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Donnerstag, 26. Dezember 2024

Aus Liebe zu Gott

 


Die Waffen der Liebe

Gestern haben wir die zeitliche Geburt unseres ewigen Königs gefeiert, heute feiern wir das siegreiche Leiden seines Kämpfers. Gestern ging unser König, gehüllt in den Mantel des Fleisches, aus dem Schoß der Jungfrau hervor und besuchte in Gnaden die Welt, heute verließ der Streiter das Zelt des Leibes und zog als Sieger ein in den Himmel.
Obwohl er der höchste König ist, kam Christus für uns in Niedrigkeit. Er konnte nicht mit leeren Händen kommen und brachte seinen Streitern ein großes Geschenk mit. Damit machte er sie reich und stärkte sie zu siegreichem Kampf. Er brachte das Geschenk der Liebe mit, um die Menschen zur Teilnahme an der göttlichen Natur zu führen. Die Liebe, die Christus den Herrn vom Himmel auf die Erde geführt hat, hob den Stephanus von der Erde zum Himmel empor. Die Liebe, die zuerst im König erschien, leuchtete danach auf in seinem Streiter.
Um den Kranz zu gewinnen, von dem er den Namen trug, nahm Stephanus die Liebe als Waffe und siegte durch sie überall. Aus Liebe zu Gott wich er nicht vor den wütenden Juden, aus Liebe zum Nächsten betete er für sie, als sie ihn steinigten. Aus Liebe stritt er mit den Irrenden, um sie zur Wahrheit zu führen, aus Liebe betete er für die, welche ihn steinigten, damit sie der Strafe entgingen. In der Kraft der Liebe besiegte er den grausam wütenden Saulus, und der ihn auf Erden verfolgte, durfte im Himmel sein Freund werden.
Siehe, nun freut sich Paulus mit Stephanus, genießt mit ihm die Herrlichkeit Christi, jubelt und herrscht mit ihm. Getötet durch die Steine des Paulus, schritt Stephanus (zum Himmel) voraus: Paulus folgte, sein Helfer war das Gebet des Stephanus.

Steinigung des Stephanus, St Stephen, Skipton

 

Hochaltarbild in Horn, B16, 26. Dezember 2007

Mosaik von Stephanus in S. Lorenzo fuori le Mura, Rom

Das Stephanusfenster im Kölner Dom  (nochmal)

Stephanusstatue im Dommuseum Bamberg

Hochaltarbild in St. Etienne, Lille, Angelus B16 , 16.12.2005

Glasfenster und Statue in der Kathedrale St. Etienne in Toulouse

Stephanus und Paulus - Katechese Kardinal Schönborn (Relief beim Eingangstor von St. Paul vor den Mauern)

Grab des hl. Stephanus (S. Lorenzo fuori le Mura in Rom)

Steinigung des Stephanus (Chorfenster des Wiener Stephansdoms)

Papst Benedikt über Stephanus 10.1.2006 (Glasfenster der Steinigung im Kölner Dom)

Hochaltargruppe im Passauer Dom St. Stephan (hier und hier)

Der Stephanusaltar im Stephansdom

Stephanusfenster in All Saints, Cambridge

Dienstag, 26. Dezember 2023

Gewalt wird in Liebe umgewandelt und so Tod in Leben (Stephanus)

 

Altarbild Stephanus empfängt die Märtyrerkrone,
rechts klein: Steinigung des Stephanus

 

FEST DES HL. STEPHANUS - PROTOMÄRTYRER

BENEDIKT XVI., ANGELUS

Petersplatz, Mittwoch, 26. Dezember 2007

Liebe Brüder und Schwestern!

Am Tag nach Weihnachten läßt uns die Liturgie die »Geburt zum Himmel« des ersten Märtyrers, des hl. Stephanus, feiern. »Erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist« (Apg 6,5), wurde er zusammen mit sechs weiteren Jüngern aus dem griechischen Kulturraum zum Diakon der Gemeinde von Jerusalem gewählt. Mit der Kraft, die ihm von Gott zuteil wurde, wirkte Stephanus zahlreiche Wunder und verkündete in den Synagogen das Evangelium »mit Weisheit und Geist«. Er wurde vor den Toren der Stadt gesteinigt und starb, wobei er wie Jesus um Vergebung für seine Mörder bat (vgl. Apg 7,59–60). Das tiefe Band, das Christus mit seinem ersten Märtyrer Stephanus vereint, ist die göttliche Liebe: Dieselbe Liebe, die den Sohn Gottes dazu bewegte, sich zu erniedrigen und bis zum Tod am Kreuz gehorsam zu sein (vgl. Phil 2,6–8), bewegte dann die Apostel und Märtyrer dazu, das Leben für das Evangelium hinzugeben.

Dieses unterscheidende Merkmal des christlichen Martyriums muß stets hervorgehoben werden: Es ist ausschließlich ein Akt der Liebe zu Gott und zu den Menschen, eingeschlossen die Verfolger. Deshalb bitten wir heute in der heiligen Messe den Herrn, daß er uns lehre, »daß auch wir unsere Feinde lieben und so das Beispiel des heiligen Stephanus nachahmen, der sterbend für seine Verfolger gebetet hat« (Tagesgebet). Wie viele Söhne und Töchter der Kirche sind im Lauf der Jahrhunderte diesem Beispiel gefolgt! Von der ersten Verfolgung in Jerusalem bis hin zu jenen der römischen Kaiser und zu den Scharen von Märtyrern unserer Tage. Denn nicht selten erreichen uns aus verschiedenen Teilen der Welt Nachrichten von Missionaren, Priestern, Bischöfen, Ordensmännern, Ordensfrauen und gläubigen Laien, die verfolgt, gefangengenommen, gefoltert, ihrer Freiheit beraubt oder an deren Ausübung gehindert werden, da sie Jünger Christi und Apostel des Evangeliums sind; einige leiden und sterben auch aufgrund ihrer Gemeinschaft mit der Universalkirche und ihrer Treue zum Papst. In der Enzyklika Spe salvi (vgl. Nr. 37) erinnere ich an die Erfahrung des vietnamesischen Märtyrers Paul Le-Bao-Thin († 1857) und weise darauf hin, daß das Leid in Freude verwandelt wird durch die Kraft der Hoffnung, die aus dem Glauben kommt. Der christliche Märtyrer – wie Christus und durch die Einheit mit ihm – »nimmt [den Tod] von innen her an und verwandelt ihn in eine Tat der Liebe. Was von außen her brutale Gewalt ist […], wird von innen her ein Akt der Liebe, die sich selber schenkt, ganz und gar. […] Gewalt wird in Liebe umgewandelt und so Tod in Leben« (Predigt auf dem Marienfeld, Köln, 21. August 2005; in O.R. dt., Nr. 34, 26.8.2005, S.15f.). Der christliche Märtyrer setzt den Sieg der Liebe über Haß und Tod in die Tat um.

Beten wir für alle, die aufgrund der Treue zu Christus und seiner Kirche leiden. Die allerseligste Jungfrau Maria, Königin der Märtyrer, helfe uns, glaubhafte Zeugen des Evangeliums zu sein und den Feinden mit der entwaffnenden Kraft der Wahrheit und der Liebe zu antworten.


Hochaltar v. Caspar Leusering, 1647, Türblätter Verkündigung des Herrn, Konsolenfiguren Petrus und Paulus,
Auszugsbild Laurentius