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Dienstag, 22. September 2026

Mauritius in Magdeburg

 

Dom St. Mauritius und St. Katharina, Magdeburg

Mauritius (Moritz, Maurice) und Gefährten, Angehörige der "Thebaischen Legion", die aus Ägypten stammte, waren in der römischen Provinz Helvetien (der heutigen Schweiz) stationiert. Im Zuge der grausamen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurde ihnen im Jahr 302 befohlen, in der Gegend um Agaunum (heute Saint Maurice im Kanton Wallis) gewaltsam gegen die Christen vorgehen.
Doch die Soldaten, die selber Christen waren, weigerten sich, dem Befehl nachzukommen. Daraufhin wurde zur Abschreckung jeder zehnte Soldat vor den Augen seiner Gefährten niedergestochen. Die Überlebenden aber blieben standhaft. So wurde das Gemetzel fortgesetzt - bis keiner mehr übrig blieb.- 

Die bereits um das Jahr 380 an der Stelle, wo man die Gebeine der Ermordeten gefunden hatte, errichtete kleine Gedächtniskirche wurde bald zu einem beliebten Wallfahrtsort und schließlich zur Keimzelle des berühmten Klosters St. Maurice.
Mauritius ist Patron der Soldaten, Waffenschmiede, Messerschmiede, Tuchmacher, Kaufleute und der Pferde sowie Schutzheiliger gegen Gicht, Ohrenleiden, Besessenheit und gegen Pferdekrankheiten. Historisches: Das Blutbad von Agaunum ist in die Geschichte eingegangen.
Die von Kaiser Diokletian und seinem Mitregenten Maximian angeordnete "Säuberung des Heeres" von Christen, die nur Verteidigungskriege führen wollten und sich weigerten, gegen Aufständische vorzugehen, ist historisch bezeugt.)

Bauernregeln: "Gewitter noch um Mauritius bringen Schaden uns und viel Verdruß."- "Ist Sankt Moritz hell und klar, stürmt der Winter, das ist wahr." (katholischde)

Statue in der Wiener Peterskirche, Vita

Glasfenster von Martyrium und Verherrlichung in Saint Maurice, Lille, Seller, Rebellen Gottes

Statue in der Oberleiser Pfarrkirche, NÖ

Glasfenster im Kölner Dom, Eucherius v. Lyon, über das Martyrium (Lesehore, Tagesgebet)

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Emmeram von Regensburg




Kopf des hl. Mauritius, Magdeburger Dom

Sonntag, 12. November 2023

Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!

 

Jungfrauenportal in der Paradiesvorhalle, Magdeburger Dom

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 25

In jener Zeit
erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
1 Mit dem Himmelreich
wird es sein wie mit zehn Jungfrauen,
die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
2 Fünf von ihnen waren töricht
und fünf waren klug.
3 Die törichten nahmen ihre Lampen mit,
aber kein Öl,
4 die klugen aber nahmen mit ihren Lampen
noch Öl in Krügen mit.
5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam,
wurden sie alle müde und schliefen ein.
6 Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf:
Siehe, der Bräutigam!
Geht ihm entgegen!
7 Da standen die Jungfrauen alle auf
und machten ihre Lampen zurecht.
8 Die törichten aber sagten zu den klugen:
Gebt uns von eurem Öl,
sonst gehen unsere Lampen aus!
9 Die klugen erwiderten ihnen:
Dann reicht es nicht für uns und für euch;
geht lieber zu den Händlern
und kauft es euch!
10 Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen,
kam der Bräutigam.
Die Jungfrauen, die bereit waren,
gingen mit ihm in den Hochzeitssaal
und die Tür wurde zugeschlossen.
11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen
und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
12 Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch:
Ich kenne euch nicht.
13 Seid also wachsam!
Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.





 

Am nördlichen Querhaus des Magdeburger Domes  befindet sich die sogenannte Paradiesvorhalle mit dem Jungfrauenportal. Die Figuren der Klugen und Törichten Jungfrauen stammen aus der Zeit um 1240/50 und gelten als Meisterwerke der mittelalterlichen Bildhauerkunst.

Die Skulpturen bestehen aus Sandstein und sind etwa 120-130 cm groß. Sie waren ursprünglich nicht für diesen Standort vorgesehen, denn sie sind vollplastisch ausgearbeit. Vielleicht wurden sie als Säulenfiguren für ein großes Gewändeportal geschaffen oder sollten als wandverbundene Freifiguren am Lettner stehen. Weder der ursprüngliche Aufstellungsort, noch wer ihr Meister war, sind bekannt.

Die Geschichte um die Klugen und die Törichten Jungfrauen gehört in den Themenkreis des Weltgerichts. Doch hier in Magdeburg wird das Geschehen um Erlösung und Verdammnis in einer eigenständigen Darstellung erstmalig und ungeheuer dramatisch vor Augen geführt.

Der geniale Bildhauer bringt bei seinen schlanken Mädchenfiguren die elementaren Gefühle der Freude und des Schmerzes in so hoher Expressivität zum Ausdruck, dass sich der mittelalterliche Betrachter mit seinen eigenen Ängsten vor dem Weltgericht unmittelbar konfrontiert sah.
(Quelle)

Magdeburger Dom