Posts mit dem Label Bruno von Köln werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bruno von Köln werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 6. Oktober 2020

Der Tod des hl. Bruno

 

Tod des hl. Bruno, St. Severin, Köln

 

Der Herr hat alle Sterblichen im Licht geschaffen,
um ihnen für ihre Verdienste die höchsten Freuden des Himmels anzubieten.
Glücklich, wer seine Seele auf die Gipfel hin ausrichtet,
ohne zu wanken,
und wer sich vor allem Bösen in acht nimmt!
Aber glücklich auch,
wer – einmal gefallen – seine Sünde bereut
und wer seine Fehler oft beweint!

Ach! Die Menschen leben, als folgte nicht dem Leben der Tod,
als wäre die Hölle nur eine kurzweilige Geschichte.
Zeigt uns nicht die Erfahrung, dass alles Leben sich im Tode auflöst?
Und bestätigt nicht die Hl. Schrift die Qualen der Hölle?
Unglücklich, ja, wahnsinnig,
wer dahinlebt, ohne diese Pein zu fürchten!
Einmal tot, wird er die Höllenglut spüren.

Ihr Sterblichen alle,
lebt so, dass ihr die höllischen Sümpfe
nicht zu fürchten braucht!

(Helly, A., Bruno von Köln, Der Vater der Kartäuser, Echter.V. 1992, Quelle:brunonisnet)

Statue im Petersdom

Glasfenster im Kölner Dom

Seitenaltar der ehemaligen Kartäuserkirche von S. Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom

Statue von Bruno von Köln in S. Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom UND Altarbild Maria erscheint dem hl. Bruno, ebendort

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Adalbero von Würzburg

 

Brunozyklus in St. Severin, Köln

Freitag, 6. Oktober 2017

Bruno von Köln - S. Maria degli Angeli e dei Martiri

Bruno von Köln, Jean-Antoine Houdon, 1766,
S. Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom


Bruno von Köln, Einsiedler und Ordensgründer. Bruno wurde um 1030 in Köln geboren, er wurde in seiner Vaterstadt Stiftsherr an Sankt Kunibert. 1057 übernahm er die Leitung der Domschule zu Reims. 1081 zum Erzbischof von Reims gewählt, musste er vor dem königlichen Kandidaten Helinand von Laon zurücktreten. 1083 ging er mit zwei Gefährten zu Abt Robert von Molesme, der ihn als Mönch aufnahm und ihm erlaubte, in Sèche-Fontaine in der Diözese Langres eine Eremitensiedlung einzurichten. Wenig später schenkte Erzbischof Hugo von Grenoble Bruno das Felsengebiet namens Cartusia, das ca. 24 Kilometer von Grenoble entfernt liegt. Hier entstand 1084 die erste Kartause, allerdings lebte Bruno hier nur 6 Jahre.
Papst Urban II. berief Bruno 1098 nach Rom und schenkte ihm die Cyriakuskirche in den Thermen Diokletians, der Papst wollte ihn mit dem Bistum Reggio belehnen, Bruno weigerte sich aber energisch. Schließlich begleitete er den Papst auf seiner Flucht vor Kaiser Heinrich IV. in die Campania, wo er endlich wieder in das Einsiedlerdasein entlassen wurde. Nun siedelte sich Bruno im süditalienischen Kalabrien an. Er gründete in Squillace die erste große Kartause La Torre, und von hier aus noch die Kartause San Stefano in Bosco im kalabrischen Bergland.
Hier starb er am 6. Oktober 1101, das Kloster heißt seither Serra San Bruno. 1514 wurde sein Leib in die Kartause San Stefano übertragen. Bruno wird dargestellt im Kartäuserhabit, den Finger an den Lippen, mit Mitren zu seinen Füßen, mit Erdkugel, Steinen, Totenschädel oder Kreuz.
(Martyrologium Sancrucense)

Brunonis - eine dem Kartäuserorden gewidmete Internetseite






Papst Pius IV. (1559-1565) begann mit dem Bau der Kirche und weihte sie Maria, der Königin der Engel und Königin der Märtyrer. Die Pläne für den 1564 begonnenen Bau hat noch Michelangelo entworfen. Damals übersiedelten die Kartäuser von Santa Croce in Gerusalemme hierher und bauten neben der Kirche ein Kloster.
Im Jahr 1702 ließ Papst Clemens XI. (1700-1721) auf dem Boden der Kirche eine Sonnenuhr einrichten (die sog. Linea Clementina), um mit ihrer Hilfe die Gültigkeit des 1582 eingeführten Gregorianischen Kalenders zu überprüfen und sicher den Ostertermin zu bestimmen.
1870 wurden die Kartäuser vertrieben und ihr Kloster als Militärbaracke gebraucht. Die Betreuung der Kirche übernahm der Paulanerorden (Minimiten)
(vgl. Ramm, Heiliges Rom, 121)




Maria Magdalena begegnet dem Auferstandenen

lebensgroßer Marmorengel mit Weihwasserbecken

Kapelle des hl. Bruno, S. Maria degli Angeli

Worin liegt das Geheimnis dieser Weißen Mönche und Nonnen mit ihrem Leitspruch?
STAT CRUX DUM VOLVITUR ORBIS - Das Kreuz steht, während die Welt sich dreht!

Papst Johannes Paul II. hat es am 5. Oktober 1984 bei seinem Besuch, den er anläßlich der 900-Jahr-Feier des Kartäuserordens in Kalabrien machte in folgende Worte gefaßt:

"Die Wenigen sind dazu berufen, in der Kirche eine Art Vorposten zu bilden. Die fortgesetzte Arbeit am Charakter, das Sich-Öffnen für die göttliche Gnade, das beharrliche Gebet - all das dient dazu im Kartäuser einen neuen Geist zu formen und zu schmieden, gehärtet in der Einsamkeit, um für Gott in der Hingabe einer restlosen Verfügbarkeit zu leben...
Im Frieden und Schweigen des Klosters findet man die Freude, Gott zu lobpreisen und in Ihm, vom Ihm und durch Ihn zu leben...
Eure Gegenwart ist ein ständiger Aufruf zum Gebet...
Euer Leben sei ein Zeugnis eurer Liebe zu Gott...
An euren Gesichtern sieht man, wie Gott den Frieden und die Freude des Geistes denen schenkt, die alles verlassen haben, um allein für Ihn zuleben und ewig Sein Lob zu singen...
Euer Leben ist ein Weg des Evangeliums und der Nachfolge Christi."

(Posada, der hl. Bruno, 275)

Maria erscheint dem hl. Bruno, S. Maria degli Angeli, Roma




Meridian mit den Positionen der Sternbilder und des Polarsterns, 1702


Donnerstag, 6. Oktober 2016

Gericht und Verdammnis - der hl. Bruno

Bruno der Kartäuser, Seitenaltar der ehemaligen Kartäuserkirche von
S. Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom

Der Legende nach hat dem hl. Bruno ein unheimliches Erlebnis die hohen Ämter verleidet:
Bruno war zugegen bei den Trauerfeierlichkeiten eines berühmten Hochschullehrers: Als nämlich an dem offenen Sarge das Totenamt gesungen wurde, geschah ein Wunder.
Bei den Worten des Lektors: "Reponde mihi - antworte mir!" richtete der Tote sich auf und rief mit lauter Stimme: "Ich bin gerufen zum gerechten Gerichte Gottes !"

Leblos sank er wieder zurück und die Menge entsetzt auseinander. Am nächsten Tage begann man von neuem die Totenmette zu beten. Aber siehe, bei den Worten: "Reponde mihi..." erhob der Tote abermals sein Haupt und rief: "Ich bin gerichtet im gerechten Gerichte Gottes!"

Und wiederum flüchtete alles. Am dritten Tage, als sich eine ungeheure Menge Volkes versammelt hatte, die schaudernd von dem Wunder gehört, richtete sich der Tote nochmals auf und sagte verzweifelt: "Ich bin verdammt im gerechten Gerichte Gottes"! -

Nach diesem Erlebnis entsagte Bruno alsbald der Welt und floh in die schweigende Abgeschiedenheit der Einöde, fortan bestrebt, sich allein dem Lobe Gottes und dem Gebet für andere zu widmen.

(Melchers, das Jahr der Heiligen, 649)

Dienstag, 6. Oktober 2015

Bruno von Köln

links Severin, Bischof von Köln, rechts Bruno der Kartäuser, Stephanusfenster im Kölner Dom


In der Zurückgezogenheit des Klosters und in der Einsamkeit der Zelle weben die Kartäuser geduldig und in Schweigen gehüllt am Hochzeitskleid der Kirche, »bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat« (Offb 21,2). Sie tragen jeden Tag die Welt vor Gott und laden die ganze Menschheit zum Hochzeitsfest des Lammes ein. Die Feier des eucharistischen Opfers stellt die Quelle und den Höhepunkt des ganzen Lebens in der Wüste dar, indem all jene Christus selbst gleich zu werden versuchen, die sich der Liebe hingeben, um die Gegenwart und das Wirken des Erlösers in der Welt sichtbar werden zu lassen für das Heil aller Menschen und zur Freude der Kirche.

Im Herzen der Wüste – der Ort der Prüfung und Läuterung des Glaubens – führt der Vater die Menschen auf einen Weg der Entäußerung, der sich aller Logik des Besitzens, des Erfolges und der illusorischen Glückseligkeit widersetzt. Guigues der Kartäuser hörte nicht auf, all jene zu ermutigen, die nach dem Ideal des hl. Bruno leben wollten, um »dem Beispiel des armen Christus zu folgen (damit) […] sie teilhaben an seinen Reichtümern« (Sur la vie solitaire, 6).

Diese Entäußerung ist von einem radikalen Bruch mit der Welt gekennzeichnet, was nicht eine Geringschätzung der Welt bedeutet, sondern eine Orientierungshilfe bietet, die man sich für das ganze Leben vorgenommen hat auf der Suche nach dem einzigen Gut: »Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören« (Jer 20,7). Selig ist die Kirche, denn sie besitzt das Zeugnis der Kartäuser, die sich völlig dem Geist hingaben und ganz für Christus gelebt haben!

(aus der Botschaft von Papst Johannes Paul II an die Kartäuser zum 900 Todestag des hl. Bruno im Jahre 2001)

Eucharistischer Segen bei der Jugendvigil in Heiligenkreuz, Kreuzkirche
"Dem, der mich liebt, schon jetzt in die Augen schauen"


"Welchen Gewinn und göttlichen Genuss die Einsamkeit und das Schweigen der Einöde denen bereiten, die sie lieben, wissen nur jene, die es erfahren haben", schrieb Guigo von Chastel fast 70 Jahre nach der Gründung des Ordens um 1130 in ihrer Regel und auch dies: "Das arme Leben in Einsamkeit ist zu Beginn schwer, wird mit der Zeit leicht und am Ende himmlisch."
Stimmt das noch? Ja, sagt der Prior, doch die Prüfungen seien schwer. "Die meisten gehen wieder. Der Orden bleibt. Einige verlassen uns nach Stunden, andere nach Tagen, manche erst nach 20 Jahren."
Wie kommt es so spät noch zur Trennung? "Wie in einer Ehe", sagt der Mönch, "wenn der Dialog verkümmert und irgendwann aufhört."
Der Dialog mit den Männern des Schweigeordens? "Nein, nein, der Dialog mit Gott natürlich. Das Leben eines Kartäusers ergibt doch nur Sinn durch dieses ständige Gespräch mit ihm, selbst wenn wir hadern und streiten, selbst wenn wir ihn zur Not verzweifelt anschreien. Doch es ist aus, wenn wir anfangen, ihn anzuschweigen! Das ist das Ende. Wir leben doch eine Liebesgeschichte. Wie sonst ließen sich die Härten ertragen und die Einsamkeit? Wir warten doch Tag und Nacht auf nichts anderes als dies: eines Tages dem, der mich liebt, in die Augen zu sehen."
(Paul Badde im Interview mit dem Prior der Kartause Marienau)

Montag, 6. Oktober 2014

Bruno der Kartäuser


Bruno von Köln, Einsiedler und Ordensgründer. Bruno wurde um 1030 in Köln geboren, er wurde in seiner Vaterstadt Stiftsherr an Sankt Kunibert. 1057 übernahm er die Leitung der Domschule zu Reims. 1081 zum Erzbischof von Reims gewählt, musste er vor dem königlichen Kandidaten Helinand von Laon zurücktreten. 1083 ging er mit zwei Gefährten zu Abt Robert von Molesme, der ihn als Mönch aufnahm und ihm erlaubte, in Sèche-Fontaine in der Diözese Langres eine Eremitensiedlung einzurichten. Wenig später schenkte Erzbischof Hugo von Grenoble Bruno das Felsengebiet namens Cartusia, das ca. 24 Kilometer von Grenoble entfernt liegt.
Hier entstand 1084 die erste Kartause, allerdings lebte Bruno hier nur 6 Jahre. Papst Urban II. berief Bruno 1098 nach Rom und schenkte ihm die Cyriakuskirche in den Thermen Diokletians, der Papst wollte ihn mit dem Bistum Reggio belehnen, Bruno weigerte sich aber energisch. Schließlich begleitete er den Papst auf seiner Flucht vor Kaiser Heinrich IV. in die Campania, wo er endlich wieder in das Einsiedlerdasein entlassen wurde. Nun siedelte sich Bruno im süditalienischen Kalabrien an.
Er gründete in Squillace die erste große Kartause La Torre, und von hier aus noch die Kartause San Stefano in Bosco im kalabrischen Bergland. Hier starb er am 6. Oktober 1101, das Kloster heißt seither Serra San Bruno. 1514 wurde sein Leib in die Kartause San Stefano übertragen.
Bruno wird dargestellt im Kartäuserhabit, den Finger an den Lippen, mit Mitren zu seinen Füßen, mit Erdkugel, Steinen, Totenschädel oder Kreuz.
(Martyrologium Sancrucense)

Hl. Bruno, Petersdom

Der Allmächtige hat alle Sterblichen erschaffen,
daß er erworb´nes Verdienst Freude des Himmels sie lohn´,
Selig der Mensch, der zum Himmel sein Herz unaufhörlich hin richtet
und mit wachsamen Geist alles ihm Schädliche flieht!

Doch nicht unselig ist auch, wer seine Sünden bereut
und oft bitter beweint, was er je Böses verübt.
Doch es leben die Menschen, als wenn sie sterben nicht müßten,
und die Strafe der Höll´eitel Erdichtung nur wär´,

da doch Erfahrung uns lehrt, daß sterben muß alles, was lebet
und die Heilige Schrift laut von der Hölle uns zeugt,
Wer die Hölle nicht fürchtet, ist wohl unselig und töricht,
Wenn er erbleicht, wird er fühlen die höllische Glut.

Mögen daher die Sterblichen sich so zu leben befleißen,
daß die Hölle ihr Geist nicht zu befürchten mehr hat.

(Bruno der Kartäuser in: Gefolge des Lammes, Bd. IV, 46)