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Mittwoch, 16. Dezember 2020

Kaiserin Adelheid von Burgund

 

Augsburger Dom


Kaiserin, Gründerin
Namensdeutung: von edler Gestalt (althochdeutsch)
Namenstage: Adelheid, Adelaide, Alida, Heide, Elke, Ethel, Alicia, Aleida, Adeline, Alissa, Adélaïde, Alice, Adele, Alix
Gedenktag: 16. Dezember

Lebensdaten: geboren um 931 in Burgund, vermutlich in Orbe (Kanton Waadt, Schweiz), gestorben am 16. oder 17. Dezember 999 in Seltz, Unterelsass

Lebensgeschichte und Bedeutung: Adelheid war die Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund und seiner Frau Bertha von Schwaben. Bereits mit sechs Jahren wurde sie mit Lothar, dem Sohn und Erben König Hugos von Italien, verlobt, doch als sie diesen mit 16 Jahren heiratete, hatte bereits Markgraf Berengar von Ivrea die Macht an sich gerissen und führte Lothars baldigen Tod herbei. Berengar setzte die junge Witwe und Mutter einer dreijährigen Tochter fest und wollte von ihr die Ehe mit seinem Sohn erzwingen – Adelheid durfte nach langobardischem Recht den Nachfolger ihres Mannes bestimmen –, doch ihr gelang mit Hilfe ihres Kaplans und eines Schiffes die Flucht. Adelheid rief über ihren Bruder Konrad den deutschen König Otto I. zu Hilfe, der ihre Ländereien und ihre Herrschaft zurückeroberte und sie 951 selber heiratete – damit erhielt er Anspruch auf ganz Oberitalien. 962 empfing sie neben ihrem Mann von Papst Johannes XII. die Kaiserwürde. In Urkunden taucht sie als „Mitregentin“ auf, hatte Anteil an den Reichsgeschäften, führte eine eigene politische Korrespondenz und begleitete Otto I. auf seinen Italienzügen. Sie förderte durch Gründungen und Schenkungen die Reformbewegung, die von der Benediktinerabtei Cluny ausging, nach Kräften und stand mit den Äbten in Verbindung, konnte die Klosterreform aber im Reich nicht durchsetzen. Nach Ottos Tod 973 war sie als Erzieherin und später als Beraterin Kaiser Ottos II. eine der bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, bis hin zur Vertretung des Kaisers in Italien. Dann wurde sie aber von der Kaiserin Theophanu verdrängt und ihrem Sohn entfremdet. Nach dem frühen Tod Ottos II. und auch ihrer Schwiegertochter übernahm sie die Regentschaft für ihren Enkel Otto III., die sie mit Hilfe vor allem von Erzbischof Willigis von Mainz bis zu dessen Mündigkeit 994 ausübte. Als es zum Bruch des Kaisers mit seiner Großmutter kam, schenkte Otto III. ihrer Lieblingsgründung, dem elsässischen Kloster Seltz, reiche Besitzungen zum Abschied. In dieser Zeit unterstützte Adelheid auch den Wiederaufbau des eingestürzten Westteils des Augsburger Doms. Um in der Heimat Frieden zwischen ihrem Neffen König Rudolf III. und seinen Gegnern zu stiften, unternahm sie noch in ihrem Todesjahr 999 eine Reise nach Burgund. Sie besuchte mit Abt Odilo von Cluny das Grab ihrer Mutter in ihrer gemeinsamen Klostergründung Payerne sowie die Gedenkstätten der Heiligen der Thebäischen Legion in Saint-Maurice und Saint-Victor und übertrug die Abtei Saint-Victor an Cluny.

Verehrung: Abt Odilo von Cluny begründete mit einer Lebensbeschreibung ihre Verehrung bei den Cluniazensern, die 1097 in ihrer Kanonisation durch Papst Urban II. – auch er ein Cluniazenser – mündete. Bis zum Verschwinden ihrer Reliquien in der Reformationszeit war das Kloster Seltz mit ihrer Grablege ein vielbesuchter Wallfahrtsort.

Darstellung: als mildtätige Kaiserin, mit Schiffs- oder Kirchenmodell

Patronin: der Missbrauchsopfer, Bräute, Kaiserinnen, Exilierten, Witwen und Stiefmütter

(bistumaugsburg)

Adelheid mit Kirchenmodell als große Förderin des Doms (Nordportal an der Innenseite)

Donnerstag, 4. Juli 2019

Am Grab des hl. Ulrich von Augsburg


 
Dank sei Gott für Friedenszeiten,
Dank für Mut und Maß im Streiten,
Dank für seine Gegenwart!
Dank sei ihm für Weggefährten,
die sich in Gefahr bewährten,
Helfer von Sankt Ulrichs Art.

Ulrich, machtvoll und bewundert,
führte durch ein Halbjahrhundert
seine Schar in Glück und Leid,
half mit Mauerwehr und Türmen,
kämpfend, betend in den Stürmen
einer aufgewühlten Zeit.

Knechte lehrte er und Herren,
Gott und sein Gebot zu ehren
und auf Christi Kreuz zu schaun.
Karg und einfach war sein Leben,
aber grenzenlos im Geben
und gesammelt im Vertraun.

Bischof Ulrich, fromm und tätig,
groß im Werk, im Glauben stetig,
hilf uns heute wehrhaft sein!
Wenn sich äußere Gefahren
mit der Nacht der Seelen paaren,
pflanz uns Gottes Liebe ein.© Peter Gerloff


Heute gedenkt die Kirche der hl. Elisabeth von Portugal

und des hl. Ulrich von Augsburg
(Pfarrkirche Ebenfurt, Vita;
Lebensführung des Klerus - und warum hat der hl. Ulrich einen Fisch als Attribut)



Grablege des hl. Ulrich von Augsburg, Augsburg

Grab des Ulrich von Augsburg in St. Ulrich und Afra, Augsburg

Dienstag, 7. August 2018

Afra von Augsburg

St. Ulrich und Afra, Augsburg

Die Bekehrung der hl. Afra

 



Die Reliqien der hl. Afra vor ihrem Fest beim Afraaltar zur Verehrung ausgesetzt, St Ulrich und Afra, Augsburg


Hl. Afra, bitte für uns



Die Kirche gedenkt heute auch des hl. Kajetan von Thiene.

Montag, 26. Februar 2018

Dionysius von Augsburg

Dionysius von Augsburg, Bischof. Dionysius gilt als der erste Bischof von Augsburg und soll im 3. Jahrhundert gelebt haben. Er soll den Martertod durch Feuer oder durch Enthauptung erlitten haben. Anfang des 12. Jahrhunderts wurden in Sankt-Ulrich-und-Afra zu Augsburg die angeblichen Gebeine des Dionysius aufgefunden und 1258 feierlich erhoben.

Bischof Ulrich und Bischof Dionysius, St. Ulrich u.Afra, Augsburg



Dionysius, einigen Überlieferungen nach auch Zosimus genannt, ist laut ihrer Martyriumsgeschichte der Onkel der heiligen Afra gewesen.
Wie seine Nichte Afra und seine Schwester Hilaria bekehrte sich Dionysius nach der Begegnung mit Bischof Narcissus von Gerona, der über die Alpen nach Augsburg geflohen war. Narcissus weihte ihn auch zum Priester und bestimmte ihn zum ersten Bischof für Augsburg.
Dionysius starb ebenso wie seine Nichte Afra und seine Schwester Hilaria den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen.
Verehrung: Seit dem 11./12. Jahrhundert wird Dionysius in den Augsburger Bischofslisten geführt, seitdem ist auch die Verehrung seiner Reliquien belegt. Am 26. Februar 1258 erhob Papst Alexander IV. feierlich die Reliquien des ersten Augsburger Bischofs, dessen Gedenktag seither an diesem Tag begangen wird.
Darstellung: im Bischofsornat mit aufgeschlagenem Buch in der Hand
Gedenktag: 26. Februar
Lebensdaten: gestorben Anfang des 4. Jahrhunderts in Augsburg
(Bistum Augsburg)

St. Ulrich und Afra, Augsburg

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Bekehrung der hl. Afra von Augsburg

Hl. Afra von Augsburg,
Attribute: gekrönt an Baum gebunden auf brennendem Scheiterhaufen


Afra von Augsburg, Märtyrin. Historisch gesichert ist die Enthauptung einer Afra in Augsburg unter Diokletian um 304. Legenden erzählen, dass diese Märtyrin aus Zypern stammen solle. Sie sei von ihren Eltern der Venus geweiht worden und habe als junge Frau in Augsburg ein Bordell betrieben. Als Bischof Narcissus auf der Flucht vor der diokletianischen Verfolgung unwissend dort um Herberge suchte, wurde Afra von seinem Tischgebet so erschüttert, dass sie sich bekehrte. Sie schloss das Bordell und ließ sich taufen. Daraufhin wurde sie von enttäuschten Freiern als Christin angezeigt. Sie starb an einen Baumstamm gebunden auf dem Lechfeld. 1012 wurde das Benediktinerkloster Sankt-Ulrich-und-Afra gegründet, 1064 erfolgte Afras Heiligsprechung.
(Martyrologium Sancrucense)


links: Altar der hl. Afra, sie ist Patronin Augsburgs, der Büßerinnen, reuiger Dirnen und bei Feuersnot, St. Ulrich und Afra,

Lesung vom Donnerstag der 29. Woche aus dem Römerbrief:
Wegen eurer Schwachheit rede ich nach Menschenweise: Wie ihr eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt, so dass ihr gesetzlos wurdet, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit, so dass ihr heilig werdet.

Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr der Gerechtigkeit gegenüber frei. Welchen Gewinn hattet ihr damals?

Es waren Dinge, deren ihr euch jetzt schämt; denn sie bringen den Tod.

Jetzt, da ihr aus der Macht der Sünde befreit und zu Sklaven Gottes geworden seid, habt ihr einen Gewinn, der zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt. 

Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
(Röm 6,19-23)


Der Gedenktag der hl. Afra ist der 7. August, ihre Bekehrung wurde
früher in Augsburg am 26. Oktober gefeiert. St. Ulrich und Afra, Augsburg

Freitag, 13. Oktober 2017

Am Grab des hl. Simpert von Augsburg

Grabdenkmal des hl. Simpert, um 1714, St. Ulrich und Afra, Augsburg


Simpert von Augsburg, Bischof. Simpert oder Sintpert war zuerst Abt von Murbach im Elsaß und wurde um 778 Bischof von Augsburg. Nach der Absetzung Herzog Tassilos III. von Bayern wurde ihm die Diözese Neuburg übertragen, die Sintpert um 801 mit Augsburg vereinigte. Karl der Große schenkte ihm großes Vertrauen und übergab ihm 804 sächsische Geiseln zu ehrenvoller Haft. Vielleicht erbaute Sintpert den ersten Dom in Augsburg, der an derselben Stelle wie der heutige errichtet wurde.
Er starb er am 13. Oktober 807. Seit 1492 ruhen die Reliquien in einer Seitenkapelle der von ihm gegründeten und geweihten Kirche Sankt-Ulrich-und-Afra zu Augsburg.
(Martyrologium Sancrucense)

Christus und die Apostel, Terrakotta, Carlo Pallago, um 1582



Die 1479 gestiftete Kapelle bewahrt die Ruhestätte des dritten Kirchenpatrons und Augsburger Bischofs Simpert, dessen Reliquien 1492 feierlich hierher übertragen wurden.
Das Marmorgrabmal an der Südwand entstand 1714 und wird dem Füssener Bildhauerkreis um Johann Jakob Herkommer (1648-1717) zugeschrieben. Im Hintergrund der Liegefigur ist eine Schlüsselszene aus dem Leben und Wirken Simperts dargestellt: Der Legende nach soll ein von einem Wolf geraubtes Kind nach Anrufung des Heiligen unversehrt nach Hause zurückgekommen sein.






Simpertusbogen, um 1492




Fast 30 Jahre lang, von 778 bis 807, leitete Bischof Simpert die Kirche von Augsburg. Nur wenige Nachrichten sind uns über sein bischöfliches Wirken überliefert. So hat er nach Auskunft mittelalterlicher Schriftzeugnisse, welche durch Ausgrabungsergebnisse der jüngsten Zeit erhärtet worden sind, die St.-Afra-Kirche neu gebaut. Desgleichen wird ihm die Konsekration des Mariendoms an einem 28. September (möglicherweise im Jahr 807) zugeschrieben. Bis dahin trafen sich die Gläubigen zur Eucharistiefeier im ehemaligen Forumstempel, der südlich der heutigen Kathedrale lag. Auch andere Gotteshäuser soll er in seinem Sprengel gebaut haben, so erneuerte er den kleinen Klosterbau in Füssen und leitete die dortige Mönchsgemeinschaft zu klösterlicher Disziplin an. Von Benediktbeuren wird berichtet, dass Simpert im Februar 807 Abt Waltram bestattete und dessen gewählten Nachfolger Eliland zum Klosteroberen weihte. Wenige Monate danach verschied Bischof Simpert. Als Sterbetag belegt ist der 13. Oktober, das Todesjahr 807 kann nur erschlossen werden, doch gilt es höchstwahrscheinlich als gesichert. Die Bestattung erfolgte im Chor der Afra-Kirche.

Nachdem die Ungarn bei der Belagerung Augsburgs im Jahr 955 dieses Gotteshaus zerstört hatten, ließ es der damalige Bischof Ulrich aufbauen und auch die Grablege seines Vorgängers instand setzen. Wieder einhundert Jahre später errichtete Bischof Embryko für das inzwischen gegründete Benediktinerkloster 1064 eine neue Kirche. Aus diesem Anlass wurden die Gebeine Simperts erhoben und erneut beigesetzt. In der Folgezeit weitete sich die zunächst auf engsten Kreis beschränkte Verehrung Simperts aus. Dazu trug der Prior Adilbert von St. Ulrich und Afra maßgeblich bei, der um 1230 eine Lebensbeschreibung verfasste und über verschiedene Wunder berichtete, die sich am Grab Simperts ereignet hatten. Immer häufiger und zahlreicher kamen nun die Hilfesuchenden zur Ruhestätte dieses Augsburger Bischofs, sein Ruhm breitete sich über die Bistumsgrenzen hinaus aus. Die Mönche von St. Ulrich und Afra aber sammelten sorgfältig die gemeldeten Wundertaten in den Mirakelbüchern. Ohne Zweifel förderten die Benediktiner der sogenannten Melker Reform, welche vor der Mitte des 15. Jahrhunderts nach Augsburg berufen worden waren, neben der Erneuerung des mönchischen Lebens auch die Verehrung der in St. Ulrich begrabenen Heiligen und als heiligmäßig geltenden Bischöfe. So ist es nicht verwunderlich, dass der Augsburger Kardinal Peter von Schaumberg im Jubeljahr 1450 unter Vorlage der Wunderberichte Papst Nikolaus V. persönlich bat, Simpert in die Reihe der augsburgischen Heiligen aufzunehmen. Dieser erfüllte den Wunsch, fügte allerdings die Einschränkung an, dass die kultische Verehrung nur in der Grabeskirche gestattet wäre.

Einen besonderen Ehrenplatz erhielten die Gebeine Simperts im rechten Seitenschiff des 1474 begonnenen Neubaus von St. Ulrich und Afra. Dorthin übertrug Bischof Friedrich von Zollern am 23. April 1492 die Reliquien. Höchste weltliche und kirchliche Würdenträger nahmen an dieser Feier teil. Zu ihnen zählten König Maximilian I., die Herzöge Christoph und Wolfgang von Bayern, der englische Kanzler Franz von Ponte, die Äbte von Donauwörth, Fultenbach und Roggenburg und auch die angesehensten Bürger von Augsburg. Eine kunstvoll gestaltete Steinplatte, vermutlich ein Werk von Michel Erhart, schmückte das Grab. Sie zeigt Simpert, angetan mit den bischöflichen Insignien, zu dessen Füßen aber einen Wolf mit einem Kind im Rachen. Dieses Attribut geht auf eine Legende zurück, nach der ein von einer Wölfin geraubtes Knäblein nach Anrufung des Heiligen gesund nach Hause zurückgebracht wurde. Das steinerne Denkmal ist heute noch im Bayerischen Nationalmuseum zu bewundern.

(Quelle: Bistum Augsburg)



Reliquienschrein des hl. Simpert



 

Terrakottastatue des hl. Jakobus

St. Ulrich und Afra, Augsburg