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Montag, 7. September 2026

Am Geburtsort von John/Johannes Ogilvie in Schottland

 

Gedenktag der seligen und heiligen Märtyrer des Grazer Jesuitenkollegs:

Johannes Ogilvie, Markus Crisin, Stephan Pongracz, Melchior Grodecz und Jan Sarkander.

Die Märtyrer von Kosice

Bild des hl. John Ogilvie von Peter Howson in der Sakramentskapelle von St Andrews RC, Glasgow


St Thomas RC - Keith

hl. John Ogilvie, bitte für uns!
„Betet, Brüder und Schwestern,
dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, wohlgefalle.“

John Ogilvie wurde 1579 in Drum-Na-Keith bei Keith in Banffshire, Schottland, geboren. Seine adlige schottische Familie war teils katholisch und teils presbyterianisch. Sein Vater erzog John im calvinistischen Glauben und schickte ihn zur Ausbildung auf den europäischen Kontinent.

Dort begann er sich für die damals beliebten Diskussionen zwischen katholischen und calvinistischen Gelehrten zu interessieren. Da die Debatten jedoch nur zu Verwirrung führten, wandte sich John der Heiligen Schrift zu. Zwei Bibelstellen wurden für ihn besonders wichtig:

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“

„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch Ruhe schenken.“

John kam zu dem Schluss, dass die katholische Kirche alle Menschen aufnehmen könne. Im Alter von 17 Jahren wurde er daher 1596 in Löwen (Louvain), Belgien, in die katholische Kirche aufgenommen.

1610 wurde er als Mitglied des Jesuitenordens zum Priester geweiht. Anschließend wurde er als Missionar nach Schottland geschickt. Aufgrund der dort geltenden Strafgesetze gab er sich als Pferdehändler und Soldat aus, wurde jedoch verraten.

Er wurde vor Gericht gestellt, und sein Prozess zog sich hin, bis er 26 Stunden lang nichts zu essen bekommen hatte. Acht Tage und Nächte lang wurde ihm der Schlaf verweigert. Man schleifte ihn umher, stieß ihn mit spitzen Stöcken und riss ihm die Haare aus. Trotzdem weigerte er sich, die Namen anderer Katholiken preiszugeben.

Er musste sich einem zweiten und einem dritten Prozess stellen, blieb aber standhaft. Selbst auf dem Schafott wurde ihm Freiheit und ein gutes Leben angeboten, wenn er seinem Glauben abschwören würde. Doch er blieb seinem Glauben treu.

Sein Mut während seiner Gefangenschaft und sein Martyrium wurden in ganz Schottland bekannt.

John Ogilvie wurde 1976 heiliggesprochen, nachdem der Glasgower John Fagan auf wundersame Weise von Krebs geheilt worden war. Er war der erste schottische Heilige seit dem Jahr 1250.
(stjohnogilvies, übersetzung chatgpt)

St Thomas RC, Keith

Mittwoch, 29. Juli 2026

Christus im Haus von Martha und Maria

 

Jesus mit Martha und Maria im Haus des Lazarus,
Johannes Vermeer,Nationalgallerie Schottland

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 10

In jener Zeit
38 kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.
39 Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu.
40 Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen
zu dienen.
Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
41 Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
42 Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.

Der Herr verbietet also nicht die Gastfreundschaft, sondern dass wir uns mit zu vielen Dingen beschäftigen, die uns durcheinanderbringen und von ihm wegziehen.
Und sieh den Entschluß des Herrn: zunächst sagte er Marta nichts, sondern erst als sie ihre Schwester vom Zuhören abzubringen suchte, da ergriff der Herr die Gelegenheit und wies sie zurecht.

Gastfreundschaft nämlich ist ehrenvoll, insofern sie uns zum Notwendigen hinzieht. Wenn sie aber anfängt, uns von Nützlicherem abzuhalten, ist offenkundig, dass es ehrenvoller ist, göttlichen Lehren zuzuhören.
(Theophylactus, Thomas von Aquin, Catena Aurea, Hrsg. Schlosser, Kolbinger, 674)

National Galleries of Scotland, Edinburgh


Montag, 27. April 2026

Petrus Canisius über die Auferstehung des Herrn

 

St Aloysius´RC, Jesuitenkirche, Glasgow


V. Hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten.

Was legt uns der fünfte Artikel zu glauben vor?

Er lehrt, dass Christus, nachdem er am Kreuz gestorben war, der Seele nach zwar bis zur Unterwelt vorgedrungen ist, um sich als Sieger über Tod und Satan und als Befreier der im Limbus (Vorhölle) sitzenden Väter zu erweisen; dem Leibe nach aber am dritten Tage, da er als Siegesfürst aus der Unterwelt zurückkehren wollte, aus eigener Kraft aus dem Grab als derselbe, der für uns am Holz gehangen und unsterblich und glorreich als Erstgeborener von den Toten (Kol 1,18) auferstanden ist.

Mit diesem wunderbaren Werk tröstet und lehrt er, dass die Auserwählten befreit werden aus der Macht der Satans, des Todes und, der Unterwelt. Diese Gnade der Auferstehung bietet er allen an und gewährt, dass die wahrhaft an Christus Glaubenden aus Lastern zu Tugenden, vom Tod der Sünde zum Leben der Gnade und am Ende aller Zeiten vom Tod des Leibes zum unsterblichen Leben auferstehen.

Denn wenn Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen (vgl. 1 Kor 15,16)

(Petrus Canisius, Der Große Katechismus, 85f)


Heiliger Petrus Canisius, bitte für uns!
St Aloysius´RC, Jesuitenkirche, Glasgow

Glasfenster in der Wiener Servatiuskirche (Vita), über die Auferstehung

Fahne des hl. Petrus Canisius in der Wiener Canisiuskirche (Benedikt XVI. über Petrus Canisius)

Jesuitenkirche in Malaga, Gebet des hl. Petrus Canisius anlässlich seiner Herz Jesu Vision

Jesuitenkirche in Wien, P. Canisius über die Ehescheidung


Canisiuskirche in Wien, P. Canisius als Katechet


aus einem Brief von Ignatius von Loyola an Petrus Canisius


Petrus Canisius in Innsbruck, Dom St. Jakob

Montag, 30. März 2026

Salbe die Füße Jesu (Augustinus)

Maria Magdalena salbt Jesus, The Burell Collection, Glasgow
"made by the circle of the Willemsmeister" (Meister Wilhelm, 1470-1500, Köln)

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 12 (Evangelium vom Karmontag)

1 Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betánien,
wo Lázarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.
2 Dort bereiteten sie ihm ein Mahl;
Marta bediente
und Lázarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
3 Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl,
salbte Jesus die Füße
und trocknete sie mit ihren Haaren.
Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
4 Doch einer von seinen Jüngern,
Judas Iskáriot, der ihn später auslieferte, sagte:
5 Warum hat man dieses Öl
nicht für dreihundert Denáre verkauft
und den Erlös den Armen gegeben?
6 Das sagte er aber nicht,
weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte,
sondern weil er ein Dieb war;
er hatte nämlich die Kasse
und veruntreute die Einkünfte.
7 Jesus jedoch sagte:
Lass sie,
damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt!
8 Die Armen habt ihr immer bei euch,
mich aber habt ihr nicht immer.
9 Eine große Menge der Juden hatte erfahren, dass Jesus dort war,
und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen,
sondern auch um Lázarus zu sehen,
den er von den Toten auferweckt hatte.
10 Die Hohepriester aber beschlossen, auch Lázarus zu töten,
11 weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

 

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, Augustinus, 50. Vortrag über das Johannesevangelium

„Maria“ aber, die andere Schwester des Lazarus, „nahm ein Pfund kostbarer Salbe von pistischem Nardenöl, salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihren Haaren seine Füße, und das Haus wurde mit dem Geruche des Salböls erfüllt.“ Die Tatsache haben wir vernommen, forschen wir nach der Bedeutung. Willst du, wer immer du bist, eine gläubige Seele sein, so salbe mit Maria die Füße des Herrn mit kostbarer Salbe.
Jene Salbe war die Gerechtigkeit, darum war es ein Pfund1; es war aber eine kostbare Salbe von pistischem Nardenöl. Wenn es heißt „pistisch“, so müssen wir das für den Ort halten, woher diese kostbare Salbe war; doch ist dieses Wort nicht belanglos und paßt ganz gut zu der symbolischen Bedeutung.
Pistis heißt im Griechischen Glaube2. Du suchtest Gerechtigkeit zu üben; der Gerechte lebt aus dem Glauben3.
Salbe die Füße Jesu; folge durch ein gutes Leben den Fußtapfen des Herrn. Trockne sie mit den Haaren; wenn du Überfluß hast, gib davon den Armen und du hast die Füße des Herrn getrocknet; denn die Haare erscheinen ja als etwas Überflüssiges am Leibe. Da hast du also Gelegenheit, etwas zu tun mit deinem Überfluß; für dich ist es überflüssig, aber für die Füße des Herrn ist es notwendig. Vielleicht leiden auf Erden die Füße des Herrn Not. Denn von wem andern als von seinen Gliedern wird er am Ende sagen: „Was ihr einem aus meinen Geringsten getan, das habt ihr mir getan“4? Ihr habt euren Überfluß aufgewendet, aber ihr habt meinen Füßen einen Dienst erwiesen.


  1. Libra, zunächst Wage, dann eine Wagschale voll, ein Pfund. ↩

  2. πιστικός [pistikos] (pisticus) wird vielfach von einer persischen Stadt Pista abgeleitet, so daß es pistisches Nardenöl bedeutet; nach andern kommt es von πίστις [pistis], so daß es echtes, zuverlässiges Nardenöl bedeutet. ↩

  3. Röm. 1, 17. ↩

  4. Matth. 25, 40. ↩


The Burrell Collection, Glasgow

Sonntag, 29. März 2026

Christus gläubig und jubelnd aufnehmen (Palmsonntag, Johannes Paul II., 2003)

 

Einzug Jesu in Jerusalem, Edinburg, St Giles Cathedral


PREDIGT DES HEILIGEN VATERS JOHANNES PAUL II. 

13. April 2003

XVIII. Weltjugendtag 
»Siehe, deine Mutter!«
(Joh 19, 27)

 

1. »Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!« (Mk 11, 9). 

Die Liturgie des Palmsonntags ist gleichsam ein feierliches Eingangstor zur Karwoche. Sie verbindet zwei gegensätzliche Momente miteinander: den Empfang Jesu in Jerusalem und das Drama der Passion; das freudige »Hosanna« und das mehrfach wiederholte »Kreuzige ihn!«; den triumphalen Einzug und die scheinbare Niederlage des Kreuzestodes. So nimmt sie die »Stunde« vorweg, in welcher der Messias viel erleiden muß, getötet und am dritten Tag auferstehen wird (vgl. Mt 16, 21), und bereitet uns darauf vor, das Ostergeheimnis in Fülle zu leben.

2. »Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir« (Sach 9, 9). Beim Einzug Jesu jubelt die Stadt, in der die Erinnerung an David lebendig ist; die Stadt der Propheten, von denen viele dort um der Wahrheit willen das Martyrium erlitten; die Stadt des Friedens, die im Laufe der Jahrhunderte unter Gewalt, Krieg und Verschleppung gelitten hat. 

In mancherlei Hinsicht könnte die Stadt Jerusalem als Symbol der Menschheit angesehen werden, besonders an diesem dramatischen Beginn des dritten Jahrtausends, den wir gegenwärtig durchleben. Deshalb nehmen die Palmsonntagsriten eine besondere Aussagekraft an. Tröstlich erklingen die Worte des Propheten Sacharja: »Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel […] Vernichtet wird der Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden« (Sach 9, 9-10). Heute feiern wir, weil Jesus, der Friedenskönig, in Jerusalem einzieht. 

3. Damals liefen Christus an den Hängen des Ölbergs die Kinder und Jugendlichen Jerusalems entgegen; sie jubelten ihm zu und schwenkten freudig Öl- und Palmzweige. 

Heute stehen zu seinem Empfang die jungen Menschen der ganzen Welt bereit, die in allen Diözesangemeinschaften den XVIII. Weltjugendtag feiern. 

Ich begrüße euch ganz herzlich, liebe Jugendliche aus Rom, und auch euch, die ihr aus verschiedenen Ländern hierhergepilgert seid. Ich grüße die zahlreichen Verantwortlichen der Jugendpastoral, die an dem vom Päpstlichen Rat für die Laien organisierten Kongreß über die Weltjugendtage teilnehmen. Und wie könnten wir nicht unsere brüderliche Solidarität bekunden gegenüber euren Altersgenossen, die von Krieg und Gewalt im Irak, im Heiligen Land und in verschiedenen anderen Teilen der Welt so schwer geprüft werden? 

Heute nehmen wir gläubig und jubelnd Christus auf, der unser »König« ist: ein König der Wahrheit, der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Liebe. Dies sind die vier Säulen, auf denen das Gebäude des wahren Friedens erbaut werden kann, wie der selige Papst Johannes XXIII. vor 40 Jahren in der Enzyklika Pacem in terris schrieb. Dieses historische Dokument, das nichts von seiner Aktualität verloren hat, übergebe ich heute im Geiste einem jeden von euch, liebe Jugendliche der ganzen Welt:Lest es, denkt darüber nach, und bemüht euch, es in die Tat umzusetzen. Dann werdet ihr »selig« sein, weil ihr zu wahren Kindern des Gottes des Friedens werdet (vgl. Mt 5, 9). 

4. Der Friede ist ein Geschenk Christi, das er durch das Kreuzesopfer für uns erwirkt hat. Um den Frieden wirksam zu fördern, müssen wir mit dem göttlichen Meister bis auf den Kalvarienberg hinaufsteigen. Wer kann uns bei diesem Aufstieg besser führen als Maria, die uns unter dem Kreuz im treuen Apostel Johannes zur Mutter gegeben wurde? Um den jungen Menschen zu helfen, diese wundervolle spirituelle Wirklichkeit zu entdecken, habe ich als Thema der Botschaft zum diesjährigen Weltjugendtag die Worte des sterbenden Christus gewählt: »Siehe, deine Mutter!« (Joh 19, 26). Johannes nahm dieses Testament der Liebe an und öffnete Maria sein Haus (vgl. Joh 19, 27), das heißt, er nahm sie in sein Leben auf und teilte mit ihr eine vollkommen neue geistige Nähe. Die tiefe Verbindung zur Mutter des Herrn wird den »geliebten Jünger« zu einem Apostel jener Liebe machen, die er durch das unbefleckte Herz Marias aus dem Herz Christi erhalten hatte. 

5. »Siehe, deine Mutter!« Jesus richtet diese Worte an einen jeden von euch, liebe Freunde. Auch euch bittet er, Maria als Mutter »›zu euch nach Hause‹ zu nehmen, sie aufzunehmen ›in das, was euch gehört‹«, denn »sie übt ihr mütterliches Dienstamt aus, indem sie euch erzieht und formt, bis Christus vollkommen in euch Gestalt angenommen hat« (Botschaft zum Weltjugendtag 2003, 3; in: O.R. dt., Nr. 14, 4.4.2003, S. 7). Maria bewirke, daß ihr großherzig auf den Ruf des Herrn antwortet und freudig und treu an der christlichen Sendung festhaltet! 

Wie viele Jugendliche haben im Laufe der Jahrhunderte diese Aufforderung gehört, und wie viele tun dies auch in unseren Tagen! Junge Menschen des dritten Jahrtausends, habt keine Angst davor, euer Leben als vollkommene Antwort an Christus hinzugeben! Er allein verändert das Leben und die Geschichte der Welt. 

6. »Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn« (Mk 15, 39). Wir haben erneut das eindeutige Glaubensbekenntnis gehört, das der Hauptmann sprach, als er »ihn auf diese Weise sterben sah« (ebd.). Aus dem Gesehenen ergibt sich das erstaunliche Zeugnis des römischen Soldaten, des ersten Menschen, der verkündet hat, daß jener Mensch am Kreuz »Gottes Sohn war«. 

Herr Jesus, auch wir haben »gesehen«, wie du gelitten hast und wie du für uns gestorben bist. Treu bis zum letzten Atemzug, hast uns durch deinen Tod dem Tod entrissen. Durch dein Kreuz hast du uns erlöst. 

Stille Zeugin dieser für die Heilsgeschichte entscheidenden Augenblicke bist du, Maria, schmerzensreiche Mutter. 

Gib uns deine Augen, um in dem schmerzverzerrten Antlitz des Gekreuzigten das Abbild des glorreichen Auferstandenen zu erkennen. 

Hilf uns, ihn zu umarmen und ihm zu vertrauen, damit wir uns seiner Verheißungen würdig erweisen. Hilf uns, ihm heute und unser ganzes Leben lang treu zu bleiben. 

Amen. 



St Giles Cathedral, Edinburg

Einzug in Jerusalem

Ein Esel erfreut sich des Herrn 

Tympanonrelief, Kathedrale von Salamanca 

Glasfenster in Saint Etienne, Chalons en Champagne (Augustinus, Catena aurea)

Glasfenster in St Peter´s church, Nottingham (Einleitung in die Liturgie des Palmsonntags)

eine kleine Darstellung des Einzugs

Glasfenster in der Kathedrale von Brüssel (B16, Palmsonntag 2012)

Jesus auf einem Esel in St. Nikolaus in Hall in Tirol

Chorgestühl in der Kathedrale von Cordoba

Der Einzugsesel war ein weißer Esel😄😄😄

Fresko in der Unterkirche von Assisi (Adrienne v. Speyr, Johannesevangelium)

Relief in Notre Dame de Paris (Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit)

es war einer meiner Vorfahren😁

Fresko in rumän.-orthodoxer Kirche in Knittelfeld/Ö (Papst Benedikt, Palmsonntag 2012) 

Glasfenster in Chartres (Papst Benedikt, Palmsonntag 2009) 

Glasfenster in der Kathedrale von Canterbury

Samstag, 21. März 2026

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 11

In jener Zeit
1 war ein Mann krank,
Lázarus aus Betánien,
dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
2 Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt
und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte;
deren Bruder Lázarus war krank.
3 Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
4 Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
5 Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus.
6 Als er hörte, dass Lázarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
7 Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
8 Die Jünger sagten zu ihm:
Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen
und du gehst wieder dorthin?
9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden?
Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an,
weil er das Licht dieser Welt sieht;
10 wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,
weil das Licht nicht in ihm ist.
11 So sprach er.
Dann sagte er zu ihnen:
Lázarus, unser Freund, schläft;
aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.
12 Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
13 Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen,
während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.
14 Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt:
Lázarus ist gestorben.
15 Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war;
denn ich will, dass ihr glaubt.
Doch wir wollen zu ihm gehen.
16 Da sagte Thomas, genannt Dídymus – Zwilling –,
zu den anderen Jüngern:
Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!
17 Als Jesus ankam,
fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
18 Betánien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
20 Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
21 Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
25 Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
27 Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
28 Nach diesen Worten ging sie weg,
rief heimlich ihre Schwester Maria
und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
29 Als Maria das hörte,
stand sie sofort auf und ging zu ihm.
30  Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen;
er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,
sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging.
Da folgten sie ihr,
weil sie meinten, sie gehe zum Grab,
um dort zu weinen.
32 Als Maria dorthin kam, wo Jesus war,
und ihn sah,
fiel sie ihm zu Füßen
und sagte zu ihm:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
33 Als Jesus sah, wie sie weinte
und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren,
war er im Innersten erregt und erschüttert.
34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
35 Da weinte Jesus.
36 Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
37 Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
40 Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
43 Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus!
44 Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.

(Evangelium vom 5. Fastensonntag, Lesejahr A) 

Mosaik der Auferweckung des Lazarus, St Alysius RC, Glasgow

 

Die Auferweckung des Lazarus ist Jesu letztes Zeichen vor seiner Passion, und sie wird auch zum unmittelbaren Anlaß seiner Gefangennahme (Joh 11,47-56).
Der dem Tod Entgegengehende will vorweg dem Tod in die Augen sehen. Darum läßt er den Lazarus ausdrücklich sterben, unbeschadet der Bitten seiner Freundinnen. Er will vor dem durch einen Stein verschlossenen Grab des Freundes stehen und weinen, "verstört, bestürzt, ergrimmt", wie immer man das Wort übersetzen mag ob der furchtbaren Macht dieses letztes Feindes (1 Kor 15,26), der nur von zuinnerst her überwunden werden kann.
Ohne diese Tränen am Grab wäre er nicht der Mensch, der er ist.
Und dann überstürzt sich alles: erst kommt der Befehl, den Stein (gegen jeden Einspruch) wegzuwälzen, dann das Gebet zum Vater - denn noch erfleht der Sohn jedes Wunder, das er wirkt, von oben, nie ist es Magie, sondern geschenkte Kraft -, dann der Befehl: "Lazarus, komm heraus"!

Seine Macht über den Tod ist Teil seiner Sendung, die doch erst "Vollmacht" auch für uns sein wird, wenn er, den Heiligen Geist zu Gott und zur Kirche aushauchend, selbst sterben wird. Dieser Tod wird nicht mehr Schicksal der Kinder Adams sein, sondern Offenbarung der letzten Hingabe Gottes in Jesus Christus an die Menschen.
Nur weil er diesen Tod selbstloser Liebe stirbt, kann er sich selbst die "Auferstehung und das Leben" nennen und das den Tod überholende Wort sagen: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt."

(Hans Urs von Balthsar, Licht des Wortes, 52f) 

 

Seitenkapelle von St Alysius` RC, Glasgow

Auferweckung des Lazarus

Bemalte Fliesen in St Paul - Knightsbridge, London, 2017

Glasfenster in Catholic Apostolic Church, London, gleicher Post

Glasfenster in der Kathedrale von Malaga, 2019

mehrere GlasbilderD im Fenster der Maria Magdalena in Unserer Lieben Frau von Chartres
(B16, Angelus, 5. Fastensonntag, 2008) 2020

Glasfenster in der Peterborough Cathedral, 2022 

Glasfenster in der Salisbury Cathedral, 2023 

Sonntag, 15. März 2026

Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiß nichts ausrichten können.

 

Jesus heilt den Blindgeborenen,
St Andrews, Holy Trinity Church, by Douglas Strachan

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 9

In jener Zeit
1 sah Jesus unterwegs einen Mann,
der seit seiner Geburt blind war.
2 Da fragten ihn seine Jünger:
Rabbi, wer hat gesündigt?
Er selbst
oder seine Eltern,
sodass er blind geboren wurde?
3 Jesus antwortete:
Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
4 Wir müssen, solange es Tag ist,
die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat;
es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann.
5 Solange ich in der Welt bin,
bin ich das Licht der Welt.
6 Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde;
dann machte er mit dem Speichel einen Teig,
strich ihn dem Blinden auf die Augen
7 und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schilóach!
Das heißt übersetzt: der Gesandte.
Der Mann ging fort und wusch sich.
Und als er zurückkam,
konnte er sehen.
8 Die Nachbarn
und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten,
sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
9 Einige sagten: Er ist es.
Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.
Er selbst aber sagte:
Ich bin es.
10 Da fragten sie ihn:
Wie sind deine Augen geöffnet worden?
11 Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig,
bestrich damit meine Augen
und sagte zu mir: Geh zum Schilóach und wasch dich!
Ich ging hin,
wusch mich und konnte sehen.
12 Sie fragten ihn: Wo ist er?
Er sagte: Ich weiß es nicht.
13 Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war,
zu den Pharisäern.
14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht
und ihm die Augen geöffnet hatte.
15 Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.
Er antwortete ihnen:
Er legte mir einen Teig auf die Augen
und ich wusch mich
und jetzt sehe ich.
16 Einige der Pharisäer sagten:
Dieser Mensch ist nicht von Gott,
weil er den Sabbat nicht hält.
Andere aber sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?
So entstand eine Spaltung unter ihnen.
17 Da fragten sie den Blinden noch einmal:
Was sagst du selbst über ihn?
Er hat doch deine Augen geöffnet.
Der Mann sagte:
Er ist ein Prophet.
18 Die Juden aber wollten nicht glauben,
dass er blind gewesen und sehend geworden war.
Daher riefen sie die Eltern des von der Blindheit Geheilten
19 und fragten sie: Ist das euer Sohn,
von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde?
Wie kommt es, dass er jetzt sieht?
20 Seine Eltern antworteten:
Wir wissen, dass er unser Sohn ist
und dass er blind geboren wurde.
21 Wie es kommt, dass er jetzt sieht,
das wissen wir nicht.
Und wer seine Augen geöffnet hat,
das wissen wir auch nicht.
Fragt doch ihn selbst,
er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen!
22 Das sagten seine Eltern,
weil sie sich vor den Juden fürchteten;
denn die Juden hatten schon beschlossen,
jeden, der ihn als den Christus bekenne,
aus der Synagoge auszustoßen.
23 Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug,
fragt ihn selbst!
24Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war,
zum zweiten Mal
und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre!
Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.
25 Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht.
Nur das eine weiß ich,
dass ich blind war und jetzt sehe.
26 Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht?
Wie hat er deine Augen geöffnet?
27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt,
aber ihr habt nicht gehört.
Warum wollt ihr es noch einmal hören?
Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?
28 Da beschimpften sie ihn:
Du bist ein Jünger dieses Menschen;
wir aber sind Jünger des Mose.
29 Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat;
aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.
30 Der Mensch antwortete ihnen:
Darin liegt ja das Erstaunliche,
dass ihr nicht wisst, woher er kommt;
dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
31 Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört;
wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut,
den erhört er.
32 Noch nie hat man gehört,
dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.
33 Wenn dieser nicht von Gott wäre,
dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.
34 Sie entgegneten ihm:
Du bist ganz und gar in Sünden geboren
und du willst uns belehren?
Und sie stießen ihn hinaus.
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten,
und als er ihn traf,
sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
36 Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr,
damit ich an ihn glaube?
37 Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen;
er, der mit dir redet, ist es.
38 Er aber sagte: Ich glaube, Herr!
Und er warf sich vor ihm nieder.
39 Da sprach Jesus:
Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen:
damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden.
40 Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies.
Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?
41 Jesus sagte zu ihnen:
Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde.
Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen.
Darum bleibt eure Sünde.
(Evangelium vom 4. Fastensonntag, Lesejahr A)


Auf, salbe ihn!

 

Berufung von David, Douglas Strachan, Holy Trinity Church, St. Andrews

Lesung aus dem ersten Buch Sámuel 16

In jenen Tagen
1b sprach der Herr zu Sámuel:
Fülle dein Horn mit Öl
und mach dich auf den Weg!
Ich schicke dich zu dem Betlehemíter Ísai;
denn ich habe mir einen von seinen Söhnen
als König ausersehen.
6 Als Sámuel den Éliab sah,
dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter.
7 Der Herr aber sagte zu Sámuel:
Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt,
denn ich habe ihn verworfen;
Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht.
Der Mensch sieht, was vor den Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz.
10 So ließ Ísai sieben seiner Söhne vor Sámuel treten,
aber Sámuel sagte zu Ísai: Diese hat der Herr nicht erwählt.
11 Und er fragte Ísai: Sind das alle jungen Männer?
Er antwortete: Der jüngste fehlt noch,
aber der hütet gerade die Schafe.
Sámuel sagte zu Ísai:
Schick jemand hin und lass ihn holen;
wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen,
bevor er hergekommen ist.
12 Ísai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.
David war rötlich,
hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt.
Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn!
Denn er ist es.
13ab Sámuel nahm das Horn mit dem Öl
und salbte David mitten unter seinen Brüdern.
Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.
(1. Lesung vom 4. Fastensonntag, Lesejahr A)



Samuel salbt David zum König, Douglas Strachan, St Andrews, Holy Trinity Church

Dienstag, 6. Januar 2026

Der Dienst des Sternes ruft auch uns zur Nachfolge - Leo der Große

 

 

ERSCHEINUNG DES HERRN 


 
 
 
 
 
 
 
 


Epiphanieikone, St Mary´s Haddington


Gott hat der ganzen Welt sein Heil kundgetan
 
Huldvoll gedachte die Vorsehung Gottes, der untergehenden Welt in der Endzeit zu Hilfe zu kommen, und bestimmte in Christus das Heil für alle Völker vorher.
Aus allen Völkern hatte Gott dem Patriarchen Abraham Nachkommenschaft ohne Zahl versprochen, die nicht aus leiblicher Zeugung, sondern aus der Fruchtbarkeit des Glaubens stammen sollte. Er verglich sie mit der Menge der Sterne; denn man sollte von dem Vater aller Völker nicht irdische, sondern himmlische Nachkommen erwarten.
Eintreten, ja eintreten sollen alle Völker in die Familie der Patriarchen und als Kinder der Verheißung aus dem Nachkommen Abrahams den Segen des Stammvaters empfangen, von dem sich die leiblichen Kinder lossagen. In den drei Weisen sollen alle Völker den Schöpfer der ganzen Welt anbeten, und nicht bloß in Judäa soll Gott verkündet werden, sondern auf der ganzen Erde, damit überall "sein Name groß ist in Israel" (vgl. Ps 76,2).
In diese Geheimisse der göttlichen Gnade eingeweiht, wollen wir mit geistlicher Freude den Tag feiern, an dem wir unsere Erstlingsgaben brachten und an dem die Berufung der Heiden begann. Wir wollen dem barmherzigen Gott danken, denn, wie der Apostel sagt, "hat er uns würdig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes" (Kol 1,12f). So sagt ja der Prophet Jesaja: "Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht" (Jes 9,1). Von ihnen sagt er zu Gott: "Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir rufen, und Völker, die dich nicht kennen, flüchten zu dir" (Jes 55,5 Vg).
Diesen Tag sah Abraham und freute sich (vgl. Joh 8,56), als er die Kinder seines Glaubens erkannte, die in seinen Nachkommen, das heißt in Christus gesegnet werden sollten, und als er voraussah, dass er durch den Glauben Vater aller Völker sein werde (vgl. Röm 4,18). "Er lobte Gott, fest überzeugt, dass Gott die Macht besitzt, zu tun, was er verheißen hat" (Röm 4,20f).
Diesen Tag besang David in den Psalmen: "Alle Völker kommen und beten dich an, sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre" (Ps 86,9). "Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken vor den Augen der Völker" (Ps 98,2).
Wir wissen, was geschieht, seit die drei Weisen aus der Ferne gerufen wurden und der Stern sie zum König des Himmels und der Erde führte, ihn zu erkennen und anzubeten. Der Dienst des Sternes ruft auch uns zur Nachfolge, dass wir mit allen Kräften dieser Gnade dienen, die alle zu Christus einlädt.
In diesem Streben, Geliebte, sollt ihr alle euch gegenseitig helfen. Zum Gottesreich gelangt man durch den rechten Glauben und gute Taten. Ihr sollt in ihm leuchten als Kinder des Lichtes (vgl. Joh 12,36; Eph 3,9) durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Sonntag, 4. Januar 2026

Und das Licht leuchtet in der Finsternis

 

Geburt Christi, St John´s Kirk, Perth

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 1

1 Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott.
2 Dieses war im Anfang bei Gott.
3 Alles ist durch das Wort geworden
und ohne es wurde nichts, was geworden ist.
4 In ihm war Leben und
das Leben war das Licht der Menschen.
5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis
und die Finsternis hat es nicht erfasst.
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet,
kam in die Welt.
10 Er war in der Welt
und die Welt ist durch ihn geworden,
aber die Welt erkannte ihn nicht.
11 Er kam in sein Eigentum,
aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden,
allen, die an seinen Namen glauben,
13 die nicht aus dem Blut,
nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes,
sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit geschaut,
die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.


Sonntag, 16. November 2025

Was vom Grab der hl. Margareta übrigblieb

 

Dunfermline Abbey

Gemeinsam mit ihrem Mann Malcolm III. gründete die hl. Margareta von Schottland die Abtei Dunfermline. Als sie 1093 starb, wurde nach ihrer Heiligsprechung im Jahre 1251 eine Kapelle östlich des ursprünglichen Altarraums der Dunfermline Abbey errichtet. Ihre Gebeine wurden in einem kostbaren Schrein aufbewahrt. Heute ist der Sockel, auf dem der Schrein mit den Gebeinen der Heiligen einst stand, leer. Schottische Reformatoren zerstörten den Schrein 1560.

 


In Reska bei Nádasd (Ungarn) geboren als Tochter des aus England verbannten Eduard Atheling und der ungarischen Prinzessin Agathe, kam sie an den Hof Eduards des Bekenners und heiratete um 1070 König Malcolm III. von Schottland. Mit Hilfe Lanfrancs setzte sie eine Reform des kirchlichen Lebens durch, gründete Klöster, beseitigte abweichende keltische Bräuche und war eine Wohltäterin der Armen. Gestorben am 16. November 1093 in Edinburgh.

Barmherziger Gott, du hast der heiligen Königin
Margareta von Schottland
eine große Liebe zu den Armen geschenkt.
Höre auf die Fürbitten dieser heiligen Frau
und hilf uns,
nach ihrem Beispiel so zu leben,
dass deine Güte in der Welt sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.




Montag, 23. Juni 2025

Fürchte dich nicht, Zacharias, dein Gebet ist erhört worden

 

der Engel erscheint Zacharias, St Giles Cathedral, Edinburgh

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 1

5 Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa,
gab es einen Priester namens Zacharías,
der zur Abteilung des Abíja gehörte.
Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons;
ihr Name war Elisabet.
6 Beide lebten gerecht vor Gott
und wandelten untadelig
nach allen Geboten und Vorschriften des Herrn.
7 Sie hatten keine Kinder,
denn Elisabet war unfruchtbar
und beide waren schon in vorgerücktem Alter.
8 Es geschah aber:
Als seine Abteilung wieder an der Reihe war
und er den priesterlichen Dienst vor Gott verrichtete,
9 da traf ihn, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los,
in den Tempel des Herrn hineinzugehen
und das Rauchopfer darzubringen.
10 Während er nun zur festgelegten Zeit das Rauchopfer darbrachte,
stand das ganze Volk draußen und betete.
11 Da erschien dem Zacharías ein Engel des Herrn;
er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars.
12 Als Zacharías ihn sah, erschrak er
und es befiel ihn Furcht.
13 Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharías!
Dein Gebet ist erhört worden.
Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären;
dem sollst du den Namen Johannes geben.
14 Du wirst dich freuen und jubeln
und viele werden sich über seine Geburt freuen.
15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn.
Wein und berauschende Getränke wird er nicht trinken
und schon vom Mutterleib an
wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein.
16 Viele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden.
17 Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elíja vorangehen,
um die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden
und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu führen
und so das Volk für den Herrn bereit zu machen.

Freitag, 18. April 2025

Heilig Kreuz, du Baum der Treue

 

Kreuzigung, St Mary´s Haddington, Schottland

Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleich,
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch.

Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz muß tragen
eine königliche Last,
gib den Gliedern deines Schöpfers
an dem Stamme linde Rast.

Du allein warst wert, zu tragen
aller Sünden Lösegeld,
du, die Planke, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.

Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.
Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.

Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit.
Amen.

Donnerstag, 17. April 2025

Das ist mein Leib für euch

Jesus, der Herr,
nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,
24 sprach das Dankgebet,
brach das Brot
und sagte: Das ist mein Leib für euch.
Tut dies zu meinem Gedächtnis!
1 Korinter 11

Abendmahl,St Giles Cathedral, Edinburgh

Montag, 17. März 2025

Patrick von Irland

 

Hl. Patrick, St Patrick RC - Glasgow

Mit 16 Jahren von Seeräubern aus seiner römisch-britannischen Heimat nach Irland verschleppt, widmete er sein Leben der Bekehrung dieser Insel. Nach Studien auf dem Festland wurde er Nachfolger des ersten Irenbischofs Palladius und wirkte in Nord- und Westirland, wo noch niemand den Glauben verkündet hatte. Monastisch organisierte Landkirchen als Bischofssitze kennzeichnen durch Jahrhunderte die irische Kirche. Gestorben am 17. März 461 bei Dunum (Down).

Ewiger Gott,
du hast den heiligen Bischof Patrick gesandt,

den Bewohnern Irlands
deine Allmacht und Größe zu verkünden.
Höre auf seine Fürsprache
und hilf allen, die sich Christen nennen,
deine großen Werke zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Gertrud von Nivelles.

Montag, 2. Dezember 2024

Lukas in den Sonntagsevangelien dieses Kirchenjahres

Lukas, Evangelist. Lukas stammte vermutlich aus Antiochien, hatte als Heide zum Glauben an Christus gefunden und war von Beruf Arzt (Kol 4,14). Lukas schloss sich in Troas dem Paulus an und begleitete diesen als Gefährte und treuer Freund auf dessen Reise nach Rom. Lukas stand ihm auch während der Gefangenschaft bei (Röm 16,21; 2 Tim 4,11). Nach dem Tod des Paulus hat Lukas wohl in Achaia gewirkt. Er soll in Boötien im Alter von 84 Jahren den Tod gefunden haben.
Lukas gilt als Verfasser des nach ihm benannten Evangeliums sowie der Apostelgeschichte, als deren Entstehungszeit heute allgemein die Jahre zwischen 70 und 80 angesehen wird. Kaiser Konstantius II. ließ 356 die Gebeine des Lukas nach Konstantinopel übertragen und in der Apostelkirche beisetzen. Reliquien werden heute auch in Padua verehrt.
Wegen der Schilderung der Gottesmutter Maria in den ersten Kapiteln seines Evangeliums gilt Lukas als Marienverehrer, insgesamt spielen die Frauen in seinem Evangelium eine bedeutende Rolle. Im 6. Jahrhundert taucht die Legende auf, Lukas sei Maler gewesen. Er wird daher oft als Maler von Marienbildern dargestellt. Als Evangelistensymbol wurde ihm der Stier zugeordnet, weil er in der Schilderung der Passion am deutlichsten von allen Synoptikern den Tod Christi als Opfertod schildert.
(Martyrologium Sancrucense)

Evangelist Lukas (Edward Burne Jones) in St Michael´s, Linlithgow,