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Sonntag, 23. März 2014

3. Fastensonntag: Lebendiges Wasser

In jenen Tagen dürstete das Volk nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie sagten: Warum überhaupt hast du uns aus Ägypten hierher geführt? Um uns, unsere Söhne und unser Vieh verdursten zu lassen?
Mose schrie zum Herrn: Was soll ich mit diesem Volk anfangen?
Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich.
Der Herr antwortete Mose: Geh am Volk vorbei, und nimm einige von Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh!
Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen!
Es wird Wasser herauskommen, und das Volk kann trinken.

Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels.
Den Ort nannte er Massa und Meriba - Probe und Streit -, weil die Israeliten Streit begonnen und den Herrn auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?
1. Lesung aus dem Buch Exodus (17,3-7)

Mose schlägt an den Felsen, Nikolausdom, Trnava, Slowakei

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus.

Er hatte der Samariterin schon die Gnade des Glaubens geschenkt,
als er sie bat, ihm einen Trunk Wasser zu reichen. 
Nach ihrem Glauben dürstete ihn mehr als nach dem Wasser,
denn er wollte im gläubigen Herzen das Feuer der göttlichen Liebe entzünden.

Darum preisen dich deine Erlösten und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.
(Präfation zum 3.  Fastensonntag)

Jesus im Gespräch mit der Frau am Jakobsbrunnen, Joh 4, Nikolausdom, Trnava, Slowakei

Freitag, 29. März 2013

Christus war für uns gehorsam bis zum Tod am Kreuz

Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Kreuz hinaufgetragen,
damit wir für die Sünden tot seien und für die Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

1. Petrusbrief 2,24

Tod Jesu, Nikolaus-Dom, Trnava, Slowakei

Sonntag, 13. Januar 2013

Weihnachtsgeheimnisse in Trnava

Nikolaus-Dom, Trnava, Westslowakei

Spätgotische Wandmalereien mit Motiven aus dem Alten und dem Neuen Testament zieren den Nikolaus-Dom, der sich in der Altstadt von Trnava in der Westslowakei befindet. Darunter sind auch Darstellungen der Taufe Jesu und der Hochzeit von Kana.  Die Anbetung der Weisen, die Hochzeit von Kana und die Taufe Jesu gehören zum Geheimnis der Offenbarung des Herrn.

Am vergangenen Sonntag, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn, hieß es in der Benedictus-Antiphon:

Heute wurde die Kirche dem himmlischen Bräutigam vermählt:
Im Jordan wusch Christus sie rein von ihren Sünden.
Die Weisen eilen mit Geschenken zur königlichen Hochzeit.
Wasser wird in Wein verwandelt und erfreut die Gäste. Halleluja.
 

Krippe im Nikolaus-Dom, Trnava, Slowakei

Hochzeit von Kana, Nikolaus-Dom, Trnava, Slowakei

An dem Hochfest der Geburt des Herrn freute sich die Erde, den Herrn des Alls in der Krippe zu tragen. Aber heute, am Tag der Gotteserscheinungen, jubelt das Meer. Es bricht in Freude aus, weil es durch den Jordan Segen und Heiligkeit erhalten hat.

Am vorigen Hochfest bot sich der Anblick eines kleinen Kindes, Ausdruck unserer eigenen Unvollkommenheit. Das heutige Fest aber zeigt uns den Mann, der zur Vollreife gelangt ist, und es weist uns geheimnisvoll auf den hin, der als Vollkommener aus dem Vollkommenen hervorgeht. Dort kleidet sich der König in den Purpur des Menschenleibes, hier legt er, der selbst die Quelle ist, den Fluß an wie ein Gewand.

Und nun schaut neue erstaunliche Wunder: Die Sonne der Gerechtigkeit badet im Jordan, das Feuer ist in Wasser getaucht, und Gott wird durch den Dienst des Menschen geheiligt.

(aus einer Rede an Erscheinung des Herrn, Proklos von Konstantinopel, Stundenbuch)

Jordan sing!
Schwing deine Wasser
über die Wüste hin.
Trunken bist du vom Glanz darin:
Jesus, der Christus,
steht als Lamm in den Fluten.
 
Menschheit auf!
Lauf ihm entgegen,
deine Geburt ist nah!
Sieh, der Geliebte, die Hochzeit ist da:
Trink seinen Wein,
den neuen, glühenden, guten!
 
Herrliches All!
Fall vor ihm nieder,
bring dich als Gabe dar!
Christus verwandelt dich wunderbar,
Ewiges Leben
wird dich im Tode durchbluten!
 
(Hymnus zur Lesehore am Fest der Taufe des Herrn)

Taufe Jesu, Nikolaus-Dom, Trnava, Slowakei

Sonntag, 6. Januar 2013

Anbetung der Weisen


Franziskanerkirche, Trnava, Slowakei
Der Stern bleibt über dem Tabernakel stehen

"Wenn wir also hier niederfallen und anbeten, dann beten wir nicht Fleisch an, sondern Gott, das Einzige, was wir sicher nicht sind, Gott, den Ganz-Anderen, den Aus-sich-Seienden, den Allmächtigen, dem es aber gefallen hat, uns zu zeigen, daß er allmächtig genug ist, auch ohnmächtig sein zu können, selig genug, auch leiden zu können, glorreich genug, sich auch auf den untersten Platz seiner Schöpfung stellen zu können.

Und Gott tut nicht "als ob": er ist wirklich demütig und kindlich und arm. Wie sollte Gott, der die Kinder erschaffen hat, in seinem Herzen nicht wissen, wie einem Kind zumute ist?

Anbetung der Weisen, Kathedrale Burgos, Spanien


Und hier können wir fragen: Gibt es einen Gott, der geheimnisvoller und unbegreiflicher ist, wenn er wie ein Mensch, ja als ein Mensch mit uns umgeht und dabei nicht aufhört, wahrhaft Gott, der Ganz-Andere, der Ewige, Unsterbliche und Allmächtige zu sein?
Durch seine Epiphanie hat dieser Gott nichts von seiner Unfaßlichkeit verloren, er ist im Gegenteil noch viel unfaßlicher geworden. Erst jetzt ahnen wir, wie weit göttliche Allmacht in Wirklichkeit reicht. Tiefere Anbetung als die christliche kann es deshalb, wenn sie echt ist, nicht geben.

Anbetung der Weisen, Vatikanische Museen, Wandteppich

Was bedeutet nun aber, angesichts dieses Gottes, die Welt? Mit den Menschen um uns her, mit unserem ganzen Tun und Treiben? Das alles ist in keiner Weise Gott und deshalb in keiner Weise anbetungswürdig. Es ist weltlich, kreatürlich, und man soll nicht behaupten, in allem Geschaffenen als solchem liege zuinnerst ein ungeschaffener göttlicher Funke. Sonst müßten wir uns ja selbst anbeten.
Und doch: liegt nicht trotz allem etwas Wahres in dieser Redeweise, daß im Kern des Menschen etwas Göttliches anwest?

Als Christen werden wir antworten: Ja, jeder Mensch hat es in sich, aber nicht durch seine Natur, sofern er geschaffen ist, sondern aus Gottes Gnade, der alle Menschen zu Kindern des Vaters und zu Brüdern Jesu und zu Trägern des Heiligen Geistes Gottes bestimmt und erwählt und gerufen hat."

(aus: Hans Urs von Balthasar, Du krönst das Jahr mit deiner Huld, 30f)


Geburt Christi und Anbetung der Weisen, Chorgestühl, Burgos, Kathedrale, Spanien