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Montag, 2. März 2020

Agnes von Böhmen

Agnes von Böhmen?, Marienkirche, Krakau



Klostergründerin, Äbtissin
Namensdeutung: die Keusche, die Reine (griech.), kann auch von lat. „Agnus – das Lamm“ abgeleitet werden
Namenstage: Agnes, Agneta, Anessa, Agnieszka, Ines
Gedenktag: 2. März
Lebensdaten: geboren am 20. Januar 1211 in Prag, gestorben am 2. März 1282 ebendort
Lebensgeschichte: Anežka war die Tochter von König Ottokar I. Přemysl. Ihre Tante war die heilige Hedwig von Schlesien, ihre Cousine die heilige Elisabeth von Thüringen und ihre Nichte die heilige Margarete von Ungarn. Zu Klara von Assisi hielt sie regen Briefkontakt. Sie selbst verbrachte ihre Kindheit im Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Agnes wurde aus dynastischen Gründen dreimal verlobt, jedes Mal mit einem europäischen Thronanwärter, bis sie alt genug war, selber zu entscheiden: fürs Ordensleben.
Mit Hilfe ihres Bruders Václav, der König geworden war, gründete sie in Prag ein Armenspital, das sie Franziskanern anvertraute, und errichtete daneben ein Klarissenkloster, in das sie 1234 auf aufsehenerregende Weise selber eintrat. Papst Gregor IX. ernannte sie wenig später zur Äbtissin. Agnes trat aber bald von diesem Amt zurück und lebte als einfache Ordensschwester im Kloster, weil der Papst ihr eine eigene Ordensgründung verweigert hatte. Nach dem Tod des Papstes gründete sie allerdings den Hospitalorden der „Kreuzritter mit dem Roten Stern“ im franziskanischen Geist.
Agnes eiferte dem Vorbild ihrer Cousine Elisabeth nach und sorgte sich aufopfernd um die Armen und Kranken. Am 2. März 1282 starb sie sehr betagt und von unzähligen Menschen betrauert in ihrem Kloster.
Verehrung: Weil ihre Gebeine in den Hussitenkriegen verlorengegangen waren, wurde Agnes erst 1874 seliggesprochen. Am 12. November 1989 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.
Darstellung: als Äbtissin mit Krone, meist bei der Krankenpflege
(Bistum Augsburg)

Glasfenster von Agnes im Veitsdom

Sternendecke in der Marienkirche

Marienkirche, Krakau

Dienstag, 23. April 2019

Frau, warum weinst du?

Jesus erscheint Maria Magdalena,
Kings College, Cambridge


 14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

(Joh 20, Evangelium vom Dienstag in der Osteroktav) 

Kings College, Cambridge

Mittwoch, 2. März 2016

Agnes von Böhmen

vlnr: Agnes von Böhmen, Veit/Vitus, Johannes Sarkander

Agnes von Böhmen, Kaisersgattin und Nonne. Agnes war die Tochter des böhmischen Königs Ottokar I., der seine Tochter als Mittel zum politischen Zweck gebrauchte. Noch als Kind verlobte er Agnes mit Boleslaw von Schlesien; ihre Erziehung erhielt sie bei den Zisterzienserinnen von Treblitz. Als ihr Bräutigam starb, verlobte der Vater sie dem deutschen Kaiser Friedrich II. Doch die Fürbitte des Papstes konnte Friedrich II. überreden, sie wieder freizugeben.
Da Agnes Elisabeth von Thüringen und Klara von Assisi nacheiferte, mit denen sie in Briefkontakt stand, legte sie 1234 die Krone ab und trat bei den Klarissinnen ein. Schließlich wurde sie Äbtissin des neugegründeten Franziskanerinnenklosters in Prag, ferner stiftete sie das Prager Hospital und daneben die Salvatorkirche. Sie starb am 2. März 1282.
Papst Johannes Paul II. sprach Agnes am 12. November 1989 heilig. Viele haben die Befreiung Böhmens von der 40-jährigen kommunistischen Diktatur der Fürbitte der heiligen Agnes zugeschrieben, da die „sanfte Revolution“ wenige Tage nach der Heiligsprechungsfeier erfolgte und das Regime ohne Blutvergießen zusammenbrach.
(Martyrologium Sancrucense)

Agnes von Böhmen, Veitsdom, Prag

Die selige Agnes von Böhmen bleibt, obschon sie in einer uns so fernen Zeit gelebt hat, auch für heute ein leuchtendes Beispiel christlichen Glaubens und heroischer Liebe, das zum Nachdenken und Nachahmen einlädt.
Auf ihr Leben und ihre Spiritualität treffen die Worte aus dem ersten Petrusbrief zu: "Seid .... besonnen und nüchtern, und betet." So schreibt der Erste der Apostel an die Christen seiner Zeit und fügt hinzu: "Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander.... seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren" (1 Petr 4,7-9) Genau das ist das Lebensprogramm der hl. Agnes gewesen: vom zartesten Alter an richtete sie ihre Existenz auf die Suche der himmlischen Güter aus. Nachdem sie einige Heiratsanträge zurückgewiesen hatte, beschloß sie, sich ganz Gott zu weihen, auf daß er in ihrem Leben durch Jesus Christus verherrlicht werde (vgl. 1 Petr 4,11).

(....) Seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren" ( 1 Petr 4,9). Nach dieser Norm richtete die hl. Agnes ständig ihr Handeln aus, mit vollem Vertrauen nahm sie stets die von der Vorsehung zugelassenen Ereignisse in der Gewißheit, daß alles vergeht, die Wahrheit jedoch in Ewigkeit bleibt!
Und das ist die Lehre, die die neue Heilige auch euch, ihren lieben Landsleuten, gibt, und die sie allen gibt. Die menschliche Geschichte ist in ständiger Bewegung, die Zeiten ändern sich mit den wechselnden Generationen und mit den wissenschaftlichen Entdeckungen; am Horizont der Menschheit, die stets unterwegs ist, werden neue Techniken, aber auch neue Sorgen sichtbar, doch die erleuchtende und rettende Wahrheit Christi dauert im Wandel der Ereignisse fort.

Alles, was auf der Erde geschieht, ist vom Allerhöchsten gewollt oder zugelassen, damit die  Menschen den Durst oder die Sehnsucht nach der Wahrheit verspüren, nach ihr streben, sie suchen und zu ihr gelangen!

(aus der Ansprache von Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung von Agnes von Böhmen, in: F. Holböck, die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 3, 334f)

oben: Apostel Andreas, Veitsdom, Prag