Reliquiar des sel. Carl Lampert, Innsbrucker Dom St. Jakob
Karl Lampert, Provikar der Apostolischen Administratur Innsbruck und Märtyrer. Karl Lampert wurde am 9. Jänner 1894 zu Göfis in Vorarlberg geboren; er empfing 1918 die Priesterweihe und wurde 1930 Provikar der Apostolischen Administratur Innsbruck. Nach mehrmaliger kürzerer „Schutzhaft“ in Innsbruck wurde er im August 1940 in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Dort wurde Karl Lampert am 2. August 1941 entlassen und zum Zwangsaufenthalt nach Mecklenburg-Pommern verwiesen.
In Stettin wurde er auf die verleumderischen Aussagen eines Spitzels hin verhaftet und in Halle in einem Schauprozess dreimal zum Tod verurteilt. Der Vorarlberger Karl Lampert wurde am 13. November 1944 in Halle durch das Fallbeil exekutiert. Mit ihm starben ebenfalls als Glaubenszeugen: der 36-jährige Kaplan Herbert Simoneit aus Stettin und der 46-jährige Oblatenpater Friedrich Lorenz.
(Martyrologium Sancrucense)
Anbetend knie ich vor Dir, Allweiser, Du mein Gott!
Wie Schalen sind offen mir die Hände mein.
Was meiner Seele frommt, leg’ ich hinein!
Und dankend preis’ ich Dich für Glück und Leid und Tod! (Abschiedsbrief an Weihbischof Franz Tschann in Feldkirch, 13. November
1944)
Gottvater, Heiliger Geist und Maria mit Kind, Dom St. Jakob, Innsbruck
Als
Schlachtruf findet sich „Maria Hilf“ schon in der Kreuzzügen in der Zeit des
heiligen Ludwigs IX. Der militärische Aspekt der Marienverehrung blieb in der
frühen Neuzeit erhalten, Philipp II. (König von Spanien 1556–1598) sah Maria
als Generalissima in den lateinamerikanischen Kolonialkriegen, und in den
Türkenkriegen derselben Epoche nannte Papst Pius V. (Papst 1566–1572) sie
Obsiegerin gegen die Türcken. Im Mittelalter zog das kaiserlich-habsburgische
Heer unter deutschem Doppeladler und dem Burgunderkreuz, seit Ferdinand II.
(Kaiser 1619–1637) verwendete man zusätzlich als Feldzeichen noch das
Madonnenbild. Einen enormen Aufschwung nahm die Verehrung der Maria Auxilium
Christianorum dann mit dem Sieg in der Belagerung Wiens durch die Osmanen.
Um 1500 wurde die Anrufung in die
Lauretanische Litanei aufgenommen. Diese Litanei hat wohl Lucas Cranach, den
Älteren, dazu bewegt, in der ersten Hälfte des 16. Jh. sein Gnadenbild Maria
Hilf zu malen. Es war ursprünglich für den sächsischen Hof gemalt. 1611 kam
Erzherzog Leopold V. an den Hof des Kurfürsten von Sachsen in Dresden und
suchte sich das Bild als Erinnerungsstück aus. Seit 1650 ist es das Gnadenbild
der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Innsbruck (Innsbrucker Dom) am Hochaltar.
"Bei diesem fürchterlichen Geheimnis war die Heiligste
Mutter, die alles gesehen, gehört und beobachtet hat, anwesend. Man kann sich
vorstellen, welche innere Schmerzen Sie erlebt haben musste, als sie ihren Sohn
tief beschämt, seinen Körper mit Blut befleckt und ihn das bittere Getränk trinken sah, in
das auch ich Bitterkeit durch die Sünde der Unmäßigkeit beim Essen und Trinken hineingegossen habe. Deshalb beschließe ich mit der Hilfe der Gnade
Gottes eine kluge Abtötung in dieser Angelegenheit üben - damit meine
nackte Seele die Augen des Herrn und Seiner Mutter nicht beleidige".