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Donnerstag, 1. Februar 2024

Der Tod Davids - das Davidsgrab (Heiliges Land)

Das Davidsgrab steht im Schatten der großen Dormitiokirche auf dem Zionsberg (Westhügel beim Zionstor). Das Davidsgrab und der Abendmahlsaal (das Coenaculum)  befinden sich im gleichen Gebäude. David wurde auf dem Osthügel (1 Kön 2,10) in der Davidstadt begraben - etwa 700 Meter weiter östlich von der jetzigen Verehrungsstätte.

"Die Entstehung des Bauwerks ist unklar. Möglicherweise handelt es sich um eine Synagoge aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. oder eine frühchristliche Kirche. Bei der Eroberung durch die Perser 614, bei der auch die benachbarte Basilika Hagia Sion zerstört wurde, wurde der Bau beschädigt. Im 12. Jahrhundert errichteten die Kreuzfahrer hier eine Kirche, deren unteres Stockwerk spätestens damals als Grab Davids verehrt wurde. Die Franziskaner errichteten hier 1335 ein Kloster. 1524 beschlagnahmte der türkische Sultan Süleyman I. das Heiligtum und wandelte es in eine dem „Propheten“ David gewidmeten Moschee (al-Nabi Da'ud) um. Im Israelischen Unabhängigkeitskrieg eroberte Israel 1948 das Grab Davids zurück, das seitdem wieder als jüdisches Heiligtum dient.[1]" (wikipedia)


links Dormitiokirche, rechts der Abendmahlsaal mit dem Davidsgrab

Lesung aus dem ersten Buch der Könige 2 (Lesung vom Donnerstag der 4. Woche im Jahreskreis)

1Als die Zeit herankam, da David sterben sollte, ermahnte er seinen Sohn Salomo:

2 Ich gehe nun den Weg alles Irdischen. Sei also stark und mannhaft!

3 Erfüll deine Pflicht gegen den Herrn, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen, und befolg alle Gebote, Befehle, Satzungen und Anordnungen, die im Gesetz des Mose niedergeschrieben sind. Dann wirst du Erfolg haben bei allem, was du tust, und in allem, was du unternimmst.

4 Und der Herr wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als er sagte: Wenn deine Söhne auf ihren Weg achten und aufrichtig mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen.

10 David entschlief zu seinen Vätern und wurde in der Davidstadt begraben.

11 Die Zeit, in der David über Israel König war, betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem dreiunddreißig Jahre.

12 Salomo saß nun auf dem Thron seines Vaters David, und seine Herrschaft festigte sich mehr und mehr.

 


das Davidsgrab


Heiliger König David, bitte für uns!

 

Mittwoch, 7. April 2021

Das Heilige Land (33) - Der Altar der hl. Maria Magdalena in der Grabeskirche

 

Jesus und Maria Magdalena, Kirche des hl. Grabes in Jerusalem

Der Bereich im Norden der Rotunde ist der lateinische Bereich der Grabeskirche und gehört den Franziskanern. Schon der Altar der Maria von Magdala, der bevorzugten Auferstehungszeugin, zählt dazu. Eine Bronzeskulptur des Franziskaners A. Martini (1917-1996) zeigt die Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena vor dem leeren Grab.

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 20,11-18

In jener Zeit 11stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.

12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.

13Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.

14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.

15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.

16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.

17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

(Evangelium vom Mittwoch der Osteroktav, da die Emmauserzählung bei uns am Ostermontag gelesen wurde)

 

Altar der hl. Maria Magdalena, die offene Tür führt zur Sakristei der Franziskaner

Donnerstag, 1. April 2021

Der Verrat - weil Judas nachlässig wurde

 

Verrat von Judas und Gefangennahme des Herrn, Todesangstbasilika, Jerusalem
 

Aus Furcht vor dem Volke trachtete Judas, den Herrn zu ergreifen, wenn er irgendwo allein wäre. Welch eine Torheit! Wie hatte ihn doch die Geldgier so ganz verblendet! Er hatte oft gesehen, wie Christus durch die Menge hindurchschritt, ohne dass man ihn ergreifen konnte. So viele Beweise seiner Gottheit und Macht hatte Jesus gegeben, und Judas hofft ihn zu fangen, und zwar trotz der vielen drohenden und doch milden Worte, die er zu ihm gesprochen, um ihn von seinen bösen Plänen abzubringen.
Ja, selbst beim Abendmahle hatte der Herr diese Sorge nicht vergessen; bis zum letzten Tage redete er mit ihm darüber. Aber es fruchtete nichts bei ihm. Trotzdem ließ sich der Herr nicht abhalten.

Diese Handlungsweise des Herrn wollen auch wir beherzigen und wollen nichts unversucht lassen, um die Sünder und Nachlässigen zu ermahnen, zu belehren, zu ermuntern, anzuspornen, ihnen zu raten, selbst wenn wir nichts ausrichten sollten.
Auch Christus wußte ja voraus, dass der Verräter unverbesserlich war; aber gleichwohl hört er nicht auf, das Seinige zu tun; er mahnt, droht, spricht Wehe über ihn, aber niemals offen und vor anderen, sondern im geheimen. Ja, im Augenblicke des Verrates läßt er sich von ihm sogar küssen;allein auch das macht keinen Eindruck auf Judas.
Ein so großes Laster ist die Geldgier. Sie machte Judas zum Verräter und Gottesräuber. Höret es alle, ihr Habsüchtigen, die ihr an derselben Krankheit wie Judas leidet; höret es und hütet euch vor dieser Leidenschaft. Wenn der Gefährte Christi, der Wunder gewirkt und eine so ausgezeichnete Schule durchgemacht hatte, in einen so fürchterlichen Abgrund stürzte, weil er diese Seuche nicht mied, um wieviel mehr werdet ihr, wenn ihr nicht auf die Schrift höret, wenn ihr nicht fortwährend auf der Hut seid, Knechte dieser Leidenschaft werden, da ihr mit Leib und Seele am Irdischen klebet?

Täglich war Judas in der Gesellschaft dessen, der nicht hatte, wohin er sein Haupt legen konnte, täglich erhielt er in Wort und Beispiel die Lehre, man solle weder Gold noch Silber, noch zwei Kleider besitzen, und dennoch nahm er es sich nicht zu Herzen. Wie magst da du er warten, diesem Laster zu entrinnen, da du keine so sorgfältige Behandlung findest und keinen besonderen Eifer entfaltest? Fürchterlich, ja fürchterlich ist dieses wilde Tier. Und doch kannst du, wofern du nur willst, leicht darüber Herr werden. Diese Begierde liegt ja nicht in der Natur begründet. Beweis dafür sind alle jene, die sich davon frei gehalten haben. Was aber in der Natur liegt, haben alle gemeinsam. Diese Leidenschaft hat einzig darin ihren Ursprung, dass man sie vernachlässigt, daraus entsteht sie, darin wächst sie. Hat sie einmal jemanden erfaßt, der Neigung dazu hat, so bringt sie es dahin, dass er gegen die Gesetze seiner Natur lebt. Wenn solche Leute ihre Stammesgenossen, ihre Freunde, ihre Brüder, ihre Verwandten, kurz niemand mehr kennen und dazu sich selbst nicht, so heißt das doch gegen die Natur leben. Es ist also klar, dass die Schlechtigkeit überhaupt und besonders das Laster der Habsucht, in deren Schlingen Judas zum Verräter wurde, etwas Naturwidriges ist.

Wie konnte er aber so weit sinken, fragst du, da er doch von Christus zum Apostel berufen worden war? Die Berufung Gottes zwingt und nötigt keinen, wider Willen die Tugend zu wählen, sondern mahnt und rät nur, läßt nichts unversucht und tut alles, um dem Menschen die Tugendhaftigkeit nahe zu legen; wenn sich ein oder der andere nicht daran kehrt, so wird er nicht gezwungen.

Willst du aber die Gründe kennen lernen, warum Judas gefallen ist, so wirst du finden, dass es die Geldgier war, die ihn ins Verderben geführt hat. Und wie geriet er denn in die Fesseln dieser Leidenschaft? Weil er nachlässig wurde. Aus dieser Quelle erklären sich alle Wandlungen dieser Art, gleichwie aus dem Eifer die umgekehrten. Wie viele Gewalttätige sind jetzt sanfter als Schafe! Wie viele Wollüstige sind später enthaltsam geworden! Wie viele, die vordem habsüchtig waren, geben jetzt sogar ihren eigenen Besitz hin! Und aus der Nachlässgkeit ist hin wiederum das Gegenteil hervorgegangen.
Johannes Chrysostomus, In Matthaeum homiliae, Achtzigste Homilie. Kap.XXVI,V.6-16

Todesangstbasilika, Jerusalem

Donnerstag, 18. März 2021

Cyrill von Jerusalem, Bischof

 

Ikonostase der griechisch orthodoxen in der Grabeskirche

Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Herrliche (griech.)
Namenstage: Cyrill, Cyrille, Kyrill, Cyrillus, weibl.: Kyrilla
Gedenktag: 18. März

Lebensdaten: geboren um 315 in Jerusalem, gestorben am 18. März 386 ebendort

Lebensgeschichte: Cyrill war von Haus aus Christ und genoss eine hervorragende Ausbildung sowohl in christlicher als auch in griechisch-heidnischer Literatur. Maximus von Jerusalem weihte ihn um das Jahr 348 zum Priester, und Cyrill wurde sein Nachfolger als Bischof. Geweiht wurde er von Bischof Acacius von Cäsarea, der dem arianischen Irrglauben anhing, wonach Jesus Christus letztlich nur ein Geschöpf wäre.

Ob sich Cyrill erst als Bischof auf die antiarianische Seite des Konzils von Nizäa (325) schlug oder wegen des Ehrenvorrangs Jerusalems mit Acacius überwarf, ist nicht ganz klar. Fest steht, dass die theologischen sowie macht- und kirchenpolitischen Auseinandersetzungen, in die Cyrill verwickelt war, bis zum kaiserlichen Hof getragen wurden und Cyrill drei Verbannungen eintrugen: Er verbrachte beinahe die Hälfte seiner Amtszeit im Exil und hatte bei seiner Rückkehr jedes Mal Schwierigkeiten, seine unrechtmäßigen „Nachfolger“ loszuwerden.

381 nahm er am Konzil von Konstantinopel teil, auf dem sich Acacius endlich dem Glaubensbekenntnis von Nizäa unterwarf und Cyrill als rechtmäßiger Bischof von Jerusalem bestätigt wurde. Als seinen Nachfolger auf dem Bischofssitz von Jerusalem konnte Cyrill seinen Neffen Gelasius durchsetzen, was für seinen großen Einfluss spricht. Er starb am 18. März 386.

Cyrill ist ein wichtiger historischer Zeuge für die altkirchliche Eucharistielehre und gebrauchte als erster den Begriff der „Wandlung“ von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Von ihm bzw. aus der Tradition der Jerusalemer Grabeskirche stammt wohl auch die ursprüngliche Messliturgie. Von dort trugen Pilger diese Form in die ganze Welt. Überliefert sind von Cyrill zahlreiche Ansprachen über die Taufe und die Eucharistie sowie Katechesen für Taufbewerber, die seinen Ruf als bedeutenden Theologen begründen.

Verehrung: Cyrill wird in der Ostkirche von jeher als Kirchenvater verehrt, 1883 ernannte Papst Leo XIII. ihn zum Kirchenlehrer.

Ausspruch des hl. Cyrill: „Die Hoffnung auf die Auferstehung ist die Wurzel jeder guten Handlung.“

(BistumAugsburg)

Kleiner Kuppel über dem Katholikon der Griechen (orthodox), Grabeskirche


Mittwoch, 22. Juli 2020

Jesus sagte zu ihr: Maria!





11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
13Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
die heilige Maria Magdalena
durfte den Auferstandenen sehen
und als Erste den Jüngern die österliche Freude verkünden.
Gib auf ihre Fürsprache auch uns den Mut,
zu bezeugen, dass Christus lebt,
damit wir ihn einst schauen in seiner Herrlichkeit,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
 

Der Auferstandene erscheint Maria Magdalena, Grabeskirche, Jerusalem

Donnerstag, 18. Juni 2020

Das Heilige Land (32) - die Paternoster-Kirche




+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 5,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
7Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
8Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
9So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
10dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
11Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
12Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
13Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
14Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
15Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
(Evangelium vom  Donnerstag der 11. Woche im Jahreskreis)
 

Paternoster-Kirche am Ölberg (Karmelitinnenkirche)


Im 4. Jh. ließ Kaiserin Helena auf dem Ölberg die sog. Eleona-Kirche (Himmelfahrtskirche) errichten. In einer Grotte unterhalb der Kirche soll der Herr seinen Jüngern auf dem Weg nach Bethanien das Vater unser gelehrt haben.
Die konstantinische Kirche wurde 614 durch die Perser zerstört. Das Grundstück, das seit Kreuzfahrerzeiten als Ursprungsort des Vaterunsers gilt, wurde 1868 von der französischen Prinzessin Aurelie de la Tour d´Auvergne (Bossi) erworben. Kirche und Kloster, die um 1875 entstanden, werden von französischen Karmelitinnen betreut.


Die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi







Klausurbereich


Zwei seitliche Treppen führen zur rekonstruierten Grotte der Belehrung hinunter: über dem einen Eingang steht: spelunca in qua docebat Dominus apostolos in monte Oliveti, Höhle, in welcher der Herr die Apostel auf dem Ölberg lehrte.

im Hintergrund die Karmelitinnenkirche



Eleona-Kirche, (Oliven-)Ölbergkirche

hebräisches und aramäisches Vaterunser; beide sind Zurückübersetzungen des griechischen Vaterunser-Textes
bei Matthäus. Der hebr. oder aramäische Text Jesu selber ist uns nicht überliefert.


Maria, lehre uns mit dem Herzen zu beten
 





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