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Freitag, 18. Januar 2019

Margarita von Ungarn (aus dem Brief zur Heiligsprechung, Teil II)

Margarita von Ungarn, St. Michael - Veszprem

Fortsetzung von hier:

Auf diese Weise dem Bräutigam der Jungfrauen geweiht, versuchte sie unermüdlich durch Verachtung ihres Leibes dem König der Märtyrer gleich zu werden. Stets einfach gekleidet, fand sie Gefallen daran, niedrige Arbeiten zu tun, das Haus zu kehren, Schmutz zu beseitigen, Essen vorzubereiten und oft mit schweren Lasten beladen zu werden. Den kranken Mitschwestern, ja sogar den Mägden, bei denen die übrigen sich manchmal mit Krankheiten anzustecken fürchteten, diente sie mit solcher Liebe und einer solchen Hingabe, daß sie alle schweren und niedrigen Dienste sich selbst vorbehielt.
Die Geheimnisse des Liedens Jesu betrachtete sie unter Tränen und entbrannte vor Sehnsucht nach dem Martyrium. Sie betete immer wieder vor dem im Tabernakel verborgenen Christus oder vor dem Kreuz, wo sie ihr Herz ausschüttete. dem vorgeschriebenen Lob Gottes fügte sie nicht selten noch den Psalter hinzu, auch andere Gebete an Gott, den Vater, oder an den Heiligen Geist oder zur jungfräulichen Gottesmutter.
Um den Zorn des allmächtigen Gottes zu besänftigen und die göttliche Güte auf ihr Volk herabzuflehen, "hat sie selbst viel geweint, ihren eigenen Körper mit Fasten entkräftet, sie trug einen Bußgürtel; sie flehte Gott mit  ihren Fürbitten an und trauerte über die Sünden aller, die sich so übel gegen Gott verhielten, und beweinte die Mühsale der Unterdrückten. Gott möge mit der Rechten seiner Macht die Unschuldigen verteidigen und die heilige Mutter Kirche, die der Herr Jesus Christus durch sein kostbares Blut gesammelt hat".

Margarita zögerte nicht, in offener Weise Verbrechen anzuprangern, vom wem auch immer sie begangen wurden, selbst dann, wenn sie von Menschen in königlichem Rang oder von anderen hohen Würdenträgern verübt wurden. Sie beschränkte ihre Tätigkeit nicht nur auf glühende Gebete zu Gott und harte Buße, sondern war auch von apostolischem Eifer  entflammt und mit großer Tapferkeit ausgezeichnet.
Eine ihr zum dritten Mal angetragene Hochzeit wies Margarita zurück, indem sie freimütig antwortete, sie wollte ihre Jungfräulichkeit dem Herrn Jesus Christus bewahren. Und dieser göttliche Bräutigam, der im Herzen seiner Dienerin Wohnung genommen hatte, überhäufte sie in reichem Maß mit seinen Gaben. Er gab ihr Anteil an seinen Leiden wie auch an seiner Tröstung und seiner Macht zu Lebzeiten wie nach dem Tod.

(Pius XII., aus dem Brief zur Heiligsprechung, in: Dominikanisches Proprium, 174ff)

Kathedrale von Veszprem
links Kathedrale von Veszprem

Veszprem, sichtbar sind die beiden Türme der Kathedrale

Margarita von Ungarn (aus dem Brief zur Heiligsprechung, Teil I)

Margarita von Ungarn, Kathedrale von Veszprem


Margarita stammte aus der ungarischen Familie der Arpaden. Diese Familie hat im 13. Jahrhundert der Kirche vier weitere durch Heiligkeit des Lebens ausgezeichnete Frauen geschenkt, nämlich die heilige Elisabeth, ihre Nichte, die selige Agnes von Prag, sowie die Tochter des Königs Bela IV,, Kunigunde und Jolante, deren Kult vom Apostolischen Stuhl bestätigt worden ist.
Margarita wurde als Tochter des Königs Bela IV. von Ungarn und seiner Gemahlin Maria Lascaris geboren. Schon vor der Geburt weihten die frommen Eltern das Kind, falls es eine Tochter sein sollte, Gott als Opfergabe für die Freiheit und das Wohlergehen des Königsreiches. Die Wünsche und Bitten der Eltern wurden erfüllt. Eingedenk des Versprechens und der empfangenen Wohltat, brachten die Eltern das Kind vor dem vierten Lebensjahr in das Dominikanerinnenkloster in Vezprem, damit es dort schon im frühen Alter in die klösterlichen Gebräuche eingeführt werde und Gott besser diene.

Dort blühte Margarita in gelehrigem und gehorsamem Geist auf; sie wurde von Herzen eine Jüngerin des Kreuzes und vergaß ihr königliches Elternhaus. Trotz ihres kindlichen Alters pflegte sie eine tiefe liebe zu Jesus Christus und der jungfräulichen Gottesmutter; sie zeigte hochherzige Tugend und Reinheit des Geistes.

Ihr Vater ließ ein Kloster bauen, damit seine Tochter und die anderen Ordensfrauen sicherer und wirksamer für die königliche Familie und das Königreich Gottes Hilfe erflehen könnten. Das Kloster stand auf einer Donauinsel und war der allerseligsten Jungfrau Maria geweiht. Im Alter von zwölf Jahren legte Margarita in die Hände des Ordensmeisters Humbert von Romans die feierliche Profeß ab, nachdem sie die Hochzeit mit einem polnischen Adeligen ausgeschlagen hatte. Später wurde sie auch vom König von Böhmen zur Frau erbeten.
Um die dem göttlichen Bräutigam versprochene Treue mit allen Kräften bewahren zu können und um diesen und weitere Heiratsanträge abzuwenden, wollte sie sich öffentlich Christus als Braut vermählen. Sie begehrte inständig die Jungfrauenweihe und erhielt den Schleider mit größter Freude von dem Erzbischof von Gran.
(Papst Pius XII., aus dem Brief zur Heiligsprechung, 2. Teil hier)



Kathedrale von Veszprem, St Michael


Margarita von Ungarn

in der Kirche Teresa von Avila in Budapest (Lebensbeschreibung)
in der Blauen Kirche in Pressburg

Donnerstag, 18. Januar 2018

Margarita von Ungarn

Hl. Margarita von Ungarn, Kirche Teresa v. Avila, Budapest



In der Mitte des 13. Jahrhunderts drangen die Tartaren in Ungarn und Pannonien ein und drohten das Land zu verwüsten. Als König Bela IV. und seine Gemahlin Maria Lascaris in der Festung Dalmata belagert wurden, flehten sie im Gebet zu Gott und gelobten, das Kind, das die Königin erwartete, ihm zu weihen, damit das Vaterland vor weiterer Zerstörung verschont werde.

1242 wurde ihnen ein Mädchen geboren, das sie Margarita nannten. Die Eltern erfüllten ihr Versprechen. Im Alter von vier Jahren vertrauten sie das Kind den Dominikanerinnen von Veszprem zur Erziehung an.

Als Zwölfjährige ging Margarita in das neue Kloster, das ihr Vater auf einer Donauinsel bei Buda hatte erbauen lassen. Dort legte sie in die Hände des Ordensmeisters Humbert von Romans ihre Profess ab.

Sie lebte mit außergewöhnlichem Eifer und weihte sich ganz Christus, dem Gekreuzigten. In harten Bußübungen und strengem Fasten, ständig im Gebet, sühnte sie die Vergehen der furchtbaren Kriege, die in ihrer Heimat immer wieder aufflammten. Tatkräftig setzte sie sich für die Wiederherstellung des Friedens ein und für den Kampf gegen das Unrecht. Überaus groß war ihre Demut, gern und mit Freude tat sie ihren Mitschwestern die einfachsten und niedrigsten Dienste. Sie pflegte die Kranken, deren sich niemand aus Angst vor Ansteckung annehmen wollte.

Margarita war von großer Liebe zum Geheimnis der Eucharistie und zum Leiden Christi erfüllt. Inständig flehte sie zum Heiligen Geist und verehrte die Gottesmutter. So opferte sie ihr Leben der Buße auf für die Befreiung ihres Volkes von den Tartareneinfällen.

Margarita starb mit 28 Jahren am 18. Januar 1270. Papst Pius XII. hat sie am 19. November 1943 heilig gesprochen. (Attribute: mit Lilie, mit Krone zu Füßen, Mantel mit Sternen)
(Proprium der Dominikaner)



Pfarrkirche Teresa v. Avila, Budapest

Sonntag, 19. November 2017

Die "Blaue Kirche" zur hl. Elisabeth in Bratislava

Mosaik über dem Haupteingang, Rosenwunder der hl. Elisabeth

Im Jahr 1907 feierten die Ungarn den 700. Geburtstag der hl. Elisabeth, eine Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (Bis Anfang des 20. Jahrhundert war die Slowakei ins Königreich Ungarn integriert, erst 1918 gründeten Slowaken und Tschechen den gemeinsamen Staat Tschechoslowakei.)
Die Kirche beschloss, in einem neuen Stadtviertel nahe einer Donaubrücke eine der hl. Elisabeth geweihten Kirche zu errichten. Hier wurde ein katholisches Gymnasium gebaut, so daß die neue Kirche sowohl für die Schule als auch für die Gläubigen des neu entstehenden Wohngebiets benützt werden konnte. Die Reliquien der hl. Elisabeth waren ein Geschenk des Wiener Kardinals Franz Nagl, der sie von der Wiener Elisabethkirche bekam. Der Kirchenbau wurde im Herbst 1913 beendet, die Kirchweihe fand am 11. Oktober 1913 statt. Generalsanierung des Kirchenäußeren 1980. Innen- und Außenrenovierung 1995.

Das Haupt der hl. Elisabeth in Wien

St. Elisabeth (Blaue Kirche), Pressburg



Antonius von Padua aus Tiroler Marmor, Alois Rigele




Hl. Elisabeth in ihrem mildtätigen Wirken, Julius Thury

Elisabeth von Thüringen, Landgräfin, Witwe und Apostelin der Nächstenliebe. Elisabeth wurde 1207 in Ungarn geboren, sie war die Tochter König Andreas II. von Ungarn und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs. Im Alter von einem Jahr wurde sie mit dem späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verlobt und als vierjähriges Mädchen nach Thüringen gebracht, wo sie von der frommen Landgräfin Sophie erzogen wurde. 1221 heiratete die vierzehnjährige Elisabeth Ludwig und schenkte ihm in glücklicher Ehe drei Kinder, den späteren Landgrafen Hermann, Sophie, die Herzogin von Brabant wurde, und Gertrud, nachher Meisterin von Altenberg. Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiter Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus. Elisabeth kümmerte sich persönlich um Bedürftige und besuchte Arme. Sie wurde von ihrem Mann unterstützt, von der übrigen Familie jedoch skeptisch betrachtet und verleumdet. Als Ludwig bei dem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. am 11. Juli 1227 in Italien starb, wurde sie von ihrem Schwager sofort ihres Erbes beraubt. Die 20-jährige Witwe geriet in größte Not und musste die Wartburg verlassen. Erst der Druck ihrer Verwandten und ihres Beichtvater Bischof Konrad von Marburg zwangen den Schwager, der Witwe die rechtmäßige Abfindung zu geben. Mit diesen Gütern gründete Elisabeth ein Spital in Marburg, wo sie die Armen und Kranken pflegte. 1228 legte Elisabeth das Gelübde der Armut und Weltentsagung ab und wurde Franziskanerterziarin. Unter tiefster Selbsterniedrigung lebte sie nur noch den Werken der Buße und der Nächstenliebe. Elisabeth starb im Alter von nur 24 Jahren am 17. November 1231 und wurde am 19. desselben Monats im Franziskushospital beigesetzt. Sie wurde bereits vier Jahre später im Beisein des Stauferkaisers Friedrich II. heilig gesprochen. Ihre Gebeine wurden in einem kostbaren Schrein aufbewahrt. Der neugläubige Landgraf Philipp von Hessen wollte ihre Verehrung 1539 beenden und entwendete die Reliquien, die seither verschollen sind. Das Haupt war schon früher dem Schrein entnommen worden, es befindet sich heute in Wien. Elisabeth wird dargestellt als junge Fürstin mit einem Korb voller Rosen, oder wie sie Armen Almosen spendet.
(Martyrologium Sancrucense)


Stephan von Ungarn

Herz Jesu Statue, die Fatimastatue kam später hinzu

Lamm Gottes mit Siegesfahne und dem Buch mit den sieben Siegeln


pyramiedenförmiger Hauptaltar aus Marmor mit dem Lamm Gottes



Pelikan, Symbol für die hingebende Liebe Christi; Stark wir der tod ist Liebe (Hohelied 8)

Margarita von Ungarn

Emmerich von Ungarn

das letzte Abendmahl



 






Graf Peter Szapary, seine Mutter Gräfin Gabriele Maria Szapary war die
größte Wohltäterin der Kirche, er starb jung. Relief von M. Drobil

Tafel mit Spendern und Wohltätern der Kirche, Papst Pius X. spendete einen
kostbaren Kelch












Gedenkstein für die Ungeborenen










rechts: die zur gleichen Zeit erbaute katholische Schule