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Sonntag, 16. November 2025

Die Marter der Zehntausend (Albrecht Dürer)

 

Detail aus der Marter der Zehntausend v. Albrecht Dürer (1508), KHM 

12 Aber bevor das alles geschieht,
wird man Hand an euch legen und euch verfolgen.
Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern,
vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen.
13 Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
14 Nehmt euch also zu Herzen,
nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
15 denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben,
sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen
und nichts dagegen sagen können.
16 Sogar eure Eltern und Geschwister,
eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern
und manche von euch wird man töten.
17 Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden.
18 Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
19 Wenn ihr standhaft bleibt,
werdet ihr das Leben gewinnen.
(aus dem Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis, C)


Samstag, 7. Oktober 2023

Das Rosenkranzfest (nach Albrecht Dürer)

 

 

Dieses Gemälde, das von der mächtigen Augsburger Familie Fugger für die Kirche der deutschen Kaufleute in Venedig in Auftrag gegeben wurde, stellt die Feier des Rosenkranzfestes dar. Es zeigt eine thronende Jungfrau Maria, die den deutschen Kaiser Friedrich III. (allerdings nach dem Vorbild des späteren Kaisers Maximilian) mit einem Rosenkranz krönt, während mehrere Cherubim und der heilige Dominikus die umstehenden Gläubigen mit Rosenkränzen krönen. Dürer selbst schaut im rechten Bildhintergrund zu. Das Gemälde wurde also von einem Nürnberger Künstler gemalt, von der mächtigsten deutschen Bankiersfamilie bezahlt und war für die deutsche Händlergemeinschaft im Ausland bestimmt. Das Gemälde selbst ist das Ergebnis deutscher Arbeit und deutscher Ressourcen und zeigt verschiedene Konstellationen des Deutschseins in der Frühen Neuzeit. Der Rosenkranz war eine Erfindung des späten fünfzehnten Jahrhunderts und wurde vor allem in den deutschen Territorien verbreitet. Bei dem Papst, der Friedrich III. gegenüber kniet, handelt es sich um Julius II., der die Rosenkranzandacht 1474 mit einer päpstlichen Bulle bestätigte. Schließlich ist der Hintergrund, vor dem diese Verehrung stattfindet, ein nördlicher, mit einer deutsch anmutenden Stadt und einer rauen, bergigen und bewaldeten Landschaft. Nachdem sie einmal in einem so hochrangigen Kunstwerk verankert worden waren, sollten sich diese Elemente als Schlüsselaspekte des „Deutschseins“ weiter verstärken. (Quelle)


Kopie nachAlbrecht Dürer, 1606-1612 entstanden, Kunsthistorisches Museum, Wien

Donnerstag, 6. Januar 2022

Epiphanie von Dürer

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Am heutigen Hochfest der »Epiphanie« feiern wir die Erscheinung des Herrn vor den Sterndeutern, ein Ereignis, das der Evangelist Matthäus stark hervorhebt (vgl. Mt 2,1–12). In seinem Evangelium erzählt er, daß einige »Sterndeuter« – wahrscheinlich Religionsoberhäupter aus Persien – von einem »Stern« geführt nach Jerusalem gelangten. Sie interpretierten dieses leuchtende Himmelsphänomen als Zeichen der Geburt eines neuen Königs der Juden. In der Stadt wußte niemand davon, im Gegenteil: Der regierende König Herodes war von der Nachricht stark beunruhigt und erdachte den tragischen Plan zum »Kindermord von Betlehem«, um den soeben geborenen Rivalen zu beseitigen. Die Sterndeuter hingegen verließen sich auf die Heiligen Schriften, insbesondere auf die Weissagung Michas, wonach der Messias in Betlehem geboren würde, der Stadt Davids, etwa zehn Kilometer südlich von Jerusalem gelegen (vgl. Mi 5,1). Sie brachen in diese Richtung auf, sahen erneut den Stern und folgten ihm voll Freude, bis er über einer Hütte stehenblieb. Sie traten ein und fanden das Kind mit Maria; sie warfen sich vor ihm nieder und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Huldigung an seine Königswürde.

Warum ist dieses Ereignis so wichtig? Weil sich damit das Festhalten der heidnischen Völker am Glauben an Christus zu verwirklichen begann, entsprechend der Verheißung Gottes an Abraham, von der das Buch Genesis berichtet: »Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen« (Gen 12,3). Wenn also Maria, Josef und die Hirten von Betlehem das Volk Israel darstellen, das den Herrn aufgenommen hat, dann sind die Sterndeuter die Ersten der Heidenvölker: Auch sie sind aufgerufen, Teil der Kirche, des neuen Gottesvolkes, zu sein, das nicht mehr auf ethnischer, sprachlicher oder kultureller Einheitlichkeit gründet, sondern nur auf dem gemeinsamen Glauben an Christus, den Sohn Gottes. Die Epiphanie Christi ist daher gleichzeitig Epiphanie der Kirche, das heißt ein Offenbarwerden ihrer Berufung und universalen Sendung.
(Benedikt XVI., Angelus, 2007)


Albrecht Dürer, Anbetung der Weisen, Uffizien, Florenz

ERSCHEINUNG DES HERRN 

(erfreut euch an der Schönheit der Kunst früherer Zeiten)