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Dienstag, 13. September 2022

Über das Priestertum - Johannes Chrysostomus

 

Johannes Chrysostomus, Kathedrale von Ely

Ehrwürdiger Vater, Sie haben viel über das Priestertum nachgedacht und Texte geschenkt, die in unvergleichlicher Weise die Größe dieses Geheimnisses ausdrücken. In der schweren Krise der Kirche heute ist das Priestertum ein Zankapfel geworden. Ein Angriff folgt dem anderen, auch aus der Hierarchie, während Fragen wie der Zölibat, die wir für ausdiskutiert hielten, erneut zur Debatte stehen. Dennoch kommen die geistlichen Gefahren, denen der Priester täglich ausgesetzt ist und die Sie genau kennen, nur selten zur Sprache.

Ja, ich kenne die Größe dieses Amtes und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Der Geist eines Priesters ist heftigeren Stürmen ausgesetzt als die offene See. Und zu allem kommt die schreckliche Gefahr der Ruhmsucht, die gefährlicher ist als die von Dichtern erdachten Sirenen.

Sie haben die «Bestien» beschrieben, die Priester belauern. Können Sie uns erklären, welche das sind?

Zorn, Traurigkeit, Neid, Zwietracht, Verleumdung, Anklagen, Lüge, Heuchelei, Heimtücke, Verwünschungen gegen jene, die sich nichts zuschulden kommen ließen, Freude über die Mühsal der Amtsträger, Trauer über ihre treue Pflichterfüllung, das Gelobt-werden-wollen, Prestigedenken, die Lehre auf den Geschmack des Publikums herunterbrechen, Schmeicheleien, Geschwätz, Missachtung der Armen, Willfährigkeit gegenüber den Reichen, unbedachte Ehrungen und schädliche Gunst, die für diejenigen, die sie anderen erweisen, ebenso gefährlich sind wie für jene, die sie erhalten.

Stichwort Angst: Was können Sie uns dazu sagen?

Priester sollen sich vor der knechtischen Furcht hüten, die nur den schlechtesten Sklaven zukommt: der Furcht, sie könnten nicht frei sprechen und einer zur Schau getragenen Demut, die nicht der Wirklichkeit entspricht. Sie sollen sich davor fürchten, gar nicht zu tadeln und zu strafen oder die Niedrigen übermäßig zu strafen und zu tadeln, gegenüber den Mächtigen aber den Mund nicht aufzutun.

Warum fürchten sich die Prälaten so davor, ihre Stimme zu erheben, um die Wahrheit zu verteidigen?

Weil jeder, der argwöhnisch fürchtet, seinen Posten zu verlieren, elend versklavt ist und sich geradezu verpflichtet sieht, Gott und die Menschen zu beleidigen.

Die Missbrauchskrise, die Zerstörung der Liturgie, die schlechte Ausbildung vieler Priester und die Verweltlichung mancher Geistlicher hat die Wahrnehmung der Würde des Priestertums verdunkelt. Es gibt viele gute Priester, aber auch viel Unwissen über das Geschenk des Priestertums.

Bedenkt man, was es für einen Mann aus Fleisch und Blut bedeutet, der seligen und reinsten Natur so nahekommen zu dürfen, kann man verstehen, welch große Ehre der Heilige Geist den Priestern erweist.

Und das große Geschenk, das dieser Schatz für die Kirche ist.

Sicher. Ohne das würdevolle Amt des Priestertums könnten wir nicht gerettet werden noch die versprochenen Güter erlangen. Wenn niemand ins Himmelreich kommt, der nicht aus Wasser und Heiligem Geist neu geboren wurde, wenn keinen Anteil am ewigen Leben hat, wer nicht den Leib des Herrn isst und sein Blut trinkt und das alles nur durch die Hände des Priesters geschehen kann – wie könnte er dem Feuer der Hölle entrinnen und zur Herrlichkeit gelangen, die uns bereitet ist?

Priester zeugen uns in geistlicher Weise, sie bringen uns durch die Taufe zur Welt. Durch sie ziehen wir Christus an, werden mit dem Sohn Gottes verbunden und werden Glieder jenes seligen Hauptes.  Sie verdienten mehr Achtung als Würdenträger und Könige, und es wäre sogar angemessen, ihnen mehr Ehre zu erweisen als unseren Eltern. Denn die Eltern zeugen uns durch den Willen des Fleisches, die Priester sorgen dafür, dass wir aus Gott geboren werden.

(aus der TAGESPOST, gefunden in: augustinusde)

Ely Cathedral

Nach seinem Österreichbesuch im September 2007 hat Papst Benedikt XVI. zweimal über den Hl. Johannes Chrysosomus gesprochen: Teil 1, und Teil 2

Osterpredigt, Glasfenster in Ely

Am Grab des hl. Johannes Chrysostomus im Petersdom

Buße und Umkehr (Pusey House, Oxford)

Donnerstag, 9. April 2020

Warum ich Priester bin

Jesus, der sich uns in der heiligsten Eucharistie schenkt, St Etheldreda´s Church, London (klick aufs Bild)


„Meine Großtat ist,
dass meine Gegenwart als Priester
jene des allerheiligsten Sakramentes mit sich bringt“. 
 (Charles de Foucauld)

Donnerstag, 31. Januar 2019

Don Bosco über das Priestertum

hinter Don Bosco steht Christus, Basilika Castelnuovo

Jetzt sage ich euch, was wir als Priester und solche, die es werden wollen, zu tun haben. Ich sage euch, was ein Priester ist und was er sein sollte. Das Priestertum ist die höchste Auszeichnung, die ein Mensch erhalten kann.
Dem Menschen, nicht den Engeln, wurde die Vollmacht gegeben, Brot und Wein in Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus zu verwandeln.
Dem Priester und nicht den Engeln wurde die Vollmacht verliehen, Sünden zu vergeben. Er steht im Dienst des dreimal heiligen Gottes.
Nun, wie soll die Heiligkeit des Priesters und jener, die dazu berufen sind, aussehen?
Er muss wie ein Engel sein, das heißt ein Mensch, auf das Himmlische ausgerichtet, ausgestattet mit allen Tugenden, die dieser Stand erfordert, besonders große Nächstenliebe, große Demut und große Keuschheit. Der Priester ist das Licht der Welt, das Salz der Erde. Die Lippen des Priesters müssen die Weisheit hüten und daher ist es seine größte Pflicht, sich mit dem Studium des Heiligen zu beschäftigen.
Überprüfen wir uns, ob wir diese notwendigen Tugenden haben, um gute Priester zu werden. Wenn wir sie noch nicht haben, dann helfen wir uns doch gegenseitig und machen wir uns Mut, damit wir sie erhalten und ausüben.
Schließen wir aus unseren Absichten gleich alle unsere persönlichen Interessen und jedes Ziel aus, das nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt, denn es ist der Herr, der uns auserwählen muss: Non vos me elegistis, sed ego elegi vos (Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt). Der Priester muss feurigen Glauben und brennende Nächstenliebe haben. Das kann man oftmals allerdings nicht an diesem und jenem Kleriker, um nicht zu sagen Priester, finden, sondern lebendig vielmehr in jenem Bauern, in diesem Straßenkehrer, in jenem Bediensteten, man findet sie in den Jüngern und die Lehrer, die sie unterrichten und diese Tugenden im großen Maß besitzen müssten, sind nicht selten leer von ihnen.
Oh! Das gute Beispiel! Denken wir daran, dass der Priester niemals allein in die Hölle geht und nicht allein in den Himmel. Er ist immer in Begleitung."

(aus R. Kittl, Don Bosco ist immer Priester, 43f)

Don Bosco mit seinen Burschen, Krypta Castelnuovo

Hochaltarbild Maria-Hilf Basilika in Turin

Die Basilika am Geburtsort Don Boscos

Gebet Don Boscos zu Maria, Hilfe der Christen

Der Traum über die Überschwemmung (MEDOUM)

Don Boscos Traum von den Säulen im Meer

Am Grab des hl. Don Bosco in Turin

Don Boscos Elternhaus in Castelnuovo 

Don Bosco als Seelsorger (Annecy)

Beichte und Eucharistie (Sakristei der Mariahilfbasilika)

Basilika des hl. Don Bosco in Castelnuovo

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Ludovica Albertoni.

Mittwoch, 7. März 2018

Bischof Michael Wittmann

unter dem Kreuz die Grabtumba des Dieners Gottes Bischof Georg Michael Wittmann, Regensburger Dom

Michael Wittmann, Bischof. Michael Wittmann wurde 1760 in der Oberpfalz geboren. Er wurde 1782 Priester, 1788 Subregens und Professor am Lyzeum in Regensburg, 1802 Regens, 1804 zugleich Dompfarrer. 1829 wurde Michael Wittmann Weihbischof und übte das Amt des Generalvikars für die Diözese Regensburg aus. Als Lehrer von Priestergenerationen weckte Wittmann bei seinen Schülern eine treukirchliche Gesinnung, die er auch durch Schriften und Briefe in seinem ausgedehnten Freundeskreis verbreitete. Hierdurch trug er mit dazu bei, die kirchenfeindliche Aufklärung zu überwinden. Michael Wittmann war ein großzügiger Helfer der Armen und Notleidenden. Er ermutigte die selige Maria Theresia Gerhardinger zur Gründung der Armen Schulschwestern. 1832 wurde Wittmann zum Bischof von Regensburg ernannt, doch ereilte ihn der Tod bereits am 8. März 1833, ehe die päpstliche Bestätigung eingetroffen war. Sein Grab befindet sich im Dom von Regensburg.
(Martyrologium Sancrucense)



Tafel links vom Kreuz: Michael Wittmann war ein Bekennerbischof. In einer glaubenskalten Zeit hat er seinen Glauben mutig und freudig bekannt durch Wort und Tat. Hat ganz aus dem Glauben gelebt, gearbeitet, geopfert, gelitten.
Er war der geistliche Vater der Diözese und das leuchtende Vorbild der Seelsorger, war Lehrer und Erzieher von mehr als 1500 Priestern.
Er war ein Vater der Armen und ein Engel der Liebe, einer Liebe, die sich im Dienste Gottes und des Nächsten völlig verzehrt hat.
Er war ein großer Kinderfreund und Apostel der Jugend, der Begründer des Mädchenschulwesens in Bayern.
Er war ein Mann des Gebetes. Cardinal Diepenbrock nannte ihn einen Jakobus den Gerechten mit den Kamelschwielen an den Knien dem unaufhörlichen Beten. Für die Stadt Regensburg war er im Leben und auch vom Himmel her ein treuer Schutzgeist besonders in den schweren Zeiten der Napoleonischen Kriege und des 2. Weltkrieges.



Tafel rechts vom Kreuz: In diesem ehrwürdigen Grab ruht ein heiligmäßiger Bischof. Von diesem Grab sagt Cardinal Diepenbrock: Wenn ihr die Stätte sucht, ihr erkennt sie leicht an den Betern, die an den harten, kalten Steinen knieen und sie mit ihren Tränen erweichen, mit ihren Seufzern erwärmen möchten. Nie ist dieses Grab verlassen, die stets erneuerten Blumen, die brennenden Kerzen und Votivtafeln erzählen, daß das Andenken dieses ehrwürdigen Bischofs nie erloschen ist, daß ihn das Volk als seinen Schutzgeist und Nothelfer verehrt, daß viele in ihrer Not bei ihm Zuflucht und Hilfe suchen und finden und sich nach dem Tage sehnen, an dem er den Seligen des Himmels beigezählt wird.




Interview über eine Sammlung der Werke von Bischof Wittmann (Schwager, Waldmann: Faszinierendes Priestertum)

Herr Domvikar Msgr. Schwager, was kann uns Bischof Wittmann heute noch sagen?
Seine Botschaft lautet ganz eindeutig: Der Glaube muss mit dem Leben gedeckt sein. Das gilt in erster Linie für die Priester. Es muss aber überhaupt für alle in der Seelsorge Tätigen, ja für alle Gläubigen gelten.
Was hat das mit „geistlichen Übungen“ zu tun; also mit den Exerzitien von Bischof Wittmann, die Sie herausgegeben haben?
Gerade in diesen geistlichen Übungen, die nun erstmals gut lesbar vorliegen, kann man diese Deckung von Glaube und Leben nicht nur lesen, sondern in einem tieferen Sinne lernen.
(....)
Herr Domvikar Schwager, könnten Sie bitte zusammenfassen, wieso jemand dieses Buch lesen sollte? Zu lesen gibt es ja genug...
Weil es wahre geistliche Schätze bietet, die man sich durchaus nicht entgehen lassen sollte. Deshalb haben wir sie für unsere Zeit wieder zugänglich gemacht, das war unsere Absicht.
Und das für heute?
Ja, natürlich ist nicht alles leicht. Aber das Eigentliche will auch heute und gerade heute erst entdeckt werden. Darum müssen wir uns vor allem bemühen. Das wussten Menschen früher sehr genau, auch wenn es heute nicht mehr gerne so gesagt wird und deshalb heute auch nicht mehr so oft zu hören ist. Aber ich gebe Ihnen nur ein Zitat aus den Exerzitien, das sehr vieles verdeutlichen kann: „Christus hat besonders den geistlichen Stand seiner Zeit übel notiert des Ehrgeizes wegen, der alles verdirbt. Diesen Ehrgeiz nennt er einen Sauerteig.“ Und: „Wir werden vor Gottes Gericht auch einen harten Stand haben wegen unserer priesterlichen Würde.“ Natürlich wird man das nicht gerne hören. Aber ist es deshalb weniger wahr? Und viele Menschen erahnen sehr schnell, dass es doch gar nicht anders ist bzw. sein wird. Dennoch – oder gerade deshalb ist das Priestertum faszinierend! Die Schätze, die uns dieser Bischof vorstellt, müssen erst gesucht werden. Aber dann lassen sie sich finden


Blick auf den Baldachinaltar im linken Nebenchor des Regensburger Doms
Aus einem Exerzitienvortrag: von der Wichtigkeit des geistlichen Standes in Rücksicht des Leidens und Sterbens Jesu Christi.

Durch uns will er sein Leiden den Seelen, die er erlöst hat, zuwenden. Er will das Werk der Erlösung durch Predigtamt und Administration der Sakramente fortsetzen. Sein Blut ist in unseren Händen. Sein Leiden und Sterben soll durch uns fruchtbar werden an so vielen Völkern.
In der Heiligen Schrift heißt es, dass ein hartes Gericht ergehen wird über jene, die von dem Schweiße der Ausewählten sich nähren (vgl. Ezech. XXXIV, 1-10). Wenn erst die Fruchtbringung des Blutes Jesu Christi durch uns nicht befördert, vielmehr verhindert wird, dann wird es ein hartes Gericht geben (...) "Er ist ein Dieb und Räuber, er kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben" Joh 10,10. Solche Geistliche tun nicht nur allein nichts, sondern stiften Unheil und Schaden. Wunderbar wirkt er fort und fort für seine Kirche. Sie verbreitet sich mehr und mehr in alle Erdteile; er hat sie durch die Stürme aller Zeiten erhalten. Die Philosophen aller Jahrhunderte, die Mächte der Erde haben sich wider sie erklärt. Das Christentum geht aber fort und wächst. Wir sollen operarii (Arbeiter) sein. Wollte er Diener aller sein, warum sollen wir Herren sein? "Der Menschensohn ist nicht gekommen sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen (Mt 20,28).

Vergleichen wir aber unsere Leiden mit seinen, unsere Liebe für das Seelenheil anderer mit seiner Liebe, da bleiben wir weit zurück. Er hat sich freiwillig bis zum Übermaß in Liebe für uns hingegeben. "Obwohl er wie Gott war, hat er sich selber entäußert, indem er die Form eines Sklaven annahm. (Phil 2,6.7) Er hat wirklich Hausknechtsdienste bei der Fußfaschung verrichtet (Joh 13), Diener war er vom Stalle an, in dem geboren wurde, bis zu Kreuz.
Wie er, der keinen Ort hat, wo er sein Haupt hinlegen konnte, sollen auch wir alle Gemächlichkeit hintansetzen. In seiner Jugend hat er ein unbekanntes, geringgeschätztes Leben geführt und da, wo er aufgetreten, waren seine Tage alle voll von Leiden. (...)

Solche Leiden, wie er ausgestanden hat, schickt er nicht; aber schon bei kleinen Leiden sind wir so kleinmütig, klagen, wollen Trost suchen, werden unruhig, wollen ihnen ausweichen. Wir müssen uns ganz und gar dem geistlichen Stande opfern. Wir wissen doch, wofür. Der Soldat weiß es nicht.
(Schwager, Waldmann, Hrsg., Faszinierendes Priestertum, 49f)

Montag, 21. August 2017

Pius X. an die Priester über Gebet und Heiligkeit




Heiligkeit ist unmöglich ohne Gebet
13 Bekanntlich ist jedoch die Heiligkeit insofern durch unsern Willen bedingt, als dieser durch Gottes Gnadenbeistand gestärkt wird. Daher hat Gott selber im reichsten Maße vorgesorgt, dass uns seine Gnade, wenn wir es nur wollen, keinen Augenblick fehle. Dazu verhilft uns vor allem der Gebetseifer. Tatsächlich besteht zwischen Gebet und Heiligkeit eine so enge Wechselbeziehung, dass das eine ohne das andere unmöglich ist. Diesbezüglich entspricht die Behauptung des heiligen Johannes Chrysostomus vollkommen der Wahrheit: «Ich meine, es sollte jedermann klar sein, dass ein tugendhaftes Leben ohne die Hilfe der Gnade einfach unmöglich ist» (41). Seinerseits sagt Augustinus klar und bündig: «Fürwahr, recht zu leben versteht, wer recht zu beten weiß» (42). Die gleiche Lehre hat uns Christus selber durch wiederholte Ermahnungen und insbesondere durch sein Beispiel nachdrücklich eingeschärft, indem er sich entweder in die Wüste zurückzog oder allein auf Bergeshöhen stieg, um zu beten. Ganze Nächte verbrachte er in inbrünstigem Gebet; oft ging er in den Tempel und hat sogar mitten im Volksgedränge den Blick gen Himmel erhoben und öffentlich gebetet. Schließlich hat er, ans Kreuz geheftet, inmitten der Todesschmerzen mit lauter Stimme und unter Tränen den Vater angerufen.
14 Halten wir also am unerschütterlichen Grundsatz fest: Um seiner hohen Würde und seiner Berufspflicht gerecht zu werden, muss der Priester das Gebetsleben mit außergewöhnlicher Hingabe pflegen. Allzu oft ist ihm leider das Gebet eher eine Gewohnheit als ein Herzensbedürfnis. Zu bestimmten Stunden erledigt man ohne innere Anteilnahme das Brevier oder verrichtet nur spärliche Gebete und denkt tagsüber kaum mehr daran, sich an Gott zu wenden und sein Herz zu ihm zu erheben. Und doch sollte der Priester viel eifriger als irgend jemand Christi Gebot befolgen: Man muss allzeit beten (43), ein Gebot, das Paulus mit Nachdruck betont: Seid beharrlich im Gebete, seid wachsam im Geiste der Danksagung (44), betet ohne Unterlaß! (45)
Gebet für sich und die andern
Wer vom Verlangen nach persönlicher Heiligung sowie von der Sorge um das ewige Heil des Nächsten beseelt ist, dem bieten sich ja im Lauf eines Tages unzählige Gelegenheiten, sich zu Gott zu erheben. Geheime Herzensnöte, heftige und hartnäckige Versuchungen, Mangel an Tugendkraft, Schlaffheit und Erfolglosigkeit im Wirken, häufige Vergehen und Nachlässigkeiten und schließlich die Furcht vor Gottes Gericht: all das drängt uns gebieterisch, Gott unser Leid zu klagen, seine Hilfe zu erflehen und bereitwillig unsere Verdienste bei ihm zu vermehren.
Und zwar müssen wir ihm nicht nur unser eigenes Leid klagen. Inmitten der allgemeinen und stets weiter umsichgreifenden Sündenflut obliegt es vor allem uns, im Gebet Gottes Barmherzigkeit anzurufen und Christus im allerheiligsten Altarssakrament, den überaus gütigen Spender aller Gnaden, mit der Bitte zu bestürmen: Verschone, o Herr, verschone dein Volk (46)
(Apostolisches Mahnwort Haerent animo an den katholischen Klerus, 1908)


Gemälde von Pius X. in Castel Gandolfo

Freitag, 23. September 2016

Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen, als ohne das hl. Meßopfer (P. Pio)

alte Kirche hl. Maria der Gnaden, im Chorgewölbe ein Rundbild mit einer
Darstellung der Heimsuchung, "Magnificat anima mea dominum" - Hochpreist
meine Seele den Herrn, links der Beichtstuhl hinter Glas, wo P. Pio über fünfzig
Jahre die Beichte der Frauen hörte, hier feierte er viele Jahre das hl. Meßopfer

Am Tag der Heiligsprechung von P. Pio, am 16. Juni 2002, hat Kardinal Christoph Schönborn in einer Katechese über die Berufung zur Heiligkeit gesprochen und P. Pio als Beispiel angeführt:


Heute ist ein ganz besonderer Tag. Es ist der Tag der Heiligsprechung von Padre Pio. Ich glaube, es fügt sich gut, dass das letzte Thema unserer Katechesen dieses Jahres das ist, was P. Pio so einzigartig darstellt: die Heiligkeit. "Gerecht gemacht durch Gott" - Berufung zur Heiligkeit. Beides: "Gerecht gemacht durch Gott" (vgl. Röm 8,30), die so genannte Frage der Rechtfertigung, und die Berufung zur Heiligkeit, wird in besonderer Weise durch P. Pio sichtbar gemacht. Ich darf deshalb mit besonderer Freude zuerst etwas über P. Pio sagen. - Nicht, dass Sie nicht besser Bescheid wüssten über ihn! - Ich schließe mich einfach den vielen Hunderttausenden an, die heute in Rom bei der Heiligsprechung von P. Pio durch Papst Johannes Paul II. dabei waren, oder den vielen Millionen, die es über das Fernsehen miterlebt haben. Es ist schon faszinierend, welche Popularität dieser nun heilig gesprochene Kapuzinerpater aus Pietrelcina, der den Großteil seines Lebens in dem kleinen Kapuzinerkloster in S. Giovanni Rotondo bei Foggia verbrachte, heute hat. Mehr Pilger gehen heute an das Grab des P. Pio als nach Lourdes, 7 Millionen schätzt man im Jahr. Überall in Italien, besonders in Italien aber auch weltweit, begegnet man einer großen Liebe zu P. Pio.

Ich hatte selber das Glück, P. Pio zu sehen, zu erleben bei einer Wallfahrt mit unserer Heimatpfarre im Jahr 1961. Ich war damals sechzehnjährig und eher kritisch allen diesen Phänomenen gegenüber, wie man halt mit sechzehn eher zurückhaltend ist, wenn es um so begeisterte süditalienische Frauen geht, die an der Tür der Kirche sich streiten, wer den ersten Platz haben kann und hinein stürmen in die Kirche unter Hintanstellung jeglicher Formen der Nächstenliebe, wenn man das sieht und dann die vielen Devotionalien, die rund um dieses Kloster damals schon zu finden waren, P. Pio mit Schnee und P. Pio auf dem Thermometer und P. Pio überall. Als wir dann aber in der Kirche waren sehr früh am Morgen und die Messe begonnen hat - ja, ich glaube ich kann sagen, ich habe nie in meinem Leben mehr so eine Messe erlebt, so zelebrieren gesehen wie P. Pio dieses eine Mal, wo ich dabei sein konnte. Das war wohl für zahllose Menschen der unvergessliche Eindruck dieses einfachen Kapuzinerpaters, wie er die hl. Messe gefeiert hat. Wenn man ihn gesehen hat, beim Offertorium, der Darbringung der Gaben, bei der Wandlung, bei der Kommunion, hatte man den unwiderstehlichen Eindruck: Das ist absolut wirklich, was da geschieht, das ist nicht ein äußerer Ritus, an dem jemand äußerlich teilnimmt, sondern das Geschehen. Was das Sakrament bezeichnet, das geschieht: das Opfer Christi, das er in den Stigmaten, den Wundmalen, an seinem eigenen Leib mit gelebt hat und das er in der Feier der Messe so deutlich sichtbar gemacht hat.
Beichten gehen konnte ich nicht bei ihm, denn man musste italienisch können, und das konnte ich damals nicht. Aber ich habe von vielen Berichte gehört, die bei ihm beichten waren, und auch da das Unvergleichliche seiner Aufmerksamkeit, seines Humors aber auch seiner unerbittlichen Strenge, wenn es um die Bekehrung ging, um die Reue, und seine grenzenlose Barmherzigkeit, wenn er auch nur eine Spur von Reue gespürt hat.
Die Stigmaten, die Wundmale, hat er fünfzig Jahre lang an seinem Leib getragen hat. Er ist zwei Tage nach dem fünfzigsten Jahrestag seiner Stigmatisierung gestorben, im Jahr 1968. Sicher war das ein Grund, warum Menschen neugierig waren, nach S. Giovanni Rotondo zu gehen. Aber es war noch etwas anderes: die erschütternde, bewegende und zur Umkehr aufrüttelnde Begegnung mit der Liebe Christi.
Dann seine intensive Liebe zu den Armen und zu den kleinen, die Ströme an Spendengeldern, die zu ihm kamen, hat er verwendet, um ein riesiges Spital zu bauen, "Casa sollievo della sofferenza", das "Haus zur Erleichterung der Leiden", ein prachtvolles Spital, das immer noch vergrößert wird, mit den besten Ärzten, eines der besten Italiens. Er wollte, dass die Armen dort behandelt würden wie Christus selber, mit der größten Zuvorkommenheit und mit der besten medizinischen Pflege.
Dann die vielen Zeichen seiner Nähe, die so viele Menschen erfahren haben, die Erfahrung, dass der Himmel nahe ist, dass die Heiligen bei uns sind, außerordentliche Phänomene immer wieder erlebt, der Duft, der seine Gegenwart angezeigt hat, seine Erscheinungen, seine vielfach bezeugten Bilokationen aber auch vor allem die vielen, vielen Erfahrungen konkreter, einfacher, täglicher Hilfe des Himmels. Alles das ist Grund zu großer Freude und zu Dankbarkeit, dass Gott uns auch heute Zeichen seiner Nähe schenkt. (....)


Wie sieht der Weg zur Heiligkeit aus? Ich danke dem Internet, das es mir möglich gemacht hat, die Predigt, die der Heilige Vater heute in Rom zur Heiligsprechung von Padre Pio gehalten hat, schon zu kennen. Und so darf ich ihn befragen. Was hat der Heilige Vater heute am Petersplatz zur Heiligkeit des P. Pio gesagt? Er hat vier Elemente genannt, und ich glaube, sie haben universale Gültigkeit, auch wenn sie unterschiedlich in den verschiedenen Lebensständen zu leben sind.

Erstens: "Nehmt mein Joch auf euch und folgt mir nach, denn mein Joch ist sanft und meine Last, meine Bürde ist leicht" (Mt 11,30). Mit diesen Worten des Evangeliums von der heutigen Heiligsprechung hat der Heilige Vater begonnen. Und er sagt: P. Pio zeigt durch sein Leben, dass Jesu Joch tatsächlich "dolce", süß ist, sanft, leicht. Jesu Joch ist "dolce". P. Pio hat das in seinem Leben gezeigt: Nehmt mein Joch auf euch, es ist leicht. Verglichen mit vielen anderen Jochen, die Menschen, die wir auf uns nehmen, ist Jesu Joch leicht. Und er erklärt weiter: Aber dieses Joch ist das Kreuz, das Kreuz Jesu. P. Pio habe in seinem Leben eine immer größere Gleichförmigkeit mit dem Gekreuzigten gesucht und verwirklicht, und das nicht aus Liebe zum Leiden, sondern aus Leidenschaft für das Erlösungswerk Christi, um teilzunehmen am Erlösungswerk Jesu Christi. Das hat P. Pio motiviert, das war seine Leidenschaft, dafür hat er gelitten und gelebt, um Menschen die Gnade Christi zu schenken, zu erwerben, zu verdienen. Im Plan Gottes ist das Kreuz das wahre Instrument des Heils für alle Menschen. Es ist der Weg, den Jesus ausdrücklich seinen Nachfolgern vorgeschlagen hat. Nur auf diesem Weg der Selbstverleugnung und des Kreuzes können wir Christus ähnlich werden, sagt der Papst heute Vormittag in Rom. Wenn man ihn anschaut, dann wird das alles gleich sehr konkret und sichtbar, wie sehr er selber das lebt.

Das zweite Kennzeichen von P. Pio gilt zweifellos für alle, die den Weg der Heiligkeit suchen: Gottes Barmherzigkeit. Ich glaube, es gehört zu den großen Kennzeichen der Heiligkeit im 20. Jahrhundert, dass wie kaum zuvor Gottes Barmherzigkeit verkündet und gelebt wird: die kleine hl. Theresia, noch im 19. Jahrhundert, die hl. Sr. Faustina und ganz besonders P. Pio. Eine geradezu Maßlosigkeit der Barmherzigkeit Gottes, sie kommt aus der Gleichförmigkeit mit dem Kreuz Christi. Je mehr er sich Christus, dem Gekreuzigten, genähert hat, desto größer ist sein Erbarmen geworden. Ich könnte manche Anekdote aus dem Leben des P. Pio erzählen, die mir berichtet würde über diese grenzenlose Barmherzigkeit. Vor allem, wenn er das Messopfer gefeiert hat, hat man das gespürt, für alle Menschen. Wenn er die Patene hochgehalten hat bei dem Offertorium, das oft lange gedauert hat, hat man gewusst, für wie viele Menschen er jetzt da ist und ihnen die Barmherzigkeit Gottes erfleht. Dann vor allem in der Beichte.
Freilich, P. Pio konnte auch sehr streng sein. Mir hat jemand erzählt, der das selber erlebt hat, dass er sich während der Messe, die noch zum Altar zelebriert wurde, plötzlich umgedreht, jemand in der Kirche gesucht und ganz laut gerufen hat: "Via! Via!" - "Raus! Raus!" Er ist mit hochrotem Kopf aus der Kirche hinausgegangen. P. Pio hat ihn mit den Finger hinausgewiesen und sich erst umgedreht, als er draußen war - Barmherzigkeit Gottes. Offensichtlich wusste P. Pio in seinem Innersten: Dieser Mensch braucht einen Anstoß, den muss man schütteln, dass er sich bekehrt. Er ist auch tatsächlich nach drei Tagen zu P. Pio beichten gegangen, wie mir ein lieber Freund, Priester, Italiener erzählt hat, der die Szene selber erlebt hat - Barmherzigkeit, die Leidenschaft für das Heil, für die Bekehrung, für die Liebe Gottes zu den Menschen.

Drittens, sagt der Heilige Vater heute in seiner Predigt: Der tiefste Grund für den apostolischen Erfolg des P. Pio war seine innigste Verbindung mit Gott im Gebet. Lange Stunden des Gebets, und er pflegte zu sagen: "Io sono un povero frate, qui prega." - "Ich bin ein armer Ordensbruder, der betet." Er hat gesagt: Das Gebet ist die beste Waffe, die wir haben, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet.

Als viertes nennt der Heilige Vater, dass bei ihm das Gebet immer verbunden war mit der Caritas, mit der caritativen Tätigkeit, vor allem mit seiner leidenschaftlichen Liebe für die Armen, die Kleinen, die Notleidenden, konkretisiert in dem großartigen Spital in S. Giovanni Rotondo. Gebet und Nächstenliebe, sagt der Heilige Vater, sind die Synthese des Lebens der Heiligkeit von P. Pio.

Vier Schritte zur Heiligkeit: Kreuzesnachfolge, Barmherzigkeit, Gebet, Nächstenliebe. Das hat der Heilige Vater heute Vormittag am Petersplatz gesagt. Ich möchte schließen mit dem Gebet, mit dem er heute Vormittag seine Predigt beendet hat:

"Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du diese Dinge ... den kleinen geoffenbart hast" (Mt 11,25). Wie geeignet scheinen diese Worte Jesu, wenn wir sie auf dich beziehen, du demütiger und geliebter P. Pio. Lehre auch uns, so bitten wir dich, die Demut des Herzens, damit auch wir zu den Kleinen des Evangeliums gezählt werden, denen der Vater versprochen hat, ihnen die Geheimnisse seines Reiches zu offenbaren. Hilf uns zu beten, ohne jemals müde zu werden, gewiss, dass Gott weiß, wessen wir bedürfen, auch noch bevor wir es ihn gebeten haben. Erbitte uns einen Blick des Glaubens, der fähig ist, in den Armen und Leidenden sofort das Antlitz Jesu Christi selbst zu erkennen. Stütze uns in der Stunde des Kampfes und der Prüfung. Und wenn wir fallen, hilf uns, dass wir die Freude des Sakraments der Versöhnung erfahren. Vermittle uns deine zarte Verehrung für Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter. Begleite uns auf unserer irdischen Pilgerschaft zur ewigen Heimat, wo wir hoffen, auch selber einmal hinzugelangen, um in Ewigkeit die Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu betrachten.




Jesus allein kann begreifen, welche Pein es für mich bedeutet, wenn ich die qualvolle Szene des Kalvarienbergs vor mir sehe.
Genauso schwer zu verstehen ist es, welchen Trost es für Jesus bedeutet, wenn man wegen Seiner Schmerzen nicht nur Mitleid mit Ihm verspürt, sondern wenn Er eine Seele findet, die aus Liebe zu Ihm nichts für sich selbst um Hilfe bittet, sondern darum, Seine Schmerzen mit Ihm teilen zu können.
(132, dieser und die folgenden Texte sind dem Buch "Guten Tag", Gedanke von P. Pio für jeden Tag des Jahres entnommen)

Kelch und Patene von P. Pio, die er bei seiner letzten hl. Messe am 22. September 1968 verwendete

In der heiligen Messe erneuere deinen Glauben und bedenke, wer das Opferlamm ist, das sich für dich der göttlichen Gerechtigkeit darbietet, um sie zu versöhnen uns uns wieder gewogen zu machen.
Wenn es dir gut geht, hörst du die Messe. Wenn es dir schlecht geht und du nicht an ihr teilnehmen kannst, bist du es, der die Messe feiert. (133)

P. Pio werden 1931 alle Amtsbefugnisse entzogen, zwei Jahre lang durfte er die
hl. Messe nur privat ohne Teilnahme von Gläubigen feiern.

Während der Feier der hl. Messe hänge ich mit Jesus am Kreuz und erleide alles, was Jesus auf dem Golgota erlitten hat, so weit das einer menschlichen Natur möglich ist. (Derobert, P. Pio, 720f)




Albe, Zingulum und Stola von P. Pio

In diesen so traurigen Zeiten, in denen der Glaube erloschen ist, in denen die Gottlosigkeit ihren Triumpf feiert, ist die eucharistische Speise das sicherste Mittel, um sich von dieser tückischen Krankheit, die uns umgibt, frei zu halten.
Und das wird denen schwerlich gelingen, die monatelang dahinleben, ohne sich von dem Unbefleckten Fleisch des Gotteslammes zu sättigen. (135)


In Erinnerung an seine Priesterweihe

Aber mein Vater, wohin eilen meine Gedanken, während ich dies schreibe? Zu dem schönen Tag meiner Priesterweihe! Morgen, am Fest des hl. Laurentius, ist auch mein Festtag. Ich spüre aufs neue die Freude jenes für mich so heiligen Tages. Seit heute morgen schon erlebe ich den Vorgeschmack des Paradieses...
Wie wird es erst sein, wenn wir es auf ewig genießen werden!? Ich vergleiche die Ruhe des Herzens, die ich an jenem Tag empfunden habe, mit der Ruhe des Herzens, die ich heute am Vortag des Festes verspüre, und ich kann keinen Unterschied feststellen.
Der Tag des hl. Laurentius war der Tag, wo ich mein Herz am meisten von der Liebe zu Jesus entbrannt fühlte. Wie glücklich war ich, wie habe ich jenen Tag genossen!

(P. Pio an P. Augustino,  am 9. August 1912, in: P. Pio v. Pietrelcina, Briefe I, 355)


Grabeskapelle von P. Pio von Pietrelcina

Mein Jesus, rette alle;
ich biete mich für alle zum Opfer an:
gib mir Kraft;
nimm mein Herz,
erfülle es mit Deiner Liebe
und befiehl mir dann,
was Du willst. (137) 

Samstag, 27. August 2016

Gestern: Unsere Liebe Frau von Tschenstochau und was Papst Benedikt dort 2006 zu sagen hatte



Am 26.8. gedenkt die polnische Kirche Unserer Lieben Frau von Tschenstochau.








Ebenso wie die Apostel zusammen mit Maria »in das Obergemach hinaufgingen« und »dort einmütig im Gebet verharrten« (vgl. Apg 1,13–14), haben auch wir uns heute hier in Jasna Góra versammelt, das für uns in dieser Stunde das »Obergemach« ist, wo Maria, die Mutter des Herrn, unter uns ist. Heute leitet sie unsere Betrachtung; sie lehrt uns beten. Sie zeigt uns, wie wir unseren Geist und unser Herz öffnen können für die Macht des Heiligen Geistes, der zu uns kommt, damit wir ihn in die ganze Welt tragen. Ich möchte herzlich die Erzdiözese Tschenstochau mit ihrem Hirten, Erzbischof Stanislaw, und den Bischöfen Antoni und Jan grüßen. Ich danke euch allen dafür, daß ihr euch zu diesem Gebet versammelt habt

Meine Lieben, wir brauchen einen Augenblick der Stille und der Sammlung, um uns in Marias Schule zu begeben, damit sie uns lehrt, wie wir aus dem Glauben leben und in ihm wachsen können, wie wir in den gewöhnlichen Begebenheiten unseres täglichen Lebens mit dem Geheimnis Gottes in Berührung bleiben. Mit weiblicher Feinfühligkeit und mit der »Fähigkeit, tiefe Einsichten mit Worten des Trostes und der Ermutigung zu verbinden« (Johannes Paul II., Redemptoris Mater, 46), hat Maria den Glauben des Petrus und der Apostel im Abendmahlssaal gestützt und stützt heute meinen und euren Glauben.

Der Heilige Vater Johannes Paul II. hat gesagt: »Der Glaube ist nämlich eine Berührung mit dem Geheimnis Gottes« (ebd., 17), denn »glauben will besagen, sich der Wahrheit des Wortes des lebendigen Gottes zu ›überantworten‹, obwohl man darum weiß und demütig anerkennt, ›wie unergründlich seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege sind‹« (ebd., 14). Der Glaube ist die Gabe, die uns in der Taufe geschenkt wurde und uns die Begegnung mit Gott ermöglicht. Gott verbirgt sich im Geheimnis: Sich anzumaßen, ihn zu verstehen, würde bedeuten, ihn in unsere Begriffe und unser Wissen einzugrenzen und ihn so unwiederbringlich zu verlieren. Durch den Glauben hingegen können wir uns einen Weg bahnen durch die Begriffe hindurch, sogar die theologischen Begriffe, und können den lebendigen Gott »berühren«. Und wenn wir Gott einmal berührt haben, schenkt er uns sofort seine Kraft. Wenn wir uns dem lebendigen Gott überlassen, wenn wir Ihn mit demütigem Geist um Hilfe bitten, erfüllt uns innerlich gleichsam ein verborgener Strom göttlichen Lebens. Wie wichtig ist es doch für uns, an die Macht des Glaubens, an seine Fähigkeit, eine direkte Verbindung mit dem lebendigen Gott herzustellen, zu glauben! Wir müssen uns eifrig um die Entfaltung unseres Glaubens bemühen, damit er wirklich unser ganzes Verhalten, unsere Gedanken, Handlungen und Absichten erfüllt. Der Glaube hat seinen Platz nicht nur in den Gemütsverfassungen und in den religiösen Erfahrungen, sondern vor allem im Denken und im Handeln, in der täglichen Arbeit, im Kampf gegen sich selbst, im Gemeinschaftsleben und im Apostolat, denn er bewirkt, daß unser Leben von der Macht Gottes erfüllt wird. Der Glaube kann uns immer zu Gott zurückführen, auch wenn unsere Sünde uns Böses antut.

Im Abendmahlssaal wußten die Apostel nicht, was sie erwartete. Sie fürchteten sich und waren besorgt um ihre eigene Zukunft. Sie spürten noch das Staunen, das der Tod und die Auferstehung Jesu hervorgerufen hatte, und hatten Angst, weil sie nach seiner Himmelfahrt allein geblieben waren. Maria, »die geglaubt hatte, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (vgl. Lk 1,45), verharrte mit den Aposteln im Gebet und lehrte sie die Standhaftigkeit im Glauben. Durch ihre ganze Haltung überzeugte sie die Apostel, daß der Heilige Geist in seiner Weisheit den Weg, auf den er sie führte, sehr wohl kannte, und daß man deshalb sein Vertrauen auf Gott setzen konnte, indem man ihm sich selbst, die eigenen Talente, die eigenen Grenzen und die eigene Zukunft vorbehaltlos überließ.

Viele von euch, die ihr hier anwesend seid, haben diesen stillen Ruf des Heiligen Geistes vernommen und aus vollem Herzen geantwortet. Die Liebe zu Jesus, »ausgegossen in eure Herzen durch den Heiligen Geist, der euch gegeben ist« (vgl. Röm 5,5), hat euch den Weg des geweihten Lebens gewiesen. Nicht ihr habt ihn gesucht. Jesus war es, der euch gerufen und zu einer tieferen Vereinigung mit ihm eingeladen hat. Im Sakrament der heiligen Taufe habt ihr dem Satan und seinen Werken widersagt und die für das christliche Leben und zur Heiligung notwendigen Gnaden erhalten. Von dem Augenblick an ist in euch die Gnade des Glaubens aufgeblüht, die es euch erlaubt hat, euch mit Gott zu vereinigen. Im Augenblick des Ordensgelübdes oder des Versprechens hat euch der Glaube zu einer totalen Zustimmung zum Geheimnis des Herzens Jesu geführt, dessen Schätze ihr entdeckt habt. Daraufhin habt ihr auf Dinge verzichtet, die gute Dinge sind – auf die freie Verfügung über euer Leben, auf die Gründung einer Familie, auf die Vermehrung von Gütern –, um frei zu sein, euch Christus und seinem Reich vorbehaltlos zu schenken. Erinnert ihr euch an eure Begeisterung, als ihr im Vertrauen auf die Hilfe der Gnade den Pilgerweg des geweihten Lebens begonnen habt? Sorgt dafür, daß ihr den Schwung der Anfangszeit nicht verliert, und laßt euch von Maria zu immer größerer Treue führen. Liebe Ordensmänner, liebe Ordensfrauen, liebe geweihte Personen! Was auch euer Sendungsauftrag sein mag, welchen klösterlichen oder apostolischen Dienst ihr auch tun mögt, bewahrt im Herzen die Vorrangstellung eures geweihten Lebens. Dieses belebe euren Glauben. Das im Glauben gelebte geweihte Leben vereinigt eng mit Gott, weckt die Charismen und verleiht eurem Dienst außergewöhnliche Fruchtbarkeit.

Liebe Priesteramtskandidaten! Welche Hilfe kann auch euch erwachsen aus der Reflexion über die Art und Weise, wie Maria von Jesus gelernt hat! Von ihrem ersten »fiat« an und in all den langen Jahren des täglichen Lebens in Verborgenheit, in denen sie Jesus aufzog, oder als sie in Kana in Galiläa den Anstoß für das erste Zeichen gab, oder als sie am Ende auf Golgota unter dem Kreuz auf Jesus schaute, »erlernte« sie Ihn Augenblick für Augenblick. Sie hat den Leib Jesu zuerst im Glauben und dann im eigenen Schoß empfangen und ihn geboren. Sie hat ihn Tag für Tag angebetet, innerlich beglückt, sie hat ihm mit verantwortungsbewußter Liebe gedient, sie hat im Herzen das »Magnifikat« gesungen. Laßt euch auf eurem Weg und in eurem zukünftigen priesterlichen Dienst von Maria anleiten, Jesus zu »erlernen «! Betrachtet ihn, laßt euch von ihm formen, damit ihr später in eurem Dienst imstande seid, ihn allen zu zeigen, die zu euch kommen. Wenn ihr den eucharistischen Leib Jesu in eure Hände nehmt, um das Volk Gottes mit ihm zu speisen, und wenn ihr die Verantwortung für den euch anvertrauten Teil des mystischen Leibes übernehmt, dann denkt an die Haltung des Staunens und der Anbetung, die den Glauben Marias gekennzeichnet hat. So wie sie in ihrer verantwortungsbewußten, mütterlichen Liebe zu Jesus die von Staunen erfüllte jungfräuliche Liebe bewahrte, so sollt auch ihr, wenn ihr im Augenblick der Konsekration liturgisch niederkniet, in eurem Herzen die Fähigkeit bewahren, zu staunen und anzubeten. Versteht es, im euch anvertrauten Volk Gottes die Zeichen der Gegenwart Christi zu erkennen. Seid aufmerksam und feinfühlig gegenüber den Zeichen der Heiligkeit, die Gott euch unter den Gläubigen sehen läßt. Habt keine Angst vor den Pflichten und vor der unbekannten Zukunft! Habt keine Angst, daß euch die Worte fehlen könnten oder daß ihr auf Ablehnung stoßt! Die Welt und die Kirche brauchen Priester, heilige Priester!

Liebe Vertreter der neuen Bewegungen in der Kirche! Die Lebendigkeit eurer Gemeinschaften ist ein Zeichen der tätigen Gegenwart des Heiligen Geistes! Eure Sendung ist aus dem Glauben der Kirche und aus dem Reichtum der Früchte des Heiligen Geistes entstanden. Mein Wunsch ist, daß ihr immer zahlreicher werdet, um dem Anliegen des Reiches Gottes in der Welt von heute zu dienen. Glaubt an die Gnade Gottes, die euch begleitet, und tragt sie in das lebendige Gefüge der Kirche und besonders dorthin, wo Priester und die Ordensleute nicht hingelangen können. Die Bewegungen, denen ihr angehört, sind vielfältig. Ihr nährt euch von der Lehre, die aus verschiedenen von der Kirche anerkannten Schulen der Spiritualität stammt. Nutzt die Weisheit der Heiligen und greift auf das von ihnen hinterlassene Erbe zurück. Bildet euren Geist und eure Herzen anhand der Werke der großen Lehrmeister und der Glaubenszeugen, eingedenk der Tatsache, daß die Schulen der Spiritualität keine Schätze sein dürfen, die in den Bibliotheken der Konvente verschlossen bleiben. Die Weisheit des Evangeliums, die man in den Werken der großen Heiligen gelesen und deren Wahrheit man im eigenen Leben erfahren hat, muß auf reife, nicht auf kindliche oder aggressive Weise in die Welt der Kultur und der Arbeit, in die Welt der Medien und der Politik, in die Lebenswelt der Familie und der Gesellschaft getragen werden. Der Vergleich mit dem Glauben Marias wird der Prüfstein für die Authentizität eures Glaubens und eurer Sendung sein, die die Aufmerksamkeit nicht auf sich selbst zieht, sondern wirklich den Glauben und die Liebe um sich verbreitet. Spiegelt euch im Herzen Marias. Bleibt in ihrer Schule!

Als die Apostel, erfüllt vom Heiligen Geist, in die ganze Welt hinauszogen und das Evangelium verkündeten, nahm in besonderer Weise einer von ihnen, Johannes, der Apostel der Liebe, »Maria zu sich« (vgl. Joh 19,27). Dank seiner tiefen Verbindung mit Jesus und mit Maria konnte er so nachhaltig auf der Wahrheit bestehen: »Gott ist die Liebe« (1 Joh 4,8.16). Diese Worte habe ich selbst als Anfang der ersten Enzyklika meines Pontifikats gewählt: Deus caritas est! Dies ist die wichtigste, die zentralste Wahrheit über Gott. Allen, die Schwierigkeiten haben, an Gott zu glauben, wiederhole ich heute: »Gott ist die Liebe«. Liebe Freunde, seid selbst Zeugen dieser Wahrheit. Ihr werdet es auf wirksame Weise sein, wenn ihr in die Schule Marias geht. An ihrer Seite werdet ihr selbst erfahren, daß Gott die Liebe ist, und ihr werdet der Welt diese Botschaft vermitteln mit dem Reichtum und der Vielfalt, die der Heilige Geist hervorrufen wird.
Gelobt sei Jesus Christus.
(Ansprache von Papst Benedikt am 26. Mai 2006 in Tschenstochau)



Mittwoch, 4. November 2015

Karl Borromäus und Maria

Statue des hl. Karl Borromäus in der Turmfront der
Versorgungsheimkirche Karl Borromäus, Wien

Karl Borromäus, Kardinal und Reformbischof. Karl Borromäus wurde am 2. Oktober 1538 zu Arona geboren und studierte zunächst Rechtswissenschaft in Pavia. 1559 ernannte ihn sein Onkel Pius IV. zu seinem Geheimsekretär und kreierte den 22-Jährigen zum Kardinal, kurz darauf ernannte er ihn zum Administrator von Mailand. Im Juli 1563 empfing Karl gegen den Wunsch des päpstlichen Onkels, der ihn lieber in die familiäre Heiratspolitik einbeziehen wollte, die Priesterweihe und im Dezember die Bischofsweihe. Karl ist der glückliche Abschluss des Tridentinischen Konzils 1564 zu verdanken. Er selbst nahm die vom Tridentinum geforderte bischöfliche Residenzpflicht ernst und ging sofort nach Mailand.
Von Reformeifer beseelt, führte er durch Visitationen, Synoden und Pastoralinstruktionen die Beschlüsse des Trienter Konzils durch. Für die Heranbildung von Priestern gründete er mehrere Institute und Seminare, wofür er seinen ganzen Familienbesitz aufwendete.
Seine aufopfernde Hirtensorge und sein strenges asketisches Leben machten ihn zum Sinnbild
eines Reformbischofs, ja zum personifizierten Inbegriff der nachkonziliaren Reform. Der Klerus brachte dem unermüdlichen Reformer anfangs nur Ablehnung und Hass entgegen und versuchte, den unbequemen Oberhirten sogar durch Mordanschläge zu beseitigen.
Die Liebe des Volkes erwarb sich Karl vor allem, als er während einer Pestepidemie in Mailand ausharrte und selbst die Pflege der Pestkranken organisierte. Aufgerieben durch Visitationen, Synoden und Pastoralreisen starb Karl am 3. November 1584 im Alter von 46 Jahren, er ist in der Krypta des Mailänder Domes beigesetzt. Karl wird dargestellt in Kardinalstracht mit Kreuz, Totenkopf und Geißel oder mit Strick um den Hals. Er gilt zusammen mit Rochus und Sebastian als Pestpatron und ist als solcher auf der Dreifaltigkeitssäule von Heiligenkreuz dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Maria mit dem Jesuskind und Karl Borromäus, Versorgungsheimkirche

Wie in allem Guten, ging der hl. Carl Borromeo auch in der Marienverehrung dem Klerus und seinem Diözesanvolk mit bestem Beispiel voran. Er verehrte ganz innig die Mutter des menschgewordenen Wortes und brachte seine persönliche Marienverehrung im täglichen Beten der "Kleinen Marianischen Tagzeiten", des "Engel des Herrn" sowie des Rosenkranzes und durch häufige Wallfahrten zu Marienheiligtümern zum Ausdruck.
Beim Klang der Ave-Glocken kniete der Erzbischof jedesmal nieder und betete den ihn umgebenden Menschen den "Engel des Herrn" vor. Auf Reisen ließ er den Wagen anhalten, stieg aus, kniete nieder und betete so den englischen Gruß. Täglich betete Carl Borromeo kniend zusammen mit seinen Angestellten den Rosenkranz. In allen Pfarreien seines großen Sprengels wünschte er die Rosenkranzbruderschaft eingeführt.
Über beide marianische Andachtsformen, den "Engel des Herrn" als auch abendliches Familiengebet, und den Rosenkranz verfaßte Carl Borromeo eigene Hirtenbriefe. Beim abendlichen Rosenkranzgebet in der Hauskapelle zusammen mit seinen Angestellten wurde am 26. Oktober 1569 von dem fanatischen Humiliatenpater Fra Girolamo Donato (Farina) ein Attentat auf den Erzbischof gemacht; der Kardinal wurde im Rückgrat getroffen. Trotzdem befahl er, ohne sich aufzuregen oder über seinen Zustand zu ängstigen, die Andacht fortzusetzen; er war überzeugt, daß ihn seine vielgeliebte Mutter beschützt habe. Tatsächlich war es so: Carl Borromeo war nur ganz leicht verletzt. Zu Gnadenstätten der Gottesmutter pilgerte der Heilige oft und gern (...)
Was er selbst gerne tat, dazu forderte er auch seine Diözesanen auf. So schrieb er in einem Hirtenbrief über das bevorstehende Jubiläumsjahr 1575, die Gläubigen sollten zahlreich nach Rom pilgern; er meinte dann: "Wenn ihr auf dieser Pilgerfahrt in die Nähe eines bedeutenden Gnadenortes kommt, wie jenes der Gottesmutter von Loreto, und andere, so sollt ihr euch die Gelegenheit des Besuches nicht entgehen lassen, müßtet ihr dabei auch einen Umweg machen und die Reise verlängern."
(F. Holböck, Geführt von Maria, 366ff)



Im Brevier lesen wir am 4. November einen schönen Text des großen Hirten und Heiligen Karl Borromäus, der sich wirklich ganz geschenkt hat und uns, allen Priestern, sagt: „Vernachlässige deine Seele nicht: wenn deine Seele vernachlässigt wird, so kannst du auch den anderen nicht geben, was du solltest. Du musst also auch für dich selbst, für deine Seele Zeit haben", oder mit anderen Worten: Die Beziehung mit Christus, das persönliche Gespräch mit Christus ist eine grundlegende pastorale Priorität, sie ist Bedingung für unsere Arbeit mit den anderen! Und das Gebet ist nichts, was beiläufig wäre: Es ist gerade der „Beruf" des Priesters, zu beten, auch als Stellvertreter der Menschen, die es nicht verstehen zu beten oder die keine Zeit für das Gebet finden. Das persönliche Gebet, vor allem das Stundengebet, ist grundlegende Nahrung für unsere Seele, für all unser Wirken. Und schließlich müssen wir auch unsere Grenzen anerkennen, uns auch für die Demut öffnen. Rufen wir uns eine Szene aus dem Markusevangelium, Kapitel 6, in Erinnerung, wo die Jünger „gestresst" sind, alles tun wollen und der Herr ihnen sagt: „Wir wollen fortgehen; ruht euch ein wenig aus" (vgl. Mk 6, 31).
(Gespräch von Papst Benedikt XVI. mit Priestern am 10. Juni 2010)

Unter allen Heilsmitteln,
die uns Jesus Christus im Evangelium empfohlen hat,
nimmt das Gebet den ersten Platz ein.
Karl Borromäus