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Donnerstag, 18. September 2025

Josef von Copertino

 

Verherrlichung des hl. Josef von Copertino

Josef, dessen Vater noch vor seiner Geburt starb, erblickte 1603 in der Diözese Nardo im Königreich Neapel im Bauerndorf Copertino das Licht der Welt.

Bereits als Kind schien er für seine Mitmenschen für nichts zu taugen. Entbehrungen, Krankheiten und Lernschwierigkeiten kennzeichneten seine Kindheit. Statt mit anderen Kindern zu spielen, bevorzugte er es zur Kirche zu gehen und schenkte bereits in jugen Jahren Jesus sein Herz. Staunend betrachtete der kränkliche "Taugenichts" die Dinge des Lebens und war von der Größe Gottes so sehr beeindruckt, dass er oft mit weitem Mund herumlief, sodass er den Spottnamen "offener Mund" erhielt.

Vom Taugenichts zum Priester

Später versuchte Josef das Handwerk des Schuhmachens zu erlernen, scheiterte aber. Da er eine geistliche Berufung verspürte, schloss er sich den Kapuzinern an, welche ihn nach acht Monaten jedoch wieder wegschickten, weil er nichts richtig machen konnte. Unter anderem ließ er einen Stapel Geschirr fallen oder vergaß immer wieder das zu tun, was ihm aufgetragen wurde. So musste der Tollpatsch zurück nach Hause. Seine Mutter war gar nicht erfreut, den achtzehnjährigen Burschen wieder bei sich beherben zu müssen.

In dieser Zweit wuchs allerdings seine Demut und Sanftmut, welche eine Frucht des Heiligen Geistes sind. Josef wurde vorsichtiger und erfolgreicher in seiner Arbeit. Er begann mehr zu beten und übte sich in freiwillige Handlungen der Buße.

Schließlich konnte er in den Franziskanerorden der Minoriten eintreten und sogar studieren, was ihm nicht einfach von der Hand ging. Er wusste, dass er auf normalen Weg niemals geweiht werden konnte, weil ihm unter anderem die Fähigkeit fehlte, Evangelienstellen auswendig aufzusagen, die für die Weihe zum Diakon Voraussetzung waren. Die einzige Stelle, die er sich merken konnte lautet: "Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat!" (Lk 11,27). Mit Gottvertrauten wagte Josef dennoch zur Prüfung anzutreten. Monsignor Giovanni Franchi, der diese abnahm, öffnete das Evangelium und sein Auge fiel auf genau jene Stelle, die Josef auswendig und auslegen konnte. Der Mindererbruder schaftte die Prüfung und wurde am 20. März 1627 zum Diakon geweiht.

Die Prüfung zur Priesterweihe war jedoch noch härter, die in einer kleinen Gruppe von Monsignor Giovanni Battista Deti abzulegen war. Durch Fügung des Himmels antwortete der erste Kandidat die Frage des Professors so brilliant, dass der rigoros geltende Prüfer alle anderen bestehen ließ. Somit musste Josef keinen einzigen Satz sagen und wurde am 4. März 1628 zum Priester geweiht.

Der schwebende Bruder

Josefs Liebe zum Herrn war so groß, dass alles, was er sah, ihn zu einer tieferen Einheit in Gott hinzog. Schon die bloße Erwähnung von Gott oder einer geistlichen Angelegenheit reichte aus, um seiner Umgebung zu "entfliehen".

Nach seiner Priesterweihe begannen bei Josef die sogenannten Levitationen (freies Schweben des Körpers). Das erste Wunder begab sich zu Weihnachten: Josef schwebte wie ein Vogel zehn Meter durch die Luft zum großen Altar und umarmte mit beiden Händen den Tabernakel. Weitere "fliegenden Wunder" folgten, besonders an Feiertagen. Zudem wurde er hell leuchtend gesehen und mit Glut in seinen Händen, ohne zu verbrennen. Er hatte prophetische Gaben, kannte die Geheimnisse anderer Menschen und konnte von weitem böse Einflüsse erkennen und aufdecken.

Die Menschen strömten in Scharen zu ihn und baten den Bruder im Beichtstuhl um Hilfe und Rat. Josef half dabei vielen, ein wahrhaft frommes christliches Leben zu führen.

Zeit der Prüfungen

Allerdings blieben dem demütigen Diener Gottes viele schwere Prüfungen und Versuchungen nicht erspart. Unter anderem musste er vor der Inquisition erscheinen. Diese verlangte von ihm, dass er die hl. Messe zelebrieren solle, was er zweimal tat. Es wird berichtet:

„Alles ging in Ruhe vor sich. Es ereignete sich dabei nichts Auffälliges. Am Ende der Messe aber durchbrach ein Schrei die Stille. Seiner Sinne völlig entrückt, flog er mit offenen Armen Richtung Altar und blieb dort unbeweglich. […] Nach einem kurzen Augenblick glitt Br. Josef wieder auf den Boden, kniete nieder, sang und tanzte lobend vor der Gottesmutter.“

Der Richter fragte Josef nach der Ekstase, was geschehen sei und erhielt die Antwort, dass er sich nicht erinnere und nicht wisse, was mit ihm dabei geschehe. Dennoch gibt er bereitwillig zu, dass ihm diese Ereignisse „Unbehagen“ bereiteten. „Dieses Fortgerissen-werden geschieht häufig beim betrachtenden Gebet, und wenn ich Gott Dank sage. Ich habe daher besonders acht auf mich und übe das Gebet abgesondert, allein für mich […], damit man mich nicht sehe, wenn jene Bewegungen über mich kommen.“

Schutzpatron der Lernschwachen

Die letzten Jahre seiner irdischen Pilgerschaft verbrachte Josef im Kloster von Osimobis, wo er am 18. September 1663 starb und in der heute zu seiner Ehre geweihte Basilika begraben ist. 1767 wurde er von Papst Clemens XIII. heiliggesprochen.

Josef von Copertino ist der Schutzpatron der Flugreisenden, Piloten und für Menschen, die mit Lernschwächen zu kämpfen haben.
(katholischekirchekärnten)

Heiliger Josef von Copertino, bitte für uns!

S. Giuseppe da Copertino, Osimo

Leiden als Gnade

als Lehrmeister des Gebets

Patron der Piloten und Flugreisenden
Basilika und Grab des hl. Josef von Copertino

Freitag, 18. September 2020

Joseph von Copertino - Leiden als Gnade

Der ganze Konvent zieht Nutzen aus den Worten des Heiligen


Die Kapuziner des Klosters (in das Joseph strafversetzt wurde) brachten Stunden in seiner Zelle zu, um seine Worte zu hören, um sich sowohl an seinen Verzückungen/Exstasen, wie auch an seiner Demut zu erbauen und zu erfreuen und mit ihm zu singen. Über seine Versetzung sagte er bloß: "Ich bin wie ein Blinder, der sich von seinem Hund führen lässt."

"Aus Liebe zu Gott zu leiden, ist eine hohe Gunst, deren der Mensch nicht würdig ist.
Der Mensch dankt Gott bloß, wenn dieser ihm Gutes tut, aber das Leid ist eine höhere Gunst als die Freude.
Jesus hat, um uns zu erkaufen, nicht Gold und Silber gegeben, sondern Schmerzen, Pein und Tod. Er will aber auch, daß der Mensch es ihm mit der gleichen Münze zurückzahle.
Wie es Hammerschläge braucht, um das Bildnis des Fürsten einer Münze aufzuprägen, so gibt Jesus Christus seinen Aufdruck seinen Dienern durch Hammerschläge mannigfacher Prüfungen und Bedrängnisse."

Josef v. Copertino in: G. Parisciani, der hl. Josef von Copertino, 62f


Josef v. Copertino

als Lehrmeister des Gebets

Patron der Piloten und Flugreisenden

Dienstag, 18. September 2018

Joseph von Copertino - Lehrmeister des Gebets

 


Der hl. Joseph von Copertino ist vor allem ein Lehrmeister des Gebets. Im Mittelpunkt seines Tagesablaufes stand die Feier der heiligen Messe, auf die lange Stunden der Anbetung vor dem Tabernakel folgten.
Gemäß der ureigenen franziskanischen Tradition fühlte er sich angezogen und berührt von den Geheimnissen der Menschwerdung und der Passion des Herrn. Er hat in tiefer Verbundenheit mit dem Heiligen Geist gelebt; er war ganz vom Heiligen Geist erfüllt, durch den er die Weisheit Gottes erkannte, um sie dann in eine einfache und allen verständliche Sprache zu übersetzen. Die Menschen, die ihm begegneten, hörten ihm gerne zu, weil er – so berichten seine Biographen – wie verwandelt war, wenn er von Gott sprach, obwohl er keine besonderen Sprachkenntnisse und eine unbeholfene Handschrift hatte.
(Johannes Paul II, 25. Oktober 2003)



Grab des hl. Joseph von Copertino in Osimo

Montag, 18. September 2017

Joseph von Copertino - Patron der Piloten und Flugreisenden



Osimo liegt 18 km von Ancona entfernt. Der Blick von der Anhöhe der Stadt (265 m Über dem Meeresspiegel) reicht bis zum Monte Conero und bis zur Adriaküste. Der Ursprung der Stadt geht bis ins 6. Jh. v. Chr. zurück. Der hl. Franziskus hielt sich im Frühling 1221 in Osimo auf. Von da an halfen Stadtbehörden und Bevölkerung mit am Bau einer Franziskanerkirche und eines Konventes. (1247-1308)








Basilika zum hl. Josph von Copertino, Osimo

Ursprünglich war die Kirche dem hl. Franziskus geweiht, im Jahre 1781 erhielt sie Joseph von Copertino zum Patron. Anlässlich eines Besuches im Jahre 1796 erhob Papst Pius VI. die Kirche zur Ehre einer Basilika.





Joseph von Copertino; Franziskanerpriester. Joseph wurde 1603 in Copertino bei Brindisi geboren, lernte das Schuhmacherhandwerk und wollte mit 17 Jahren bei den Minoriten eintreten, wurde jedoch abgewiesen. Bei den Kapuzinern wurde er genommen, als sich jedoch die Visionen und Ekstasen, die er seit seinem 8. Lebensjahr gehabt hatte, auch im Kloster einstellten, wurde er entlassen.
Schließlich wurde Joseph doch noch bei den Franziskanern aufgenommen und wegen seines frommen Wandels sogar zum Priester geweiht. Sein Leben wurde zu einer einzigen Abfolge von Ekstasen und Visionen, ja sogar Levitationen. Schon der Name Jesus oder Maria ließ ihn in Verzückung fallen. Während er in Trance war oder vor dem Tabernakel schwebte, stach man ihn, schlug ihn oder brannte ihn mit Feuer um die Echtheit zu prüfen. Weil Joseph großes Aufsehen erregte, durfte er 35 Jahre lang nicht öffentlich die Messe lesen und selbst am Gemeinschaftsleben der Brüder nicht teilnehmen; man führte ihn sogar der Inquisition vor. Bruder Joseph verlor niemals seinen heiteren Sinn.
Er starb 60-jährig am 18. September 1663 und wurde am 16. Juli 1767 heilig gesprochen. Er ist der Patron der Piloten und Flugreisenden.
(Martyrologium Sancrucense)


Verherrlichung des hl. Joseph von Copertino, Osimo

Verherrlichung des hl. Josef von Copertina von Bocchetti in der Apsis

 Ursprünglich war die Kirche einschiffig mit einer offenen Balkendecke, die Mauern waren mit Fresken von Künstlern aus der Schule Giottos bemalt. In den Jahren 1933-37 hat der Künstler Gaetano Bocchetti aus Neapel die Kirche mit Fresken ausgestattet.


Am 24. Juni 1219 bestieg der hl. Franziskus in Ancona ein Schiff, um in den Orient aufzubrechen, Bocchetti
S. Giuseppe da Copertino, Osimo


Verherrlichung des hl. Joseph von Copertino, Bocchetti

Engel, die Apostel und unzählige Heilige feiern das Fest ohne Ende: Dominikus, Teresa, Bruno, Benedikt und Scholastika,
Vinzenz von Paul, Ignatius, Augustinus mit seiner Mutter Monika,..





In der Krypta der Klosteranlage werden die sterblichen Überreste des hl. Joseph von Copertino in einem Glasschrein aufbewahrt.





Eine berühmte Szene aus dem Leben des Heiligen ist im Bild unten dargestellt:

Der hl. Joseph sah, wie eine Schar von Engeln in der Ferne über der Kuppel einer Kirche hinauf- und herabflogen. Er fragte nach dem Namen des Gotteshauses. Als man ihm sagte, es sei die Wallfahrtskirche von Loreto, wurde er mit Freude erfüllt; denn es war bekanntlich nach Assisi sein zweiter Wunschtraum gewesen, nach Loreto zu pilgern. Sogleich wurde er, von Verzückung erfaßt, vom Eingang des bäuerlichen Gehöftes zur Tenne getragen, die unter einem Mandelbaum stand. Dann sang er Weihnachts- und Marienlieder, die immer wieder von neuen Ekstasen unterbrochen wurden. (vgl. Parisciani, der hl. Josef v. Copertino, 90)

Joseph von Copertino sieht Engel über Loreto auf- und niedersteigen und wird in die Lüfte erhoben
S. Giuseppe da Copertino, Osimo
Ein Mann Gottes besitzt drei ganz besondere Eigenschaften:

Gott von ganzem Herzen lieben,
ihn unermüdlich loben
und dem Nächsten durch das Beispiel guter Werke voranleuchten.

(Worte des hl. Josef von Copertino)

Bilder vom hl. Joseph von Copertino, Osimo

Wir singen heute Josefs Lob,
weil er dem Weg des Herrn gefolgt.
Franziskus ward zum Vater ihm,
der jetzt des Lebens Krone trägt.

Die Eltern waren glaubensstark,
zu Christus führten sie ihn hin.
In kindlicher Bescheidenheit
lag schon die Spur zum spätern Weg.

Des Fiebers Krankheit quälte ihn,
die Jugend war vom Tod bedroht.
Genesung wurde ihm zuteil,
die ihm Maria hat erwirkt.

Als Mutter wies sie ihn zum Sohn,
so war der Weg ihm aufgezeigt:
der Brüderschaft schloß er sich an
und fand des Lebens Seligkeit.

Beim heil`gen Opfer am Altar
in inniges Gebet vertieft,
war er ergriffen von dem Herrn,
der ihn oft himmelwärts erhob.

Gott Vater, Sohn und Tröster Geist,
erfüllet doch in eurer Huld
die Bitte dieses Heiligen,
daß wir in Ewigkeit euch sehn. Amen.

(Franziskanisches Proprium 292f)