphael, wundertätiger Bote mit besonderem Auftrag,
Heiliger Raphael, Hilfe aller, die dich anrufen,
Heiliger Raphael, mächtiger Fürsprecher bei Gott,
Heiliger Raphael, zuverlässiger Ratgeber,
Heiliger Raphael, Engel der göttlichen Liebe,
Heiliger Raphael, Ausdruck der göttlichen Vorsehung,
Heiliger Raphael, Bote des Glücks,
Heiliger Raphael, Verbreiter der Freude des Himmelreichs,
Heiliger Raphael, Engel der Reinheit und der Selbstbeherrschung,
Heiliger Raphael, Vermittler christlicher Ehen,
Heiliger Raphael, einer der sieben Engel, die vor der Herrlichkeit Gottes stehen,
Heiliger Raphael, Anbeter des Gekreuzigten,
Heiliger Raphael, du fängst auf das kostbare Blut Christi zu unserer Rettung.

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, Herr, erbarme dich.

Bitte für uns, heiliger Raphael!

Herr, unser Gott, führe uns, auf den Weg des Friedens. Wir preisen und verehren alle Himmelsfürsten, besonders aber den treuen Arzt und Begleiter Raphael, der sich des Dämons bemächtigt und ihn in Ketten legt. 

Gott hat seinen Engeln befohlen, euch zu behüten auf all euren Wegen.

Lasset uns beten: Gott, du hast deinem Diener Tobias den heiligen Erzengel Raphael als Reisebegleiter gegeben. Gib, dass auch wir, deine Diener, immer unter seinem Schutz stehen und durch seinen Beistand gestärkt werden. Durch Christus, unseren Herrn. Amen!

nach „Collection Prieres" - Saint Raphael, Dieu guerit: © M. Lorient ©, Ed. Benedictines, 1995

Freitag, 15. Mai 2026

Sophia, Märtyrin und Eisheilige

Sophie von Rom im Stephansdom vor der Renovierung

Sophia (um 1450 aus Kalkstein) nach der Renovierung mit Hand und Palme,
 Stephansdom

 
Eine besondere Gruppe ist an der Nordwand des Langhauses zu finden: die heilige Sophia mit ihren drei Töchtern, Spes, Fides und Caritas. Die Legende berichtet von einer christlichen Witwe mit drei Töchtern, die aus Mailand stammten und zu Opfern der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (303-305) wurden.
Die Namen haben auch eine andere Bedeutung, die über die tragische persönliche Geschichte hinausweist: Die drei Töchter tragen die Namen der drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, die aus der Beschreibung der Liebe im ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther hergeleitet werden: „Für jetzt bleiben diese drei: Glaube, Hoffnung und Liebe“. Die Weisheit (Sophia) ist eines der Ziele einer tugendhaften Lebensführung. Im Vers davor schreibt Paulus: „Dann (im Paradies) werde ich [die Weisheit, griechisch Sophia] vollkommen erkennen“.
(Quelle: Verein UnserStephansdom)



Sophia links vor dem Fenster ganz rechts, Stephansdom

Freitag, 19. Juni 2020

Herz Jesu (blumig umrahmt)



Herz-Jesu Altar im Wiener Stephansdom


Der Puchheim-Baldachin, benannt nach seiner Stifterin Elisabeth von Puchheim, wurde im Jahre 1434 von Hans Puchsbaum gefertigt. Aus dem 18. Jahrhundert stammt das kunstvolle Herz-Jesu-Bildnis, welches viel verehrt wird.

Heiligstes Herz-Jesu, erbarme dich unser

(....) haben wir das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu gefeiert, dessen Verehrung im christlichen Volk tief verwurzelt ist. Im Sprachgebrauch der Bibel steht das »Herz« für den Mittelpunkt der Person, den Sitz ihrer Gefühle und Absichten. Im Herzen des Erlösers verehren wir die Liebe Gottes zu den Menschen, seinen Willen zu allumfassendem Heil, seine grenzenlose Barmherzigkeit. Die Verehrung des Heiligsten Herzens Christi bedeutet somit, jenes Herz anzubeten, das uns geliebt hat bis zum äußersten, das von einer Lanze durchbohrt wurde und aus dem vom Kreuz herab Blut und Wasser geflossen sind als unerschöpfliche Quelle neuen Lebens.

Am Herz-Jesu-Fest wird auch der Welttag für die Heiligung der Priester begangen, eine willkommene Gelegenheit, dafür zu beten, daß die Priester der Liebe Christi nichts vorziehen. (...)

Das Herz, das dem Herzen Christi mehr als alle anderen gleicht, ist zweifellos das seiner Unbefleckten Mutter Maria, und aus diesem Grund stellt uns die Liturgie beide zusammen zur Verehrung vor. Als Antwort auf die Aufforderung der Muttergottes in Fatima vertrauen wir ihrem Unbefleckten Herzen, das wir gestern in besonderer Weise betrachtet haben, die ganze Welt an, damit sie die barmherzige Liebe Gottes erfahre und wahren Frieden erlebe.

(Benedikt XVI., Angelus, 2005)


Mosaik in der Kapelle Colombiere, Paray le Monial (Vision vom 2. Juli 1688)

Herz-Jesu Bild in der Jesuitenkirche Innsbruck

Herz-Jesu Glasmalerei in der Kathedrale von Malaga (Kardinal Schönborn, Priesterweihe 2007)

Herz-Jesu und Gute Hirten - Kasel (Abschluss Priesterjahr, Benedikt XVI., 11.6.2010) 

Geschrieben auf Eis

Herz-Jesu Glasfenster mit Kaiser Karl und Zita in Maria Taferl

Herz-Jesu Glasfenster in St Stephens, Eastbourne (Herz-Jesu Gebet von Medjugorje)

Herz-Jesu Statue und Glasfenster mit Margarete Maria Alacoque in Lille, Sacre Coeur
 
Herz-Jesu Statue in Breitenfelder Pfarrkirche, Wien

Herz-Jesu Altar mit Claude de la Colombiere und Petrus Canisius, Jesuitenkirche, Malaga 

Herz Jesu Altar (Mosaik) im Petersdom (Verheißungen an Margareta Maria Alacoque)

Herz Jesu Statue in der Pfarrkirche in Heiligenkreuz (Predigt Eröffnung Priesterjahr, Benedikt XVI.) 

Apsisfresko in Sacre Coeur, Paris 

Verherrlichung des heiligsten Herzens Jesu, tschechische Erlöserkirche Wien 

Herz-Jesu Altar in Maria Trost, Kirchberg am Wagram 

Herz-Jesu-Statue im Veitsdom, Prag 

Glasfenster Charles de Foucauld und Apsismosaik in Sacre Coeur, Paris

Herz Jesu und Mariä beim Grab der Katharina Laboure, Paris

Am Grab der hl. Margareta Maria Alacoque

Glasfenster in der Basilika in Paray le Monial (Hildegard von Bingen) 

Herz-Jesu-Fenster in der Basilika von Ars 

Herz-Jesu-Bild in der Innsbrucker Hofkirche 

Herz-Jesu Statue vor Abendmahlbild in Igreja do Loreto, Lissabon

Gebet des hl. Petrus Canisius anläßlich seine Herz-Jesu-Vision 





Mittwoch, 3. Juni 2020

Morandus von Altkirch/Elsass


Morandus, Benediktinermönch aus Cluny, mit Rebmesser in der Hand, Stephansdom

Morandus von Altkirch, Mönch. Morand stammte aus der Umgebung von Worms, wurde dort an der Domschule ausgebildet und anschließend zum Priester geweiht. Auf der Rückkehr von einer Wallfahrt zum Grab des hl. Jakobus in Santiago wurde er Mönch in der Benediktinerabtei Cluny. Zuerst als Prior in der Auvergne tätig, sandte ihn Abt Hugo I. um 1106 als Prior in das neugegründete Kloster Altkirch im Elsass. Hier entfaltete Morand eine ausgedehnte Wirksamkeit als Seelsorger, die ihm den Ehrentitel „Apostel des Sundgaus“ eintrug. Er starb wohl am 3. Juni um 1115 und wurde in der Klosterkirche bestattet, wo das Hochgrab noch erhalten ist.
Ein Teil seines Hauptes befindet sich seit dem 15. Jahrhundert im Stephansdom zu Wien, da Morand einer der Hausheiligen der Habsburger war. Monrand wird dargestellt im Mönchsgewand oder Pilgerkleid, mit Rebmesser und Traube.
Patron der Winzer, des Weines, er soll sich während der gesamten Fastenzeit mit nur einer Traube ernährt haben, gegen Besessenheit
(vgl. Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Karl Lwanga und seiner Gefährten (Skulptur beim Priesterseminar in Daressalam),
am 3. Juni 1963, verstarb Papst Johannes XXIII., dessen Gedenktag am 11. Oktober begangen wird, der Tag an dem 1962 das 2. Vatikanische Konzil eröffnet wurde.

Statue und Reliquie in der Kapelle des sel. Johannes XXIII. in der Kathedrale von Bergamo
Am Grab des sel. Johannes XXIII. im Petersdom



Statue des hl. Morandus an der Nordwand des Stephansdomes

Donnerstag, 23. April 2020

Kirchweihe des Stephansdoms

 



Kirchweihe des Stephansdomes. Im Jahr 1137 wurde von Bischof Regimar aus Passau eine Pfarre in Wien errichtet. Bischof Reginbert weihte im Jahr 1147 eine romanische Kirche zu Ehren des heiligen Erzmärtyrers Stephanus, der auch Patron des Passauer Domes ist.
Die Kirche, die durch einen Brand im Jahr 1267 arg mitgenommen war, wurde wieder aufgebaut, größer und herrlicher als zuvor. Doch Rudolf IV., Erzherzog von Österreich, führte einen ganz neuen Bau im gotischen Stil auf. Deshalb hat man Rudolf IV. auch den Beinamen „der Stifter“ gegeben. Dieses Heiligtum wurde von Paul II. im Jahr 1469 zur Würde einer Kathedralkirche und von Innozenz XIII. zum Sitz eines Erzbischofs erhoben.
Am 11. April 1945 wurde der Stephansdom durch Kriegswirren und einen Feuersturm schwer beschädigt, sodass er zum Teil einstürzte. Nach dem Wiederaufbau unter Kardinal Theodor Innitzer konnte das Wahrzeichen Wiens am 19. Dezember 1948 – mit Ausnahme des Albertinischen Chores – wieder für den Gottesdienst eingeweiht werden. Der gesamte Dom wurde schließlich am 26. April 1952 wieder in Verwendung genommen.
(Martyrologium Sancrucense)

Zur Kirchweihe 2014 (im Weitwinkel)
Zur Kirchweihe 2015 (Eligiuskapelle)




Und hier noch Bilder der letztjährigen missa chrismatis, heuer wurde sie aufgeschoben:

Vorsicht Steinschlag (1)


Weihe der Öle, hier Chrisam

Vorsicht Steinschlag (2)

scharf ist hier nur das Handybild

schon besser

Samstag, 25. Januar 2020

Das Singertor (Paulustor) des Stephansdoms

Bekehrung des Apostels Paulus, Singertor des Stephansdoms


Das Fest der Bekehrung des hl. Paulus führt uns wieder die Gestalt dieses großen Apostels vor Augen, der von Gott dazu auserwählt wurde, »vor allen Menschen sein Zeuge« zu sein (Apg 22,15). Für Saulus aus Tarsus markierte der Augenblick der Begegnung mit dem auferstandenen Christus auf dem Weg nach Damaskus die entscheidende Wende seines Lebens. Da vollzog sich seine vollkommene Verwandlung, eine regelrechte geistliche Bekehrung. Der unerbittliche Verfolger der Kirche Gottes war in diesem Augenblick zu einem im Dunkeln herumtappenden Blinden geworden, aber mit einem großen Licht im Herzen, das ihn schon bald dahin bringen würde, ein glühender Apostel des Evangeliums zu werden.
Das Bewußtsein, daß allein die göttliche Gnade eine derartige Bekehrung hatte bewirken können, hat Paulus nie mehr losgelassen. Als er durch die unermüdliche Verkündigung des Evangeliums bereits sein Bestes gegeben hatte, schrieb er neuerlich voll Seeleneifer: »Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir« (1 Kor 15,10).
Unermüdlich, als hinge das Werk der Mission ganz von seinen Kräften ab, war der hl. Paulus jedoch zutiefst davon überzeugt, daß seine ganze Kraft aus der in ihm wirkenden Gnade Gottes stammte.
(Benedikt XVI., 25. Jänner 2008)


Bekehrung Pauli in der St Paul´s Cathedral, London

Bekehrung Pauli - St. Paul vor den Mauern in Rom

Bekehrung Pauli - Unterstinkenbrunn

Bekehrung Pauli - Westminster Cathedral

Bekehrung und Berufung Pauli - St John´s College in Oxford  

Bekehrung Pauli in Pöllau (Kanzel)

Bekehrung Pauli und Stephanus (St Paul vor den Mauern)

der nur gelegentlich geöffnete südl. Seiteneingang des Stephansdoms



Im heurigen „Paulus-Jahr“ verdient das „Paulustor“, im Volksmund auch „Singertor“ genannt, - der südliche Seiteneingang des Domes, durch den man, von Süden her kommend, den Stephansdom an der Apostelseite betreten konnte, - wohl besondere Beachtung. In dessen Tympanonfeld – dem reliefartig geschmückten Bereich über dem Tor – sah sich der mittelalterliche Besucher unvermittelt mit einem zentralen Punkt seines christlichen Lebens konfrontiert: mit der Umkehr.
Zwei übereinanderliegende Szenen zeigen in einer dramatisch bewegten Bilderfolge Bekehrung und Opfertod des Apostelfürsten Paulus.
Links zu sehen sein Abschied, noch als forscher Saulus. In der Mitte Christus, der den vom Pferd Stürzenden anruft: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“.

Und schließlich rechts – ein Bild voll Ruhe und Frieden – Paulus, der mit bloßem Haupt vor Ananias kniet, der ihn segnet und wieder sehend macht.

Diese Geschichte eindringlich zu erzählen, war wichtiger als formale Bedenken, darum beginnt die obere Bildfolge auch gegenläufig: Über der Heilung des Paulus durch Ananias steht die Darstellung der Taufe, die dann direkt zum Martyrium führt. Der gebundene Paulus kniet vor dem Kaiser, über ihm der Scherge mit dem erhobenen Schwert. Und über allem Christus, begleitet von Engeln. Damit ist alles ausgesagt. Saulus, wie sein jüdischer Name lautete, erfuhr – etwa um 31/32 n. Chr. – vor Damaskus ein Offenbarungserlebnis, das sein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Jesus selbst spricht ihn an und führt ihn auf den Weg, weist ihn hin auf den Willen Gottes. Und aus dem wütenden Verfolger wird der von Gott voll und ganz ergriffene Apostel.

Die Apostelgeschichte, als deren Verfasser der Evangelist Lukas gilt, berichtet uns dreimal von dieser Bekehrung. Paulus selbst hat später in seinem Brief an die Galater (1,13f ) in klaren und einfachen Worten das Unerklärliche, das in seinem Leben geschehen ist, beschrieben: Wenn die Gnade Gottes einen Menschen erfasst, sind die Konsequenzen daraus meist ganz unerwartet. Paulus blieb in seiner persönlichen Haltung durchaus Jude und hat dies persönlich auch nie bestritten (Röm 9,1f ). Aber mit dem Ereignis von Damaskus hat sich sein Blickwinkel geändert. Er steht nun fest in der Zeugenreihe der Auferstehung (1 Kor 15,8). Daraus schöpft er auch die Sicherheit seines Auftrags. Und zugleich überträgt er seine eigene Umkehr auf alle Menschen. An ihm wird sichtbar, was Bekehrung, was „zum Glauben kommen“ bedeutet: Der ganze Mensch wird neu geschaffen (2 Kor 5,17). Der letzte Anstoß aber ist Gnade.


Bekehrung und Tod des Apostels Paulus, um 1360, Paulustor, Stephansdom

Samstag, 30. November 2019

Andreas in der bischöflichen Andreaskapelle

 

Andreas stammte aus Betsaida und war Fischer. Er war zuerst Jünger Johannes‘ des Täufers, trat dann, als er das Zeugnis des Täufers über Jesus, „das Lamm Gottes“, hörte, in dessen Gefolgschaft über (Joh 1,35-40) und gehörte zur Gruppe der Zwölf. Er gewann auch seinen Bruder Petrus für Jesus (Joh 1,40-42). Er trat bei der Speisung der Fünftausend hervor (Joh 6,8-9), und an ihn wandten sich die Griechen, die nach dem Einzug in Jerusalem mit Jesus sprechen wollten (Joh 12,23). Später hat Andreas, der Überlieferung zufolge, am Schwarzen Meer und in Griechenland das Evangelium gepredigt und ist in Patras in Achaia den Martertod am Kreuz gestorben.

Allmächtiger Gott,
du hast deiner Kirche
den heiligen Apostel Andreas
als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben.
Erhöre unser Gebet
und gib, dass auch die Kirche unserer Tage
die Macht seiner Fürsprache erfahre.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Apostel Andreas, Erzbischöfliches Palais, Wien

Sei gegrüßt, o heiliges Kreuz,
nach dem ich verlange. 
An dir hat Christus gehangen, mein Meister - 
nun nimm auch mich, seinen Jünger, auf.
(Benediktus-Antiphon)


Andreaskapelle
 und ein paar Bilder gemacht auf der Westempore des Stephansdoms: