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Donnerstag, 30. April 2026

Pius V., Dominikaner und Papst

Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche, Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Pius V., Schlacht von Lepanto 

Hochaltarbild in der Dominikanerkirche in Waitzen, Vac, Pius V. und die Schlacht von Lepanto

Statue in der Dominikanerkirche in Dubrovnik (mit Meeressonnenuntergang)

Am Grab des hl. Pius V. in S. Maria Maggiore

Pius V. ( Basilika in Pompei)

Pius V in S. Maria Maggiore (Rom)

Pius V. in St Dominics Priory (London), Katharina von Cardonne und ihre Vision bezüglich Lepanto

Dominikanerkirche in Valletta, Pius V. und der Sieg über die Osmanen 


Papst
Namensdeutung: der Fromme (lat.)
Namenstage: Pius, Pio, weibl.: Pia
Gedenktag: 30. April

Lebensdaten: geboren am 17. Januar 1504 in Bosco bei Alessandria, gestorben am 1. Mai 1572 in Rom

Lebensgeschichte: Antonio Ghislieri stammte aus einem im Exil verarmten Bologneser Patriziergeschlecht und trat 14-jährig mit dem Namen Michele in den Dominikanerorden ein. Nach seinem Studium und der Priesterweihe 1528 lehrte er bis 1544 Philosophie an der Universität Pavia und stieg gleichzeitig über verschiedene Ämter zum Generalsuperior des Ordens für die Lombardei auf, worauf er in die Römische Inquisition berufen wurde. Von Kardinal Gian Pietro Carafa gefördert, führte Frater Michele in Oberitalien einige heikle Prozesse gegen Bischöfe durch, welche der Sympathie für die Reformation verdächtig waren. 1551 setzte ihn Papst Julius III. als Generalkommissar der Römischen Inquisition ein. Als sein Mentor Carafa 1555 als Paul IV. den Papststuhl eingenommen hatte, betraute dieser ihn mit dem Index der verbotenen Bücher, ernannte ihn zum Bischof und kreierte ihn zum Kardinal.

1566 ging er mit Unterstützung Karl Borromäus’ und Alessandro Farneses als Papst Pius V. aus dem Konklave heraus, legte aber sein Ordenshabit nicht ab – auf ihn soll das Weiß der Päpste zurückgehen –, sondern setzte seine Lebensgewohnheiten als Bettelmönch inmitten des Apostolischen Palasts fort. Er reformierte die kuriale Verwaltung, trieb Nepotismus und Vetternwirtschaft aus und führte die Beschlüsse des Trienter Konzils (1545–1563) durch, darunter die Residenzpflicht von Klerikern in ihren Sprengeln, die Schaffung von Priesterseminaren, die Veröffentlichungen des Römischen Katechismus, Breviers und Missales für die gesamte katholische Kirche. Diese liturgischen Bücher blieben 400 Jahre in Geltung. Durch die Erhebung Thomas von Aquins zum Kirchenlehrer und die Herausgabe seiner Werke – die Ausgabe heißt nach ihm die „Piana“ – machte er seinen Ordensbruder für Jahrhunderte zur maßgeblichen Autorität in der Priesterausbildung.

So streng Pius V. regierte und so unnachgiebig er Glaubensabweichungen bekämpfte – das Volk achtete ihn seiner Bescheidenheit und Demut sowie seiner Fürsorge wegen. Der Papst gründete zwei römische Krankenhäuser, richtete mit dem „Monte di Pietà“ ein vielfach kopiertes Leihhaus zur Unterstützung Bedürftiger ein und half einer drohenden Hungersnot durch Lebensmittelspenden ab.

International stand er sich mit seiner Intransigenz selber im Wege. In Spanien konnte er die Konzilsbeschlüsse gegen die Krone nicht durchsetzen, Frankreich brachte er an den Rand des Bürgerkriegs und in England läutete er durch den Bann der Königin eine entsetzliche Katholikenverfolgung ein. Trotzdem gelang ihm das Schmieden der Heiligen Allianz aus Spanien, Genua und Venedig mit dem glänzenden Sieg der christlichen Flotte unter Don Juan de Austria gegen die türkische Seemacht bei Lepanto am 7. Oktober 1571, den der Papst dem Rosenkranzgebet zusprach, um das er gebeten hatte und das dadurch weltweit an Bedeutung gewann.

Pius V. verweigerte sich einer Behandlung seiner Prostatavergrößerung und starb am 1. Mai 1572 an Nierenversagen.

Verehrung: Pius wurde zuerst im Petersdom bestattet und 1588 in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt, wo er in der Kapelle Sixtus’ V. ruht. Er wurde 1672 selig- und 1712 heiliggesprochen.

Darstellung: als Papst im Dominikanerhabit, mit Rosenkranz

Patron: von Valletta (Malta), Bosco Marengo, Pietrelcina, Roccaforte Mondovi, des Bistums Alessandria

(bistumaugsburg) 

Jesus und mit Maria mit dem Apostel Andreas, Papst Pius V. und Vinzenz Ferrer

Dominikanerkirche in Chioggia

 

Dienstag, 7. Oktober 2025

Mit dem Rosenkranz siegen

Zur Erinnerung an den Seesieg über die Türken bei Lepanto (7. Oktober 1571) wurde 1573 das Fest zunächst für die ganze Kirche gestattet, 1716 in den Römischen Kalender aufgenommen und 1913 auf den historischen Tag des Sieges gelegt.

Dominikanerkirche, Valletta


von Roberto de Mattei, Vorsitzer der Lepanto-Stiftung, vollständige Beschreibung der Ereignisse

Als die Schlacht am Sonntag, dem 7. Oktober 1571, um fünf Uhr abends zu Ende war, besprach Pius V. mit seinem Generalschatzmeister Bartolomeo Bussotti die Abrechnung. Plötzlich, fast wie von einem unwiderstehlichen Impuls getrieben, stand er auf, öffnete das Fenster und richtete seinen Blick nach Osten, als sei er in Betrachtung versunken. Dann drehte er sich um, und mit in einem göttlichen Licht strahlenden Augen sagte er:

„Wir sollten uns nicht länger mit geschäftlichen Dingen aufhalten, sondern gehen und Gott danken, daß unsere Streitmacht in diesem Augenblick den Sieg errungen hat.“

Die Episode ist historisch und war eines der Wunder, die für die Heiligsprechung des heiligen Pius V. anerkannt wurden.

 Die offizielle Nachricht vom Sieg erreichte Rom erst fünfzehn Tage später, in der Nacht des 21. Oktober, durch einen Kurier aus Venedig. Der Papst brach in Freudentränen aus und sprach die Worte des alten Simeon: Nunc dimittis servum tuum Domine (…) quia viderunt oculi mei salutare tuum (Lk 2, 29–30)

Der heilige Pius V. war davon überzeugt, daß der wahre Sieger der Schlacht von Lepanto die allerseligste Jungfrau Maria war, und ordnete an, daß die Lauretanische Litanei um die Anrufung „Auxilium Christianorum, ora pro nobis“, „Hilfe der Christen, bitte für uns“, ergänzt und der 7. Oktober als Fest zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Siege festgelegt wurde, was später in jenes Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz umgewandelt wurde.


Papst Pius V. sieht den Sieg


Krönung Marias, darüber die Vision Pius V. des Sieges über die Osmanen

Freitag, 7. Oktober 2022

Einsetzung und Feier des Rosenkranzfestes

 

Einsetzung Rosenkranzfest durch Papst Pius V., im Hintergrund die Schlacht
von Lepanto, rechts empfängt der hl. Dominikus den Rosenkranz von Jesus
Engel zeigen drei Rosenkranzgeheimnisse

Der barocke Hochaltar wurde durch einen in spanischem Stil gehaltenen Altar von Carl Rösner (1840) ersetzt (Altarblatt „Maria als Königin des Rosenkranzes" [Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Papst Gregor XIII. (Korr. Papst Pius V.)] von Leopold Kupelwieser, 1839).
Beiderseits des Altars befinden sich Freskobilder von Carpoforo Tencala (1676), die die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes zeigen. Darunter befindet sich eine Darstellung der Seeschlacht von Lepanto 1571.
Mit dem von Papst Pius V. 1572 angeordneten Rosenkranzfest, das in der Folge am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wurde, sollte an den Sieg der Heiligen Liga über die Türken in der "Seeschlacht von Lepanto" am 7. Oktober 1571 erinnert werden.
Nach dem Sieg Prinz Eugens über die Türken im Jahr 1718 in der Schlacht von Peterwardein wurde dieser Gedenktag auf die ganze Kirche ausgedehnt und in den römischen Kalender aufgenommen. Im Jahre 1913 wurde das Marienfest wieder auf den 7. Oktober, den Tag des Sieges von Lepanto, verlegt. Das Fest wird heute noch an diesem Tag gefeiert. (Quelle)

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns!

Liebe Brüder und Schwestern!

Dieser erste Sonntag im Oktober bietet uns zwei Anlässe zum Gebet und zum Nachdenken: den Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, den wir gerade heute begehen, und das missionarische Engagement, dem dieser Monat in besonderer Weise gewidmet ist. Das traditionelle Bild der Gottesmutter vom Rosenkranz stellt Maria dar, wie sie in dem einen Arm das Jesuskind hält und mit dem anderen dem hl. Dominikus den Rosenkranz reicht.

Diese bedeutsame Ikonographie zeigt, daß der Rosenkranz ein von der Jungfrau geschenktes Mittel ist, um auf Jesus zu schauen und ihn durch die Betrachtung seines Lebens zu lieben und ihm immer treuer nachzufolgen.

Das ist der Auftrag, den die Gottesmutter auch bei verschiedenen Erscheinungen hinterlassen hat. Ich denke insbesondere an die Erscheinung von Fatima, die sich vor 90 Jahren ereignet hat. Sie stellte sich den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco als die »Muttergottes vom Rosenkranz« vor und empfahl eindringlich, den Rosenkranz jeden Tag zu beten, um das Ende des Krieges zu erlangen. Auch wir wollen die mütterliche Bitte der Jungfrau aufnehmen und uns verpflichten, den Rosenkranz in gläubiger Gesinnung für den Frieden in den Familien, den Nationen und der ganzen Welt zu beten.

Wir wissen jedoch, daß der wahre Friede sich dort verbreitet, wo die Menschen und die Institutionen sich dem Evangelium öffnen. Der Monat Oktober hilft uns, diese grundlegende Wahrheit durch eine besondere Animation ins Gedächtnis zu rufen, die darauf abzielt, das missionarische Streben in jeder Gemeinde lebendig zu erhalten und die Arbeit der Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien zu unterstützen, die an den Vorposten der Mission der Kirche wirken. (B16, Angelus, 7. Oktober 2007)

Marialis Cultis 42-47, S. Maria sopra Minerva, Rom

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Pompej, Bartolo Longo

Die Lepantomonstranz in der Asamkirche

Lourdes und der Rosenkranz

Lepanto und der Rosenkranz

Eine kleine Geschichte des Rosenkranzes

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Fatima

Pius V. und der Rosenkranz

Am Rosenkranzfest den ganzen Psalter beten

Papst Benedikt ermutigt Kinder, den Rosenkranz zu beten

 

Wiener Dominikanerkirche

Freitag, 30. April 2021

Pius V. - Rosenkranzbeter und Patron der Glaubenskongregation

 

Dominikanerkirche, Vac - Waitzen

Vision von Pius V. über den Sieg von Lepanto
 

reblogged: In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bedrohte das muslimische türkische Reich in seinem Hass gegen den katholischen Glauben und seiner Gier nach neuen Eroberungen die europäische Christenheit aufs Gefährlichste.

Der Angriff fand im heiligen Pius V., der zu dieser Zeit den Apostolischen Stuhl innehatte, einen entscheidenden, wirksamen Gegner.
Nach hartnäckigen diplomatischen Bemühungen gelang es diesem großen Papst schließlich, eine von dem spanischen und dem neapolitanisch-sizilianischen Reich, von den Republiken Venedig und Genua, sowie vom Malteserorden und dem Kirchenstaat selbst beschickte Flotte von zweihundert Galeeren zusammenzustellen. Ermuntert von der Aussicht auf Sieg, die ihr der Papst mit auf den Weg gegeben hatte, steuerte die Flotte zuversichtlich die Gewässer an, in denen schließlich am 7. Oktober 1571 in der Nähe des Hafens von Lepanto, an der Einfahrt des Golfs von Korinth, zur Schlacht kommen sollte.

Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes und schweren Einbußen zu Beginn des Kampfes, änderte sich die Lage endlich zugunsten der katholischen Flotte, dank des wunderbaren Eingreifens der Gottesmutter, deren Erscheinen am Himmel, die muslimischen Truppen mit Entsetzen erfüllte.

Genau zu der Zeit, zu der dies geschah, hatte der heilige Pius V. eine Offenbarung: Er unterbrach plötzlich die Arbeit mit einem seiner Gehilfen und ging ans Fenster, wo er zum Himmel schaute und den glücklichen Ausgang der Schlacht verkündete.

Zwei Wochen später kam ein Kurier mit der Siegesmeldung nach Rom ein erneuter Beweis der Wirksamkeit des Rosenkranzes. Denn die Rosenkranzbruderschaften hatten am gleichen Tag, an dem die Schlacht stattfand, Bittgänge und öffentliche Andachten für den Sieg der katholischen Waffen veranstaltet.

Zur Erinnerung an diese außerordentliche Begebenheit führte der heilige Pius V. das Fest Unserer Lieben Frau vom Sieg ein, das jedes Jahr am ersten Oktobersamstag (dem Wochentag, an dem die Schlacht von Lepanto stattgefunden hatte) gefeiert werden sollte; außerdem ließ er in die Lauretanische Litanei den Aufruf „Hilfe der Christen, bitte für uns! Aufnehmen.

1673 änderte Papst Gregor XIII. den Namen des Festes in das Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz um. Damit wird wohl deutlich genug die Wichtigkeit dieser Gebetsübung für den damaligen Sieg hervorgehoben.
1716 hat Papst Klemens XI. das Fest auf die ganze abendländische Kirche ausgedehnt. Am 5. August des genannten Jahres waren die muslimischen Türken erneut geschlagen worden, dieses Mal durch Prinz Eugen von Savoyen im ungarischen Peterwardein.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hat schließlich der große, heilige Papst Pius X. das Rosenkranzfest auf den 7. Oktober festgelegt.


(Antonio Borelli Machado, Der Rosenkranz) 

 

Weiße Kirche (von Dominikanern erbaut), Vac

Statue in der Dominikanerkirche in Dubrovnik (mit Meeressonnenuntergang)

Am Grab des hl. Pius V. in S. Maria Maggiore

Pius V. ( Basilika in Pompei)

Pius V in S. Maria Maggiore (Rom)

Pius V. in St Dominics Priory (London) 

Donnerstag, 30. April 2020

Pius V.


Holzstatue von Pius V., Dominikanerkirche Dubrovnik

Pius V., 1566-72, Dominikaner, zuvor Michele Ghislieri, geb. 17.1.1504 zu Bosco bei Alessandria, * 1.5.1572 zu Rom (Grab und Reliquien in Sta Maria Maggiore).

Mit 14 Dominikaner, tat er sich als Prediger, Professor, Großinquisitor in der Lombardei u. als Ordensprovinzial hervor. 1556 erhielt er das Bistum Nepi und Sutri und 1557 den Purpur.
Seine Wahl am 7.1.1566 erfolgte (..) durch das Zusammenwirken von Karl Borromäus mit Al. Farnese. Pius ist der erste große Papst der innerkirchlichen Reform, die reinste Verkörperung der kath. Restauration. Auch als Papst setzte er strengste Askese und harte Bußübungen fort, ein Mann ungeheuchelter Frömmigkeit, der alles vom übernatürlichen Standpunkt betrachtete; politische Rücksichten und menschliche Klugheit galten ihm wenig. Er war kein Diplomat und wollte es nicht sein; seine Unerfahrenheit in Staatsangelegenheiten und mangelnde Weltkenntnis führten daher zu manchen Schwierigkeiten. (...)
Pius traf einschneidende Reformmaßnahmen für Klerus und Volk in Rom und führte entschlossen die tridentin. Reformbeschlüsse durch:
Ausgabe des Catechismus Romanus, 1566,
des röm. Breviers, 1568, und Missale, 1570,
Verschärfung der Abendmahlsbulle, 1568,
Reorganisation der Pönitentiarie, 1569 (...)

Sein Hauptstreben galt dem Kampf gegen das span. Staatskirchentum und gegen die Häresie und der Reinerhaltung des Glaubens. Die Inquisition mußte, namentlich in Italien, mit äußerster Schärfe vorgehen. Durch die Bulle Regnans in coelo v. 28.2.1570 sprach er über Elisabeth von England Bann und Absetzung aus: das letzte derartige Urteil gegen einen regierenden Fürsten, das aber nicht durchgeführt werden konnte und für die englischen Katholiken eine Zeit schlimmster Bedrückung auslöste.

Dagegen besserte sich unter Pius die Lage der katholischen Kirche in Deutschland; auf dem Reichstag zu Augsburg im Juli 1566, woran Nuntius Commendone teilnahm, erklärten sich die kath. Stände zur Annahme der Trienter Beschlüsse bereit.

In unablässigen Bemühungen bewog er gegenüber der wachsenden Türkengefahr (1571 Eroberung von Cypern) Spanien und Venedig zu gemeinsamen Vorgehen; der große Seesieg von Lepanto am 7.10.1571 war ein Triumpf des Papstes; leider hinderte Zwietracht die Ausnützung des Erfolges. (..()
Pius, ein Reformpapst in jeder Beziehung, der auch den Schein des Nepotismus mied und das weltliche Treiben von der Kurie verbannte, wurde 1672 selig-, 1712 heiliggesprochen. Fest 5. Mai (heute 30. April)
(vgl. LThK, Bd VIII, 304f, 1936)



Am Grab des hl. Pius V. in S. Maria Maggiore

Pius V. ( Basilika in Pompei)

Pius V in S. Maria Maggiore (Rom)

Pius V. in St Dominics Priory (London) 

Dominikanerkirche, Aufgang zur Stadtmauer, Dubrovnik



Kloster der Dominikaner in Dubrovnik






Dominikanerkirche Dubrovnik





Dienstag, 30. April 2019

Am Grab des hl. Papstes Pius V.


Grab des hl. Papstes Pius V., S. Maria Maggiore, Rom



Eng mit dem Namen dieses Papstes verbunden ist die Seeschlacht von Lepanto. Die im Golf von Patras bei Lepanto stationierte türkische Flotte war entschlossen, dem christlichen Abendland den Todesstoß zu versetzen. Vom 12. bis 7. Oktober 1571 tobte eine der blutigsten Seeschlachten der Geschichte. Drei Tage lang lieferten sich die unter Pius V. zur Heiligen Liga vereinten christlichen Mittelmeermächte einen erbitterten Kampf mit den Osmanen, aus dem die Heilige Liga als Sieger hervorging. Papst Pius V. ließ aus Dankbarkeit in ganz Rom die Glocken läuten und das Rosenkranzgebet einführen: am 7. Oktober, dem Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz.

Der Reformpapst
Sein vorbildlicher Lebenswandel, seine Bescheidenheit und sein Interesse für die Belange der Menschen brachten dem ehemaligen Großinquisitor schon bald die Verehrung des Volkes ein. Sein Dominikanerhabit legte er auch als Papst nicht ab, und war somit der erste weißgekleidete Papst. Als Reformer von Verwaltung und Liturgie trieb Pius V. die Umsetzung des Konzils von Trient voran; 1566 erschien der erste Römische Katechismus, 1568 das erste Brevier und 1570 das „Missale Romano“, das Messbuch für die ganze katholische Kirche mit Gebeten und Texten für die Messfeier.

Die Sorge um die Armen
Wie sehr Pius V. die Armen am Herzen lagen, zeigte er nicht zuletzt durch die Gründung der römischen Krankenhäuser „San Pietro“ und „Santo Spirito“. Zur Unterstützung der Armen und Bedürftigen richtete er auch ein Leihhaus ein, das Armen gegen Pfand und geringe Zinsen Kredite gewährte: den „Monte di Pietà“. Während der Hungersnot des Jahres 1566 ließ er in der größten Not an die Bevölkerung Nahrungsmittel verteilen.

Gegen Häresie und Nepotismus
Pius V. setzte sich für die Bewahrung der Glaubenslehre ein und bekämpfte die Häresien seiner Zeit. Er reduzierte die Kosten am Päpstlichen Hof, führte die Präsenzpflicht für Bischöfe und Priester ein und trieb die Gründung von Priesterseminaren voran. Als leidenschaftlicher Bekämpfer jeder Form von Simonie und Nepotismus stärkte er die Kirche in der Zeit der Gegenreform.

Pius V. und die europäischen Herrscherhäuser
Pius V. zeigte auch im Umgang mit den europäischen Monarchien großes Geschick. Ihm ist es zu verdanken, dass die Beschlüsse des Konzils von Trient in Italien, Deutschland, Polen und Portugal durchgesetzt werden konnten. Er exkommunizierte Königin Elisabeth I. von England, die den zuvor wieder eingeführten Katholizismus zurückgedrängt und endgültig die anglikanische Kirche eingeführt hatte.

Tod und Heiligsprechung
Pius V. starb nach langer Krankheit am 1. Mai 1572 und wurde in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom bestattet. 100 Jahre später, am 27. April 1672, wurde er von Papst Clemens X. selig gesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte am 22. Mai 1712.



Schrein mit den Reliquien des hl. Pius V., S. Maria Maggiore, Rom

Statue von Papst Pius V. über seinem Grab, S

Pius V. ( Basilika in Pompei)

Pius V in S. Maria Maggiore (Rom)

Pius V. in St Dominics Priory (London)

Samstag, 7. Oktober 2017

Lepanto und der Rosenkranz


Die Rosenkranzbruderschaften veranstalten Bittgänge und öffentliche Andachten und Prozessionen für den Sieg der Christen




Die katholische Kirche feiert jeden Oktober als Rosenkranzmonat und am 7. Oktober das Rosenkranzfest. Im Jahr 1571 treffen die Türken Vorbereitungen zu einer riesen Flottenexpedition. Sie wollen die Herrschaft über das Mittelmeer erringen. Europa ist im Begriff, in einer mächtigen Zange eingeschlossen zu werden. Als die Nachricht vom Fall Zyperns eintrifft, zerstreiten sich die christlichen Befehlshaber. Der spanische König Philip II. beauftragt in höchster Not Don Juan, das Mittelmeer von der osmanischen Gefahr zu befreien. Papst Pius V. rief die ganze Christenheit zum Sturmgebet mit dem Rosenkranz auf. Es ging um Sein oder Nichtsein des christlichen Abendlandes.


Schiff der Osmanen

Schiff der Christen

Die heiligmäßige Katharina von Cardonne, die Erzieherin Don Juans, sah in einer Vision, dass es sich im Letzten um ein Ringen der göttlichen Gerechtigkeit mit der göttlichen Barmherzigkeit handelte. Am Tag der Schlacht sah sie ein gewaltiges Geschehen: Gottes erhabene Majestät und ebenso viele dämonische Geister, welche die unzähligen Sünden der Christen in Europa vor Gott brachten und unerbittlich das Eingreifen von Gottes Gerechtigkeit forderten. Gleichzeitig sah sie Maria, von Engeln begleitet, Gott alle Rosenkränze darbringen, die gebetet wurden. Durch das Gebet des Rosenkranzes wurde der Kampf der beiden Flotten zugunsten der Christen am 7. Oktober entschieden. Die christliche Flotte konnte einen vollständigen Sieg über die Schiffe der Muslime erringen, obwohl sie zahlenmäßig weit unterlegen war.

Katharina von Cardonne sagte: „Wir müssen der hl. Jungfrau danken! Sie hat durch ihre mächtige Fürbitte den glänzendsten Triumph erlangt!“

Der Papst bestimmte den Tag des Triumphes zum Rosenkranzfest. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass das Gebet des Rosenkranzes in den Lauf der Geschichte einwirkt. Mit Gebet und Fasten können sogar Kriege verhindert werden, sagt die Muttergottes öfters.


(Richard Kocher, Programmdirektor Radio Horeb, übernommen von kath.net, 7.10.2016)


Das Fenster erinnert an die Schlacht von Lepanto. In der Mitte Papst Pius V, der mit dem Rosenkranz den Himmel um den Sieg der christlichen Flotte bittet. Unten links und rechts vom Papst eine Prozession zu Ehren der Rosenkranzkönigin,
oben eine Darstellung der Schlacht.
St. Dominic´s Priory Church, Londo